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Muss ich einspringen, wenn Kollegen krank sind?

l7inuExmaxn


Nochmal OT: Ein Arbeitgeber kann durchaus verlangen, dass ein Angestellter, so er denn erreicht werden kann (Telefon), bei sehr dringenden betrieblichen Gründen zur Arbeit berufen werden kann wenn sonst durch das Nichterscheinen eine existenzgefährdente Situation eintrete. Aber hier gelten extrem enge Grenzen.

Beispiel: Bei einer Privatbrauerei+Schankhaus an einem größeren Fluss arbeiten Kellner im Schichtdienst und haben damit auch freie Tage in der Woche. Es kommt zum extremen Hochwasser. Hier kann ein Mitarbeiter, so er denn erreicht werden kann, und seine Wohnung als auch die der nächsten Familienangehörigen nicht vom Hochwasser betroffen sind zur Arbeit gezwungen werden selbst wenn diese nicht der vertraglich vereinbarten Arbeit entspricht (Sandsäcke füllen). Macht er dies nicht trotz dass er telefonisch gebeten wurde, ist das eine grobe Pflichtverletzung des Arbeitnehmers. Das Hochwasser war schließlich nicht vorhersehbar (und damit vertraglich festlegbar oder im Schichtdienst einplanbar gewesen). Sah auch das Arbeitsgericht so und ließ die Kündigungsschutzklage nicht durchgehen. Begründung: Hätte das Hochwasser nicht erfolgreich am Eindringen behindert werden können wäre das Schankhaus über mehr als 3 Monate hinweg geschlossen gewesen und damit in der Existenz bedroht. Das Vertrauensverhältnis sei dauerhaft derart geschädigt, dass eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung gerechtfertigt sei. Hatte den Nachbarn unserer alten Wohnung betroffen gehabt...

Dies nur, weil hier einige schreiben, dass dies gegen das Gesetz sei wenn man an freien Tagen zur Arbeit gezwungen wird. Allerdings würde ich in so einer Situation schon freiwillig helfen wollen weil mein Angestelltenverhältnis ja auch betroffen wäre. Auch kann selbst in so einer Situation keiner verlangen, dass der Mitarbeiter seinen Karibikurlaub abbricht.

Aber Fakt ist, der Fall des TE ist bei schlechter/keiner Planung definitiv nicht erlaubt und ich persönlich würde mich nicht derart ausbeuten lassen. Nicht ans Telefon gehen und 2. Sim zulegen ist schon eine sehr gute Idee. Am Folgetag behaupten, man habe das Telefon nicht gehört oder aber war unterwegs und hat das Telefon nicht immer dabei etc. sind gute Ausreden. Man kann dem Chef auch direkt sagen, eine Arbeit ausserhalb der Zeiten komme prinzipiell nicht in Frage.

bheAetlejaurice_2x1


Och das kenn ich aber auch zur Genüge, wird als ausnahmesituation hingestellt und irgendwie ist doch jeden Monat ausnahmestuation. Da wird ohne großen Kommentar ein bestehender Dienstplan komplett umgeschmissen der nun gilt, ohne nachfrage... da klingelt so morgens um 7,40 das telefon, und wenn man es schlicht nicht hört oder nicht da ist wird blöd gefragt wo man denn war....

da wird schon automatisch mit 30 Üstunden geplant (plus dem einspringen obendrauf)

Und ich hab leider auch noch ein diensthandy warum alle glauben ich bin ständig erreichbar (nein ich hab keine bereitschaft ich bekomme nen lächerlichen Betrag zusätzlich als Teamleitung das ist alles)

Fragen geht immer, aber bestimmen oder einfach festlegen, das kommt mir auch nicht in die Tüte. Da macht auch der Ton die Musik.

S'ilbekrmondoauxge


Naja, wenn der Betrieb droht, wegen Hochwassers "abzusaufen" oder wenn man _mal_ aushilft wenn Kollege Nr 2 und 3 krank sind...darüber muss man hoffentlich nicht diskutieren !?

Und das ist das nächste Thema: wenn ich weiß, ich kann meine Überstunden auch wieder abbauen, bekomme meinen Urlaub halbwegs so wie es mir in den Kram passt (und nicht im November nur weil da Nebensaison ist) - dann helfe ich auch lieber aus. Wenn ich aber jeden Monat 20 Überstunden machen muss die eh verfallen...

SCavann]enlöwe


Häää? Wieso hat sie in der Zeit nicht gearbeitet? Ich denk, sie hat ihr neues Büro eingerichtet. Zählt das etwa nicht zur Arbeit? Was soll das denn sonst sein? Etwa Freizeit?

Timbatuku, das ist denen doch egal, wann sie das einrichtet – der Zeitpunkt ist IMMER falsch! ;-) Für die lieben Kollegen ist das keine Arbeit, nein. Bei uns ist das so: Niemand traut sich bei Neuanschaffungen (absolut nötige) die Chefs zu fragen, ob wir das kaufen dürfen. WENN dann jemand (das bin meistens ich, obwohl noch in der Ausbildung) mal nachfragt und das Okay bekommt, wird sofort losgelästert, dass das dieser Person jetzt zugestanden wurde und einem selber ja nicht. Obwohl die – wie gesagt – Panik haben überhaupt zu fragen.

Da besagte Kollegin einige Neuanschaffungen bekommen hat war der Neid natürlich übermenschlich groß und das Geläster stieg proportional dazu. Als sie dann während der Arbeitszeit umgezogen ist, war das natürlich nochmal ein Punkt mehr, an dem man sich aufhängen kann.

Ich bekomme am Donnerstag auch ein neues Büro und muss dann erstmal umziehen (bin bis Mittwoch noch im Herbsturlaub), bin gespannt, was das wieder gibt. ]:D

ZHROub


Arbeitseinsatz und Bereitschaft einzuspringen gehören in bestimmten Berufssparten schlicht zum Berufsbild (wobei ersteres eigentlich immer dazu gehören sollte). Im Verkauf vor allem bei kleineren Geschäften und ihm sozialen Bereich sowieso. Dann muss man sich eben eine andere Branche suchen, wenn man gar nicht damit klar kommt.

Ach wie ich Menschen wie dich liebe die meinen zu wissen was zu Jobs im Sozialen(oft dann auch mit genannten Medizinischen) Bereich dazu gehört.

Äh nö wieso sollte es bei uns dazu gehören und bei dir nicht?

Ganz schön lächerlich wie hier gefordert wird. Zum Glück sind wir am längeren Hebel wenn wir Menschen sagen: Dann muss man eben dafür bezahlen man bei einer Branche mit Ausfällen gar nicht damit klar kommt.

M/oniQka6x5


Bloß zu deiner Info, ich bin selbst betroffen, da ich unter anderem in der Altenpflege arbeite.

lKinuxsmxan


Naja gibt solche und solche Arbeitgeber. Urlaub hat ja prinzipiell immer nach den Bedürfnissen des Arbeitnehmers genehmigt zu werden und nur in dringenden betrieblichen Fällen verweigert werden. Das kann auch sein, dass 2 andere Kollegen Urlaub haben. Aber definitiv nicht Hauptsaison oder ähnliches... da muss mit Aushilfen gearbeitet werden.

Aber was reden wir hier...

am Ende ist doch der Arbeitnehmer gearscht, wenn er gekündigt wird; und das geht betriebsbedingt ganz schnell. Die meisten Branchen gerade die Facharbeiter und angestellte im medizinischen Dienst sind derart von Bewerbern überflutet, dass der ein oder andere Arbeitgeber seine Position ausnutzen kann und teilweise auch wird. Anders schaut es bei speziellen akademischen Kräften aus oder spezialisierten Berufsgruppen... da fressen die Arbeitgeber einem auch mal aus der Hand. Ist jedem selbst überlassen ob er sein Recht durchsetzt oder sich so behandeln lässt.

Mal davon ab, wenn ich ein Arzt bin und meine 70.000 Bruttogehalt habe, würde ich auch mal so ohne zu murren einspringen. Aber solange ich bezahlt werde wie der Schnitt, brauch auch kein Chef erweiterte Motivation erwarten.

dla:nae87


Ich lese hier nun schon eine Weile mit und nun muss ich doch mal etwas schreiben.

Monika

Ich glaube das gerade Menschen die in den sozialen Bereich überdurchschnittlich häufig ausgenutzt werden und das schon so lange das es inzwischen quasi zum Berufsprofil gehört. Das macht die Sache nicht besser. Da arbeiten Menschen (in der Regel eh schon für zuwenig Geld) und werden bei ihrem Verantwortungsgefühl gepackt um Geld zu sparen. Am End eist es doch so das die verantwortlichen Personalplaner am Ende sehen das die Arbeit die vorher 8 Leute gemacht haben nun auch von 6 geschafft werden und freuen sich über die Ersparnis. Was selten gesehen wird ist was es die 6 verbliebenen Angestellten gekostet hat das es trotzdem läuft und statt eines Lobes und einer gutes Bezahlung müssen im nächsten Jahr 5 Leute versuchen das selbe Pensum zu stemmen.

Dies System funktioniert aber nur weil das Verantwortungsbewusstsein der Angestellten gerade im sozialen Bereich die Angestellten dazu bringt immer noch mehr zu leisten anstatt das System eben mal auflaufen und zusammen brechen zu lassen.

Deine Einstellung in allen Ehren, aber im Augenblick stabilisiert sie nur ein System das im Interesse von Patienten und Angestellten dringend überarbeitet gehört.

S andr7ax2006


Bloß zu deiner Info, ich bin selbst betroffen, da ich unter anderem in der Altenpflege arbeite.

Dann solltest gerade du es besser wissen! Und nicht so denken und anderen einreden, dass sie mehr leisten müssen, als sie berechtigterweise tun.

SNmaYrJagda<uxge


:)^

FyaYan0ta


ich helfe auch gerne aus und springe ein wenn eine Kollegin krank wird. Aber als das ein Dauerzustand wurde und meine Überstunden seit einem Jahr stehen, habe ich bei der Telefonnummer von meiner Firma eingegeben "nicht abheben" und seit dem geht es mir gut ]:D ]:D ]:D

S2maraigd5auge


Dies System funktioniert aber nur weil das Verantwortungsbewusstsein der Angestellten gerade im sozialen Bereich die Angestellten dazu bringt immer noch mehr zu leisten anstatt das System eben mal auflaufen und zusammen brechen zu lassen.

Deine Einstellung in allen Ehren, aber im Augenblick stabilisiert sie nur ein System das im Interesse von Patienten und Angestellten dringend überarbeitet gehört.

Das ist ein wichtiger Aspekt. Klar, das hören diejenigen, die es brauchen, gebraucht zu werden, nicht gerne. Denn je nach Persönlichkeitsstruktur lassen sich Menschen auch gerne ausbeuten, weil ihnen das ein gutes Gefühl gibt, man wird gebraucht, man ist wichtig, man ist zu was gut, vielleicht fühlt man sich sogar besser als andere, weil man ja so viel tut und immer da ist.... und die Umwelt muss nur die entsprechenden Knöpfe drücken, schon springen sie darauf an.

Nur, es ist in meinen Augen tatsächlich so, dass man sich nicht nur selbst ausbeuten lässt sondern um eines guten Gefühls willen anderen Menschen, die ihr Selbstwertgefühl und das Gefühl ihrer Existenzberechtigung aus anderen Quellen ziehen als dem Altruismus, das Leben schwer macht, denn von denen wird dann dasselbe erwartet, auch wenn es überzogen oder schlichtweg nicht richtig ist.

1dt&oM3


Wenn ich aber jeden Monat 20 Überstunden machen muss die eh verfallen...

Wenn Überstunden verfallen, sollte man definitiv keine Überstunden mehr machen. Schon um Leuten eine Chance zu geben, die dringend auf eíne Chance angewiesen sind.

Mal davon abgesehen, dass ein Chef hin und wieder eine Erinnerung an geltende Gesetze braucht. Wobei ich wette, dass es meist eine Chefin ist die sowas von den Arbeitnehmerinnen verlangt.

dwanae)87


1to3

Wie kommst du da drauf? Also ich meine, im sozialen Bereich macht das aufgrund des hohen frauenanteils Sinn, aber mir ging es mit meinem Chef im Gastrobereich nicht anders. Ich glaube das ist mehr eine Frage des Charakters und/oder der Distanz zum Angstellten als eine Frage des Gesclechts. Menschen die sehen das ihre Angestellten nur noch auf Autopilot funktionieren und Kunden/Patienten zu kurz kommen ändern vermutlich eher etwas als die Vorgesetzten die nur Zahlen vor Augen haben. Obwohl es natärlich auch Menschen gibt die ihre Angestellten sehenden Auges in den Zusammenbruch treiben weil ihnen ihr Profit wichtiger ist und der Arbeitsmarkt genug vom System eingeschüchterten Nachschub liefert. :-|

T1imbatxuku


Obwohl es natärlich auch Menschen gibt die ihre Angestellten sehenden Auges in den Zusammenbruch treiben weil ihnen ihr Profit wichtiger ist und der Arbeitsmarkt genug vom System eingeschüchterten Nachschub liefert. :-|

danae87

:)^ Genau das ist der Punkt. Die rot-grüne Regierung unter Schröder hat mit ihrer Agenda 2010 dieses System installiert, das unbegrenzten Nachschub eingeschüchterter Beschäftigter liefert. Solange das nicht durch Rücknahme wesentlicher Punkte geändert wird, werden weiter Menschen über ihre Belastungsgrenze hinaus ausgebeutet werden, Rechtsstaat hin oder her.

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