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Job annehmen, den man nicht wirklich will?

hOenrySsmu0m hat die Diskussion gestartet


Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.

Ich bin seit 1 Monat arbeitslos.

Die Jobs in meinem Beruf sind äußerst rar gesät, es findet derzeit eher ein Abbau von Stellen statt.

In der Zeit habe ich, trotz täglicher Recherche, nur eine einzige Stellenausschreibung gefunden, wo mein Beruf gesucht wurde.

Ich habe eine anspruchsvolle und kostspielige Ausbildung absolviert. Für den Arbeitsalltag muss man sich ein umfangreiches Wissen aneignen, dass unbedingt aktuell bleiben muss.

Die Stelle, die besetzt werden sollte, war für meinen Beruf ausgeschrieben. Auch wenn für mich auf den ersten Blick nicht ersichtlich war, warum ausgerechnet jmd. mit meiner Ausbildung dort gesucht wird und ich mir die angebotene Tätigkeit nicht vorstellen konnte, habe ich eine Bewerbung geschickt.

Ich wurde dann auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Dort rummste ich auf den Boden der Tatsachen... das war nun ganz und gar nicht mein Traumjob! Ich sagte dem Chef, dass ich eine solche Tätigkeit noch nie gemacht hätte, aber gerne einmal zur Probe arbeiten würde. Er war einverstanden und bot mir an, auch noch in eine andere Abteilung zu schnuppern, nur allein um mal die Zusammenhänge im Betrieb zu sehen.

Der Tag des Probearbeitens war geteilt; die Abteilung, für die die Stelle ausgeschrieben war, fand ich schrecklich. Die Tätigkeit schon nach 2 kurzen Stunden echt ätzend, stupide und eintönig und, was dazu kommt: ich bin in einem nicht unwesentlichen Maße übergewichtig. Die Arbeit dort war körperlich schon fordernd und wird es 5 Tage die Woche für 8 Stunden ganz bestimmt sein.

Die andere Abteilung war ok. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Für die Arbeit dort gilt dies ebenfalls.

Auf Nachfrage stellte ich fest, dass alle anderen Mitarbeiter dort einen unterschiedlichen (nicht meinen) Berufsabschluss haben. Nicht mal verwandt mit dem, was ich gelernt habe. Arrogant ausgedrückt: ich habe einen weit höheren Berufsabschluss als die anderen dort. Das stört mich nicht, es macht mich nur stutzig... Für die ausgeschriebene Stelle bin ich gnadenlos überqualifiziert.

Hinzu kommt, dass die Kolleginnen untereinander ziemlich heftig über den Chef hergezogen haben (dass scheint leider meine Befürchtung, die ich nach dem Vorstellungsgespräch hatte, nämlich dass er "nicht ohne" ist, leider zu bestätigen) und auch über eine Kollegin wurde gemurrt, wie langsam sie doch wäre. Auf Nachfrage bestätigte man mir jedoch, wie gut das Arbeitsklima untereinander, Chef ausgenommen, doch wäre.

Nun heute Telefonat mit dem Chef: Er hat viel Gutes gesehen. Ob ich mir den Job vorstellen könnte. Ich sagte: für die vorgesehene Abteilung: klares nein. Für die andere Abteilung: ja (damit könnte/müsste ich mich tatsächlich arrangieren, im Hinblick auf meine derzeitige Arbeitslosigkeit und die schlechte Perspektive am Arbeitsmarkt). Er denkt drüber nach, wie er alles machen könnte, er möchte mich – egal wo – langfristig irgendwo haben. Seine nächste Frage: ob ich mir vorstellen könne, 1 – 2 Monate in der ätzenden Abteilung zu arbeiten und dann in die bessere zu wechseln. Ich sagte, wenn das eine an dem anderen hängt, würde ich es hinnehmen und es machen.

Jetzt ärgere ich mich so sehr, dass ich das gesagt habe. Ich hätte gleich sagen müssen, dass ich es nicht möchte. Oder sogar die Karten ganz auf den Tisch legen und sagen, dass ich mich aufgrund meines Übergewichtes nicht in der Lage dazu fühle. Denn das ist tatsächlich so.

Er will morgen wieder anrufen, aber er findet seinen Plan gut. Er wird eine Entscheidung von mir wollen.

Was soll ich jetzt nur machen?

-mich freuen, dass ich überhaupt irgendwas habe und alles dankend annehmen?

-meine Zusage, erst in der schlechten Abteilung zu arbeiten, widerrufen? Dann zwar keinen Zwängen mehr ausgesetzt sein, mich aber unglaubwürdig/unentschlossen darzustellen?

-alles komplett absagen und weiter nach einer adäquaten Anstellung suchen die meinen Vorstellungen nicht nur 60 sondern vielleicht zu 90% entspricht?

Antworten
j:ulyWanbxi


Wie schwer fällt dir denn der Job in der ätzenden Abteilung? Also ich meine, ist er einfach nur überdurchschnittlich fordernd für dich, oder glaubst du, dass du den körperlichen Anforderungen tatsächlich nicht gewachsen bist? Im ersten Fall könntest du es dir überlegen, ob du es durchstehst (natürlich hast du auch keine Garantie dass du tatsächlich nach 1 - 2 Monaten wechseln kannst, sagen kann man ja viel - die Stelle ist ja direkt für die eine Abteilung zu vergeben, da wäre ich skeptisch ":/ ). Wenn du dich tatsächlich absolut nicht in der Lage dazu siehst würde ich das auch sagen. In ein paar Tagen kann man ja nochmal in sich gegangen sein und die Meinung geändert haben. Firmen zeigen ja auch mal Interesse und sagen dann doch ab. Als Bewerber darf man das auch. :)z

Wie sieht es denn mit der wirtschaftlichen Situation aus? Bist du abgesichert? Dann könntest du natürlich auch erstmal weiter suchen, wenn dir der ganze Betrieb eh nicht sympathisch ist. :-/

hrenrySsmum


Ja, die Angst, dass ich eben doch nicht wechseln kann bzw. als Springer da stehe, ist bei mir auch groß!

Dass ich die Arbeit gar nicht schaffen würde, kann ich nicht sagen. Ich war immerhin nur 2 Stunden da. Das war schon kein schönes Gefühl. Wie es dann auf lange Sicht wäre, kann ich nur erahnen.... wahrscheinlich würde ich nicht zusammenbrechen o. ä. aber jeder Tag wäre eine Qual.

Wirtschaftlich ist es ganz ok bei mir. Klar merkt man, dass man weniger Gehalt hat. Aber das kann ich recht gut auffangen. Mir wäre es aber eben auch wichtig, so wenig Lücken wie möglich im Lebenslauf zu haben. Genauso möchte ich kurze Arbeitsverhältnisse im LL vermeiden.

b|lattl=aus


die Angst, dass ich eben doch nicht wechseln kann

Die Gefahr sehe ich auch, sie zu, dass du das schriftlich bekommst ("spätestens zum...").

h,enry|smuxm


die Angst, dass ich eben doch nicht wechseln kann

Die Gefahr sehe ich auch, sie zu, dass du das schriftlich bekommst ("spätestens zum...").

Hab ich auch schon dran gedacht. Aber was will ich machen?! Ab dem (z. B.) 1.12 sich weigern in die Abteilung zu gehen? Geht ja auch nicht....

b.elOlagixa


Ich denke ich würde mich maximal für 2 Monate in der blöden Abteilung verpflichten an deiner Stelle und es mir schriftlich geben lassen, dass du wechseln kannst.

Wenn er sich daran nicht hält, bist du noch in der Probezeit... und kannst die Sache beenden.

Wichtig wäre an deiner Stelle für mich auch, dass das Gehalt nicht niedriger ist als vorher, damit du bei einer evtl. weiteren Arbeitslosigkeit nicht nach und nach immer tiefer sinkst vom Einkommen her.

hcecnrysQmum


Nur was, wenn ich dann bspw. nach 6 Monaten oder einem Jahr nochmal hin soll weil einer krank ist... dann ist die Probezeit um und es wäre Arbeitsverweigerung. Das würd ich aber nie machen und mich lieber durchquälen. Nur war ich immer der Meinung, dass ich eben für sowas meine Ausbildung gemacht hab, um nicht in solche Situationen zu kommen. Also diese Stelle, die da zu besetzen ist.... das können ungelernte Kräfte. Und es sind dort auch welche beschäftigt.

Außerdem frage ich mich, insgesamt gesehen, ob man mit so viel allgemeinen Bauchschmerzen tatsächlich eine Stelle annehmen sollte.

Hab halt Angst, dass ich in 2 Monaten immer noch arbeitslos bin und mir sage "hätteste mal...."

m%arie-<janxa


henrysmum

Ich kann all Deine Argumente und Ängste gut nachvollziehen. Aber es ist DEIN Leben. Wenn Du schon von Vornherein dolle Bauchschmerzen hast, würde ich es lassen. Du bist doch niemandem Rechenschaft schuldig. Nur Dir. Und bei einer sehr guten Ausbildung würde ich mich nicht so sehr unter Wert verkaufen, die Tätigkeit betreffend.

Meine Empfehlung: Weitersuchen. Oder dem potentiellen Arbeitgeber Deine Argumente so eindringlich und selbstbewusst darzulegen, dass Ihr Euch auf eine für beide Seiten gut lebbare Variante einigen könnt. ER sucht gute Leute. Also sollte ER auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

k=leiPner_drarchensxtern


Was spricht denn dagegen, die Stelle erst mal anzunehmen und non da aus weiter zu suchen?? Das ist evtl. nicht die feine englische Art, aber wenn du schon sagst, dass es in deinem Zweig sehr schlecht mit Jobs aussieht würde ich das an deiner Stelle schon machen.

Und wegen deiner Angst, es körperlich nicht zu schaffen möchte ich dir einfach mal Mut machen!

Das geht doch auch jedem anderen so, der z.B. von der Schulbank in einen körperlich anstrengenden Beruf wechselt, aber siehres doch vielleicht als "sportlich" ;-) .

Es ist nicht deine Traum, aber es ist ein Anfang und es ist immer einfacher sich aus einer gesicherten Position zu bewerben als mit immer größer werdendem Druck der Arbeitslosigkeit!

SXuInflowcer_73


Habe ich vor einigen Monaten gemacht.

Job, der voll in meinem Bereich liegt, allerdings in unattraktivem schwierigen Umfeld, inkl. Zweitwohnung da zum Pendeln zu weit.

Vieles nervt, vieles wird sich nicht ändern, meine Qualifikationen (obwohl Einstellungsbedingung) brauche ich zu 75% gar nicht. Komme mir manchmal vor, als ob ich unhaltlich verblöde (nach außen ist es ein Stressjob). Auch wenn es nach Ablauf der Probezeit ein unbefristeter Vertrag ist: Das mache ich maximal einige wenige Jahre.

Ich suche konstant weiter, aber habe jetzt einen Job, werde nicht von der Arbeitsagentur gegängelt. Mehr Geld auch.

Der Rest: "Es ist nur vorübergehend". Hilft ungemein, miese Umstände zu ertragen.

Und wenn man hinnimmt, dass manches nicht perfekt ist und sich sagt, dass man da auch wieder wegkommt, fällt es zudem leichter, miese Aspeke zu ertragen. Plus bewusstes Suchen positiver Aspekte.

Ich würde den Job annehmen. Kündigen kann man quasi jederzeit.

Svunflo(weru_7x3


Ich war übrigens vor meinem jetzigen Job 9 Monate arbeitslos bzw. bin dann direkt aus einer Krankschreibung in den Job gestartet. Habe jetzt fast 3 Monate voll und bin seit ca. einer Woche an dem Punkt, wo es für etwas mehr als "Arbeiten & ins Koma fallen" reicht. Da müssen einige Dinge halt mal zurückstehen, bis man sich dran gewöhnt hat.

Bin übrigens schwerbehindert/chronisch krank und weiß, dass ich daher umso mehr auf ausreichend Erholung achten muss. Mein Job lässt sich an sich gut mit den Einschränkungen verbinden; leider sind die äußeren Bedingungen aktuell so, dass ich trotzdem an meine Grenzen stoße körperlich. Bestehe aktuell daher (und aus anderen Gründen wie erneuter Zwangs-Fortbildung) daher auf einer reduzierten Stundenzahl. Da zahle ich für angenehme Bedingungen leider mit Geldeinbußen, aber lieber weniger Stunden als gar nix und wieder arbeitslos.

h!enrhysWmum


Wenn Du schon von Vornherein dolle Bauchschmerzen hast, würde ich es lassen. Du bist doch niemandem Rechenschaft schuldig.

Leider doch. Je mehr Leuten ich davon erzähle, umso öfter höre ich: " Wenigstens aus der Arbeitslosigkeit raus. Du wärst dumm (möglicherweise auch als Synonym für faul) wenn du es nicht wenigstens ausprobierst."

FLlamecxhen


Wenigstens aus der Arbeitslosigkeit raus. Du wärst dumm (möglicherweise auch als Synonym für faul) wenn du es nicht wenigstens ausprobierst."

ich seh das auch so, auch wenn du das sicher nicht lesen magst.

und ich sehe es auch so

Was spricht denn dagegen, die Stelle erst mal anzunehmen und non da aus weiter zu suchen??

Es ist doch dein gutes Recht, trotzdem weiterhin nach deinem Traumjob zu suchen.

Ich denke, es gibt genug Leute, die einen Job machen, den sie entweder nicht mögen oder dafür überqualifiziert sind. Aber alles besser als arbeitslos zu sein und event, bald Hatz4 zu beziehen.

Meine Meinung ;-) :)_

a<ilaxgi


Das ist in der Tat eine schwierige Entscheidung...

Ich weiß auch nicht wie ich mich entscheiden würde...

Allerdings würde ich evtl folgenden Punkt vorrangig miteinbeziehen: finanzielle Situation: aktuell und nähere Zukunft.

Und mir vielleicht sagen, besser erstmal einem Job als keinen. Man kann sich doch trotzdem weiter nach einer besseren Stelle umsehen...

Ich wünsch dir Glück :)*

h"einryKsomum


Es ist jetzt eh´so, dass der Chef sich nicht wie abgesprochen am Dienstag gemeldet hat. Werte ich trotz der angeblichen "Euphorie" seitens der Firmenleitung als negatives Zeichen. Zudem spricht es nicht für die Zuverlässigkeit/Verlässlichkeit des Ladens. Das lässt meine Zweifel nicht gerade schrumpfen und ich weiß immer weniger wie ich reagieren soll, wenn sich doch noch jemand meldet.

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