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Haben Beamte echt soviel mehr Netto vom Brutto?

MMarmi_cIoxn hat die Diskussion gestartet


Hallo,

eine Freundin von mir, die vor kurzem mit ihrem dreijährigen Studium des Verwaltungswesens (B. of Art) fertig geworden ist und im gehobenen Dienst arbeitet, hat mit mir heute allgemein über Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen im Beruf gequatscht. Was ich aber krass fand ist folgendes und ich würde gerne wissen, ob das ungefähr stimmt: sie sagt, dass sie jetzt mit A9 eingestiegen ist, also brutto knapp 2400€ bekommt, aber netto ca. 2050€ auf die Hand hat. Sie sagte, dass sie davon noch die private Krankenversicherung bezahlen müsste, aber das wären im Monat ungefähr 35€, weil 80% vom Staat durch Beihilfen zugeschossen würden, so dass sie ihre 2000€ netto auf jeden Fall hat.

Ich bin zeitgleich mit ihr mit meinem M.Sc. Informatik fertig geworden und arbeite seit ca. zwei Monaten, bin mit ca. 37 000€ Jahresbrutto eingestiegen, hab monatlich 3000€ brutto und 1850€ netto auf die Hand. Das wollte sie mir erst nicht glauben. Als ich ihr das dann mit den Brutto-Netto-Rechnern im Internet grob vorgerechnet habe, guckte sie mich mit großen Augen an, weil sie bisher immer gedacht hatte, dass die Leute in der freien Wirtschaft alle soviel mehr verdienten. Und Brutto stimmt das ja auch, dass man in der freien Wirtschaft mehr verdient, aber wenn ich sie als Beispiel nehme, dann ist's beim Netto wiederum eine ganz andere Geschichte.

Kommt diese Rechnung in etwa hin?

Und falls ich als M.Sc. Inf verbeamtet würde (rein theoretisch! ;-D ), mit wieviel würde ich einsteigen (A11, A12?) und was wäre das etwas netto? ^^

Antworten
lWe Isang, rxeal


Unterschied beim Lehrergehalt: verbeamtete Lehrer (A13) bekommen von ca. 3200€ brutto etwa 2600€ raus. Angestellte Lehrer (E13, Hessen) erhalten vom gleichen Brutto etwa 2000€ netto. Allerdings ist beim Verbeamteten noch die Krankenversicherung abzuziehen.

lKe 4sang r7eaxl


In welche Beamtenstufe du einsteigen würdest, kann man nicht sagen.

L4iblua?LiLna


Sie sagte, dass sie davon noch die private Krankenversicherung bezahlen müsste, aber das wären im Monat ungefähr 35€, weil 80% vom Staat durch Beihilfen zugeschossen würden

Dieser geringe Betrag kann aber schnell in die Höhe schießen. Und dass Familienmitglieder kostenlos mitversichert werden wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist auch nicht möglich.

Da sind ratzfatz ein paar Hundert Euro weg.

sie bisher immer gedacht hatte, dass die Leute in der freien Wirtschaft alle soviel mehr verdienten.

Meines Wissens ist die Bandbreite einfach größer. Bei Beamten ist irgendwann Schluss in der Gehaltsstufe, in der Wirtschaft lässt sich immer neu verhandeln.

Ich denke, dein Einstiegsgehalt ist nicht vergleichbar mit Gehältern von Arbeitnehmer nach 30 Jahren in der Wirtschaft.

N>at?hWalyxa


Ich bin frühpensionierte Beamtin mit 70/30 Krankenkasse. Also 70% Beihilfe, als ich noch im Dienst war, waren es 50%. 80% Beihilfe glaube ich nicht...das wäre ja mehr als bei den Pensionären. Und nur noch 35 Euro Krankenkassenbeitrag glaube ich auch nicht. Das kann nicht sein, wenn Pensionäre noch ca. 170 Euro mtl. zahlen, so wie ich. ":/

gDr\augeKJat,ze


Also ich zahle jeden Monat 263,00 Krankenversicherung und bin da mit 50 % versichert. Wenn ich das von meinem Netto abziehe und dann mit dem Gehalt meiner Kollegin vergleiche, die nicht verbeamtet ist, dann kommen wir fast auf das gleiche.

Man kann meines Erachtens auch nicht "irgendwo" auf der Beamtenlaufbahn einsteigen. Die ist für jede Position vorgegeben. Sicher steigt jemand im Vorgesetztenbereich höher ein als ein normer Beamter. Das steigt dann nur durch die Beförderungen, die jedoch ewig auf sich warten lassen. So ist es jedenfalls in meinem Berufszweig. Meine letzte Beförderung ist paar Jahre her und die nächste (und letzte Stufe) werde ich vielleicht in 15 Jahren haben (Erfahrungswerte durch andere Kollegen).

l+e sanGgW rexal


35€? Das muss ein Ausbildungstarif sein. Ich habe ca. 50€ selbst bezahlt, die anderen 50€ kamen von der Beihilfestelle – das war abe3r auch ein Ausbildungstarif. Normaltarif wären für mich 120€ gewesen.

LHianq-Jill


Das mit der Krankenversicherung kann nicht stimmen. Wenn sie fertig ist mit ihrem Studium/ihrer Ausbildung, dann hat sie einen 50%igen Beihilfeanspruch (entspricht dem Arbeitgeberanteil zur KV) und muss sich mit dem normalen Tarif zu 50 % privat versichern, da ist nix mehr mit Ausbildungstarif. Wobei ich nicht glaube, dass der bei 35 Euro liegt/lag.

Beamte haben ein niedrigeres Bruttogehalt, aber keine Sozialversicherungsbeiträge abzuführen, so dass tatsächlich nur die Steuer als Lohnnebenkosten abgezogen wird. Von diesem "Netto" muss man allerdings, wie erwähnt, die Krankenversicherung noch selbst bezahlen.

80 % Beihilfeanspruch haben Kinder als Angehörige eines Beihilfeberechtigten, die muss man dann nur zu 20 % selbst versichern.

L)ian3-Jilxl


...aber dafür jedes Kind separat, da gibt es keine Familienversicherung.

S<unflo`wer{_73


Beamte zahlen halt NULL in die Rentenkassen ein und auch andere Sozialabgaben fallen weg, das macht sich schon bemerkbar.

Die 35€ Krankenkasse glaube ich auch nicht. Eine Freundin von mir ist Lehrerin, hat auch 70% Beihilfe – und zahlt dennoch 230€ Krankenkasse. Was bei ihrer Vollzeitstelle immer noch weniger ist, als ich mit TV-L 13 auf einer 75%-Stelle in die GKV zahle. Ist halt so.

Mich persönlich ärgert v.a. der Aspekt der Rentenkassen. Bei Nichtbeamten gibt's als Rente einen Anteil des Lebensgehalts; bei Beamten basiert die Pension auf dem Gehalt der letzten Jahre und sie müssen halt nichts dafür einzahlen.

Der Rest: Tja, steht ja jedem frei, eine Beamtenlaufbahn einzuschlagen. ]:D

Bei Beamten ist irgendwann Schluss in der Gehaltsstufe, in der Wirtschaft lässt sich immer neu verhandeln.

Naja, es gibt aber genug Leute bspw. im öffentlichen Dienst, wo NULL Verhandlungsspielraum ist. Ich muss in Vorstellungsgesprächen nie verhandeln, weil gleich klar ist, welche Stufe = welches Gehalt es gibt. Und wie viele Jahre es bis zur nächsten Gehaltserhöhung dauert.

Lrian-QJill


Beamte zahlen halt NULL in die Rentenkassen ein und auch andere Sozialabgaben fallen weg, das macht sich schon bemerkbar.

Wie bereits tausend mal hier durchgekaut, ist dafür auch das Bruttogehalt um diese Summe niedriger, so dass der Staat als Arbeitgeber sich den Teil gleich einbehält/spart, wenn man das so verkürzt betrachten will.

Dass diese Gelder, anstatt sie als Rückstellung für die Pensionen zu verwenden, anderweitig verbraten werden, kann aber nicht den Beamten angelastet werden. Uns wäre es auch anders lieber, dann würden die ungerechtfertigten Anfeindungen mal ein Ende haben.

gSraue6Katxze


Wenn die Kinder über den Elternteil, der verbeamtet ist, mitversichert werden, dann bekommt man 70-80% Beihilfe. Ansonsten gilt 50 % durch den Arbeitgeber und 50 % privat.

Übrigends zahlen Beamte auch den Solizuschlag. Des Weiteren gibt es in meinem Berufszweig weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld. Das Weihnachtsgeld erhalten jedoch die Kollegen im Angestelltenverhältnis.

M_arm\icxon


@ Sunflower_73

Die 35€ Krankenkasse glaube ich auch nicht. Eine Freundin von mir ist Lehrerin, hat auch 70% Beihilfe – und zahlt dennoch 230€ Krankenkasse. Was bei ihrer Vollzeitstelle immer noch weniger ist, als ich mit TV-L 13 auf einer 75%-Stelle in die GKV zahle. Ist halt so.

Vielleicht hat sie auch rumgeschnackt!? Oder hängt das auch vom Bundesland(HH) und Spezialregelungen ab? Sie (24) sagte: insgesamt 175€ für PKV, wovon sie 35€ (20%) zahlt der Rest 140€ (80%) durch die Beihilfe...

Mich persönlich ärgert v.a. der Aspekt der Rentenkassen. Bei Nichtbeamten gibt's als Rente einen Anteil des Lebensgehalts; bei Beamten basiert die Pension auf dem Gehalt der letzten Jahre und sie müssen halt nichts dafür einzahlen.

Das wird in den kommenden Jahren eh zum Problem, einfach weil's unbezahlbar ist. Wie war der Unterschied: normaler Arbeitnehmer 45% und Beamter 75% des letzten Gehalts? Irgendwie so in der Richtung. Das werden sie anpassen müssen, sonst kollabiert das ganze System.

Naja, es gibt aber genug Leute bspw. im öffentlichen Dienst, wo NULL Verhandlungsspielraum ist. Ich muss in Vorstellungsgesprächen nie verhandeln, weil gleich klar ist, welche Stufe = welches Gehalt es gibt. Und wie viele Jahre es bis zur nächsten Gehaltserhöhung dauert.

Jo, vor allem wenn man sich die Nullrunden der letzten 15 Jahre in der freien Wirtschaft so anguckt, dann ist für die meisten eh nix mit Verhandeln, außer bei irgendwelchen TOP-Performern in den Teppichetagen, aber die verhandeln sowieso nicht, sondern schreiben sich ihre Gehaltssteigerungen und Rettungsschirme selbst ;-D

MAar3micxon


Lian-Jill

...aber dafür jedes Kind separat, da gibt es keine Familienversicherung.

Ideal ist dann natürlich die Kombi: ein Lebenspartner PKV und ein Lebenspartner GKV + Familienversicherung für die Kinder ;-D Aber so scheint das auch üblich zu sein *g*

mynecf


Ideal ist dann natürlich die Kombi: ein Lebenspartner PKV und ein Lebenspartner GKV + Familienversicherung für die Kinder ;-D Aber so scheint das auch üblich zu sein *g*

Nein. Das kann man sich nicht immer aussuchen. Wenn der Partner in der PKV zuviel verdient, kann das Kind nicht über den anderen in der GKV familienversichert werden.

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