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Ärztin schreibt nicht länger krank – und nun?

WqaterXp4la{net hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich stehe grad ziemlich auf dem Schlauch und würde gern eure Meinungen/Ideen lesen.

In den vergangenen 1,5 Jahre wurde ich in meinem Job zunehmend vom Chef gemobbt. Egal was oder wie ich etwas machte, es war falsch. Ich hätte 'für die Firma' ja doch mal mindestens 40 unbezahlte Stunden im Monat mehr machen müssen. Ich hatte 6 Stunden tägliche Arbeitszeit, hatte aber rund um die Uhr telefonisch zur Verfügung zu stehen (incl. Wochenenden, im Urlaub, bei Krankheit etc.). Und dergleichen mehr.

Nachdem es zunehmend unerträglich wurde und es mir immer schlechter ging, bin ich nun seit Mitte September wegen Depression krank geschrieben. Ich habe bereits in den letzten 10 Jahren eine nicht unbeachtliche Depressions- und Panikattacken-"Karriere" hinter mir. Mein jetziger Chef wusste dies, es hat ihn aber nicht sonderlich interessiert.

Meine Psychiaterin hat mir nun beim letzten Termin eröffnet, daß sie mich nicht über dieses Jahr hinaus krank schreiben wird. Das müsse ja mal ein Ende haben damit, es müsse bei mir ja mal weitergehen. Es klang nicht so, als würde sie hier mit sich reden lassen.

Ich werde auf keinen Fall zurück zum alten Arbeitgeber gehen. Nur fühle ich mich noch nicht wieder fit genug, mir eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Zudem gibt es der Arbeitsmarkt derzeit nicht wirklich her. Und mit 50 % Schwerbehinderung wird es auch nicht leichter, einen neuen Job zu bekommen. Aufgrund der 'abenteuerlichen' Gehaltsgestaltung in der Firma würde ich im Falle einer Kündigung an ALG1 nur ca. die Hälfte vom Krankengeld bekommen. Ein finanzieller Abstieg wäre so vorprogrammiert.

Ich weiß nicht so recht, ob ein Arztwechsel zum jetzigen Zeitpunkt angebracht wäre, (auch, da man ja so schnell Termine bekommt :-X). Das Ganze könnte so verstanden werden, als ob ich nur auf weitere Krankschreibungen aus wäre, damit ich mehr Geld zur Verfügung habe. Und als Arzt wäre ich darüber nicht sonderlich erfreut.

Tja, was nun... was denkt ihr darüber?

Antworten
IRn-K?og xNitxo


aber was willst du denn machen? nicht arbeiten bei vollem gehalt?

kündigen? neue stelle? anscheinend möchtest du ganz zu hause bleiben?

mJneCf


Das Ganze könnte so verstanden werden, als ob ich nur auf weitere Krankschreibungen aus wäre, damit ich mehr Geld zur Verfügung

Das könnte nicht nur so verstanden werden. Du verlierst kein Wort darüber, dass du mit deiner Therapeutin nicht zurecht kommst oder ähnliches. Also geht es eben doch ums Geld, schreibst du ja selbst. Ich finde es richtig von ihr, die Krankschreibung nicht zum Dauerzustand werden zu lassen. Wenn du dauerhaft arbeitsunfähig bist, musst du dich nicht schamlos an eine Arbeitsstelle klammern, die du nicht gedenkst jemals wieder anzutreten.

Adeestsa


Ich werde auf keinen Fall zurück zum alten Arbeitgeber gehen. Nur fühle ich mich noch nicht wieder fit genug, mir eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Zudem gibt es der Arbeitsmarkt derzeit nicht wirklich her. Und mit 50 % Schwerbehinderung wird es auch nicht leichter, einen neuen Job zu bekommen. Aufgrund der 'abenteuerlichen' Gehaltsgestaltung in der Firma würde ich im Falle einer Kündigung an ALG1 nur ca. die Hälfte vom Krankengeld bekommen. Ein finanzieller Abstieg wäre so vorprogrammiert.

Aber was erwartest Du denn? Dass Du dauerkrankgeschrieben bleiben kannst ohne finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen?

Ich kann verstehen wenn Du sagst, dass Du wirklich nicht mehr arbeiten kannst. Allerdings hat das eben durchaus auch logische Folgen und die bedeuten vor allem, dass dann der finanzielle Absturz eindeutig vorprogrammiert ist.

Du schreibst gar nichts von Therapien oder Behandlungen oder von dem, was die Psychologin genau vorschlägt wie es weitergehen soll. Hat sie gar nichts inhaltlich - Therapeutisches - vorgeschlagen?

Welche Behandlungen hast Du denn machen lassen? Welche sind geplant?

C<oldPlife


@ Waterplanet

Was hast du für Vorstellungen?

Ein Arzt muss wenn er dich Krank schreibt begründen können warum er dies tut falls irgendwer misstrauisch wird .. Und da sie dir sagte dass sie dich übers Jahr hinaus nicht mehr Krankschreiben wird sieht sie es wohl so dass du wieder Einsatzbereit bist ..

Anscheinend kann sie eine weitere Krankschreibung nicht mehr medizinisch begründen .. Du kannst das natürlich anders sehen, aber Ärzte haben nen anderen Blickwinkel als du.

Ich finds auch äußerst merkwürdig dass du nicht mehr zu Arbeit willst zu deinem Chef von dem du gemobbt wirst, aber weiterhin bei ihm beschäftigt sein möchtest obwohl du nicht bereit bist dafür auch etwas zutun ..

Depression hin oder her, du blockierst einen Arbeitsplatz wenn du gar nicht mehr dorthin zurück willst ..

AAeexssa


Du stehst vor einer harten Angelegenheit, das ist klar. Aber bei Krankheit kann man nicht erwarten, dass man eben dauerhaft so zuhause bleiben kann. Es gibt eine Menge Leute wie Dich, die nicht mehr arbeiten können, und die eben deshalb nicht mehr ihren Job haben. Mich wundert, dass Du dachtest, dass Du einfach so dauerhaft krangeschrieben weitermachen könntest ":/

Ajeesxsa


Ergänzung:

Das hier:

Aber bei Krankheit kann man nicht erwarten, dass man eben dauerhaft so zuhause bleiben kann.

sollte das hier heißen

Aber bei Krankheit kann man nicht erwarten, dass man eben dauerhaft ohne finanzielle Einbußen zuhause bleiben kann bis man sich gut genug fühlt einen neuen Job anzunehmen.

NZandDaxna


Kann mich den Vorschreibern nur anschließen. Das darf echt nicht wahr sein. Und die Arbeit wird dann dauerhaft den Kollgen aufgebürdet, weil die Stelle ja "besetzt" ist. Richtig so, daß die Ärztin hier einen Schlußstricht zieht. Wenn du nicht mehr an diesen Arbeitsplatz zurück willst, wirst du dir wohl was anderes suchen müssen. Natürlich bedeutet "nicht arbeiten" einen finanziellen Abstieg gegenüber "arbeiten". :-|

Bbenenxice


Du willst "den Kuchen essen und behalten", das kriegst du auf Dauer aber nicht hin.

Ich finde es nachvollziehbar, dass du nicht weiterarbeiten willst, wo du ausgenutzt wirst, aber es gibt keinen Trick, der dir ermöglicht, praktisch aufzuhören zu arbeiten, dafür aber fortlaufend so viel Geld zu erhalten.

Stell dich also den Konsequenzen, dann hast du zumindest deine Ruhe. Für das Geld lassen sich sicherlich ein paar dich nicht überfordernde Lösungen finden – Nebenjobs vielleicht.

AUee4ssxa


Der Punkt ist - wenn Du eine ernsthafte Depression hast, nicht arbeiten kannst, nehme ich das durchaus ernst. Depressionen sind echt keine Kleinigkeit. Aber diese Illusion, das man dann eben einfach zuhause bleibt für gleiches Geld... die wundert mich dann doch. Deshalb die Frage: was für Behandlungen sind denn gemacht worden bzw. geplant?

Swunf|loweur_73


Zum einen dürfte Deine Ärztin auch Anfragen vom der KK und ggf. dem MDK erhalten haben nach der Zeit. Zum anderen gibt es Krankengeld auch nur für eine begrenzte Zeit.

Ich kann durchaus verstehen, wenn Du sagst, dass Du Dich noch nicht fit genug fühlst. Es blieben aber Optionen wie eine Wiedereingliederung, bei der Du wirklich mal probierst, was geht. Aber eben auch Willen zeigst. Oder halt Teilnahme an Reha-Maßnahmen der Dt. Rentenversicherung. Oder oder oder.

Oder alternativ eine stationäre Aufnahme, wenn nichts geht, Deine Ärztin Dich aber nicht krankschreibt.

Was mir aber auch negativ auffällt: Was tust DU, damit es Dir besser geht? Therapie? Stehst Du auf Wartelisten für Therapieplätze, oder gehst Du nur gelegentlich zu Deiner Psychiaterin? Das wird nicht reichen.

Ansonsten:

Mir wurde wg. Krankheit in der Probezeit gekündigt. Mein ALG I wird mickrig, da halt nur kurz in dem Job gearbeitet und 2012 komplett unterbezahlt im Praktikantenstatus. Tja, das ist halt so. Meine Krankschreibung läuft jetzt aus und klar wäre es nett, mehr Geld zu haben. Ist aber nicht gerechtfertigt und genau auf solche Versuche reagieren die Krankenkassen halt empfindlich. Du kannst fast schon froh sein, dass man Dich noch nicht zum MDK-Termin geschickt hat. Wenn das passiert, hat Deine Ärztin nämlich nichts mehr zu entscheiden!

Notfalls musst Du halt zum ALG I was dazuverdienen, während Du einen neuen Job suchst.

monxef


Das Gefühl noch nicht wieder so fit zu sein kann ich auch nachvollziehen. Nur die gleichzeitige Anspruchshaltung nicht.

aber rund um die Uhr telefonisch zur Verfügung zu stehen

Einfach nicht machen, zu Mobbing zähle ich sowas nicht.

Mein jetziger Chef wusste dies, es hat ihn aber nicht sonderlich interessiert.

Was hätte er tun sollen?

tSuffarxmi


Aber bei Krankheit kann man nicht erwarten, dass man eben dauerhaft ohne finanzielle Einbußen zuhause bleiben kann bis man sich gut genug fühlt einen neuen Job anzunehmen.

nach 6 wochen bekommt man doch eh krankengeld (ca. 70% vom gehalt), oder? daher verstehe ich die aussage nicht.

m'nexf


70% sind eine Einbuße, ALG eine weitere. Was gibts denn nicht zu verstehen?

t]uffa<rmxi


Was gibts denn nicht zu verstehen?

dass jemand von "dauerhaft ohne finanzielle Einbußen zuhause bleiben" schreibt.

was gab es denn daran nicht zu verstehen?

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