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Ich glaube, ich bin nicht fähig zu arbeiten

s:chn$uepMchen hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich (gerade 20 Jahre alt geworden) habe letztes Jahr mein Abi gemacht und dann direkt im Anschluss ein vierwöchiges Praktikum (im Krankenhaus). Das war furchtbar, ich war heillos überfordert, habe mich unglaublich unwohl gefühlt und war nervlich am Ende. Habe mich dann nach nur drei Tagen krank schreiben lassen. Eigentlich wollte ich eine Ausbildung in der Pflege machen, hatte schon einen Platz und hab dann auf Grund des Praktikums die Ausbildung nicht angefangen. Dadurch hatte ich bis Mitte Oktober (von Juni an) nichts zu tun und hing im Grunde nur zu Hause rum.

Im Oktober hab ich dann ein Studium angefangen. Das war leider gar nichts für mich, auch dort habe ich mich unwohl gefühlt und war überfordert und unglücklich. Zudem war mein Stundenplan so blöde, dass ich nur zweimal die Woche zur Uni musste, der Rest lief über das Internet (nein, es ist kein Fernstudium ]:D ). Tja, in der neuen Studienstadt war ich unglücklich, ja schon depressiv, und bin dann wieder nach Hause gezogen. Das hatte leider zur Folge, dass ich kaum noch zur Uni gegangen bin. Konnte mich nicht aufraffen, da mir das Fach auch nicht gefällt. Letztlich hing ich dann ab Dezember auch nur noch zu Hause rum.

Klar, es hat mich manchmal genervt, aber so unglücklich war ich damit nicht. Nur, so wie im Moment kann es natürlich keinesfalls weitergehen! Also hab ich nach Alternativen gesucht und auch einen Studiengang gefunden, der ganz interessant klingt. Der setzt aber ein achtwöchiges Praktikum voraus. Ist ja genial, dachte ich. Endlich wieder Struktur im Tag und was Sinnvolles machen.

So, nun bin ich in der ersten Praktikumswoche und ich bin frustriert. Jeden Abend bin ich genervt, dass ich morgen wieder los muss. Nicht wegen der Arbeit, die macht mir wirklich großen Spaß. Und wenn ich erst mal die erste halbe Stunde der Arbeitszeit geschafft habe, finde ich es auch nicht mehr so schlimm und bin mit Begeisterung dabei. Von den "Kollegen" gab es auch schon Lob.

Es sind die äußeren Umstände: früh aufstehen, morgens nicht mehr gemütlich rumgammeln (habe in der Zeit, in der ich nichts gemacht habe, zwei Stunden zwischen Aufstehen und endlich fertig angezogen sein gebraucht) und auch weniger Freizeit. Wenn ich nach Hause komme, ist schon viel vom Tag weg. Dabei muss ich nur bis 14 Uhr arbeiten, also kein Vergleich mit einem normalen Job! Zudem bin ich schon nach dem halben Tag völlig fertig und zu nichts mehr fähig.

Ich werde dieses Praktikum schon durchziehen, will nicht wieder hinschmeißen und die Arbeit selbst ist ja auch klasse. Und ich muss ja auch langsam mal einen Beruf erlernen. Aber wie soll das gehen? So wie ich mich aufführe? Ich fühle mich nicht in der Lage, eine Ausbildung (also ein Studium) durchzuziehen und dann so lange in einem Beruf zu Arbeiten :-o . Es klingt schlimm, aber ich weiß echt nicht, wie ich das schaffen soll. Hab Angst, dass ich das neue Studium ebenfalls nicht packen werde. Meine Eltern machen mir schon Druck, nach dem Motto, einmal Abbrechen, okay, dann muss es aber ohne Probleme und mit guten Ergebnissen klappen. Wenn nicht, tja, das mag ich mir gar nicht Ausmalen.

So, kann man sich irgendwie eine gesunde Arbeitsmoral aneignen? Und das Arbeiten lernen? Ich muss übrigens noch dazu sagen, dass ich meine Schulzeit unglaublich vermisse, trotz frühen Aufstehens, Lernens und 38-Stunden Woche. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal wehmütig an die Schulzeit zurückdenke und mir nichts mehr wünsche, als die Zeit zurückdrehen zu können.

Danke fürs Lesen @:)

Antworten
MUyt,horgixa


Ich kann dich nur zugut verstehen, schnuepchen.

Mir gehts grade ähnlich, und ich suche genau wie du die mir scheinbar unbekannte Möglichkeit, das Arbeitsleben so lange durchzuhalten.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie es andere Leute so lange geschafft haben.

Das aufstehen morgens ist der größte Horror, und dass man von einem Tag so wenig Zeit für sich hat. Man verschwendet quasi immens viel von seinem Leben.

Ich wünsch dir Kraft für dein Praktikum. Ich brauchte für meine Schule auch ein 4 Monatiges, ich hab es gehasst, aber ich habs durchgehalten.

uJlst


Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie es andere Leute so lange geschafft haben.

Tja, was soll man euch beiden raten?

Ich gehe seit 30Jahren einer geregelten Arbeit nach und musste mich am Anfang auch durchbeissen.

Nach einigen Fehlstarts habe ich einen Job gefunden, der mir Spass macht und den mache ich nun seit 25Jahren in der gleichen Firma.

Vielleicht solltet ihr gründlich über eure Interessen nachdenken und den Job oder Ausbildung nach Möglichkeit danach aussuchen

RPuby na


Diese Gedanken kann ich gut nachvollziehen.

Ich finde den Unterschied von der Schulzeit zum Arbeitsleben auch irgendwie immer noch "krass".

In der Schulzeit trägt man nur Verantwortung für sich selbst, man muss kein "schlechtes Gewissen" haben, wenn man mal krank ist, dass jemand anderes für einen mitschuften muss, man Ferien hat ohne Ende und dann....

R#ubyjnxa


"hat Ferien ohne Ende" soll das natürlich heißen ;-)

YkuOl2exs88


Ja kann ich verstehen, ich glaube Du brauchst eine Arbeit die wirklich wie für Dich gemacht ist sozusagen und auch das Studium sollte so sein. Ich hasse frühes aufstehen auch, aber das ist wie mit dem schnellen Einschlafen, was ja auch manchmal nicht klappt. Man braucht 'Rituale', wie immer das gleiche Lied und dann eventuell die gleichen Bewegungen (Strecken, dann hinsetzen, dann nochmals Strecken etc.), sodass der Körper ein ganz klares Signal bekommt, dass jetzt aufgestanden wird. Solche 'Rituale' werden z. B. auch bei Depressionen empfohlen, um den Körper aus dem 'Schlaf'-Modus zu holen. Versuchs mal damit. Dann müsstest Du aber schauen, dass du möglichst immer zur selben Zeit schlafen gehst, damit Du auch zur selben Zeit aufstehen kannst und dabei genug Schlaf bekommst. An Sonsten gibt es z. B. an meiner Uni eine art Studentenseelsorge, vielleicht gibt's das an Deiner ja auch – versuch's mal Dort, die kennen sich mit solchen Problemen gut aus, da sie ja genau diese die ganze Zeit haben an der Uni :)

Darf ich fragen, was Du studieren möchtest? @:)

S6püli x09


Also klar ist die Umstellung erstmal krass. Aber ich glaube, da musst du durch... Nur weil du jetzt ein paar Sachen probiert hast, die nicht das Richtige für dich waren, heißt das nicht, dass du nicht arbeitsfähig bist. Sieh es doch erstmal positiv, dein Praktikum jetzt macht dir doch viel Spaß und das ist schonmal gut. Wieviele Leute müssen morgens zur Arbeit und hassen ihren Job? Das ist schlimm!

Am Anfang ist es immer anstrengend, einfach weil man so viele neue Eindrücke hat, neue Menschen, neue Aufgaben, man will beweisen, dass man alles schafft usw., aber mit der Zeit wird es meist besser...

Übrigens ist es normal, dass man nicht gleich das Richtige findet, bei mir hats auch bis Mitte 20 gedauert, bis ich mit meinem Job zufrieden war. Deshalb lieber ein paar mehr Praktika oder Ähnliches machen, bis man zufrieden ist, als dass man sein Leben lang nen Job hat, der einem nicht gefällt.

Ich hasse es auch JEDEN MORGEN, dass ich aufstehen muss. Ich bin froh wenn Wochenende oder Urlaub ist. Ich ärgere mich auch, dass ich so wenig vom Tag habe und manchmal denke ich auch, dass ich nur fürs Arbeiten lebe... Aber so ist es eben. Und ich mag meine Arbeit trotzdem!

Ich würde an deiner Stelle versuchen, das Positive zu sehen. Klar hast du weniger Zeit und weniger Ferien. Aber es ist auch ein schönes Gefühl, sein eigenes Geld zu verdienen. Sich davon etwas zu kaufen. Auf eigenen Beinen stehen und von zuhause ausziehen zu können. Das Gefühl zu haben, bei der Arbeit gebraucht und geschätzt zu werden. Nicht den ganzen Tag in der Schule abzusitzen, sondern aktiv zu sein und das umzusetzen, was man gelernt hat. Sich auf Urlaub freuen (wie gesagt, ich hätte auch gerne öfter frei, aber auf Dauer nichts zu machen wäre für mich langweilig und frustrierend, jetzt weiß ich die freie Zeit viel mehr zu schätzen).

Also ich glaube nicht, dass du unfähig bist zu arbeiten. Musst dich vielleicht nur dran gewöhnen ;-)

Hberman_the<_Gerxman


Man verschwendet quasi immens viel von seinem Leben.

Wenn Du nur rumhängst – dann verschwendest Du Dein Leben. @:)

DEschMungelxkind234


Ich kann ebenfalls bestätigen, dass zwischen Schule und Arbeitsalltag Welten liegen :)z

Wenn ich so zurück denke, haben wir immer alle auf das Thema Schule geschimpft. Wenn ich heute zurück in die Schule könnte, würde ich mich wahnsinnig freuen.

Nach dem Abi habe ich begonnen zu studieren. Mal früh aufstehen, dann wieder spät, dann wieder ganz früh. Ich fand das ganz angenehm (weil man dann immer sagen konnte: heute hast du früh, dafür morgens später), manchmal aber auch nervig.

Danach begann mein Praxissemester an der Uni. Sprich: Um sieben aufstehen, um acht anfangen, acht Stunden arbeiten, 40 Stunden Woche.

Ich dachte anfangs: Das schaffst du nie.

Gerade vom Studium ins Praktikum war es ein riesiger Umschwung.

Mittlerweile bin ich fast am Ende des Praktikums. Ich möchte es nicht missen. Aber ich denke mit Horror daran, dass mir ähnliches bis zur Rente bevor steht :-(

Verdienst du denn im Praktikum Geld? Das ist auch nochmal ein Motivationspunkt. Ich habe insgesamt nur 80 Euro pro Monat bekommen und im Unterbewusstsein war das schon ein wichtiger Punkt.

E-hemalJig/er NultzerF (#4967x05)


Ich denke das ist Gewohnheitssache.

Die ersten Tage/Wochen sind hart, aber man gewöhnt sich an das frühe Aufstehen, an das lange Arbeiten und die fehlende Freizeit.

-

Ich war auch ca. 2 Monate nach Schulabschluss Zuhause (konnte mich zwischen mehrere Ausbildungsstellen nicht entscheiden bzw. es entstanden Konflikte– zu dieser Zeit Automobilkauffrau & Autokrise, Kauffrau im Einzelhandel & kein Wunschberuf, Bürokauffrau & weiter Arbeitsweg). Ich konnte zu dieser Zeit auschlafen, lange Frühstücken usw. Dann war Aussicht auf ein 7-wöchiges Praktikum mit anschließender Ausbildung in einer tollen Firma und dann hieß es: morgens pünktlich um 6 Uhr aufstehen, gewissenhaft Arbeiten und bis 16 Uhr in der Firma bleiben. Jeden morgen dachte ich: "och, neeeeee". Mir war regelrecht schlecht früh aufzustehen, die Kollegen nicht zu kennen und auch noch kein Geld für seine Arbeit zu bekommen. Aber wie gesagt, alles Gewohnheit. Mit der Zeit legt sich das, wenn einem die Arbeit Spaß macht (ich habe übrigens die Ausbildungsstelle bekommen und bin seit Juli 2012 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis) steht man gerne morgens früh auf und hat eben abends nur ein paar Stunden Freizeit.

Dafür freut man sich umso mehr auf das Wochenende oder auf den wohl verdienten Urlaub :-)

uzlsxt


...Dafür freut man sich umso mehr auf das Wochenende oder auf den wohl verdienten Urlaub :-)

und ist von Niemandem abhängig, kann sich sein eigenes Leben gestalten :)^

mynee|f


Ich fühle mich nicht in der Lage, eine Ausbildung (also ein Studium) durchzuziehen und dann so lange in einem Beruf zu Arbeiten :-o . Es klingt schlimm, aber ich weiß echt nicht, wie ich das schaffen soll.

Du hattest jetzt zwar einen Abbruch und konntest auch im Studium wie du sagst richtig rumdümpeln, aber: Auf Dauer kann einen das auch ganz schön ankotzen ;-D Ich habe mich nach dem Abi erstmal ganz bewusst zurückgelehnt und mir keinen Stress machen lassen, von wegen sofort was finden, um den Lebenslauf lückenlos zu gestalten. War auch kein Fehler, aber schnell total langweilig. Ich kann mir jetzt nicht mehr vorstellen, sogar nicht zu arbeiten. Klar, die Tage bekommt man so auch rum, aber nach ein paar Tagen – Wochen würde ich mich immer wieder nutzlos fühlen. Von daher stimme ich Herman_the_German zu: Rumhängen ist die eigentliche Verschwendung. Klar ist auch Schuften bis zum Abwinken nicht das Wahre, aber es gibt durchaus möglichkeiten, den richten Beruf und eine nette 40 Stunden Woche zu finden, die Spaß macht und noch Zeit für anderes lässt. Mach dir keinen Stress, probier rum @:)

n9ajWanaJgxut


So, kann man sich irgendwie eine gesunde Arbeitsmoral aneignen? Und das Arbeiten lernen?

Ja, und du kannst es auch: zieh dein Praktikum durch, dann hast du beides geschafft.

Jede Umstellung ist anstrengend, das merke ich auch jedesmal, wenn ich etwas Neues anfange.

Ich bin seit einigen Wochen in einem anderen Arbeitsbereich, wo ich nicht nur am Schreibtisch sitze, sondern stehe, rumlaufe und Sachen durch die Gegend schleppe. Die ersten paar Tage war ich abends sowas von erledigt, ich haben zehn Stunden Schlaf pro Nacht gebraucht, um zu überleben. Fit gefühlt habe ich mich davon nicht. Inzwischen bin ich es gewöhnt, es ist immer noch anstrengender, aber ich schaffe es abends nach der Arbeit wieder ins Training.

Langer Rede kurzer Sinn: das, was du gerade erlebst, ist normal. Jetzt kannst du es durchziehen, oder du kannst kneifen. Deine Entscheidung, du trägst die Konsequenzen.

arug23x3


Arbeiten kann man lernen! Aber nicht im Sinne von 1x1 aus der Schule. Zur Arbeit gewinnt man eine entsprechende Lebenseinstellung mit entsprechenden Auswirkungen. Selbst jene, die nach 50 Jahren Berufstätigkeit nicht mehr regelmäßig aufstehen müssen, auch die wachen jeden Morgen zur gleichen Zeit auf.

Noch muss jeder seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Erwartet nicht, dass auch in Zukunft die Gemeinschaft ohne nennenswerte Gegenleistung jeden trägt!

G]old=enOlwdie


Herzlich willkommen im realen Leben ;-)

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