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Ist das ein gutes Arbeitszeugnis?

mJaripCos{a


Ich halte es auch für ein 0815 Zeugnis, so wie Anne.

Solide, nicht überragend, aber auch nicht schlecht.

Da bin ich aber anderer Meinung. Das Zeugnis ist 4, aber keinen Deut besser.

"An Fortbildungen nahm Wissenmoecht aktiv und mit Erfolg teil und erlangte so qualifizierte Kenntnisse in ihrem Fachbereich.

Hier steht nichts davon, dass sie ihre Kenntnisse auch angewendet bzw. eingebracht hat. 'qualifiziert' ist auch etwas mager.

Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte Wissenmoecht aufgrund ihrer Auffassungsgabe und geistigen Flexibilität auf voll zufriedenstellende Weise.

Man hält sie zwar für klug, aber von Engagement steht da gar nichts. Und 'voll zufriedenstellend' ist nur im juristischen Staatsexamen positiv, hier allersings sehr mager.

Dank ihrer Ausdauer und ihrer positiven Arbeitseinstellung zeigte sie sich auch starkem Arbeitsanfall gewachsen. Wissenmoecht bearbeitete alle wichtigen Aufgaben gewissenhaft.

Und was war mit den anderen Aufgaben – die, die sie nicht für wichtig hielt? Routinearbeiten?

Sie zeigte Initiative, Fleiß und Eifer. Die Qualität ihrer Arbeit entsprach unseren Erwartungen.

Wir waren mit den Ergebnissen und der gezeigten Leistung von Wissenmoecht jederzeit zufrieden.

Auffällig ist, dass jedes Prädikat fehlt. Kein 'gut, besonders, hervorragend'.

usw.usw.

N!amjxa


Ich bin auch der Ansicht, dass das Zeugnis nicht besonders gut ist. Vor allem wirkt es aber unprofessionell, viele der Formulierungen sind entweder absichtlich böswillig (will ich gar nicht unbedingt unterstellen) oder aber einfach nur unglücklich formuliert. In jedem Fall würde ich an deiner Stelle aber eine Überarbeitung anregen – so ist das Zeugnis jedenfalls kein Bonuspunkt in einer Bewerbung.

PyauliLne1x1


und erlangte so qualifizierte Kenntnisse in ihrem Fachbereich

Das klingt für mich (als Laien), als seien die nicht vorhanden gewesen!

k(leineFr_dra[chensMtexrn


Ich gehe mit allen Vorschreibern konform, das ist ein wirkliches Zeugnis und entspricht in Schulnoten ca. einer 4 (schlechter ist in Arbeitszeugnissen eh nicht erlaubt).

Ich würde dieses Zeugnis so lesen: Hat keine Ahnung, ist leicht ablenkbar und gerne mit anderen Dingen beschäftigt und die Arbeitsbewertugen darf man schlechter nicht mehr formulieren.

P[olymer*part+i#kel


Was sollen denn diese albernen Verschlüsselungssätze? Ich verstehe das einfach nicht. Wieso kriegt man dann nicht einfach richtige Noten?

Dann müsste man da nichts mehr übersetzen und interpretieren!

Vor allem weil sich das Zeugnis auf den ersten Blick positiv liest. Und wenn man dann die ganzen "Übersetzungen" gesagt bekommt, geht einem erst ein Licht auf. Ist das nicht absolut überflüssig und albern?

Dann muss man das Ganze überarbeiten lassen und auf irgendwelche Prädikate bestehen, die absolut übertrieben formuliert sind: "zu unserer absolut vollsten höchsten nicht mehr übertreffbaren Zufriedenheit", und wenn ein Prädikat fehlt, ist man eine Note schlechter?

Oh Mann...

EihemaliPger Nutz:er j(#479x013)


@ Polymerpartikel

Der Grund ist, dass ein Arbeitszeugnis wohlwollend und beschäftigungsfördernd zu verfassen ist. Deswegen dürfen da keine negativen Formulierungen rein, weshalb man behelfsweise mit Verschlüsselungssätzen und Superlativen von Worten, die überhaupt keinen Superlativ haben, arbeitet ;-)

PlolRymer=partlikel


Ja, aber mit den ganzen Formulierungen ist es ja eben nicht mehr wohlwollend, sondern fast schon gehässig.

Dann doch lieber klare Noten, dann wüsste man ganz klar, wo man sich verbessern sollte und der neue Arbeitgeber muss nicht erst das Übersetzungbuch herausholen.

L&en|a92x92


Solche Zeugnisse haben in der heutigen Arbeitswelt praktisch keine Bedeutung mehr.

Das stimmt so nicht. Ich finde die Formulierugnen in diesem zeugnis auch unter aller Kanone. Ob der Schreiber nun keine Ahnung oder keine Lust hatte – weiß man nicht.

Ich würde es so jedenfalls erstmal nicht stehen lassen wollen, wäre es meins.

Für einen neuen Job aber wäre ein Empfehlungsschreiben von Nutzen ... und vergesst nicht, dass Personalchefs sehr gerne miteinander telefonieren und sich die frühere Akte anschauen. Erlaubt ist es. Sollte bei sehr gutem (geänderten!) Zeugnis echtes Interesse an diesem neuen Mitarbeiter geweckt worden sein ...

W~issepnm/oecxht


Ohje, da wird mir ja ganz anders beim Lesen. {:(

Vielen Dank für eure Antworten, so krass hatte ich das gar nicht gesehen. :-(

Wo lässt man so ein Zeugnis "überprüfen", beim Anwalt?

Was würdet ihr mir empfehlen? Dass ich beim ehemaligen Arbeitgeber mal anrufe und erwähne, dass das Zeugnis nicht gerade wohlwollend ist? Sachlich miteinander sprechen konnten wir zum Schluss immer noch, auch wenn ich dort nicht im Guten gegangen bin.

So schlecht war meine Arbeit aber nicht. Ich hatte verschiedene Aufgabenbereiche (sind öfter gewechselt, ist dort aber normal) und bin in den einen Bereichen nur gelobt worden und hatte einen guten Ruf. Ich hatte allerdings das Pech, dass ich das letzte Jahr gemobbt wurde (neue Abteilung) und zum Schluss kam Bossing dazu (ausgelöst durch das Mobbing).

Das Schlimmste ist, dass ich das Zeugnis schon in meine letzten Bewerbungen mit reingenommen habe. :-o Ohje. :-(

D@er k$leinVet VPrixnz


Wissenmöcht, gib das Zeugnis jemandem, der davon was versteht, und lass dir nicht hier was 08-15 erzählen.

Das Zeugnis ist mies, eine glatte und runde 4. Nicht schlechter, aber auch keinen Deut besser. Also ich, als AG, würde dich mit diesem Zeugnis nicht einstellen.

E>hemalig[er NutzeBr (#479x013)


Wissenmöcht, gib das Zeugnis jemandem, der davon was versteht, und lass dir nicht hier was 08-15 erzählen.

Für mich liest sich das gerade so, als würde hier niemand was davon verstehen, egal, ob man entsprechend dafür geschult wurde oder nicht %-|

Dabei ist das Fazit eigentlich recht simpel: Dieses Arbeitszeugnis ist für Bewerbungen de facto kontraproduktiv und sollte, wenn nicht zwingend gefordert, unbedingt weggelassen werden. Zum Umschreiben eignet es sich auch nicht, da es zu viele kodierte Floskeln enthält und ansonsten zu wenig strukturiert ist. Hier wäre ein grundlegender Neuaufbau nach den 17 üblichen Punkten angebrachten, aber zunächst sollte die TE vielleicht mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber kommunizieren, zu welcher Benotung dieser sich im günstigsten Fall bereit erklären würde. Es sollte klar sein, dass man ausgehend von einer 4 nicht unbedingt eine 1 verhandelt, also was nützt da bitte bereits jetzt schon ein fachmännisch, ggf. anwaltlich vorgefertigter Neuentwurf? Der Anwalt wäre für mich eindeutig der zweite Schritt und wahrscheinlich wird es kaum ein Arbeitgeber schätzen, wenn man sofort mit dem juristischen Vorschlaghammer ankommt.

spirdavxe


Die Arbeitgeber haben doch ohnehin ihre eigenen Codes und der Arbeitnehmer kriegts dann nicht mal mit, wenn da Kritik im Zeugnis steht.

Wie bei den Vermietern: Die schreiben dann in der Anzeige " Liebhaberobjekt". Bedeutet dann stark renovierungsbedürftig.

GQa@laxi


An Fortbildungen nahm Wissenmoecht aktiv und mit Erfolg teil und erlangte so qualifizierte Kenntnisse in ihrem Fachbereich.

mit Erfolg teil = haste gerade mal so geschafft

kurz um, wenn man das ganze Zeugnis ließt, handelt es sich hierbei um eine glatte 4

fehlt auch noch, dass die bedauern das du gehst... die Arbeitgeber sind nicht traurig das du gehst!

du hast dir dennoch Mühe gegeben und auch gezeigt!

Mit Vorgesetzten sowie Mitarbeitern hat sie gut zusammengearbeitet

fehlt – im Satzbau, dass du keinerlei Schwierigkeiten gemacht hast, nett oder freundlich bist.

Ich denke du hast offen deine Meinung kundgetan :-/

hZcolVhcsrxa


Diese Codierungen haben wohl Tradition? Klingt nach meinen Schulzeugnissen. Überall gerade so durch gekommen.

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