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Ab wann ist zu viel zu viel?

b<urgjfra}eulexin hat die Diskussion gestartet


... oder ist das eine frage der sichtweise?

ich mache meinen job liebend gern und mit großer begeisterung, aber mittlerweile merke ich, wie ich hin und wieder fast an meine grenzen stoße beziehungsweise ab einem gewissen punkt einfach nicht mehr weiterkomme. und angesichts der tatsache, dass ich noch 40 jahre diesen beruf ausüben werde, wird mir doch ein wenig angst und bange ;-D

an sich habe ich einen normalen 8 stunden-tag – allerdings handelt es sich um eine branche, in der überstunden 'zum guten tun' gehören. und wir sprechen hier nicht über ein stündchen zu humaner zeit plus bezahlung, sondern über fast jeden tag unbezahlte überstunden und fast jeden monat wochenendarbeit, kein weihnachtsgeld o.ä. und das zu einem gehalt, das eigentlich inakzeptabel ist. bis zu einem gewissen maß kann ich mit allem leben, mir macht die arbeit nämlich großen spaß und wenn es gut läuft, kann ich mich nach feierabend nur schwer losreißen und mache gern noch weiter. ich merke nur in den letzten tagen, dass ich nicht mehr kann.

die feiertage haben mir gut getan – ansonsten hätte ich keinen urlaub bekommen und ich habe zwischen den jahren auch nur 'ausnahmsweise' 2 freie tage gehabt. frisch aufgetankt ging es dann in den januar rein – und nun quäle ich mich seit einer woche mit einem an sich kleinen projekt rum. ich habe am mittwoch um hilfe gebeten – aber mein chef fand, ich solle das mal schön selbst machen. gestern war es dann soweit, dass ich einen älteren, wesentlich erfahreneren kollegen um hilfe gebeten habe und wir sozusagen getauscht haben. seins ist auch nicht sehr aufwendig, aber was ich auch tue, mein chef findet es scheiße. wortwörtlich. ich traue mich gar nicht mehr, irgendwas mit ihm abstimmen zu wollen.

ich weiß, dass ich meinen job sonst gut mache, aber in der letzten woche bin ich am verzweifeln. es mag an den projekten liegen, an den chefs, keine ahnung, aber irgendwas muss sich ändern. ah, vll noch eine info am rande: wir sind keine zehn leute, davon drei chefs, und selbst die 2 praktikanten arbeiten extrem viel. effektiv bleiben nur mein älterer kollege und ich, die 'wichtige' jobs machen. und wenn ich – aus welchen gründen auch immer – nicht mehr vernünftig arbeiten kann, ist das ziemlich schlecht. zudem endet meine probezeit in 3 wochen. es gibt keinen grund für mich anzunehmen, dass ich einen neuen job brauche – hat mein chef auch in einem gespräch bestätigt – aber ich habe live mitbekommen, wie einer kollegin nicht mal eine woche! vor ende deren probezeit gesagt wurde, dass sie gehen kann.

als ich diesen job annahm, wusste ich, dass meine chefs eigen sind, und ich bin fest entschlossen, die angestrebten anderthalb bis zwei jahre dort zu arbeiten – nur brauche ich dringend einen rat, ab wann manche arbeitsbedingungen einfach nicht mehr verkraftbar sind.

tut mir leid, ist doch ein bisschen länger geworden, aber das musste ich mal loswerden ;-D

Antworten
b.uorgfrae=ulein


die kollegen leiden unter den chefs und der arbeitssituation genauso wie ich, angeblich besteht auch aussicht auf besserung durch mehr mitarbeiter. untereinander haben wir viel spaß miteinander, auch bei der arbeit, und verstehen uns gut, das klima an sich ist also in ordnung. beziehungsweise sorgen wir dafür, dass es überhaupt annehmbar ist. es wird auch viel gelacht, gescherzt und rumgealbert, irgendwie sind also die negativen faktoren eher unterschwellig.

Amahnurxa


Schön dass ihr trotz Ausbeutung noch Spaß habt. :-p Arbeitest du zufällig in der Werbung?

bJurgfrZaeuleixn


irgendwie müssen wir ja geld verdienen und das wissen aus dem studium anwenden ;-D vielleicht ist das aber auch die verzweiflung, weil es sonst kaum zu ertragen wäre?

nein, tu ich nicht. aus der werbung kennt man das klischee ja, aber das ist es bei mir nicht. bei meinen vorherigen arbeitgebern war es übrigens anders. ich kann nur nicht genau sagen, ob es wirklich am chef und führungsstil lag oder daran, dass ich erst praktikantin und dann freiberufler dort war.

b{urg:frvaeulxein


heute ist zu viel mal wieder ZU viel und ich muss mich abreagieren...

es stand aufgrund des endes der probezeit eine lohnerhöhung zur debatte – also um wieviel, nicht die erhöhung an sich ;-D ich habe mich damals von ihm breitschlagen lassen, in meinen gehaltsvorstellungen um 200€ nach unten zu gehen – in dem wissen, dass nach ende der probezeit das und noch mehr draufkommt. nun bietet er mir ganze 250€ mehr... gehofft hatte ich auf 300 bis 500. wie lächerlich kleinlich und korinthenkackerig sind denn bitte 250€?! da hätte er mir echt entgegenkommen können... >:( ich bin zwar jung und dementsprechend nicht so erfahren wie ein 'alter hase' in dem job, aber ich bin wertvoll und mache meine arbeit gut. motivierte mitarbeiter sind unbezahlbar, und er findet tatsächlich, ich 'würde ein faß aufmachen', weil ich meinte, die 50€ jucken ihn nicht im geringsten, für mich und meine arbeitsmoral wären die aber gut. er faselt nur weiter dumm rum von motivation auf lange sicht, damit ich mich noch mehr anstrenge...

ich mag so nicht arbeiten :°( und ich habe ihn gefragt was denn ist, wenn ich nicht einverstanden bin mit seiner erhöhung. seine reaktion: 'tja', inklusive augenbrauen und schultern hochziehen. ich mache meinen job gern, aber für diese woche habe ich absolut keine lust mehr auf meine projekte oder darauf, jeden tag irgendwelche dinge mit ihm besprechen zu müssen.

gibt es eine andere 'erwachsene' lösung als mir eine neue stelle zu suchen?

brurgfrLaeuleixn


der er, um den es die ganze zeit geht in meinem beitrag, ist natürlich mein chef ;-D

cQhaot


Entcheiden mußt du selbst. Ist es so leicht einen neuen Jop zu finden, der die auch zusagt?

bjurgfraeFulexin


nein. ich bin für den hier extra 500km umgezogen – weg aus einer stadt, die eigentlich als 'die hochburg' an jobs in dieser sparte gilt... alle wollen möglichst junge leute mit viel erfahrung zu einem quasi fast schon negativen gehalt sozusagen ;-D

ich habe wie gesagt von den 'zuständen' gewusst und mir vorgenommen, dass anderthalb bis zwei jahre durchzuziehen. es ist auch nicht absolut untragbar – aber manchmal sehr nah dran. und ich frage mich, was ICH konkret an der situation ändern kann, um es für mich zu verbessern. nur dieses mal habe ich kein ziel mehr, keine motivation: probezeit ist vorbei und das arsch-aufreißen auch nach feierabend und am wochenende hat mir NICHTS eingebracht. ein müdes lächeln und eine lächerliche summe gehaltaufstockung, dass ist alles. und ich muss mir das auch noch gefallen lassen >:( es sei denn, jemand hat einen tipp oder eine idee...

N1ordix84


250€ Gehaltserhöhung ist prinzipiell schonmal nicht schlecht. Meine Tariferhöhung in diesem Jahr liegt ein ganzes Stück darunter.

Du gehst hier davon aus das dir die 200€, die du zu Beginn deines Jobs runtergegangen bist, zustehen und du jetzt nur 50€ mehr bekommst. Das ist aber schlicht falsch.

Bezogen auf das Gehalt würde ich in dem Fall erstmal einen Gang runterschalten und mit dem zufrieden sein was du bekommst. Gerade wenn du frisch aus der Probezeit kommst ist es schwierig, mehr zu fordern. Dazu fehlt auf der einen Seite die Erfahrung und auf der anderen auch die Zeit um dich nicht austauschbar zu machen.

Was bleibt dir übrig ? Wenn dir die Stelle sonst zusagt mach sie weiter und warte auf das nächste Personalgespräch für mehr Geld. Parallel kannst du dich natürlich bewerben, nur obs dann besser wird ?

kKamikKazxe


er findet tatsächlich, ich 'würde ein faß aufmachen', weil ich meinte, die 50€ jucken ihn nicht im geringsten, für mich und meine arbeitsmoral wären die aber gut. er faselt nur weiter dumm rum von motivation auf lange sicht, damit ich mich noch mehr anstrenge...

Kannst Du in absehbarer Zeit wechseln?


Nach meiner Erfahrung zahlt sich sin Sturkopf aus. Habe so neulich eine Gehaltserhöhung durchgesetzt, die mein Chef zuvor schon abgelehnt hatte. Es hat deshalb geklappt, weil ich sonst gegangen wäre. Das ist es halt: Wenn er denkt, Du bleibst eh, wirds schwierig mit der Verhandlung.

b{urgf7raeulxein


vielen dank für eure antworten @:)

Nordi84

Du gehst hier davon aus das dir die 200€, die du zu Beginn deines Jobs runtergegangen bist, zustehen und du jetzt nur 50€ mehr bekommst. Das ist aber schlicht falsch.

ich gehe davon aus, weil ich den job zu diesem gehalt sonst nicht angenommen hätte. ich habe dem ganzen dann nur zugestimmt, weil er mir zusicherte, dass er mir nach der probezeit mehr zahlt und er eine solche klausel 'nur für ein paar hundert euro mehr' sonst gar nicht in den arbeitsvertrag aufnimmt. ich arbeite momentan für ein gehalt, dass eigentlich (angesichts der arbeitszeiten) völlig indiskutabel ist. falsche branche, falscher zeitpunkt... nur irgendwie muss ich ja mein leben finanzieren. übrig bleibt mir wirklich nicht viel, deswegen auch die frage hier.

kamikaze

Kannst Du in absehbarer Zeit wechseln?

nicht sehr gut und in der region vermutlich nur mit glück. mein chef behauptet immer, es wäre so schwierig, hier gute mitarbeiter zu finden. da kann ich nur schwer verstehen, warum er sich da jetzt nicht 'mitarbeiterfreundlicher' zeigt. ich habe nicht sehr viel gefordert, nur diese 50€, um die es jetzt geht, sind lächerlich. mir geht es dabei ums prinzip und nicht den tatsächlichen wert. er ist so ein typ mensch, der böse dinge über seine mitarbeiter sagt, als scherz getarnt, nett tut, und dann in solchen momenten wie gehaltsverhandlungen 'den schw*nz auspackt', wie die eine praktikantin heute treffend bemerkte :-X

Habe so neulich eine Gehaltserhöhung durchgesetzt, die mein Chef zuvor schon abgelehnt hatte. Es hat deshalb geklappt, weil ich sonst gegangen wäre.

ich bin echt geneigt, es darauf ankommen zu lassen... leisten kann ich mir das natürlich auf keine art und weise. und auf irgendwelchen ärger damit bin ich auch nicht sehr scharf. aber ich mag einfach nicht hinnehmen, wie ich dort behandelt werde >:(

NLorwdqix84


probezeit ist vorbei und das arsch-aufreißen auch nach feierabend und am wochenende hat mir NICHTS eingebracht.

Darf ich fragen, wieviel Berufserfahrung du hast ? Normalerweise merkt man in den ersten Jahren, das einem sowas nicht gedankt wird. Kein Chef verleiht dir nen Orden weil du 200 Überstunden angehäuft hast, aber jeder Chef meckert weil du mal nen ungünstigen Tag (also jeder beliebige Wochentag) krank bist oder du mehr Geld willst. ;-)

Es hat deshalb geklappt, weil ich sonst gegangen wäre.

Muss man allerdings auch geschickt ausdrücken, sonst kann der Chef das als Erpressung werten. Und zudem sollte man halt echt bereit sein auch Konsequenzen zu ziehen wenn der Chef sagt "Ist mir egal, dann geh doch".

NAorldi8x4


ich gehe davon aus, weil ich den job zu diesem gehalt sonst nicht angenommen hätte. ich habe dem ganzen dann nur zugestimmt, weil er mir zusicherte, dass er mir nach der probezeit mehr zahlt und er eine solche klausel 'nur für ein paar hundert euro mehr' sonst gar nicht in den arbeitsvertrag aufnimmt.

Da kommt es jetzt natürlich auf den Wortlaut an. Solche Klauseln lassen sich weit auslegen, denn immerhin bekommst du jetzt 250€ mehr als vorher. Das du unterm Strich nur 50€ mehr bekommst als du dir vorgestellt hast ist richtig, wiederspricht aber nicht der oben genannten Klausel. Chefs wieseln sich leider ganz fürchterlich gut durch solche Dinge.

b5urgfrbaeu~leixn


Darf ich fragen, wieviel Berufserfahrung du hast ?

darfst du :)z ich bin seit fast 2einhalb jahren fertig mit dem studium mittlerweile. hab in der zeit seitdem 2 praktika gemacht – sehr großes und kleineres unternehmen – und das letzte halbe jahr vor diesem job freiberuflich in letzterem gearbeitet. 2 praktika deshalb, weil ich für mich selbst sichergehen wollte, dass ich richtig bin in dem job und mein handwerk beherrsche. bei dem zweiten hieß es von anfang an, sie würden mich gern übernehmen. nach einem jahr dort war ich immer noch praktikantin und hatte genug davon, darum bin ich gegangen. nicht mal eine woche später haben sie mich zurückgeholt – allerdings eben nicht fest angestellt.

während des praktikums hab ich noch an die vielgepriesene motivation geglaubt und gas gegeben bis zum geht-nicht-mehr, aber nachdem der erste dämpfer in form einer verlängerung des praktikumsvertrags kam, mag ich davon nichts mehr hören. deswegen finde ich es jetzt so scheiße, dass mein chef in diesem unternehmen genauso daherkommt. leider ist die motivation mein einziger vorteil in bewerbungsgesprächen. wenn mir die abhanden kommt... ich kann übrigens keine überstunden anhäufen. die werden weder erfasst noch bezahlt noch hab ich irgendwas davon außer weniger freizeit. es wird viel mehr nahezu erwartet, dass ich jeden tag frühestens eine stunde nach feierabend gehe.

Und zudem sollte man halt echt bereit sein auch Konsequenzen zu ziehen wenn der Chef sagt "Ist mir egal, dann geh doch".

im affekt wäre ich auch bereit, diese konsequenzen zu tragen. wenn man aber eine minute logisch drüber nachdenkt, schon eher nicht mehr ;-D

Da kommt es jetzt natürlich auf den Wortlaut an. Solche Klauseln lassen sich weit auslegen

ursprünglich wollte er das gar nicht schriftlich fixieren, aber ich habe darauf bestanden. wenn ich das zitieren darf (?), im originalwortlaut:

'Beide Vertragsparteien sind übereingekommen, dass nach Beendigung der Probezeit eine Anpassung des monatlichen Bruttogehaltes in Betracht gezogen wird. Die genaue Höhe der Anpassung ist noch festzulegen und orientiert sich an der Leistung des Mitarbeiters.'

ja, 250€ sind nicht schlecht. und bei den formulierungen habe ich ja sogar glück gehabt, immerhin WURDE es in betracht gezogen ;-D unzufrieden bin ich dennoch und finde es auch knauserig, gerade wenn man alle anderen umstände mit berücksichtigt. es hat natürlich auch vorher schon ein beurteilungsgespräch stattgefunden und dort hieß es, dass sie sehr zufrieden sind mit meiner leistung und ich viel potential habe. hier und dort hakt es noch ein bisschen, aber ich stehe eben noch am anfang meiner beruflichen laufbahn. heute hat mein chef mir natürlich nur vorgehalten, was ich NICHT kann und wie wenig ich wert sei. das 'nette' feedback plus diese zahl hat mich ziemlich mitgenommen und ich musste mich hier ein bisschen abreagieren...

vielen dank fürs mitlesen! @:)

g*wewndolxynn


probezeit ist vorbei und das arsch-aufreißen auch nach feierabend und am wochenende hat mir NICHTS eingebracht

Das bringt nie was. Aber bis man das mal verinnerlicht hat, dass es einem sowieso nicht gedankt wird und man es deswegen auch gleich bleiben lassen kann, dauert es ein Weilchen.

Dem Chef hat es allerdings was gebracht - wenn ihr das alle so gemacht habt, hat er natürlich 1 - 2 Mitarbeiter mehr, die sonst nötig gewesen wären, dadurch eingespart.

heute hat mein chef mir natürlich nur vorgehalten, was ich NICHT kann und wie wenig ich wert sei.

So motiviert man seine Mitarbeiter natürlich außerordentlich.

Schalt einfach mal nen Gang runter - wenn du ja sowieso solchen "Dank" erntest, wozu sich dann noch besonders anstrengen? Bei mir zumindest würde es genau das bewirken, dass es mir ab sofort immer egaler werden würde, was er sagt.

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