» »

Keine Kraft mehr (Studium, Gesundheit, Zukunft)

ACgnesNQitt hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich hoffe ich bin hier richtig, mein Thema würde theoretisch in mehrere Unterforen passen. Ich bin auch nicht wirklich neu hier, ich habe nur einen neuen Nicknamen gewählt, weil ich hier sinnvollerweise etwas ins Detail gehen muss und Angst habe, dass jemand rauskriegt, wer ich bin.

Bis vor 3 Jahren lief eigentlich alles gut. Ich habe einen guten Bachelor in meiner Traumstudienrichtung (eine klassische Geisteswissenschaft) gemacht und gleich darauf den Master begonnen. Nebenbei hatte ich einen Job an der Uni und war auch sonst hochschulpolitisch und kulturell engagiert und wohl sowas wie "allseits beliebt". Die meisten Noten, die ich im Master bekommen habe, haben sich im 1er-Bereich bewegt.

Tja, und dann habe ich in den Semesterferien auf Anraten meines Professors einen weiteren Job als Lehrerin angenommen, wofür ich eigentlich auch ausgebildet bin. Lief im Prinzip auch gut, allerdings wurde es mir, was ich schon befürchtet hatte, zusammen mit dem regulären Studium und meinem anderen Job einfach zu viel.

Ich hatte eine Art Zusammenbruch und war dann monatelang zu nichts mehr zu gebrauchen, außer zu einer mühsamen Therapie. Die Diagnose war damals Depression und Angststörung.

Grade als das wieder halbwegs gut war, hat man eine große Zyste im Bauch gefunden und ein Eierstock musste entfernt werden. Der andere ist seit dem permanent von weiteren, großen Zysten (nein, kein PCO und kein PCOS, die Ärzte wissen nicht, was das ist) bedroht. Und weil das auch noch nicht genug war, hat sich noch ein Abszess an der Leber gebildet, der schließlich eine lebensbedrohliche Blutvergiftung und einen vorübergehenden Schaden an der Leber und der Lunge verursacht hat. Ich habe über ein halbes Jahr gebraucht, um mich körperlich wieder halbwegs zu erholen und noch länger, um wieder studierfähig zu werden – wenn ich das denn überhaupt bin.

Die operierenden Ärzte haben mir nach meiner Heilung dazu geraten, möglichst schnell schwanger zu werden, sofern ein Kinderwunsch besteht. Und es besteht einer, eine stabile, mehrjährige Partnerschaft ist vorhanden, allerdings stand das eigentlich für später an. Die niedergelassenen Ärzte, bei denen ich hinterher war, sehen das ganz anders, einer hielt es sogar für fahrlässig, mich "natürlich" schwanger werden zu lassen, ein anderer sah das recht entspannt. Fakt ist, dass ich nicht schwanger bin und der andere Eierstock schwer zu beurteilen ist.

Und nun das Problem: ich fühle mich einfach beschissen und wie ein verdammtes Mängelexemplar. Abgesehen von meiner Beziehung ist im Grunde genommen nichts mehr in meinem Leben gesund. Ich bin jetzt 25 und hätte mein Studium schon vor drei Semestern beenden sollen. Ich habe keine Ahnung, wie ich das später mal meinem Arbeitgeber erklären soll, zumal immer noch 3 Hausarbeiten und eine Masterarbeit anstehen. Die sind zwar normalerweise meine Paradedisziplin, aber mittlerweile habe ich einfach nur Angst, wenn ich dransitze und mache deshalb so gut wie nichts. Das erste mal offiziell fliege ich in 1,5 Semester durch, bis dahin habe ich also zumindest eine systematische Galgenfrist.

Ich bin finanziell von meinen Eltern und meinem Partner abhängig und bin auf eine Weise krank, die mich absolut an meiner Weiblichkeit zweifeln lässt. Und ich kann einfach nicht mehr. Ich träume ständig davon, dass ich erstochen werde und langsam wünsche ich mir auch, dass ich diese blöde Blutvergiftung nicht überlebt hätte. Ständig fragt mich jemand, wie es jetzt weitergeht und ich weiß es nicht. Ich komme mir neben meinem Freund, der einen gutbezahlten Job hat und gesund ist, einfach nur lächerlich vor.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Studium abbrechen? Aber was dann? Es ist nicht so, dass ich lieber was anderes studieren würde, ich bin nur irgendwie raus aus der Sache. Künstliche Befruchtung? Ich weiß nicht, ob ich diesen Stress aushalte, aber vielleicht bleibt mir irgendwann einfach keine andere Wahl. Glücklich werden ohne Kinder? Ich weiß nicht wie, denn es sieht ja jobmäßig auch nicht so aus, als würde aus mir eine knallharte Besserverdienerin werden. Es sieht überhaupt nicht so aus, als würde irgendwas aus mir werden. Hat vielleicht irgendjemand irgendwelche Tipps?

Antworten
MOilk*y_yeJ77


Versuch dir weniger Stress zu machen. Du bist erst Mitte 20, du hast noch so viel Zeit dir Dinge zu ermöglichen. Oder meinen die Ärzte, du solltest jetzt schwanger werden, weil es etwas später körperlich für dich nicht mehr möglich ist? Aber möchtest du überhaupt JETZT ein Kind, wenn es dir körperlich und seelisch nicht gut geht? Hättest du überhaupt die Kraft? Und wieso kannst du nur glücklich werden, wenn du jobmäßig eine knallharte Besserverdienerin wirst? Das Privatleben sollte (meiner Meinung nach) mindestens genauso wichtig sein wie der Job. Denn gekündigt werden kann man heutzutage jederzeit, wichtiger sind gute Freunde und/oder Partner, Eltern, Geschwister, Haustiere, schöne Hobbies, Reisen oder was dir sonst Freude bereitet. - An deiner Stelle würde ich mal ein oder zwei Wochen verreisen (ans Meer oder in die Berge), um dich zu erholen. Und dann das Studium wieder weiterbetreiben. Ein abgeschlossenes Studium kann dir niemand mehr nehmen.

H?.B|arbixn


3 Semester sind nicht so viel, wenn du da überhaupt erklären musst, dann kannst du ja eine körperliche schwere Erkrankung, die erfolgreich behoben wurde, angeben. Bist du denn noch in Theapie oder garnicht mehr? Vielleicht könnte dir das helfen aus deinem Tief rauszukommen. Ansonsten nimm dir eine Hausarbeit vor, die du als erste abarbeiten möchtest. Mache dir dazu einen Zeitplan und bitte deinen Freund dein Vorankommen täglich zu erfragen. Alles andere kommt dann später. :)*

A.gnoesNxitt


Oder meinen die Ärzte, du solltest jetzt schwanger werden, weil es etwas später körperlich für dich nicht mehr möglich ist? Aber möchtest du überhaupt JETZT ein Kind, wenn es dir körperlich und seelisch nicht gut geht?

Ja genau deshalb. Keiner kann mir sagen, wie lange dieser zweite Eierstock noch "durchhält", da sich dort ständig neue Zysten bilden und ihn systematisch zerstören. Ich wollte nicht unbedingt sofort ein Kind, könnte es mir aber durchaus vorstellen. Andererseits habe ich auch meine Zweifel, ob das wirklich gut wäre, denn klar, ich könnte auch gesunder sein. Hinzu kommt eine Schwiegermutter, die mich andauernd fragt, ob ich schon schwanger bin und wann wir ein Haus bauen usw. Ich hab ihr zwar gesagt, dass das grade gesundheitlich eher schwierig ist, aber sie übertritt dennoch gerne mal Grenzen. Sie meint es gut und sorgt sich, aber für mich ist das dennoch schwierig. Wir haben natürlich noch die Option einer künstlichen Befruchtung, noch ist ja alles notwendige da, aber auch da weiß ich nicht, ob ich die Kraft aufbringe, oder ob es nicht eine blöde Idee wäre, mich unter diesen Umständen an Kinder zu binden. Und vermutlich klappt es auch deshalb nicht, weil mein Körper auch merkt, dass ich permanent unter Angst und Stress stehe.

Und wieso kannst du nur glücklich werden, wenn du jobmäßig eine knallharte Besserverdienerin wirst? Das Privatleben sollte (meiner Meinung nach) mindestens genauso wichtig sein wie der Job. Denn gekündigt werden kann man heutzutage jederzeit, wichtiger sind gute Freunde und/oder Partner, Eltern, Geschwister, Haustiere, schöne Hobbies, Reisen oder was dir sonst Freude bereitet.

Ich muss gar keine Besserverdienerin werden, ich will einfach nur ein bisschen Geld verdienen und mich wieder ein bisschen wertvoller fühlen. Aber davor steht der riesige Berg des Studiums, den ich einfach nicht bewältigen kann. Und ohne Abschluss brauch ich mich natürlich auch nicht irgendwo bewerben, weil ich denen ja nicht sagen kann, wann ich fertig werde. Ich sitze an diesen ausstehenden Dingen im Endeffekt schon die 1,5 Jahre, die ich jetzt "überfällig" bin. Aber ich hab jetzt auch nichts studiert, mit dem sich die Arbeitgeber mit Kusshand auf mich stürzen.

Meine Partnerschaft ist toll und Freunde hab ich eigentlich auch ein paar gute, allerdings bin ich von denen räumlich neuerdings getrennt, weil ich zu meinem Freund gezogen bin. Meine Familie ist prinzipiell für mich da, aber die haben natürlich auch keine Lust mehr, mich zu finanzieren und drängen darauf, dass ich irgendwann mal fertig werde und mich für irgendwas entscheide. Und mich macht dieser Zustand des Abhängigseins auch wahnsinnig.

An deiner Stelle würde ich mal ein oder zwei Wochen verreisen (ans Meer oder in die Berge), um dich zu erholen. Und dann das Studium wieder weiterbetreiben. Ein abgeschlossenes Studium kann dir niemand mehr nehmen.

Reisen kann ich nicht, da mein Freund das meistens bezahlt und ich deshalb ein wahnsinnig schlechtes Gewissen habe. Und das hab ich auch schon gemacht, ich bin ja therapiemäßig ein "alter Hase", aber geholfen hat es nicht. Ich weiß, dass ein Abschluss gut wäre, ich weiß nur nicht, wie ich das noch schaffen soll.

Bist du denn noch in Theapie oder garnicht mehr? Vielleicht könnte dir das helfen aus deinem Tief rauszukommen.

Ja und nein. Ein paar Sitzungen gibt es noch, aber mein Therapeut ist noch an meinem alten Wohnort und irgendwie konnte der mir am Ende nicht mehr helfen. Ich habe gelernt, meine Situation zu reflektieren und Entspannungstechniken durchzuführen usw., aber er kann ja auch nicht entscheiden, wie ich weitermachen soll.

Ansonsten nimm dir eine Hausarbeit vor, die du als erste abarbeiten möchtest. Mache dir dazu einen Zeitplan und bitte deinen Freund dein Vorankommen täglich zu erfragen. Alles andere kommt dann später. :)*

Ja, gab es alles schon. Ich war auch schon bei so einer Beratung und wir haben uns einen realistischen Zeitplan gemacht, aber einhalten konnte ich den nicht. Sobald ich vor meinen Büchern sitze, kriege ich eine riesen Versagensangst und schaffe dann gar nichts. Dagegen hat weder mein Therapeut noch ich bis jetzt ein hilfreiches Mittel gefunden.

M?iClk y_e7x7


Möchtest du (vom Gefühl her) das Studium überhaupt noch fertigmachen? bzw. siehst du eine jobmäßige Perspektive durch das Studium? Oder würdest du gerne was ganz anderes machen bzw. dich umorientieren? Zum jetzigen Zeitpunkt ein Kind zu bekommen finde ich nicht so gut. Dann würdest du viele Jahre weiterhin nicht aus der finanziellen Unabhängigkeit herauskommen. Und du würdest vielleicht noch weniger Energie haben, denn ein Kind zu betreuen ist sehr anstrengend.

A|gneCsNixtt


Möchtest du (vom Gefühl her) das Studium überhaupt noch fertigmachen? bzw. siehst du eine jobmäßige Perspektive durch das Studium? Oder würdest du gerne was ganz anderes machen bzw. dich umorientieren?

Na ja, der Bereich ist schon das Richtige für mich. Ich hab mich da immer sehr wohlgefühlt und ich möchte mich nicht komplett neu orientieren, ich wüsste nämlich überhaupt nicht, wohin. Allerdings gibts natürlich auch tausende Geisteswissenschaftler, die auf ein paar wenige Stellen wollen. Ich frage mich halt, ob ich noch konkurrenzfähig bin? Ein neues Studium kommt aber keinesfalls in Frage.

Ich habe nur einfach den akademischen Anschluss verpasst. Ich war immer auf Tagungen, habe mehr gemacht als für das Seminar zwingend nötig war und hab ja auch durch die Arbeit an der Professur universitätsnaher gelernt als andere. Und jetzt waren da diese riesigen Unterbrechungen, die mich vollkommen aus der Bahn geworfen haben. Ich habe noch einen sehr wohlwollenden Professor im Rücken, der mir sicher auch noch die ein oder andere Empfehlung schreiben würde, aber solange ich nicht irgend eine Entscheidung treffe, kann er da auch nichts machen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ein Kind zu bekommen finde ich nicht so gut. Dann würdest du viele Jahre weiterhin nicht aus der finanziellen Unabhängigkeit herauskommen. Und du würdest vielleicht noch weniger Energie haben, denn ein Kind zu betreuen ist sehr anstrengend.

Ja, das stimmt schon. Aber wenn ich mich jetzt dagegen entscheide, könnte das eine Entscheidung für immer sein und das möchte ich eigentlich nicht.

AhntConio SVi1val5dxi


Liebe AgnesNitt,

vergiss den Quatsch mit der Uni-Karriere! Das ist viel zu extrem, C4 vs. H(artz)4 – und wie viele gehoeren zur ersten Gruppe? Willst Du das wirklich? Du muesstest Dir selbst als C4-Frau die Frage stellen, warum gerade Du die auserwaehlte bist. Bei Deinen sensiblen Gedanken waere ja selbst dieser Glueckstreffer eine Belastung.

Finanzielle Unabhaengigkeit: Warum ist sie Dir so wichtig? Wieso ein schlechtes Gewissen? Es gibt nun einmal die Generationenfolge – Du kannst ja auch nicht an Deinen Eltern "gutmachen", als Baby gewindelt und versorgt worden zu sein. Dafuer sorgst Du bei Deinem Baby dafuer, dass es ihm gut geht.

Preise Dich doch gluecklich, einen so gut verdienenden, Dich liebenden Mann zu haben. Das ist ein so grosses Plus auf der Habenseite! Das musst Du hegen und pflegen, nicht irgendwelche akademischen Titel. Dass Du ein schlaues Koepfchen bist, duerfte Deinem Freund doch wohl schon aufgefallen sein, und auf den kommt es vor allem an!

Was hat er denn von einer Karrierefrau? – Ein ungemuetliches Zuhause, einen leeren Kuehlschrank, eine gestresste Partnerin, nur den ueblichen Junk-Food, Allein-Sein, wenn Du auf der naechsten Tagung bist, Waeschberge ... wirklich erhebend fuer ihn!!!

Was meinst Du, wie schoen das ist, wenn Du Deinem Mann ein liebvoll bereitetes Lunch-Paket mitgibst, es gemuetlich und huebsch daheim ist, Du gut kochen kannst, er nach Hause kommt und Ihr zusammen Dein leckeres Essen verspeist. Und wenn er weiss, dass Du Dich in Ruhe auf Eure Kinder konzentrieren kannst. Da hast Du naemlich genug zu tun!

In diesem Sinne: Ich wuerde den Ehrgeiz mit dem (geistenwissenschaftl.) Studium beenden bzw. auf Eis legen, einen Kochkurs machen und sehen, was der verbliebene Eierstock zum Kinderkriegen sagt. Und plane noch eine schoene Hochzeit vorher!

Ich druecke Dir alle Daumen, dass wir Dich hier bald im Hibbel- und dann im XX-201X-werdende-Mamas-Forum antreffen werden! :)_

Viele Gruesse

Antonio

H=annaxhWe


Grade als das wieder halbwegs gut war, hat man eine große Zyste im Bauch gefunden und ein Eierstock musste entfernt werden. Der andere ist seit dem permanent von weiteren, großen Zysten (nein, kein PCO und kein PCOS, die Ärzte wissen nicht, was das ist) bedroht. Und weil das auch noch nicht genug war, hat sich noch ein Abszess an der Leber gebildet, der schließlich eine lebensbedrohliche Blutvergiftung und einen vorübergehenden Schaden an der Leber und der Lunge verursacht hat. Ich habe über ein halbes Jahr gebraucht, um mich körperlich wieder halbwegs zu erholen und noch länger, um wieder studierfähig zu werden – wenn ich das denn überhaupt bin.

Die operierenden Ärzte haben mir nach meiner Heilung dazu geraten, möglichst schnell schwanger zu werden, sofern ein Kinderwunsch besteht.

Genau das gleiche hatte meine Cousine in extakt deinem Alter. Sie hatte eine grosse Zyste, die entfernt werden musste, und beider ein Eierstck entfernt wurde, und bei dem anderen eine grosse Gefahr bestand, dass er nicht richtig "funktioniert". Sie war auch 25 Jahre alt. Die Aerzte warensogar noch etwas pessimistischer als bei dir, sie haben ihr gesagt, es ist wahrscheinlich, sie niemals Kinder kriegen kann. Das war fuer sie ein ganz herber Schlag, weil sie seit 7 Jahren mit ihrem Freund zusammen war, der immer unbedingt mal Kinder kriegen wollte. Sie hat mir sogar mal unter Traenen erzaehlt, dass sie Angst hat, dass er sie auf Dauer verlaesst, wenn sie keine Kinder kriegen kann. Sie hatte eine echt ueble Zeit, die Beziehung hat unter der Diagnose sehr gelitten.

Nicht, weil er sie nicht liebt, sondern weil sie nicht glaubt, dass er damit klar kommen wuerde, sich diesen Lebenstraum, Kinder zu haben, niemals erfuellen werden kann.

1 Jahr nach der OP hat sie dann die Pille, die man ihr verschrieben hatte zur Vorbeugung neuer Zysten, weggelassen, weil sie es satt hatte, sich die Hormone reinzupfeifen wenn sie sie sowieso nicht zur Verhuetung braucht. Sie ist im ersten Zyklus schwanger geworden und heute Mutter eines gesunden 3 jaehrigen Sohnes.

Die Aerzte sind nicht allwissend und gerade die Tatsache, dass dir so viele verschiedene Aerzte verschiedene Auskuenfte geben, zeigt doch, dass deine Situation keine eindeutige Sache ist. Was sagt denn dein Freund dazu? Wenn es wirklich heissen wuerde "Jetzt oder nie", was hat er fuer ein Gefuehl dabei? Was geht dir durch den Kopf, wenn man mal die anderen Faktoren wie deine eigene Gesundheit und das Studium beiseite laesst und dich in Sachen Kinder entscheiden muesstest zwischen Jetzt oder nie?

Ich bin jetzt 25 und hätte mein Studium schon vor drei Semestern beenden sollen. Ich habe keine Ahnung, wie ich das später mal meinem Arbeitgeber erklären soll,

Da mach dir mal nicht so viele Gedanken wie ueber das Kinderthema. Ich selbst hab mir wahnsinnigen Druck gemacht, mein Studentenleben kaum genossen um mit 22 den Bachelor zu haben. Und sehe jetzt wie haufenweise 27 jaehrige Absolventen, ohne Berufserfahrung, bei uns eingestellt werden, die alle aus irgendwelchen Gruenden laenger gebraucht haben. Die habe jetzt den selben Job wie ich, keinerlei Nachteile.

Der Fachkraeftemangel ist schon da, und da wird jeder gebraucht.

Wenn du dein Fach generell noch interessant findest, dann nimm dir die Zeit, die du brauchst, um gesund zu werden und mach dann, wenn du wieder gesund bist, in Ruhe deinen Abschluss.

Das sich das studieren nach einer laengeren Auszeit erstmal komisch anfuehlt ist ganz normal. :)*

F~rancvoaisex1


oh, oh- bisschen viel auf einmal. Als erstes fiel mir ein "der Mensch kann nicht alles haben" (Karriere, Kind, Gesundheit....) oder doch ? Aber eigentlich stehen die meisten Menschen vor lebenswichtigen Entscheidungen, bei dir halt auf etwas höherem Niveau. Glaube nicht, dass man Dir hier im Forum halbwegs Tipps oder Entscheidungshilfe geben kann, aber ich hoffe und wünsche es Dir.

Vlt ist es so eine ausgleichende Gerechtigkeit, die die Bäume halt nicht in den Himmel wachsen läßt, uns demütig am Boden hält.

Aber ich fühle mit Dir, komm lass Dich einfach mal drücken :°_ und so gut es geht trösten. Also einen Grund, an Deiner Weiblichkeit zu zweifeln, den gibt es schon mal gar nicht, by the way- ich hab auch nur noch 1 Eierstock, meine Freundin auch (und denk mal- heute hätte sie Entbindungstermin... grade ganz aufgeregt). Es lief alles ganz natürlich. Aber man kann jetzt nicht von einem auf den anderen Menschen schließen. Lächerlich- neben Deinem erfolgreichen gesunden Freund brauchst Du Dich auch nicht fühlen, ich meine dankbar sein wäre richtig, oder?

Den Job als Lehrerin kannst Du nicht weitermachen und ansonsten der Natur ihren Lauf lassen ?

Aber nicht wieder in dieses Hamsterrad steigen, in dem Du mal warst, das hat Dich kaputt gemacht.

Ach, noch was fällt mir ein: Habe eine Bekannte, der man wegen einer Krebsdiagnose zu einer schnellen Schwangerschaft riet, um sie anschließend einer Total-OP zu unterziehen. Das klappte tatsächlich auch, aber ihr Leben jetzt im Rückblick betrachtet, ist erbärmlich. Zur heißersehnten Tochter keinerlei Kontakt mehr, geschieden und schwer demenzerkrankt fristet sie ihr Leben im Heim. Sie erkennt niemanden mehr. Nun, das tröstet Dich jetzt auch nicht viel- ich kam nur darauf bzgl. Erzwingen auf Teufel komm raus.

Vlt. in kleinen Schritten jetzt mal step by step gerade das machen, was Dir möglich ist und Freude macht und den Rest Gott überlassen.

Sei ganz lieb gegrüßt @:) @:)

AKgneasN itt


vergiss den Quatsch mit der Uni-Karriere! Das ist viel zu extrem, C4 vs. H(artz)4 – und wie viele gehoeren zur ersten Gruppe? Willst Du das wirklich? Du muesstest Dir selbst als C4-Frau die Frage stellen, warum gerade Du die auserwaehlte bist. Bei Deinen sensiblen Gedanken waere ja selbst dieser Glueckstreffer eine Belastung.

Nein nein, keine Uni-Karriere. Ich wollte zwar mal promovieren und hatte da auch eine gute Verstärkung im Rücken, aber ich weiß inzwischen, dass ich dafür nicht die Kraft habe. Das ist ok so. Ich hab einfach nur Angst, dass ich überhaupt keinen Job finde, weil ich diese blöde Verzögerung im Lebenslauf habe. Und weil mein Lebenslauf schon sehr uni-bezogen ist, aber eigentlich kann ich schon gut von mir überzeuge, glaube ich.

Finanzielle Unabhaengigkeit: Warum ist sie Dir so wichtig? Wieso ein schlechtes Gewissen? Es gibt nun einmal die Generationenfolge – Du kannst ja auch nicht an Deinen Eltern "gutmachen", als Baby gewindelt und versorgt worden zu sein. Dafuer sorgst Du bei Deinem Baby dafuer, dass es ihm gut geht.

Weil sie mir ja schon seit 7 Jahren finanziell helfen. Ich hab einfach das Gefühl, ihre Erwartungen nicht zu erfüllen und ihr Geld für etwas zu verschwenden, das nichts wird.

Preise Dich doch gluecklich, einen so gut verdienenden, Dich liebenden Mann zu haben. Das ist ein so grosses Plus auf der Habenseite! Das musst Du hegen und pflegen, nicht irgendwelche akademischen Titel. Dass Du ein schlaues Koepfchen bist, duerfte Deinem Freund doch wohl schon aufgefallen sein, und auf den kommt es vor allem an!

Ja er ist ein wunderbarer Mann. Und er macht mir auch keinen Druck, sondern glaubt fest an mich. Ich kann übrigens schon gut kochen, tue ich auch. Außerdem hab ich viel in unserer Wohnung renoviert und eingerichtet. Wir sind auch quasi verlobt, aber für eine Hochzeitsplanung hätte ich momentan nicht die geistigen Kapazitäten.

Sie hat mir sogar mal unter Traenen erzaehlt, dass sie Angst hat, dass er sie auf Dauer verlaesst, wenn sie keine Kinder kriegen kann. Sie hatte eine echt ueble Zeit, die Beziehung hat unter der Diagnose sehr gelitten.

Nicht, weil er sie nicht liebt, sondern weil sie nicht glaubt, dass er damit klar kommen wuerde, sich diesen Lebenstraum, Kinder zu haben, niemals erfuellen werden kann.

Da hab ich zum Glück etwas weniger Druck. Mein Freund hätte zwar auch gerne Kinder mit mir, allerdings ist sein Kinderwunsch nicht so akut, dass es ein Problem wäre. Und er meinte, er würde auch ohne Kinder mit mir glücklich werden.

Was sagt denn dein Freund dazu? Wenn es wirklich heissen wuerde "Jetzt oder nie", was hat er fuer ein Gefuehl dabei? Was geht dir durch den Kopf, wenn man mal die anderen Faktoren wie deine eigene Gesundheit und das Studium beiseite laesst und dich in Sachen Kinder entscheiden muesstest zwischen Jetzt oder nie?

Nachdem uns einer der Ärzte zu einer Schwangerschaft geraten hat, waren wir schon mal bei "jetzt oder nie". Die Vorstellung, jetzt schon Kinder zu haben, war eine ziemlich große Sache, aber wir waren und sind uns eigentlich recht sicher, dass wir das können. Meine persönliche Tendenz war "jetzt" und nicht "nie". Ich mag Kinder und ich bin ein Familienmensch. Außerdem sind wir schon 6 Jahre zusammen und sind in der Zeit meiner Krankheit noch viel enger zusammengewachsen. Ich hätte wirklich gerne Kinder mit ihm, aber wir würden wohl irgendwie auch ohne klarkommen.

Und ich muss ja bei aller Jammerei mal zugeben: noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Meine Gebärmutter ist zum Bsp. vollkommen gesund und da ja noch Eier produziert werden und ich den Mann schon habe, spräche im Notfall nichts gegen eine Eierentnahme und eine künstliche Befruchtung, die man ja auch nach hinten verschieben kann, wenn man die Eier einfriert. Finaziell wäre es wohl auch drin.

Ich war nur so unheimlich aufgewühlt, weil ich den Frauenarzt wechseln musste (umzugsbedingt) und auch der beim ersten Ultraschall wieder unheimlich schockiert war über das, was er gesehen hat. Das sind aber alle. Manchmal glaube ich, dass es mir ohne Untersuchungen besser gehen würde, weil ich dann nicht ständig mit meinem desolaten Zustand konfrontiert wäre. Aber irgendwie muss ich ja trotzdem hin, um notfalls ein paar Eier zu retten.

Da mach dir mal nicht so viele Gedanken wie ueber das Kinderthema. Ich selbst hab mir wahnsinnigen Druck gemacht, mein Studentenleben kaum genossen um mit 22 den Bachelor zu haben.

Ich war sogar grade mal 21 ;-). Und hätte rein theoretisch kurz nach meinem 23. den Master haben können. Wahrscheinlich übertreibe ich da wirklich, aber die meisten anderen in meinem Jahrgang sind halt entweder fertig oder haben wenigstens was Gescheites gemacht und waren nicht einfach krank.

Das sich das studieren nach einer laengeren Auszeit erstmal komisch anfuehlt ist ganz normal. :)*

Ich hoffe es. Eigentlich fehlt ja nicht mehr viel und eigentlich bin ich kein schlechter Student.

Aber ich fühle mit Dir, komm lass Dich einfach mal drücken :°_ und so gut es geht trösten. Also einen Grund, an Deiner Weiblichkeit zu zweifeln, den gibt es schon mal gar nicht, by the way- ich hab auch nur noch 1 Eierstock, meine Freundin auch (und denk mal- heute hätte sie Entbindungstermin... grade ganz aufgeregt).

Danke schön :)_ . Ich hätte mit dem einen Eierstock auch kein Problem, es ist nur die Tatsache, dass an dem anderen wild irgendwelche Zysten vor sich hinwachsen, die mich so unter Druck setzt. Und das, was die Ärzte sagen ist auch so vollkommen gegenläufig zu meinem Körpergefühl. Ich habe keine Schmerzen und einen Zyklus, nach dem ich praktisch die Uhr stellen kann. Dass ich überhaupt Probleme habe, weiß ich eigentlich nur von Ärzten.

Den Job als Lehrerin kannst Du nicht weitermachen und ansonsten der Natur ihren Lauf lassen ?

Ich will nicht. Reste dieser Angststörung sind nämlich noch da und die werden im Unterricht quasi wieder vorgeholt. Aber wenn ich mich ein bisschen ausgeheult habe, werd ich mich mal um ein Praktikum im PR-Bereich bewerben. Das interessiert mich ziemlich und ich hab das auch schon gemacht. Und ich brauch einfach mal wieder ein Erfolgserlebnis abseits vom Hausarbeiten schreiben, ich fühle mich einfach so nutzlos.

Das ist auch das Problem: ich will gar nicht höher, schneller, weiter, ich will auch keine Millionen verdienen. Ich möchte einfach nur etwas tun, dass mir halbwegs Spaß macht und von dem ich notfalls allein überleben könnte.

CZhrist5ina8x5


Hallo Agnes,

mich hat mein Studium auch fast kaputt bekommen, ich war seelisch und körperlich total am Ende. Ich kann deine Situation auf jeden Fall zu 100% nachvollziehen, ist echt nicht schön, was dir alles passiert ist!

Allerdings: bei dir war es nicht das Studium selbst, dass zum Burn-Out geführt hat, sondern die Mehrfachbelastung. Eigentlich hat dir das Studium ja immer Spaß gemacht, und du bist gut mitgekommen, oder?

Von daher sind deine Versagensängste eine Übertragung auf das Studium, wobei es nur deswegen überhaupt zu einem "Versagen" kam, weil du dir zuviel aufgelastet hast/hast lassen.

Ich persönlich würde das Studium zu Ende machen, du wirst sonst aus der "ich habe versagt" Spirale nur schlecht rauskommen, vermute ich. Setz dich für festgelegte 2 Stunden am Tag hin und fange einfach an. Völlig egal, ob du nur einen Satz schreibst, oder 2 Seiten völligen Quatsch. Aber beschäftige dich mit dem Studium. Weglaufen macht es nur noch schlimmer. Den restlichen Tag darfst du alles machen, was dir Spaß macht, und wenn es 8 Stunden glotzen auf dem Sofa ist.

Alles ohne Zeitdruck, bitte. Und du wirst sehen, der Anfang ist hart, aber es wird besser werden.

Für den späteren Beruf und den längeren Ausfall: da würde ich mir mal absolut keine Gedanken machen. Du warst schwer krank, das reicht vollkommen als Erklärung aus. Ich glaube auch nicht, dass in den geisteswissenschaftlichen Berufen die Auslese so hart nach solchen "Karriere-kriterien" erfolgt.

Zum Thema Baby kann ich dir leider nicht viel sagen, mach es einfach so, wie dein Herz es dir sagt.

Und bitte, bitte, pass auf dich auf. Auch ich bin sehr sensibel und nicht so belastbar wie andere. Ich brauche mehr und ausgedehntere Ruhepausen als andere. Ich achte auch darauf, dann eben "Nein" zu sagen, wenn ich merke, etwas überfordert mich. Das ist keine Schande. Du kümmerst dich eben um dich und jeder Mensch funktionniert anders. Bei dir muss dann eben auch alles etwas ruhiger verlaufen.

Aber du wirst sehen: wenn du die Kraft wirklich brauchst, wie zum Beispiel bei einem Baby, dann wirst du es schaffen! :)*

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH