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Studiere Soziale Arbeit, möchte beraten, bin frustriert

D&isfislxia


Hm meinst du? Sprichst du aus Erfahrung?

Hm was genau machst du diesbezüglich? Kann mir da grad nicht so viel drunter vorstellen :) Auch bei dir würde ich mich über Erfahrungsberichte freuen :) und natürlich Danke für deine Antwort :)

DQi"sfilxia


Oha ok. Das ist dann natürlich krass. Aber es gibt ja auch noch so viele andere Bereiche. Kannst du dir die nicht vorstellen bzw. hättest du dir die nicht vorstellen können? Ich persönlich würde glaube ich auch eher Arbeit mit Erwachsenen bevorzugen. Aber so genau kann ich das noch gar nicht sagen :-D Ich habe nur mal im Fachabi nen längeres Praktikum im Kindergarten gemacht und das war so gar nicht meins. Ich hab mich da ständig unterfordert gefühlt^^ Also es hat mich nicht ausgefüllt, den Kindern beim Spielen, Malen und co. zuzusehen bzw. halt sowas mit ihnen zu machen. Ich meine sie waren süß und ich kam klar, aber es ist halt nicht das, was ich machen wollen würde^^ Deshalb denke ich, dass mir die Arbeit mit Erwachsenen mehr liegen würde bzw. wenn dann halt mit der ganzen Familie, wo man halt Probleme bearbeitet. Aber das ist ja auch was anderes :)

Ne eher Human bzw. Sozialwissenschaft^^

So muss das sein, sehr schön! :) an was forscht du? Wenn ich fragen darf^^ Oh echt? Wieviel verdient man denn da so? Also musst du natürlich nich drauf antworten, aber ich kann mir nichts drunter vorstellen, wie der Verdienst als Soziologe so ist geschweige denn, wie genau die Arbeit aussieht ;-D Ich hatte zwar Soziologie in der Uni, weiß also was es ist, aber trotzdem ist das irgendwie hm schwierig sich da genaueres vorzustellen^^

_'HeiCke_


nohopeleft:

Hamburg, bzw. Randbereiche


Hmmm. Der Unterschied? Ich hatte den Schwerpunkt "Sozialpädagogik", also geht es sehr in Richtung Soziale Arbeit denke ich. Mit Erziehung per se, so wie man sich das vorstellt, hat das Studium meines Erachtens nichts oder nur wenig zu tun. Gibt da ja auch schöne Diskussion, was Erz.wiss. ist und was Pädagogik und ob das das gleiche ist oder nicht ;-D

Also im Prinzip kann ich überall arbeiten, wo Sozialpädagogen gesucht werden, auf Bereiche ist es nicht eingeschränkt. Früher war es halt die Unterscheidung zur FH und der Fokus auf die Wissenschaftlichkeit. Mit dem Bachelor sicher anders, oder?

Ich habe mein Praxissemster in einer Fachklinik für Drogenentzug Jugendlicher gemacht, die Diplomarbeit in diesem Bereich angesiedelt und schwupps, war ich qualifiziert für die Suchthilfe ;-) Nein, im ernst. So wie ich das hier erlebe, wird in den Bewerbung sehr viel mehr auf die praktische Erfahrung gelegt, als auf besuchte Kurse oä.

NboHoWpeLefxt


@ Disfilia

Uh das klingt nicht so gut?! Wie lief denn dein Praxissemester?

Mein Praxissemester... ohje. Eigentlich war es für mich nicht wirklich gut geeignet, weil ich schnell feststellen musste, das mir der Bereich nicht liegt. Ich habe das in der Heimerziehung gemacht. Es war nonstop pure Anstrengung und alle Heimerzieher dieser Welt haben seitdem meine vollste Anerkennung! ;-D Ich wollte das aber trotzdem durchziehen, weil ich nicht zwischendrin nochmal die Praktikumsstelle wechseln wollte. Hinzu kam noch, das ich keinerlei Einarbeitung bekommen habe. Ich sollte da zum Teil mit Geldern der Gruppenkassen jonglieren, ohne dass mir jemand gesagt hat, wie denn da nun was abgerechnet wird. Ich musste wegen allem x-mal nachfragen, ehe sich jemand herabgelassen hat, mir etwas zu erklären. All solche Scherze. Aber man hat ja nebenbei (ich denke, das wirds bei euch auch geben?) Supervisionen und Konsultationen von der Hochschule aus. Diese Termine haben mir immer ziemlichen Auftrieb gegeben, weil man da Probleme während des Praktikums ansprechen konnte, sich Anregungen holen konnte, wie man was besser machen könnte (in meinem Fall war ich zB mit einem Kind total überfordert xD) usw. Außerdem hört man auch, wie die Praktika der anderen Studenten so laufen.

Das alles soll dich keinesfalls demotivieren! Das Praktikum kann mit Sicherheit eine ganz tolle Erfahrung sein. Außerdem merkt man irgendwie recht schnell, ob einem der Bereich liegt... oder in meinem Fall eben nicht liegt, was ja auch ne wichtige Erfahrung ist. ;-) Wie gut oder schlecht das Praktikum wird, hängt dabei sicher in ganz erheblichem Maß von der Praktikumsstelle ab (Einarbeitung, Anleiterin etc.). Allerdings wurden wir vorher auch von Seiten der Hochschule nochmal extra drauf hingewiesen, das wir uns da nicht alles bieten lassen müssen und auch mal auf den Tisch hauen sollen, wenn uns was nicht passt. War bei mir dann auch irgendwann nötig. ^^

In welchem Bereich arbeitest du denn nun?

Ich bin momentan in der Schulsozialarbeit an Grundschulen tätig. Das ist ein schöner Mix aus Einzelfallhilfe und Gruppenarbeit, zum Teil mit den Kindern als Klientel, aber auch mit deren Eltern. Ich hätte vorher nie gedacht, das mir das Spaß machen könnte. :D

Ja, das ich mich selbst einlesen muss, ist mir irgendwie auch klar geworden :S wozu studiert man dann, oder? :P

Ich erinnere mich da an meinen ersten Arbeitstag nach dem Studium. Ich saß meinem Chef gegenüber und er fragte mich aus reinem Interesse: "Welche Methoden haben sie denn während des Studiums eigentlich konkret kennen gelernt und nach welchen werden Sie jetzt arbeiten?" Ich bin rot angelaufen, musste grinsen und hab ihm dann erstmal einen Schwung aus meinem Studium erzählt. ;-D Seitdem habe ich mir nun eine Reihe Bücher gekauft, die aber vorrangig mit meiner momentanen konkreten Arbeit zu tun haben. Während des Studiums wurde uns meistens Literatur empfohlen, an denen irgendeiner unserer Professoren mitgeschrieben hatte. Die meisten davon haben mir auch rein gar nichts gebracht, weil mir das wieder mal alles viel zu theoretisch war.

Wie ist das denn bei dir? Wie arbeitest du praktisch? Also machst du das dann irgendwie oder wie kann ich mir das vorstellen? (Weiß ja natürlich auch grade gar net, was du denn nun genau arbeitest^^)

Als ich den ersten Tag in der Grundschule war, hab ich noch nichtmal ne große Ahnung von meinem Aufgabenfeld da gehabt. Klar, ich hatte mich vorher ein wenig eingelesen, aber da Soziale Arbeit an Grundschulen in unserem Bundesland erst seit Anfang dieses Schuljahres läuft, gabs eben auch noch nicht allzu viele Erfahrungsberichte. Also bin ich da munter hin und hab alles auf mich zukommen lassen. Mein Chef meinte nur zu mir: "Man wächst an seinen Aufgaben." Total doofer Spruch, fand ich. Recht hatte er trotzdem. Ich habe meine ersten Einzelgespräche geführt und war tierisch aufgeregt. Mittlerweile ist es mehr oder weniger normal. Ich bin nicht mehr vor jedem Gespräch aufgeregt, weil man sich einfach reinfindet. Aber ja, bei den ersten Malen hab ich das halt "irgendwie" gemacht. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Tipps, die ich Kindern gegenüber gebe, auch jeder andere geben könnte. ^^ Aber eigentlich geht die Arbeit dann ja doch noch weiter, was die ganzen restlichen Sachen betrifft, zB die Begleitung zu Ämtern usw. usf. Ist anfangs ungewohnt, weil ich vorher selbst ja eher selten im Amt gesessen habe, aber auch daran gewöhnt man sich.

Das einzige Problem, was ich in meiner Arbeit momentan noch habe, ist, das andere Leute denken, das Sozialarbeiter kleine Zauberkünstler sind, die mit dem Finger schnipsen und alles wieder gut machen. "Da müssen Sie doch mal was machen, da müssen Sie sich doch mal was einfallen lassen!" *g*

SWicil%ieana


Hauptsächlich schlage ich mich mit fetten Datensätzen rum und erstelle Effizienzanalysen und sowas. Wirkungsevaluationen etc. Manchmal arbeite ich auch qualitativ, führe Interviews durch und werte sie aus. Was eben so anfällt ;-D

Ich arbeite derzeit bloß auf Werkvertragsbasis und das ist dann meist irgendwas zwischen 500 und 4000 euro/3 Monate ca. aber eben sehr unsichere Verhältnisse. "Nebenbei" schreibe ich an meiner Dissertation. Wenn ich groß bin möchte ich Prof werden ;-D ;-D

A>ntiOgonxe


Hallo Disfilia,

ich mache gerade einen Fernlehrgang zum Personal- und Business-Coach. Davon gibt es auch eine kleine Version, den "Psychologischen Berater/Personal Coach".

Du findest viel im Internet darüber, z.B. hier:

[[http://www.akademie-fuer-fernstudien.de/lehrgaenge/kreativitaet-gesundheit-und-psychologie/psychologischer-beraterin-personal-coach/]]

Und hier ist sogar ein Blog von jemandem, der diesen Kurs gemacht hat:

[[http://psychologischerberater.wordpress.com/2007/01/]]

Nur eine Idee, um mehr Wissen und Praxiserfahrung zu bekommen........

Dwis+filixa


_Heike_

Achso ok verstehe :D

Hm vermutlich, ja. Ich weiß ja nicht genau, wie es früher war^^ so oder so ist der Fokus im Studium generell viel zu sehr auf die Wissenschaftlichkeit gerichtet.

Ui ok. Und wie war das Praktikum so bzw. wie ist generell die Arbeit in der Suchthilfe? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Hm und das ohne Weiterbildung zunächst? Das ist ja cool. Meinst du das funktioniert immer so?

Hm ja gut, ist halt die frage, inwieweit man nach einem einzigen Praktikum schon die Kenntnisse dafür hat =/

NoHopeLeft

Ohje. Was war für dich am anstrengendsten? Was musstest du da genau machen? Das kann ich verstehen, dass du die nicht wechseln wolltest. Andererseits wärs vielleicht gut gewesen, da du dann noch wo anders hättest erfahrungen sammeln können.

Oh man, ohne Einarbeitung ist das echt scheisse. Das kenn ich auch, aus dem Altenheim, wo ich mein FSJ gemacht habe.

Ich frag mich auch bei sowas, was die Leute sich dabei denken. Ist doch klar, dass ein Praktikant die Sachen nicht einfach mal so eben von selbst kann.

Ja stimmt, das ist ganz gut. Ich glaube wir haben aber nur ein Auswertungsseminar. Was auch immer damit gemeint ist :P Vlt. Ist es ja sowas wie bei dir. Mal schauen^^

Ja richtig. Na ich bin mal gespannt, wie das bei mir ist. Ich bin jetzt momentan am Bewerbung schreiben, weiß aber gar nicht so genau, was ich da so schreiben soll :S Zufälligerweise irgendwelche Ideen?

Hast du dann irgendwann auf den Tisch gehauen? Was ist dann passiert?

Hm das klingt doch ziemlich interessant. Was für Fälle sind das so für die du zuständig bist? Also was ist denn jetzt dein Aufgabenfeld? Ich dachte immer eher, dass Schulsozialarbeit erst später nötig wird, also für ältere Schüler. Wie bist du dann darauf gekommen?

Oha, blöde Situation xD vor allem weil das ja beim Chef eigtl. auch nicht so toll kommt xD wie hat er darauf reagiert?

Haha das kenn ich XD das ist so typisch Profs…geben dann immer total an mit ihren Büchern^^ ich hab nie eins dieser Bücher gelesen…^^ ich denke auch, dass ich mir dann zu meinem Themenbereich Literatur besorgen werde.

Das war doch sicher auch nen blödes Gefühl oder? Man kommt da hin, ist fertig ausgebildet aber hat keinen Plan von nix xD Das is doch Schwachsinn xD

Ja, der Spruch ist schon richtig, aber es verunsichert einen doch trotzdem total xD Da fragt man sich doch auch sicher, wieso man für den Job qualifizierter sein soll als jeder andere (Bis auf die Grundlagen nat^^). Also das würd ich mir so denken xD Studium is doch eigtl echt Humbug :S

Ja, es ist ja nicht so, als hätte man im Studium irgendwie Lösungen für zwischenmenschliche Probleme gelernt…das hängt ja immer vom Fall ab und allwissend ist man da ja auch nicht. Ist sicher manchmal auch schwierig da nen Tipp zu geben oder? Zumal man ja auch selber nicht immer weiß, was in dieser und jenen Situation das richtige ist.

Hm oha aber damit (Ämter) muss man sich ja auch erstmal auskennen xD

Ja als ob man nen Zauberer wäre xD naja, irgendwann lernen die Leute das sicher auch noch :-D darf ich mal fragen, wie die Verdienstmöglichkeiten so sind in der Schulsozialarbeit?

Siciliana

Oha, das wäre ja so gaaaaar nicht meins :-D Das muss man schon echt mögen^^ aber das ist ja bei jedem Beruf so :)

Oha und davon kannst du leben Ö das ist dann doch echt VERDAMMT unsicher Ö ui ok. Als Prof is das sicher besser^^ kannst du absehen, wie lange du noch für deine Dissertation brauchst? Worüber schreibst du? (wenn du das sagen darfst/magst)

Antigone

Danke Dir :) Das schau ich mir gleich mal an. Wobei ich nicht so Recht weiß, ob Personal- u. Businesscoach was für mich wäre. Wie ist denn da das Aufgabenfeld? Was kostet so ein Fernlehrgang?

Lieben Gruß :p>

A9nt?igxone


Hi Disfilia

Das schau ich mir gleich mal an. Wobei ich nicht so Recht weiß, ob Personal- u. Businesscoach was für mich wäre. Wie ist denn da das Aufgabenfeld? Was kostet so ein Fernlehrgang?

Deswegen habe ich dir auch nur den Psychologischen Berater/Personal Coach verlinkt. ;-)

Die Kosten zum derzeitigen Stand: gute 2000 Euro (aufgeteilt in 15 monatliche Raten a 139 Euro) und das Seminar kostet extra ca. 475 Euro.

Ich habe einen Prämiengutschein über 500 Euro, aber das Programm läuft nur bis zum 31.5.2014. Das heisst, man muss den Kurs bis Ende April 2014 fertig haben. Das könntest du noch schaffen, aber es wird knapp.

e[stax1


ich wundere mich immer wie jemand auf die idee kommt soziale arbeit zu studieren und sich nicht für die praxis, sondern nur für die theorie interessiert. unser zivi konnte super mit leuten arbeiten, hat aber keinen studienplatz bekommen in sozialer arbeit (schlechte noten), weil den bekommen ja die fleißigen mädchen, die mit mitte 20 schon in einer beratungsstelle sitzen wollen, aber sich null für die praxis interessieren. ich finde da läuft in unserer gesellschaft irgendetwas falsch.

auch für bestimmte weiterbildung gibt es manchmal zusatzvorausetzung, die jemand der jahrelang in der praxis gearbeitet hat nicht erfüllt, trotz erfahrung und dementsprechend nie ne chance hat, da zugelassen zu werden. so machen die einen immer mehr abschlüsse in theorie und die anderen machen die "soziale arbeit" meist für wenig geld, weil sie die abschlüsse nicht haben.

Dzis-fi*lixa


Antigone

Alles klar^^ hatte mir wie ich ja schon schrieb, den Link noch net angesehen ;-)

Ok, danke für die Infos! :) Das Geld hab ich nun aber im Moment leider nicht. Muss ich dann mal schauen, wenn ich mit dem Studium fertig bin und einen Job habe. Ist aber ein guter Ansatzpunkt :)

esta1 und ich wundere mich, wie Menschen immer wieder so viele Vorurteile haben können, ohne einen zu kennen ;-) Woher willst du denn wissen, auf welcher Grundlage ich mir mein Studium aufgebaut und ausgesucht habe?!!

Ich habe schon ein FSJ im Altenheim gemacht, ein weiteres Praktikum in einem anderen Altenheim und sowie eines im Kindergarten!! Ich weiß, dass ein sozialer Beruf mein Ding ist!

Das hat dennoch nichts mit meiner Thematik zu tun! Ich werde dir jetzt aber nicht nochmal von vorne erklären, wie mein Thread gemeint ist. Wenn du es nicht verstehst, kann ich dir auch nicht helfen…

Im Übrigen sagte ich nie, dass mich nur die Theorie interessiert! Im Gegenteil, ich bemängelte, dass das Studium zu Theorielastig ist und ich lieber praktisch mehr lernen würde um mich gut auf den Beruf vorbereitet zu fühlen…

Aber es muss ja immer Menschen wie dich geben, die nichts anderes können, als andere anzumachen und über die ungerechte Welt zu meckern… Ja ich finde auch, dass Handeln mehr zählt als Noten, dennoch hätte sich der Zivi dann halt einfach mehr anstrengen müssen. Was können andere dafür, dass er dazu keine Lust hatte?! Klar kanns auch andere Gründe geben, das kann ich so schlecht einschätzen. Aber oft ist das nun mal der Grund!

Und noch was: ich habe mir meine Noten erkämpft, ich habe was dafür getan, dass ich studieren konnte und mein Leben war bestimmt nicht immer leicht!! Also komm du mir nicht daher und tu so, als hätte ich es nicht verdient! Das ist echt unter aller Sau!!!!

Und für das System kann ich sowieso schon mal nichts…deine Verbitterung solltest du woanders abladen…deswegen darfst du dich auch gern aus meinem Thread verabschieden…dein Comment war, wie dir sicherlich bewusst ist, in keinster Weise hilfreich!!!

_udel|ilaxh_


Hallo du,

ich wollte dir nochmal auf deine Fragen antworten :-)

Ich glaube, die Angst, den Anforderungen nicht gerecht werden zu können, ist ein Stückweit ganz normal. Ich hatte die auch, und ich glaube sogar, in einem neuen Job hätte ich die erstmal wieder, insofern es ein neuer Arbeitsbereich wäre. Man muss sich einfach immer erstmal einfinden, einlesen, Erfahrungen sammeln, schauen wie es die anderen machen…kollegialer Austausch ist total wichtig.

Mein Praktikum war wirklich gut. Ja, mir wurde viel erklärt. Am Anfang hab ich erklärt bekommen, wie die ganzen Abläufe sind (also wieviel Fälle jeder Pädagoge im Jugendamt ungefähr hat, wie es abläuft wenn die Familien Hilfe beim Jugendamt suchen, wie eine Hilfe zur Erziehung überhaupt initiiert wird und wie das das Vorgehen ist etc. pp.), es gibt auch viele Fachbegriffe und Abkürzungen die ich anfangs immer nachgefragt hab… ;-) Generell bin ich wirklich lange einfach nur mitgelaufen – ich war bei allen Gesprächen meiner Anleiterin mit ihren Klienten dabei, bei allen Hilfeplangesprächen oder Gesprächen mit Kooperationspartnern, auch bei einigen Gerichtsterminen…Ich hab zwei Inobhutnahmen von Kindern mitbekommen (das war nicht sooo schön, die eine war mit Polizei da die Gefahr bestand das der Vater bewaffnet ist), ich war bei allen Teamsitzungen dabei…Das war alles total interessant und lehrreich. Was ich recht schnell selbständig machen konnte, waren z.B. verschiedene mails schreiben (bzgl. der Terminierung von Terminen), Anschreiben an das Gericht oder Kooperationspartner verfassen, die Dokumentation von Beratungsterminen in die Datenbank…später hab ich dann zwei, drei "eigene" Familien bekommen – das heißt, wenn z.B. klar war, das eine Mutter mit ihrem Kind kommen wird, weil sie sich von ihrem Mann trennen möchte, dann hab ich das Beratungsgespräch übernehmen dürfen. Natürlich war meine Anleiterin dabei und hat mir auch geholfen, wenn ich nicht weiter wusste, wir haben das auch zusammen vor- und nachbereitet.

Der Rahmen zum selbständig Arbeiten und ausprobieren war auf jeden Fall da, ich hab mich damals nur nicht immer so getraut, muss ich zugeben. ;-)

Ich Freund von mir hatte damals in der der Sozial- und Erziehungsberatung sein Praktikum gemacht. Das war auch sehr interessant und er wurde "gezwungen", dann sehr viele Beratungen selbst durchzuführen. Das wäre sicher auch was für dich. Generell fand ich das Praktikum beim Jugendamt trotzdem besser, weil man einfach nochmal ne größere Bandbreite an Aufgaben hat und mehr kennenlernt. Nach dem halben Jahr kannte ich so viele Einrichtungen (man bekommt dann ja auch immer mit, in welche Einrichtungen Kinder untergebracht werden; was es für Möglichkeiten je nach Problemlage gibt), so viele Kooperationspartner…und ich bin über das Praktikum auch zu meinem Job gekommen, weil mein jetziger Chef mich schon von den Fachkonferenzen im Jugendamt kannte (das sind so Kooperationstreffen), sie hatten dann eine Stelle frei, eine andere Kollegin aus dem Jugendamt hatte mich empfohlen und sie haben mich dann damals in der Endphase meiner Diplomarbeit überraschend angerufen und gefragt, ob ich Interesse habe. Beziehungen, wenn dich Leute kennen ist also auch immer von Vorteil, und im Jugendamt lernst du einfach ganz viel Leute kennen, Einrichtungen kennen…zu wissen, wie die ganzen Handlungsabläufe im Jugendamt sind (wie wird eine Hilfe initiiert, wie läuft das alles ab, was tut das Jugendamt wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und anderen Einrichtungen) hat mir dann auch im Job sehr geholfen. Das schöne war, häufig hatte ich bei meinen ersten Fällen in der Familienhilfe dann sogar ehemalige Kollegen aus dem Jugendamt als Ansprechpartner, die für die Hilfe zuständig waren, das hat auch das Arbeiten dann einfacher gemacht.

Jugendamt wäre aus dem Grund nicht mein Arbeitsbereich, weil man doch sehr viel Verantwortung hat. Die hat man in der Familienhilfe auch, keine Frage, aber wen es brenzlig wird, ist das Jugendamt federführend, es entscheidet letztendlich, ob ein Kind aus der Familie genommen wird, es ist für Inobhutnahmen verantwortlich,…oft ist man als Sozialpädagoge im Jugendamt auch einfach der "Buhmann", so doof es klingt, weil sich der Zorn der Klienten dann auf das "böse Jugendamt" konzentriert. Man arbeitet ja auch nicht mehr in den Familien, sondern ist nur bei der Hilfeinitiierung stärker involviert, und dann sieht man die Familienhilfe samt Familie immer alle 6 Monate zum Hilfeplangespräch, wenn die Hilfe ansonsten gut läuft. Wenn es dann aber schwierig wird, muss man trotzdem die Entscheidungen treffen. Optimalerweise arbeiten dann alle eng zusammen und es gibt auch entsprechend viele Infos, aber manchmal auch nicht. Auch Gerichtsverhandlungen, die Inobhutnahmen etc. wären nicht das, was ich gerne machen würde. Aber als Lernfeld – ideal, finde ich.

Du hast gefragt, wie mein jetziger Arbeitsalltag aussieht…oh je, ich glaube, mein Beitrag wird ein Roman. *g* Also prinzipiell ist es so, ich betreue immer zwischen 5-6 Familien im Schnitt. Ich mache Sozialpädagogische Familienhilfe, aber auch Erziehungsbeistandschaften für Jugendliche (da liegt der Fokus einfach mehr auf dem Jugendlichen) und auch Integrationshilfen (Begleitung in Kindergarten oder Schule, mein jüngstes Kind bisher war 4 Jahre, mein ältestes ist aktuell 16 ;-)).

Nehmen wir exemplarisch mal Familie X. Ich bin dann 1-2 Mal pro Woche bei Familie X, wir besprechen aktuelle Anliegen, erarbeiten Handlungsschritte und Lösungsmöglichkeiten…häufig geht es um Erziehungsschwierigkeiten, finanzielle Probleme, Schuldenproblematiken (Schulden aus Bestellungen, Strom nicht gezahlt, für die Miete kein Geld,…), Schwierigkeiten bei Ämtergängen und Beantragen von Leistungen (ALGII, Wohngeld, Berufsausbildungsbeihilfe) etc. Die Bandbreite ist da sehr groß. Manchmal spielt auch Sucht, psychische Erkrankung (des öfteren) und Gewalt in der Familie eine Rolle, seltener hatte ich bisher gottseidank Dinge wie Missbrauch oder starke Vernachlässigung. Bei manchen Familien ist man mehr damit befasst, diese zu Ämtern zu begleiten, bei Anträgen zu helfen etc., andere bekommen das super hin und können schon aus nem Gespräch, wo ihnen einfach mal jemand zuhört, viel mitnehmen. Außerhalb der Familienarbeit haben wir dann noch Teamsitzungen, Supervision, diverse Arbeitsgruppen, ein regelmäßiges Freizeitprogramm welches unsere Einrichtung anbietet…

Ich könnte mir schon vorstellen, irgendwann mal in der Beratung zu arbeiten. Ich muss zugeben, ich selbst fühle mich aktuell noch nicht weit genug dafür (ich stelle mir dann vor, die Leute kommen mit total verschieden Anliegen zu mir und ich weiß selbst gar nicht, was man da tun kann ;-) In der Familienhilfe kann man schneller mal sagen "Ich mach mich bis zum nächsten Termin nochmal schlau…" ;-)), aber perspektivisch würde mich das schon reizen. Die systemische Weiterbildung ist aber auch in der Familienhilfe total hilfreich, wie gesagt, letztendlich sind alle Termine, die man in der Familie hat, ein Stückweit auch Beratungstermine. In der Weiterbildung lernt man eben dieses "Handwerkszeug", was im Studium zu kurz kam, Kommunikationsmittel, Fragetechniken, wie reagiert man bei Klienten die immer nur "klagen", wie geht man in ein Konfliktgespräch…welche Methoden gibt es (z.B. Aufstellungsarbeit, Ressourcenstammbaum, Netzwerkkarte, Familienhelfermap, Zeitstrahl,…)…wir haben in der Weiterbildung auch Erzieher, viele kommen auch aus dem stationären Kontext…also man muss nicht in der Beratung arbeiten, um aus der Weiterbildung viel nützliches mitzunehmen. Ich hab 3 Jahre gearbeitet, bevor ich mit der Weiterbildung begonnen habe (da wurde sie mir dann angeboten), und ich fand das vom Zeitraum her nicht schlecht – so hat man sich erstmal selbst eingefunden, hatte schon ein bisschen Berufserfahrung und ich war dann aber auch an nem Punkt, wo ich das Gefühl hatte, jetzt hätte ich gern wieder mehr theoretischen Input über Handwerkszeug an sich – eben weil das im Studium zu kurz kam und man dann tatsächlich eher so gearbeitet hat, wie man es für richtig hielt (manchmal dachte ich, meine Mutter hätte genauso Familienhilfe machen können…die hätte wahrscheinlich ähnliches gesagt und geraten… ;-) Eben, weil man eigentlich gar nicht so einen "fundierten" Plan hat.).

Wenn du dich generell für Literatur, in welcher du auch ein wenig Handwerkszeug an die Hand bekommst, interessierst, kann ich dir z.B. "Systemisches Handwerk" von Rainer Schwing / Andreas Fryszer empfehlen (eine sehr gute und ausführliche Einführung in systemisches Arbeiten, ist bei unserer Weiterbildung Standartwerk), oder auch z.B. das Buch "MiniMax Interventionen" oder "Die psychotherapeutische Schatzkiste" (da sind viele Methoden drin) – kannst ja mal googlen. :-)

So, ich beende jetzt mal meinen Roman, es tut mir echt leid, dass es sooo lang geworden ist! Wenn ihr Fehler findet – ich muss jetzt leider los und konnte mir nicht alles nochmal en detail durchlesen. ;-)

@:)

_}HeAikex_


Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Nehmen wir exemplarisch mal Familie X. Ich bin dann 1-2 Mal pro Woche bei Familie X, wir besprechen aktuelle Anliegen, erarbeiten Handlungsschritte und Lösungsmöglichkeiten…häufig geht es um Erziehungsschwierigkeiten, finanzielle Probleme, Schuldenproblematiken (Schulden aus Bestellungen, Strom nicht gezahlt, für die Miete kein Geld,…), Schwierigkeiten bei Ämtergängen und Beantragen von Leistungen (ALGII, Wohngeld, Berufsausbildungsbeihilfe) etc. Die Bandbreite ist da sehr groß. Manchmal spielt auch Sucht, psychische Erkrankung (des öfteren) und Gewalt in der Familie eine Rolle, seltener hatte ich bisher gottseidank Dinge wie Missbrauch oder starke Vernachlässigung. Bei manchen Familien ist man mehr damit befasst, diese zu Ämtern zu begleiten, bei Anträgen zu helfen etc., andere bekommen das super hin und können schon aus nem Gespräch, wo ihnen einfach mal jemand zuhört, viel mitnehmen. Außerhalb der Familienarbeit haben wir dann noch Teamsitzungen, Supervision, diverse Arbeitsgruppen, ein regelmäßiges Freizeitprogramm welches unsere Einrichtung anbietet…

Genauso sieht mein Arbeitsalltag auch aus, ersetze "Familie" einfach gegen "Süchtigen".

Hm und das ohne Weiterbildung zunächst? Das ist ja cool. Meinst du das funktioniert immer so?

Ich habe es bisher nur so erlebt. Hier ist einfach akuter Personalmangel, daher zählt vorallem die Motivation. Spezifische Qualifikationen können immer noch nebenbei erworben werden. In meinem Team ist dann auch jeder noch etwas anderes, z.B. systemischer Berater, Traumatherapeut, Suchttherapeut oä.

Hm ja gut, ist halt die frage, inwieweit man nach einem einzigen Praktikum schon die Kenntnisse dafür hat =/

Naja, "einziges Praktikum" hört sich so wenig an. Mein Praktikum waren 6 Monate, davon 5,5 eigenverantwortliches Arbeiten (Personalmangel ;-) ), anschließend war ich weitere 6 Monate nebenberuflich dort angestellt, sprich das ganze ist für mich 1 ganzes Jahr Berufserfahrung und das vor Studiumsende. Ich denke, das war für mich bei den Bewerbungen ein großer Vorteil. Ich habe eine Bewerbung geschrieben, wurde zum Gespräch eingeladen. Nach 1 Stunde kam der Anruf, das sie mich wollen. Und das, obwohl ich noch mitten in den Diplomprüfungen steckte, ein damals 1jähriges Kind hatte,...

e$stax1


......Und für das System kann ich sowieso schon mal nichts…deine Verbitterung solltest du woanders abladen…deswegen darfst du dich auch gern aus meinem Thread verabschieden…dein Comment war, wie dir sicherlich bewusst ist, in keinster Weise hilfreich!!!

Lach ;-D , mädel du musst noch sehr viel lernen im leben.

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