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Drohendes Burn-Out! Wie kann ich mal Erholung "erzwingen"?

S-wHeet_CJhili hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich weiß einfach nicht mehr weiter! Mein Job macht mich nur noch fertig und belastet mich total - täglich werden mir bei meiner Arbeit von anderen Kollegen Steine in den Weg gelegt, ich werde angemault und manchmal sogar am Telefon angeschrien und runtergeputzt usw. Das geht ja nicht mal wirklich gegen mich persönlich (da bin ich mir sicher) sondern mehr gegen die Tätigkeit die ich ausübe - meine Abteilung (Interne Revision) ist eben nicht besonders beliebt. In der Abteilung sind wir derzeit zu zweit (Chef ist längerfristig abwesend - es ist noch nicht klar wann und ob er wiederkommt) und die Kollegin ist in den letzten Wochen auch ständig krank und wenn sie mal da ist, dann werde ich von ihr auch noch angemault und als "unkollegial" bezeichnet (warum erschließt sich mir nicht, aber das ist wieder ein anderes Thema). Im Prinzip arbeite ich hier für 3 und ich merke langsam dass mir das echt zu schaffen macht!

Jeder Tag ist nur noch ein Kampf! Ständig Ärger, Stress, unnütze Diskussionen und Anfeindungen wenn ich meine Tätigkeit ausübe. Natürlich habe ich schon versucht für eine Entlastung zu sorgen z.B. durch Anforderung einer Aushilfe (jemand aus einer anderen Abteilung, der vorübergehend bei uns mitarbeitet). Ich habe auch schon mit meinem nächsten Vorgesetzten darüber gesprochen, aber er sieht keinen Handlungsbedarf. Er meint immer nur, dass die Kollegin ja auch noch da ist und irgendwann wieder fit sein wird (was ich nicht glaube - ich glaube ja nicht mal dass sie wirklich krank ist). Auch meint er dass die anderen Abteilungen total unterbestzt sind und niemand entbehrt werden kann. Und eine neue bzw. befristet Einstellung ist nicht.

Mich macht dieses ständige Kämpfen im Job so fertig, dass ich nicht mal an den Wochenenden richtig abschalten kann. Meine Gedanken sind immer bei den aktuellen Auseinandersetzungen und Problemen im Job. Ich liege teilweise die halbe Nacht wach und kann nicht einschlafen - ich mus ständig über den Job nachdenken und was aktuell da anliegt. Außerdem merke ich dass ich im Vergleich zu den vorherigen Jahren in diesem Jahr mind. 2mal im Monat Kopfschmerzen und Verspannungen in Rücken, Schlter und NAcken habe (trotz regelmäßigem Sport, Massagen und Rückenübungen). Im Grunde macht mir der Job ja total viel Spaß, aber ich fühle mich einfach überlastet und langsam habe ich den Eindruck dass es keinen interessiert!

Ich würde unheimlich gerne einfach mal 3-4 Wochen "aussteigen" und mal wieder richtig zur Ruhe kommen, aber Urlaub ist bei uns derzeit nicht drin (Arbeit muss erledigt werden und da Chef dauerhaft abwesend ist und auch die Kollegin oft krank ist, muss ich dann herhalten).

Nun habe ich mir überlegt mich einfach mal eine Weile (3-4 Wochen) krankschreiben zu lassen. Nicht weil ich keinen Bock auf Arbeit habe, sondern weil ich merke wie mich das langsam aber sicher alles innerlich auffrisst und total belastet! Ich habe wirklich das Gefühl auf ein Burn-Out zuzusteuern. Natürlich wird sich an der eigentlichen Situation danach dann nicht wirklich was geändert haben, aber zumindest habe ich wieder etwas Energie getankt und konnte mal etwas "abschalten". Und vielleicht eröffnet sich mir dann ein neuer Blickwinkel und ich finde doch noch eine Lösung um nich zu entlasten und der der Chef auch zustimmt.

Aber mal ne dumme frage: wie kommt man an so eine KRankschreibung? Also zu welchem Arzt muss man da gehen und dauert es lange bis man krankgeschrieben wird (Untersuchungen, die im Vorfeld gemacht werden müssen usw.)? Ich habe momentan einfach das GEfühl dss mir alles über den Kopf wächst.

Antworten
f(rancoisxjb


Hallo Chili,

ich würde an deiner Stelle einfach zum Hausarzt deines Vertrauens gehen und die Sachlage schildern. Eine Bekannte von mir war kürzlich in einer ähnlichen Situation und hat ihrem Hausarzt einfach gesagt, was sie belastet und dass sie sich nicht in der Lage fühlt, zu arbeiten. Auch das gibt es. Psychischer Stress kann dazu führen, dass man arbeitsunfähig ist, wie bei einer Grippe. Ich habe mich vor einigen Jahre auch einmal wegen Mobbing krankschreiben lassen. Meine HÄ hat das sofort gemacht, ohne groß drumrum zu reden. Also am Besten einfach das, was du hier aufgeschrieben hast, so deinem Doc schildern und dann sollte das kein Problem darstellen. Ich wünsche dir gute Besserung @:)

Sjweet_Cohilxi


Kann man da einfach zum Hausarzt gehen? Wie stellt der denn dann fest, dass man wirklich erschöpft ist und nicht einfach ein "Simulant" ist (da könnte ja sonst jeder sagen "doc, schreib mich krank, ich bin erschöpft von der Arbeit")?

Wie lange schreibt der Allgemeinarzt einen denn krank? Nicht dass ich unbedingt wochenlang zu Hause bleiben möchte, aber selbst 1 oder 2 Wochen würden mir glaub ich schon erst einmal wieder kraft geben.

f\raHnci"sj.b


Also bei meiner Bekannten waren es 2 Wochen. Sie kennt ihren Arzt seit der Kindheit. Ich wüsste nicht wie man das untersuchen soll. Aber ich denke mal schon, dass der Arzt an deiner Körpersprache und auch an deinem Aussehen (Augenringe, Blässe,...) erkennen kann, ob du simulierst. Ich weiß auch nicht, wie das bei deinem Hausarzt ist, aber ich kenne meinen auch schon länger, der kennt meine Krankheitsgeschichte und auch mich selber und weiß, dass ich nicht alle 2 Wochen wegen "kein Bock" auf der Matte stehe. Er nimmt es also ernst wenn ich tatsächlich mal hinkomme. Kennst du denn deinen Hausarzt auch schon länger?

Skweet_SCh-ili


Ich kenne meinen Hausarzt seit 2 Jahren - das letzte Mal war ich diesen August wegen einer Blasenentzündung dort. Wegen Burn-Out, Erschöpfung o.ä. war ich bisher noch nie bei ihm bzw. auch noch nie bei irgendeinem anderen Arzt. Auch wegen den Kopfschmerzen und Verspannungen nicht. Bin normalerweise keine großartige Arztgängerin...

fhrancibsjb


Ich auch nicht aber wenn du das Gefühl hast, es könnte ein Burn-Out werden und auch selber schon drüber nachdenkst, zum Arzt zu gehen, dann mach das auch. Du musst ja nicht sagen, dass du denkst, du bekommst Burn-Out, aber du kannst sagen, dass du das Gefühl hast, dir wächst alles über den Kopf und dass du nicht mehr richtig schlafen kannst, etc. Es ist deine Gesundheit und es dankt dir keiner, wenn du das alles so weiterlaufen lässt und irgendwann tatsächlich unter der Last zusammenbrichst. Also geh einfach hin und schildere die Lage, der Doc wird dir bestimmt nicht sagen, dass du simulierst o.ä.

SvmaragdaZuge


Wie Du das beschreibst, wäre eine Pause von 3 - 4 Wochen wirklich gut. Zum einen brauchst Du dringend Erholung, zum anderen (ja, ich bin etwas böse) sollen die Kollegen, die Dich arbeitstechnisch offensichtlich richtig hängenlassen, ruhig mal merken, wie das ist, wenn Du dann auch nicht da bist. Bzw. die Vorgesetzten, die ja der Meinung sind, das ist alles gut so (weil Du Dich ausbeuten lässt). Vielleicht gibt ihnen das zu denken, und sie fangen an nachzudenken.

Ich glaube, wenn Du dies einem Hausarzt Deines Vertrauen schilderst - einfach, dass Du überarbeitet bist und dringend eine Pause brauchst, weil Du sonst in einen Burn-Out rutschst, wird er Dir eine Krankmeldung ausstellen. Eventuell wochenweise, aber das ist ja egal.

S@weNeKt_Cchixli


Ich war heute morgen beim Hausarzt und habe ich alles so geschildert wie ich es oben geschrieben habe. Er hat mich für heute und morgen krankgeschrieben. "Wenns schlimmer wird" soll ich Montag wiederkommen - so hat er es mir gesagt. Ich glaube er wollte gar nicht kapieren was ich ihm das erzähle, ich hatte schon ein bisschen das Gefühl dass ich ihm sogar lästig bin und er mich von vornherein für eine Schwindlerin hält, die nur mal schnell "Urlaub" haben möchte.

Ich werde mir nächste Woche jedenfalls einen neuen Hausarzt suchen.

MBi m'i$kxo


Das würde ich auch machen, sweet-chili. Mein Hausarzt ist der beste den es gibt und schrieb meine Schwester mal wegen Mobbing und DRuck auf der Arbeit (ist Ärztin im Krankenhaus..) 4 Wochen krank, ohne zu zögern. Er ist jemand, der seinen Patienten vertrauen entgegenbringt. In einer schweren Zeit braucht man es nicht auch noch, sich mit dem Arzt herumzuschlagen. Also suche ruhig einen anderen. Meiner ist 1 Stunde weit entfernt, aber es lohnt sich. Hätte auch 2 Minuten ums Eck einen, aber der hört geschlagene 30 Sekunden zu und ehe man sich versieht ist man wieder draußen, dazu verschreibt er einem nie was und wartet immer erst 2- 3 Wochen, auch bei schweren Fällen, was gar nicht geht ":/

t,reiGbexis


Hallo,

ich war vor 2 Jahren in einer ähnlichen Situation. Habe es meinem Hausarzt geschildert und er hat mich ohne mit der Wimper zu zucken 14 Tage krank geschrieben...danach noch mal für weiter 14 Tage. Diese 4 Wochen habe mir richtig gut getan und seit dem ist alles wieder gut. Warte nicht zulange, sonst bist du in einem Hamsterrad und da kommst du so schnell nicht wieder raus. Also, ab zum Doc und alles wird gut!!

z$iPmt4ziqc4ke


Ich war vor einem halben Jahr ebenfalls in einer ähnlichen Situation.

Überall nur Streß, Überstunden ohne Ende, dazu Familienleben mit den entsprechenden Verpflichtungen - ich fühlte mich total ausgebrannt, habe aber immer noch weitergeackert. Irgendwann kamen eigentlich lapidare körperliche Beschwerden hinzu - nichts schlimmes, aber ich war damit beim Hausarzt (den ich bestimmt schon 20 Jahre kenne), um es abklären zu lassen. Dort bin ich dann wegen nichts komplett kollabiert - Heulkrampf ohne Ende, totale Verzweiflung. Der Doc war kurz davor, mich einzuweisen. Davon konnte ich ihn abbringen - ich arbeite in der Psychiatrie und kann mich da schlecht selbst aufnehmen lassen, darauf hin hat er mich erstmal komplett 14 Tage aus dem Verkehr gezogen. In der Zeit habe ich nichts gemacht ausser schlafen, spazieren gehen, lesen, den Tag verdaddeln (ok, um die Kinder habe ich mich gekümmert, soweit das notwendig war) - einfach nur die Seele baumeln und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen.

Das hat mir gut getan und mich wieder aufgebaut. Wäre das anders gewesen, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken, einen "Nachschlag" bekommen.

Aus der Geschichte habe ich meine Lektion gelernt. Ich habe meine Stunden reduziert (zum Glück finanziell bei uns möglich), gehe mittags nach Hause und lasse den lieben Gott einen guten Mann sein.

Also, such dir erstmal nen anderen Doc, laß dir ne Auszeit verpassen (ohne dich als Drückeberger zu fühlen) und versuche, auch danach mehr auf dich zu achten. Vielleicht Stunden reduzieren, Job wechseln o.ä.

Liebe Grüße und alles Gute!

M@rD. BForexskin


Hallo Sweet_Chili,

ich hatte vor ein paar Jahren eine ähnliche Situation und da hat mich meine Hausärztin für 2 Wochen aus dem Verkehr gezogen.

Das hat mit sehr geholfen aus dem Hamsterrad herauszukommen und ich habe geschafft folgendes zu (nach und nach) ändern:

- Keine Überstunden mehr, nichts auf der Arbeit ist wichtiger als meine Gesundheit.

- Ich habe offen mit meinem Chef gesprochen und er hat mir ermöglicht aus dem Bereitschaftsdienst am Wochenende auszusteigen (der hat mich sehr belastet).

- Ich habe festgestellt, dass nicht alles sofort erledigt werden muss und man sich trauen sollte Dinge zu priorieren.

- Lieber eine Sache gut machen als viele schlecht. Also: Fokusierung statt Multitasking, was auch effizienter ist.

Ich wünsche Dir besinnliche Feiertage und Kraft für das neue Jahr!

WCaterxli2


Das geht ja nicht mal wirklich gegen mich persönlich (da bin ich mir sicher) sondern mehr gegen die Tätigkeit die ich ausübe – meine Abteilung (Interne Revision) ist eben nicht besonders beliebt.

r

Wer schnauzt dich an? Kunden oder Kollegen? Naja, ist ja auch egal wer. Das einzige, was du da machen solltest, ist zu sagen, dass du dich nicht anschnauzen lässt und dass du zu keinerlei Gespräch bereit bist, solange sich derjenige nicht an ein Mindestmaß hält. Anschnauzen lassen am Telefon finde ich ganz schlimm, du kannst gar nicht gucken wie schnell bei sowas bei mir reflexartig der Hörer auf der Gabel liegt. Ich habe da meist nichtmal mehr Worte dafür und wenn mein Gegenüber das nicht einsieht, dann tuts mir leid. Ein Telefongespräch, wo dich der Gesprächspartner anschnauzt, ist Zeitverschwendung. Das wird zu nichts führen, weil nichtmal eine minimale Beziehungsebene für eine zielgerichtete Kommunikation vorhanden ist. Also ich will jedenfalls niemandem, der mich anschnauzt, konstruktiv helfen. Da ist mein Gesprächsziel ausschließlich, den schnell loszuwerden. Solche Gespräche sind nicht produktiv. Auch dein Chef sollte daran kein Interesse haben, also wenn das Interne Telefonate sind, ab zum Chef und dem melden wie das abläuft und wie wenig zielführend das eigentlich ist. :)z

G\rauaQmsel


Mein Sohn (40) erzählte von "Mob-Sms" und "Mob-Mails" aus dem Kollegenkreis. SOFORT ist er zum Chef gegangen und hat die Sache mit ihm besprochen. Das hatte unbequehme Konsequenzen für die Mobber. Wenn Du einen Chef hast, der ein gutes Arbeitsklima will und dementsprechend offene Ohren für seine Angestellten hat, zögere nicht, Kontakt aufzunehmen.

Mein Mann wurde vor vielen Jahren - als es den Begriff "Mobbing" noch nicht wirklich gab, gemobbt. Der Hausarzt hat ihn zuerst für 4 Wochen und dann obendrauf noch für den Rest vom Semester ( x:) war Lehrer ) aus dem Verkehr gezogen. Auch hier wurde die Angelegenheit aufgearbeitet und hatte Folgen für die Mobbenden.

Im Übrigen finde ich die Telefon- "Psychogygiene", wie Waterli sie skizziert, sehr gut und hilfreich. Ich praktiziere das selber auch - sogar mein Chef macht das so, hat es mir sogar empfohlen - und das mit grossem Erfolg. Beim nächsten Telefonat kommen die Leute (=Kundschaft) "unter dem Türvorleger durchgekrochen" und können plötzlich ihr Anliegen "normal" vorbringen.

S)maVrEagdaxuge


Mein Sohn (40) erzählte von "Mob-Sms" und "Mob-Mails" aus dem Kollegenkreis. SOFORT ist er zum Chef gegangen und hat die Sache mit ihm besprochen. Das hatte unbequehme Konsequenzen für die Mobber.

Da hat er aber enormes Glück. Meistens sagen die Chefs, man solle das unter sich ausmachen und ihn mit solcher Kinderkacke nicht behelligen.

Ich hatte früher mal einen sehr netten Chef, der ist sogar mal von sich aus an mich herangetreten, meinte, in seinem Vorzimmer scheine "Eiszeit" zu herrschen, was denn wäre? Ich hab ihm gesagt, dass meine Kollegin (sie war vor mir da) sehr brüsk wäre und mich nicht zu mögen schiene, ich wüsste aber nicht warum. Dann hat er mit ihr gesprochen, danach wieder mit mir, meinte, sie wäre eifersüchtig und fühle sich benachteiligt, seit ich dort angefangen habe. Das Klima hat sich daraufhin etwas gelockert (ich wusste ja nun Bescheid), aber so wirklich freundschaftlich war es nie.

Es gibt also solche Chefs, aber die meisten halten sich am liebsten raus und lassen der Sache ihren Lauf.ö :(v

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