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Extrem introvertiert,kann einfach nicht mit Menschen arbeiten

cohris)syxlay


Noch was (wieso gibts hier keinen Edit-Button :/) Auch ne Therapie hat mir sehr geholfen... die war zwar vordergründig wegen was anderem (Bulimie/magersucht), aber ich habe auch in der Therapie viel mitnehmen können was meine Angst vor Menschen angeht. Bzw die Angst mit Fremden zu kommunizieren. Da gab es Aufgaben wie z.B. fremde Leute ansprechen, nach dem Weg fragen oder einfach nur wieviel Uhr es ist. Das kostet natürlich Überwindung... aber es hilft. Und je öfter man das macht und positives mitnimmt, desto einfacher fällt es... naja... aber wie gesagt, Problem scheint bei Dir ja etwas anderes zu sein. Wenn die Bezeichnung "PROBLEM" es überhaupt trifft. Kenne auch Menschen die nicht viel wert darauf legen zu kommunizieren. Die arbeiten aber auch in entsprechenden Jobs!

Lfin(guivstixn


@ Individualist:

Danke sehr.

Ich bin jetzt am Ende einer Diagnostik angelangt, die ungelogen ein ganzes Jahr gedauert hat. Ganz am Anfang hatte ich das Ziel vor Augen, das Testrale vorgeschlagen hatte: Eine Arbeit, in der ich mit niemandem zusammen arbeiten muss. (Ich hatte einmal so einen Job, sogar mit sehr viel Verantwortung, habe ihn aber leider verloren, da die Firma wegzog). Eine Art geschützten Raum. Schutz vor den Reizüberflutungen und den Menschenmassen und dem Dauertelefongeklingel und, und, und. Wo ich nicht den ganzen Tag quasseln und in Fettnäpfchen treten und, Gott behüte, die Möglichkeit eröffnen könnte, gemobbt zu werden.

Ich hatte lange Zeit darüber nachzudenken. Gibt es solche Jobs? Vielleicht. Vielleicht einer von einer Million. Oder weniger. Die Chance wird sehr gering sein.

Ich behaupte mal, nein, ich bin mir sicher, dass StillesWässerlein ein Talent hat – oder ein besonders Interesse. Das hat doch sicher jeder! Ich schlage ihr einfach mal vor, was ich für mich selbst vorhabe:

Ich habe einen ganz einfachen, schnöden Büroberuf gelernt. Eigentlich bin ich für diesen ziemlich ungeeignet. Er widerspricht sich in sich selbst – ich bin Autistin und habe einen Beruf mit dem Begriff "Kommunikation" gelernt, eigentlich ziemlich ironisch ]:D Aber meine Arbeitszeugnisse aus dieser Zeit sprechen eine andere Sprache. Ich bin vielleicht nicht besonders gut im Telefonieren, mag sein, und nicht besonders gut im Empfangen von Kunden, mag auch sein, aber die schriftliche Kommunikation, die Gründlichkeit, die Organisation, das haut alles bestens hin.

Ich habe während der Diagnostik das Sprachenlernen für mich entdeckt. Ich fiel während der Zeit in eine sehr schwere depressive Phase, glaubte, die Diagnostik würde mich nirgendwo hin führen, eventuell sogar noch meine Problematik verschlimmern, indem sie mir einen Stempel aufdrückt – aber das Sprachenlernen half mir ehrlich, mich aus diesem "Loch" zu ziehen. Ich sah ein Ziel, wo ich vorher nur weitere, endlose Probearbeitstage in weiteren Büros sah, wo ich in 80 % der Fälle völlig ungeeignet und kein Rückruf zu erwarten wäre.

Ich nahm mir zunächst vor, mein Abitur nachzuholen, als Fernabitur, um die Problematik mit der Schulumgebung zu umgehen und meine eigene Lernmethode, ich bin sowieso Autodidakt, für mich zu nutzen. Rein, um mein Ego aufzupolieren. Mein Abschlusszeugnis der Mittleren Reife ist wohl eher eine Mittlere Katastrophe :-X Nicht, dass es noch irgendwer zu Gesicht bekäme, aber im Hintergrund schwebt immer der Gedanke, man sei blöd und faul und untalentiert (was man mich auch immer hat wissen lassen!). Mein fester Plan, noch ist er nicht in Umsetzung, da teuer, ist, diese Leute Lüge zu strafen und den Beweis dafür an die Wand zu nageln.

StillesWässerlein, ich denke oft an die Vergangenheit, und das ist schlecht und bremst mich. In der Vergangenheit ist vieles auf gut Deutsch kacke gelaufen. Vielleicht ist das auch bei dir der Fall. Vielleicht könnte dir etwas "Stärkendes" helfen? Für mich ist es die Aussicht, das Abitur nachzuholen. Vielleicht ist es für dich etwas anderes?

Ich habe aus diesem Vorhaben heraus bereits mit dem Lernen begonnen. In der Schule war Französisch, welches ja obligatorisch ist, eines meiner am meisten verhassten Fächer. Und, mein Gott, war ich schlecht. Eine Vier war das höchste der Gefühle. Also gut, es musste sein und ich wollte schon im Voraus lernen, um mit Vorkenntnissen in das Abitur reinzugehen und mir den Einstieg zu erleichtern. Und ich merkte...dass mir Französisch anfing zu gefallen :)z

Und ich meine...wirklich gefallen. So sehr, dass ich ernsthaft darauf hinlerne, dieses Frühjahr ein Sprachzertifikat auf höherem Niveau zu machen und fest eingeplant habe, Französisch als Leistungsfach zu wählen :)z

Das weckte meinen Eifer. Zunächst hatte ich ein eher lasches, möglichst auf Einfachheit getrimmtes Abitur geplant, doch nun...wollte ich mehr zeigen. Ich realisierte, dass ich die letzten Jahre mehr oder weniger nebenbei Englisch auf ein sehr hohes Niveau gebracht hatte und mir das Sprachenlernen Spaß machte. Also plante ich eine weitere Fremdsprache fest in meine Abiturpläne ein. Und dann noch eine.

(Ich hoffe, dass das überhaupt möglich sein wird :=o)

Ich habe inzwischen eine Liste an Sprachen, die ich definitiv lernen möchte, drei für das Abitur und drei, weil sie mir gefallen. Und für alle habe ich mich bereits schlau gemacht, wo und wann und wie ich Sprachzertifikate auf welchem Niveau machen kann.

Glaub mir, StillesWässerlein, es fühlt sich richtig gut an...ehrlich. Ich hatte lange Zeit das Gefühl, keine Zukunft mehr zu haben, als würde die Zeit an mir vorbei rinnen. Die Tage gingen ironischerweise wie im Flug vorbei, doch bei mir geschah nichts. Ich lag manchmal stundenlang im Bett und konnte die komplexesten Fantasien zusammenschustern, wie sehr alles über mir zusammenbrechen wird. Jetzt habe ich so viele Ziele, und mehrere Stunden täglich, an denen ich lerne – die Tage fühlen sich lang und erfüllt an, und gut! Im Moment habe ich aufgrund der Diagnostik keinen Job, aber sobald diese abgeschlossen ist, wird sofort wieder einer gesucht, egal welcher, denn ich möchte so schnell wie möglich das Geld für das Abi zusammensparen: Glaub mir, ich werde über mein Interesse und meine Pläne quasseln wie eine Blöde ;-D Ich kann dann auch nicht anders.

Vielleicht habe ich Glück und finde den einfachen, netten Bürojob, von dem ich immer geträumt habe, denn das wollte ich eigentlich immer. Einfache, normale Büroarbeit machen und dann nach Hause fahren und meinen Interessen nachgehen, denn ich wollte nie erfolgreich sein und viel Geld verdienen. Vielleicht habe ich Glück. Dann lern ich mein Französisch und Spanisch und Schwedisch und Italienisch und weiß der Kuckuck was eben aus privatem Vergnügen und werde trotzdem glücklich, aber das Risiko möchte ich nicht eingehen.

Mein Tip – ich glaube kaum, dass der neu ist: Bleib nicht in einem Trott, der dir nicht zusagt und der dich unglücklich macht. Such dir einen, der dir gefällt. Ich dachte immer, dieser Tip sei utopisch, ist er aber nicht. Man muss nur flexibel denken, finde ich.

Ich sehe zu, dass ich mein Interesse mit meinem bereits erlernten Beruf verbinde, auf die eine Weise oder die andere. Ich fange jetzt schon an. Für dieses Jahr habe ich schon zwei Sprachtests für Zertifikate eingeplant. Mit Abschluss des zweiten möchte ich meine dritte Fremdsprache beginnen. Eventuell mache ich eine Umschulung, falls notwendig/machbar. In meiner Nähe ist eine Fachschule für Übersetzer. Ich hab den ganzen Schreibtisch voll mit Notizen – ich habe im wahrsten Sinne des Wortes hunderte Möglichkeiten und kann auswählen, welche ich möchte. Was ich nicht möchte, ist mich zu Hause zu verkriechen und, wie vor einigen Monaten, herumjammern wie schlecht alles ist. Das nützt mir nichts. Ich möchte mich auch auf gar keinen Fall von meinem Autismus bremsen lassen. So, dann habe ich also Probleme mit der Kommunikation!? Na und, andere Leute haben auch Probleme, warum sollte meins unlösbar sein? Vielleicht wird es nie ganz verschwinden, aber daran arbeiten will ich trotzdem.

Das ist meine Empfehlung. Jonglier ein bisschen mit Ideen. Sei mutig. Komm aus dem Schneckenhaus. Wäg ab! Ich habe die Option, evtl. Übersetzerin zu werden. Das fände ich großartig. Dafür müsste ich täglich mit dem Zug fahren, das wäre für mich sehr belastend. Da muss ich Vor- und Nachteil abwägen. Würde ich es tun, wenn man es mir anböte? Sofort!

Schreiende Kinder und Leute, die sich an mir vorbeiquetschen? Okay, für mich der pure Horror, aber wisst ihr was, aus dem Weg, ich will zu meiner Schule! :)D Das ist die Einstellung, die ich in Zukunft anwenden möchte.

Glaub mir, ich habe wirklich schon einige Jobs gehabt. Manche Kollegen waren wirklich furchtbar. Hinterhältig, sehr gemein. Lästerten. Aber es gab auch sehr nette, hilfsbereite, sympathische. Die Schlimmsten waren aber die, die zwischen gemein und lästernd und lieb und nett wechselten. Aus denen wurde ich nie schlau. Wie auch immer – ich kann aus Erfahrung sagen: Wenn man entweder seinen Job gerne macht oder ein klares Ziel vor Augen hat, ist ein bisschen blöder Smalltalk ein leichtes Hindernis.

Beste Grüße,

Linguistin

Awni2 6


Ich glaube auch nicht, dass du grundsätzlich irgendwelche psychischen Probleme hast. Ich gehöre auch eher zu der "stilleren" Sorte und mag es überhaupt nicht, meinen Arbeitskollegen Details aus meinem Privatleben auf die Nase zu binden. Du hast ganz recht: das geht die nichts an!

Allerdings musst du lernen, dass du - egal wo auch imemr - nie wirklich ALLEINE arbeitest. Du wirst nie alleine in einer Firma arbeiten, du wirst nie alleine in einer Abteilung arbeiten - du wirst immer Arbeitskollegen haben und der Austausch unter den Kollegen (über berufliche Dinge) gehört nun mal dazu. Mag sein, dass du keine nsinn darin siehst mit den Kollegen zu reden und lieber alles schriftlich haben willst (Mail oder SMS), aber dann darfst du dich auch nicht wundern wenn deine Chefin oder deine Kollegin dich irgendwann fallen lassen und dich nicht mehr mögen. Wenn du bei ihnen nie ans Telefon gehst, nie mit ihnen reden willst (nicht mal über dienstliches) dann signalisierst du so Ablehnung. Und wenn sich deine Kollegen abgelehnt fühlen und nie eine Reaktion von dir kommt, dann sehen sie irgendwann auch keinen Sinn darin dich was zu fragen, dich zu informieren usw. Sie schließen dich aus und das wird dann über kurz oder lang dazu führen, dass du wieder den Job wechseln wirst.

Also spring über deinen Schatten und geh auf deine Chefin und deine Kollegen zu. Passe dich ein bisschen an - so schlimm ist es nicht auch mal ein bisschen mit den Menschen zu reden. Und wenn es nur Small Talk ist - sowas dienst dazu ein gutes Arbeitsklima und gute Beziheungen untereinander zu schaffen und daran sollte wohl jeder interessiert sein.

Acni26


[[http://www.med1.de/Forum/Beruf.Alltag.Umwelt/670976/20467260/]]

Aber gerade das ist falsch! Du merkst dass du darunter leidest und versuchst dem Problem lieber auszuweichen als es zu lösen. Anscheinend funktioniert das nicht ,denn sonst würde es dich ja nicht mehr belasten und du hättest hier nicht das Problem geschildert.

Auweichen ist keine Lösung - du musst dich dem Problem stellen und dich vielleicht auch ein bisschen "zwingen" Konversation zu betrieben, ans Telefon zu gehen wenn wer anruft usw. Auch wenn du anfangs keinen Bock darauf hast und keinen wirklichen Sinn darin siehst, du wirst sehen dass deine Chefin und deine Kollegen dann ganz anders mit dir umgehen. Und das widerrum verringert den Druck den du spürst - du musst nicht ständig was erzählen und ratschen, aber ein bisschen Reden muss man halt. Und wenn du nichts privates erzählen willst, ist das doch okay. Nicht jedem will man Privates erzählen.

s]tarletxtie


@ TE

Du hast für Deine Haltung den falschen Job. Und ein psychisches Problem sehe ich da auch nicht unbedingt. Bei mir ist es ähnlich. Ich bin zwar fähig für Smalltalk, kann auch wunderbar vortäuschen, wie sehr mich das Gelaber des anderen doch interessiert und blabla, kann getäuscht interessiert antworten usw...aber ich tue es nicht. Einfach weil ich nicht will. Genau wie bei Dir.

Manche scheinen nicht zu kapieren, dass man in dem Bereich keine Mängel hat, sondern einfach Unwillen. Man will nicht und basta.

Suche Dir einen passenden Job!!! Das ist mein dringender Tip! :)D :)* @:)

sjtarPlettxie


Was mich auch noch tierisch nervt, das muß ich mal eben einwerfen:

Dieses Spielzeug Therapeut! Da kriege ich mittlerweile einen Brechreiz und scrolle sofort weiter, wenn ich das lese. Egal worum es geht...wenn jemand sich nicht in der 0815 Form verhält, kann man drauf wetten, dass in den Folgepostings die Therapieschreier kommen...einfach nur lächerlich. Ich nimm das schon lange nicht mehr ernst.

Mir tut hier nur die TE leid, sowas lesen zu müssen. %-|

Asn)i26


@ starlettie:

Da stimme ich dir voll zu. Sobald jemand ein Problem hat und sich nicht so verhalten will wie viele es gewohnt sind wird nach Therapie geschrien.

Was ich ganz besonders hasse ist dieses "Small Talk" - man redet mit jemandem nur oberflächliche Dinge und beide Leute wissen ganz genau, dass das was gesagt wird null Aussagekraft hat und einfach nur heiße Luft ist. Trotzdem mache ich es immer wieder mit - einfach weil ich es höflich finde, weil ich nicht signalisieren will dass ich den Menschen nicht mag, weil ich eine "Beziehung" pflegen will und möchte das das Gegenüber sich in meiner Gesellschaft wohl fühlt. Keinen anderen Zeck hat Small Talk: Beziehungpflege! Und dabei muss man auch nicht immer etwas über sich persönlich preis geben.

In den USA ist es ja ähnlich: eine typische Begrüßung ist "Hello! How are you?" (Hallo! Wie gehts?"), aber niemand erwartet wirklich dass der andere von seinen Problemen erzählt oder erzählt dass es ihm gerade nicht gut geht o.ä. Es hat dort einfach was mit Höflichkeit und Beziehugnspflege zu tun. Ich denke viele Leute hassen Small Talk, aber trotzdem machen es viele. Und wenn man sich dem vehement verweigert dann wird man es leider schwer haben im Berufsleben und auch im normalen Alltag. Deshalb nochmal: spring einfach über deinen schatten und mache ab und zu mal ein bisschen mit. So schlimm ist das nicht ;-)

BNlacwk Guxn


hmm, ich persönlich hasse smalltalk auch. ich kann ihn zwar "faken", aber nicht sonderlich gut und habe auch meistens keine lust darauf. ich bin auch jemand, den das privatleben der allermeisten kollegen nicht die bohne interessiert; ebenso wie ich ungerne zu viele details über mein privatleben preisgebe.

diese ganze obsession mit smalltalk hat imho was mit der verlogenheit der gesellschaft zu tun, da es jederman sofort persönlich nimmt, wenn man mit ihm/ihr nicht auf einer wellenlänge ist. eine klassische smalltalksituation: man steht im aufzug, bevor dieser losfährt kommt ein kollege herein. man kann jetzt smalltalken, d.h. die zeit durch das blasen heißer luft vergehen lassen, oder man steht schweigend nebeneinander. letzteres fände ich in sehr vielen fällen ehrlich und angenehmer. wenn man sich nichts zu sagen hat, wieso sollte man dann so tun als ob? das ist etwas, das ich noch nie verstanden habe. aus rationalem kalkül heraus lasse ich mich aber in solchen situationen meist auf das spielchen ein, wenn auch mit innerer verachtung. :-/

kjratzka`etzchen


ich finde, dass smalltalk hemmungen abbaut. es ist einfacher informationen von jemanden zu erfragen, mit dem man regelmäßig etwas smalltalk betreibt. man kann jemanden etwas besser einschätzen und es vereinfacht die sache enorm.

diese ganze obsession mit smalltalk hat imho was mit der verlogenheit der gesellschaft zu tun, da es jederman sofort persönlich nimmt, wenn man mit ihm/ihr nicht auf einer wellenlänge ist. eine klassische smalltalksituation: man steht im aufzug, bevor dieser losfährt kommt ein kollege herein. man kann jetzt smalltalken, d.h. die zeit durch das blasen heißer luft vergehen lassen, oder man steht schweigend nebeneinander. letzteres fände ich in sehr vielen fällen ehrlich und angenehmer.

diese sicht kann ich nicht mehr nachvollziehen. man muss überlegen, wofür der smalltalk wirklich da ist. für mich ist er sehr wichtig, um personen besser einschätzen zu können und erleichtert, den einstieg in berufliche gespräche, da smalltalk eine angenehmere atmosphäre schafft. daher ist er für mich auch nicht verlogen. denn es ist von anfang an klar, dass smalltalk zur arbeit gehört und nicht privates interesse widerspiegelt.

k3ratzrkaetzcxhen


Da stimme ich dir voll zu. Sobald jemand ein Problem hat und sich nicht so verhalten will wie viele es gewohnt sind wird nach Therapie geschrien.

Was ich ganz besonders hasse ist dieses "Small Talk" – man redet mit jemandem nur oberflächliche Dinge und beide Leute wissen ganz genau, dass das was gesagt wird null Aussagekraft hat und einfach nur heiße Luft ist.

ja, und von denen, die ein problem hat, wird smalltalk immer gleich als oberflächlich verschrieen und verlogen und überhaupt "wie kann man nur". %-|

ihr missversteht den sinn und zweck. smalltalk ist für das berufliche wichtig:

- man kann ihn nutzen andere einzuordnen

- man kann in als gesprächseinstieg nutzen

- er erleichtert den umgang (tut mir leid, aber fragen einfach aus dem nichts stellen ist bedeutend schwieriger)

- wenn es einem mal nicht so gut geht und man ausnahmsweise nicht so belastbar ist, gibt er die gelegenheit es zu erwähnen (wir sind keine maschinen)

WPate9rli2


Naja, ist denn für deine Arbeit die Arbeit mit Menschen notwendig? Oder quatschen dich nur die Kollegen mit Smalltalk voll?

Wenn du natürlich bei Unklarheiten zur Arbeit an sich nie nachfragst, weil dich die Arbeit an sich nicht interessiert, ist das schlecht, wenn du dann Fehler oder deine Arbeit nicht richtig machst. Da brauchst du dich nicht wundern, wenn du bald wieder rausfliegst. Die wollen schon, dass man anfangs viel nachfragt, wenn auch nicht bei jedem kleinen Scheiß. Man sollte ein Gleichgewicht finden zwischen "alleine arbeiten" und "alles richtig machen und bei Unklarheiten lieber erstmal fragen". Ich frag z.B. manchmal 5mal am Tag, manchmal nur zweimal und oft sind die Fragen auch einfach nur notwendig für die Arbeit, weil ich z.B. eine Summe buchen muss, die ich von der Höhe her nicht alleine buchen darf. Dann frag ich jemanden, der das darf: "darf ich Summe XY buchen?". Alleine machen geht dann natürlich nicht. ;-)

Wenn die Kollegen dich nur volllabern, dann sag einfach: "Laber mich nicht voll, ich kann mich so nicht konzentrieren. Komm nur an, wenn du Fragen zur Arbeit direkt hast. Über das Wochenende können wir gern in der Pause reden. Oder, wenn ichs mir recht überlege, in der Pause möchte ich auch lieber meine Ruhe haben..."etc.. Da kann ich voll verstehen, wenn du total genervt bist. Ich kann auch nicht arbeiten, wenn mir ständig jemand mit nicht arbeitsrelevantem (und teilweise sogar mit arbeitsrelevantem!) Kram reinlabert und da braucht man auch nicht Professor sein, um zu verstehen, dass sowas einem Unternehmen wirtschaftlichen Schaden durch Ineffektivität beschert. Scheinen manche Chefs allerdings nicht zu kapieren. Bei mir ist es z.B. so, dass ich ne Mail schreibe und zwischendurch Anrufe annehmen muss, wenn welche anrufen. Das heißt, ich brauch für die Mails grundsätzlich 2-3 Minuten länger, weil ich Sachen doppelt lesen muss, weil ich unterbrochen wurde und ich brauche für Anrufe länger, weil ich mit den Gedanken noch bei der Mail bin, wenn der Anrufer drauflosfaselt und ich ihn dann fragen muss "wie war das grade?". Klar, ist jetzt übertrieben, aber nach ca. 6 Stunden Arbeit kommt das auch wirklich so vor, weil das nunmal echt stressig bzw. schwachsinnig geregelt ist... :=o Wenn mich da auch noch Kollegen und Chef PERMANENT vollabern würden, wär ich auch ganz schnell auf der Palme. ;-)

Ich hab bisher bei all meinen Jobs auch noch nichts anderes erlebt, als das grad geschilderte oder totale UNTERforderung, was ich persönlich noch erheblich schlimmer finde, als Stress. Ich glaub, man muss sich damit einfach abfinden. Bei nicht arbeitsrelevanten Sachen kann man aber ganz klar sagen, dass es einen stört, find ich. :)z

Mqon[ika6x5


diese ganze obsession mit smalltalk hat imho was mit der verlogenheit der gesellschaft zu tun, da es jederman sofort persönlich nimmt, wenn man mit ihm/ihr nicht auf einer wellenlänge ist.

Das würde ich nicht auf mir sitzen lassen wollen. Mag sein, dass deine Smalltalkversuche verlogen sind, wie du ja selbst schreibst, aber auf mich trifft das ganz sicher nicht zu.

k8ra>tzka#etzcxhen


was mir noch eingefallen ist, in meinem umfeld benutze ich die leute (und sie mich auch – das ist immer wechselseitig) als eine art leinwand. man kann eine idee äußern und die dann diskutieren. manchmal reicht es auch sie ausgesprochen zu haben. aber ich könnte niemals so mit jemandem reden, wenn ich denjenigen nicht einschätzen könnte.

AUpfel[kuchDenx007


Liebe TE, weiß nicht, ob ich die richtige Ratgeberin für dich bin, allerdings, wenn dich die Arbeit mit vielen Menschen sehr stresst ( hat ja nicht jeder ein eigenes Büro..) und du dich überfordert fühlst, dann wäre vielleicht ein Job mit wenigen bzw. ohne Menschen etwas für dich. Nicht jeder kann gut mit Menschen und ist super gesellig und wenn man eben ruhiger ist und die anderen Leute anfangen über dich zu reden, Witze zu reißen und dich motivieren wollen, mit ihnen doch noch zu reden, dann kann das schon enorm stressen – ich kann das total nachvollziehen. Dabei spielt es eigentl. keine große Rolle, ob der Mensch introvertiert ist und immer so ruhig ist oder die Menschen ihn wirklich nerven und er einfach nur in Ruhe arbeiten will – es läuft auf das Gleiche hinaus, Probleme mit anderen Angestellten sind dann vorprogrammiert. Eine gewisse Zeit kann man sich noch verstellen, aber irgendwann brökelt die Fassade und man ist wie man nun mal ist.

Wenn du jetzt schon weißt, dass du nicht gut mit Leuten zusammenarbeiten kannst, dann google doch mal nach Jobs, die eine selbstständige Arbeit erfordern. Es gibt da wirklich viele und die machen sogar Spaß. Schau z.B. nach Stellen bei denen man mit dem Auto selbstständig unterwegs ist, so Außendienststellen, da fährst du den ganzen Tag rum, bist alleine, verdienst dein Geld, bist entspannt, du kannst Essen an ältere Menschen bringen oder Medikamente. Also schau oder hör dich um, was es alles gibt.

Ich habe in verschiedenen Berufsbereichen gearbeitet und irgendwie wars nicht das richtige. Es waren auch Jobs mit vielen Menschen, wo auch diese Teamfähigkeit verlangt wird, und mich nervte das alles ohne Ende. Am Anfang wollte ich immer freundlich sein und mich bemühen, Interesse an Anderen zu zeigen, aber irgendwann lässt man die Maske fallen und arbeitet nur so für sich selbst und das trägt nicht unbedingt zu einer schönen Atmosphäre bei, wenn andere merken, man interessiert sich nicht für sie ( mir gingen sowohl Frauen als auch Männer total auf die Nerven mit ihrem Mitteilungsdrang). Ich habe mir dann einen Job gesucht, bei dem ich ohne das ganze Team-Zeugs arbeiten kann und das ist einfach super entspannend. Klar, die Arbeit ist natürlich wie immer Arbeit halt und macht nicht immer Spaß, aber zumindest werde ich jetzt nicht von sonstigen Seiten vollgelabert und kann mich auf meine Sachen konzentrieren. Ich kann auch so effektiver arbeiten, wenn ich nicht dauernd abgelenkt werde. Nun ja, ich glaube, das ist ein Charakterzug bei mir, dass ich kein Gesellungsmensch bin. Meine Interessen sind mehr so Tiere, Bücher, Natur, Reisen, Ruhe um mich haben :-), ich will auch nicht dauernd reden und SO tun als ob mich immer jemand oder etwas interessiert und so viele Menschen können so gut in diesem Bereich schauspielern. Mir ist das zu anstrengend. Mein Ziel für später steht auch schon fest, irgendwann von der Großstadt aufs Land zu ziehen. *:)

lpuck1ycaxt13


Was hier für sinnbefreite Antworten kommen wie psychisch krank. Nur weil man keinen Bock auf andere Menschen hat und diese aus seinem Leben fern halten will? Absolut verständlicher Wunsch. Nicht jeder steht auf diese verlogene scheiße die es meistens ist wenn man gezwungen wird mit anderen sprechen zu müssen. In meinem Privatleben hat auch grundsätzlich niemand etwas verloren von der Arbeit und mich nervt dieses Geplärre anderer auch hochgradig. Man wird für seinen Job bezahlt und nicht für dieses Smalltalk Geplärre dessen Inhalt einfach nicht interessiert.

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