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Jung, gut ausgebildet, kinderlos, engagiert - will Teilzeit

F&iaXlle


Da ist es, endlich, das "Woanders geht's noch schlimmer also mecker nicht"-Argument. :|N Das ist so sinnlos.

Also, ich persönlich kann überhaupt nur dadurch Lebensfreude empfinden und meine Probleme und Problemen bewältigen, dass ich sie relativiere – eben nach dem Prinzip "es gibt viel Schlimmeres". Sonst würde man doch bei jedem kleinsten Wehwehchen zusammenbrechen, weil man es als so schlimm empfinden würde. Ich finde Relativieren (und damit auch Abstrahieren und Distanzieren) eines der sinnvollsten Prinzipien überhaupt, um das Leben zu meistern. Auch solche Denkweisen wie Ironie/ Selbstironie (die mMn auch das Leben erträglicher machen) basieren letztlich auf Relativieren.

Sei doch froh, dass er deine Sichtweise nur bizarr findet

Wie soll er sie sonst finden? Ich hatte nichts absolut Dummes oder Böses geschrieben. Außerdem geht es darum, dass ich ausdrücklich Ich-Botschaften sende und dafür Behauptungen ernte. Er schrieb nicht, dass er meine Sichtweise bizarr findet, sondern er schrieb, sie sei bizarr. Ist er die Wahrheit in letzter Instanz?

mdne?f


Ich finde Relativieren (und damit auch Abstrahieren und Distanzieren) eines der sinnvollsten Prinzipien überhaupt, um das Leben zu meistern.

Grundsätzlich ist das auch richtig. Aber es kommt darauf an, worum es geht. Nimmst du gerne von allem die schlechtere Variante in Kauf, obwohl es auch besser ginge, nur weil du dir sagst, es könnte noch schlechter sein?

Er schrieb nicht, dass er meine Sichtweise bizarr findet, sondern er schrieb, sie sei bizarr. Ist er die Wahrheit in letzter Instanz?

Das ist doch wirklich kleinkariert. Es ist – pardon: Ich finde es – absolut nervig, wenn man zu wirklich allem schreiben muss "Meine Meinung" "Also ich sehe das so" "Ist nur meine Sichtweise". Das es so ist, ergibt sich von selbst. Muss man nicht immer noch explizit dazuschreiben.

Fvia'llxe


Nimmst du gerne von allem die schlechtere Variante in Kauf, obwohl es auch besser ginge, nur weil du dir sagst, es könnte noch schlechter sein?

Nein. Aber für mich klingt der Begriff 'Armut' sehr hart, und ich möchte nur solche Zustände so bezeichnen, die der Härte des Begriffs angemessen sind. Das ist aber OT – ich schlage vor, dass wir uns nicht weiter auf diese Diskussion einlassen, um der TE nicht ihren Thread vollzumüllen.

Das es so ist, ergibt sich von selbst. Muss man nicht immer noch explizit dazuschreiben.

Das ist Deine Meinung. ;-) Ich finde es für menschliche Kommunikation (v.a. schriftlich, wo Mimik, Tonfall etc. fehlen) grundlegend, zwischen der eigenen Meinung und allgemeinen Botschaften zu unterscheiden.

cchacoxt


Ich habe diesen Faden schon gestern gelesn. Heute will ich malmeinen Senf dazu geben. Dieer Fadehat mich auf der einen seite Aufgebaut, aberandersherum auch erschüttert. Es freutmichsehr, dass es viele Menschenschen gibt, besonders die junge Generation wieder zum freiheitsgefühl übergegangen ist. Ich gönne es jeden, der die möglichkeit hat frei zu entscheiden, ob er mehr oder wenige arbeiten möchte. Wer seine Arbeit rduziert um mehr Freizeit zu genießen, den sei es gegönnt. Wer aber die Kraft und motivation afbringt mehr zu leiste, um sich ein wohlhabenderes Leben zu leisten, den sei es auch gegönnt. Aus der heutigen Sicht würde ich mich sofort für eine Teilzeitstelle entscheiden. Meine bisherigen Lebensumstände aus Kindheit bis ins heutige Alter haben mir keine Möglichkeit gelassen, so eine freiheitliche Entscheidung treffen zu können. Jetzt bin ich 37 Jahre alt und habe einen ewigen Kampf durchstehen müssen. Wenn Armut in Deutschland bei 930€ beginnt. Was ich persönlich nie als arm wargenommen habe, bin ich einer der Menschen , die nie diese Grenze überschritten haben. Mein Gehalt lag bei 40h immer drunter. Mit 12 jahren hatte ich führ mein Taschengeld gejopt. Mit 16 begann ich die Lehre, da war es üblich zuhause Kostgeld abzugeben. In meinen 3 jährigen Studium hab ich ein 3/4 jahr unendgeldlich 40h arbeiten müssen, weil ich sonst keien Fachabschluß erhalten hätte. Später hab ich von früh 4Uhr bis Abend 20Uhr gearbeitet und am Wochenende Studiert. Darauf war ich auch sehr stolz. Arbeit ist das halbe Leben, war meine Dewiese.

Heute bin ich bei O gelandet. Lebe nurnoch mit den lebenswichtigsten. Ich lebe weit unter der Armutsgrenze, aber daführ bin ich freier, wie vorher. Viele hier würden meine Lebensart schon halb als Aussteiger betrachten. Nur anders schaffe ich es Gesundheitlich nicht mer. Mit wenig bin ich reicher.

HBawnnaxhWe


In meinen 3 jährigen Studium hab ich ein 3/4 jahr unendgeldlich 40h arbeiten müssen, weil ich sonst keien Fachabschluß erhalten hätte. Später hab ich von früh 4Uhr bis Abend 20Uhr gearbeitet und am Wochenende Studiert. Darauf war ich auch sehr stolz. Arbeit ist das halbe Leben, war meine Dewiese.

Auch wenn das hier nicht das Thema ist: Du hast studiert und danach Vollzeit gearbeitet und trotzdem nie über 930 Euro netto verdient? Wo gibt's denn sowas heute noch, das ist ja Sklaverei?

Arbeit ist das habe Leben... tja, wenn's denn mal so wäre - zuletzt hatte ich beim Vollzeit arbeiten das Gefühl, Arbeit und Anfahrt nehmen 90% meiner täglichen Wachzeit ein. Das man dann die restlichen 10% des Tages den Kopf nicht frei kriegt und weiterhin innerlich Arbeitsprobleme wälzt, verwundert mich rückblickend wenig.

Wenn ich 9 Stunden auf der Arbeit bin, davon 1 Stunde Mittagspause in der man ja auch nicht wirklich frei ist, plus 30 min Wegstrecke pro Fahrt sind das 10 Stunden. Die Stunde morgens in der ich mich duschen, anziehen, schminken und frühstücken muss ist für mich keine Freizeit. Machen 11 Stunden. Plus abends eine Stunde essen und "bettfertig" machen. Sind 12 Stunden. Wenn ich 8 Stunden schlafe, bleiben 4 Stunden (meist im dunkeln) für Einkaufen, Haushalt, Partnerschaft, Freunde, Sport, Lesen, Fernsehen, Hobbies, Telefonieren, usw.

Das ist nicht das halbe Leben, das ist quasi das ganze Leben. Das halbe Leben ist meine Arbeit jetzt, wo ich täglich etwa 7 Stunden wg. der Arbeit außer Haus bin (mit Anfahrtswegen).

DFer kl eine P.rxinz


Er schrieb nicht, dass er meine Sichtweise bizarr findet, sondern er schrieb, sie sei bizarr. Ist er die Wahrheit in letzter Instanz?

Wenn es Dir hilft, wenn ich schreibe, dass ich Deine Sichtweise bizarr finde, dann mache ich das ausnahmsweise so.

Ausgehend von der für mich gültigen Wahrheit des Subjektivismus, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Aussagen "ich finde Deine Sichtweise bizarr" und "Deine Sichtweise ist bizarr" beide gleichermaßen rein subjektiv sind. Eine so von Dir bezeichnete Wahrheit in letzter Instanz gibt es nicht. Solch eine Aussage, die zu 100% für alle Zeit gilt, kann es nicht geben, da der Mensch nicht in der Lage ist, etwas universell und "in alle Zeit" hinein zu sehen.

Bizarr, wenn man dieses Wort, das Du hier eingeführt hat, benutzen will, ist es allerdings, einem deutschen Kind zu sagen "Du bist nicht arm, arm sind Kinder in Somalia oder Bangladesh".

In Berlin lebt nicht jedes sechste Kind in Armut, sondern jedes dritte, damit Du mal reale Zahlen zu sehen bekommst.

Hier ein Link, eine Einstiegshilfe in das, was man Kinderarmut nennt:

[[http://www.kinderschutzbund-berlin.de/kinderarmut.html]]

Csaramxala


Was HannahWe schreibt ist der normale Alltag und es stimmt, gerade einmal 10 Prozent davon gehören einem selbst und dann ist noch nicht mal der Kopf frei. Das öffnet Tür und Tor für irgendwelche Süchte, die das kompensieren sollen bei manchen auch müssen, weil man fast nicht anders kann. Kenne einige aus meinem Berufsleben wo es so gewesen ist. Die eigenen Gefühle bleiben da definitiv auf der Strecke. Obwohl wir heute eine Menge Technologien haben, die uns den Alltag erleichtern sollen, haben wir es bisher nicht geschafft, die wirklich notwendige Arbeit so zu verteilen und zu entlohnen, dass jeder sich auch sozial/geistig weiterentwickeln kann.

CHara"maxla


Berlin, das kenne ich auch so. Eine Bekannte von mir arbeitet dort mit Kindern zusammen. Vor kurzem war ein Lehrer im Fernsehen, der erläuterte, das nicht wenige Kinder ohne Frühstück zur Schule kommen und man da erst mal einen Kühlschrank und Essen anschaffen musste, damit die Kinder überhaupt etwas zu essen bekommen ect.

F^ialWlxe


Ich verstehe das nicht. Für mich ist Armut, wenn man kaum etwas zu essen außer Kartoffeln oder Reis, nur ein paar alte Kleider anzuziehen hat, keine sanitären Einrichtungen und nur mit viel Glück Zugang zu Medizin oder Bildung. Punkt. Alle, die mehr haben, sind nicht arm.

Eine so von Dir bezeichnete Wahrheit in letzter Instanz gibt es nicht. Solch eine Aussage, die zu 100% für alle Zeit gilt, kann es nicht geben, da der Mensch nicht in der Lage ist, etwas universell und "in alle Zeit" hinein zu sehen.

Ein Frosch ist eine Amphibie – das wäre eine solche Aussage.

D#er klveiNne PMrxinz


Ein Frosch ist eine Amphibie – das wäre eine solche Aussage.

Wenn Du wüßtest, wie oft sich die Nomenklatura in der Botanik ändert. Heute sind es Dendrandthema, morgen Chrysanthemum, heute noch sinds Asteraceae, morgen vielleicht schon was anderes. Tbc.

Nix ist so beständig wie der Wandel.

Akug6ustxus


Eine Tatsache, die einen Wertbestand hat zu definieren ist schwierig.

Sind 100 Euro viel?

Nun ...

Wenn ein Brotlaib 15 Euro kosten würde

Ein Päckchen Wurst 10 Euro

Das Päckchen Butter 20 Euro

Das Glas Marmelade 12 Euro

[...]

Dann nein

Wenn das allerdings alles 1/10 davon kosten würde, dann wäre es schon viel mehr.

Von daher ist es sehr viel einfacher ein Verhältnis zu definieren:

Verhältnisse "Armer"/ Verhältnisse "Gut Lebender"

-> Schwellwert für Armut in einer Region

Das Leben ist nicht fair ...

Fnialxle


Wenn Du wüßtest, wie oft sich die Nomenklatura in der Botanik ändert. Heute sind es Dendrandthema, morgen Chrysanthemum, heute noch sinds Asteraceae, morgen vielleicht schon was anderes. Tbc.

Nix ist so beständig wie der Wandel.

Ja, stimmt auch wieder... die Wissenschaft korrigiert sich immer wieder selbst... ":/

Warum sagen denn die ganzen Psychologen dann immer, man solle Ich-Botschaften senden, wenn sowieso keine Botschaft objektiv gültig sein kann? (Völliges OT und eigentlich mehr eine rhetorische Frage)

ayvantxi


Weil ich-Botschaften subjektiv sind und einen Gefühlszustand bezeichnen und somit immer richtig sind.

Allerdings denken viele Leute, eine Ich-Botschaft definiert sich dadurch, dass der Satz mit ich anfängt, mir wollte neulich jemand "ich finde dich scheiße" als ich-Botschaft verkaufen ;-D

Ich-Botschaften haben weder allgemeine Gültigkeit, noch sonst einen Anspruch auf Richtigkeit.

Und ob man in einem Forum schreibt: "ich finde deine Meinung blöd" oder "deine Meinung ist blöd", hat mit ich-Botschaften nichts zu tun, sondern sind nur verschieden diplomatische Aussagen, in der einen steht "ich".

F@ialxle


Gut – dann bin ich für den diplomatischen Ton, ist irgendwie taktvoller ;-)

h}ookxi1


1 + 1 = 2

Das ist eine allgemeingültige Aussage. Finde ICH: ;-)

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