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Jung, gut ausgebildet, kinderlos, engagiert - will Teilzeit

Mrilkyx_e77


Ich wäre soooo glücklich wenn ich Teilzeit arbeiten könnte.

Bin auch ein Büromensch wider Willen, und würde viel lieber Teilzeit arbeiten.

Leider ist es schwierig einen Teilzeit-Job zu finden. :-/

Meine Freizeit ist mein Leben.

Die Zeit in der Arbeit sehe ich nicht als Leben, sondern nur als Wartezeit um endlich wieder nach Hause gehen zu können, wo ich LEBE, Hobbies, Freunde, Familie, Tiere usw. habe....

H annahxWe


So oder so, eine lange Anwesenheit heißt längst nicht, das man auch produktiv ist bzw. effektiv und gut arbeitet.

Absolut! Ich arbeite in einem Beruf, wo ich etwas produziere, das heißt die Produktivität ist gut messbar, aber ich brauche dafür volle Konzentration und auch etwas Kreativität. Im Gegensatz zur Fließbandarbeit kann man in meinem Beruf, nicht sagen:

8 Stunden = 100% Output

5 Stunden = 50% Output.

Meine Konzentrationsfähigkeit und meine Kreativität pro Tag ist begrenzt - wie bei jedem anderen auch. Ich arbeite jetzt 5,6 Stunden pro Tag statt vorher 8. Das sind genau 70%. Der Logik der meisten Chefs nach müsste ich jetzt 70% dessen schaffen, was ich vorher in 8 Stunden geschafft habe. Ist aber nicht so. Vielleicht wäre es so, wenn ich beruflich Bleistifte Anspitzen würde. Faktisch ist es aber so, dass meine volle Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit nicht auf 8 Stunden durchzuhalten ist.

Ich kann bestätigen, dass ich in 70% der Arbeitszeit nahezu 90% meiner Leistung erbringe, die ich im Vollzeitjob erbracht habe. Das bedeutet, das ich vorher für 10% mehr Leistung den ganzen Nachmittag im Büro verbracht habe - weil der Kopf und die Kreativität nunmal nicht mehr hergibt.

Sgchild0kröt*e0x07


Man merkt auch hier wieder, dass der Büromensch doch eher unglücklich mit seiner Arbeit ist. Da lob ich mir doch das Handwerk.

t[uffaOrmxi


Ich kann bestätigen, dass ich in 70% der Arbeitszeit nahezu 90% meiner Leistung erbringe, die ich im Vollzeitjob erbracht habe.

ist halt schade, dass sich das gehalt weniger an der leistung als an der geleisteten arbeitszeit orientiert.

dIrac,hensxtern


Ich hhabe jahrelang darum gekämpft eine Vollzeitstelle zu bekommen und daher mit einem Job meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können statt mit 2 -3 Jobs – trotz Studium – von daher kann ich es persönlich nicht nachvollziehen.

Aber du warst ja schwer krank und hast deinen Konsequenzen daraus gezogen, von daher finde ich das richtig, was du gemacht hast. Und so lange du in 10 Jahren dann nicht darn verzwiefelst, dass du keinen Karriere gemacht hast, kann es dir doch egal sein, was die anderen sagen.

Ist ja eigentlich auch eher Trend der Menschen in deinem lter, eher wiger zu arbeiten und mehr Wert auf Freizeit zu legen, wenn das mölich ist, von daher verstehe ich auch die Aufregung darum nicht so ganz ":/

H,annahvWe


Ich beneide dich grad.

Wenn ich mir das finanziell leisten könnte (und mir keine Sorgen wegen der Rentenabschläge machen müsste) würde ich das auch so machen.

Sorgen wegen der Rentenabschläge müsste ich mir auch machen - mache ich auch ab und zu ;-)

Andererseits: Ich bin 27- wenn die Leute weiterhin so wenig Kinder kriegen wie im Moment, gibts sowieso keine Rente mehr, wenn ich 67 bin. Wenn das Rentenalter dann überhaupt noch 67 ist. Bis dahin kann noch so viel passieren - vielleicht ist es naiv, das mag sein, aber ich kann mir im Moment keine Gedanken drum machen was in 40 Jahren gerade politisch die Situation sein wird.

Ich weiß außerdem aus Zeiten des Studiums, das ich notfalls mit sehr wenig Geld auskommen kann, wenn es sein muss.

N@ordAiR8x4


Im Handwerk hat man dann aber wieder andere Probleme, egal ob das der Maurer mit kaputtem Rücken oder der Bäcker mit Asthma ist. Jemand bei dem alles dauerhaft perfekt läuft findet man eher selten. ;-)

Das man in 70% der Zeit ca. 90% der Produktivität erreichen kann kann ich übrigens bestätigen. Ich arbeite im Support und im Projektgeschäft. Da ist es jetzt nicht so, das ich 8 Stunden mit gleicher Leistung arbeite. Mal gibt es keine Supportanfragen, mal brauche ich 2-3 Stunden Ruhe um über ein Problem nachzudenken. Das ist alles nichts, was man in nen Zeitplan pressen kann und trotzdem werde ich genau so betrachtet wie jemand in der Fertigung, der praktisch "Fließbandarbeit" macht.

StinnGe%stätxer


Ich habe es genauso gemacht, und bereue die Entscheidung keine Sekunde. Und 20% weniger Arbeit bedeuten nicht mal 20% weniger Lohn – da man prozentual mehr Steuern bezahlt je mehr man verdient, verzichte ich nur auf 10% meines Gehaltes, für einen ganzen freien Tag.

"Sowas macht man nicht" – oft genug gehört, aber wenn Donnerstag abend bei mir der Hammer fällt und ich mich ins Wochenende verabschiede, blickt da bei denen, die es so machen wie es sich gehört, doch gehörig der Neid durch ;-D

Wenn ich es mir finanziell leisten könnte, würde ich auch um noch einen weiteren Tag reduzieren. Nicht, weil mein Job so schrecklich wäre, im Gegenteil, ich könnte mir kaum einen besseren vorstellen – aber Freizeit ist halt doch besser als jede noch so interessante Arbeit.

Meiner Arbeitsleistung tut es gut, daß ich entspannter bin. Ich bin kreativer und produktiver, wovon natürlich auch mein Arbeitgeber profitiert – der bekommt für den Preis von 4 Tagen 4,5 Tage Leistung, und ich für 4 Tage Arbeit den Lohn von 4,5 Tagen. Win/Win-Situation.

Eigentlich wäre es vernünftig, wenn es jeder so halten würde. Würde das Gesundheitssystem massiv entlasten (die Hälfte aller Arbeitsunfähigkeiten sind psychisch bedingt), und es gibt ohnehin zu wenig Arbeit für zu viele Menschen, vielleicht würde auf die Art und Weise hie und da eine weitere Stelle geschaffen werden. Schade daß die meisten Arbeitgeber bei dieser Frage unflexibel hoch drei sind. Ich meine, sie schneiden sich damit ins eigene Fleisch.

t(uffa6rmi


Andererseits: Ich bin 27- wenn die Leute weiterhin so wenig Kinder kriegen wie im Moment, gibts sowieso keine Rente mehr, wenn ich 67 bin. Wenn das Rentenalter dann überhaupt noch 67 ist. Bis dahin kann noch so viel passieren – vielleicht ist es naiv, das mag sein, aber ich kann mir im Moment keine Gedanken drum machen was in 40 Jahren gerade politisch die Situation sein wird.

ähnlich sehe ich das auch. meine mutter ist zudem mit 42 verstorben, also im lebe nen kann man nicht wirklich 40 jahre im voraus planen. und auch wenn mal gesagt wurde: "die renten sind sicher!", kann man das nicht wissen.

HqanniahWxe


Meiner Arbeitsleistung tut es gut, daß ich entspannter bin. Ich bin kreativer und produktiver, wovon natürlich auch mein Arbeitgeber profitiert – der bekommt für den Preis von 4 Tagen 4,5 Tage Leistung, und ich für 4 Tage Arbeit den Lohn von 4,5 Tagen. Win/Win-Situation.

Darf ich fragen wie alt du bist? Hast du vorher lange Zeit Vollzeit gearbeitet oder dich recht schnell zu entschlossen, Teilzeit zu arbeiten? Was war für dich der Auslöser, dich für Teilzeit zu entscheiden? Sorry wenn ich zu neugierig bin, es interessiert mich. ;-D

a"nnarTettxo


Ich finde es toll, dass Du einen Teilzeitjob bekommen hast! Natürlich sind da viele Leute neidisch, aber das kann Dir ja egal sein. Deine Lebensqualität zählt!!

Ich persönlich hab eine Stelle mit 70%, bin alleinerziehend und stehe jetzt gerade vor der Entscheidung aufzustocken. Meine laufenden Kosten sind gedeckt, nur wenn sich ungeplante Dinge häufen, sieht es übel aus. So gab es letztes Jahr zwar neue Zahnkronen und Urlaub (Prio 1!) dafür war ich aber das ganze Jahr pleite 8-)

Noch hab ich ein paar Tage Zeit zu überlegen, mein Arbeitgeber will bis nächste Woche Mittwoch Bescheid, obs bei der Stundenanzahl bleibt....

r%e8dpe9pperU284


Hachja…. Wenn ich könnte dann würde ich vermutlich genauso handeln.

Ich sitze ebenfalls im Büro, allerdings habe ich nach dem Abi "nur" einen technischen Beruf gelernt, der leider sehr frauenlastig und somit schon von vorneherein schlecht bezahlt ist. Zumindest, wenn man alleine damit auskommen muss. Seit 4 Jahren sitze ich nun im Büro (ich bin 30) einer sehr großen Firma und habe für so wenig Verantwortung im Vergleich zu vorher noch nie so viel Geld verdient wie jetzt. Ich habe so viel am Monatsende übrig, dass ich neben Wohnung (nicht riesig, aber Miete NRW), Katzen (2) und Auto (Mittelklasse, bin Pendler) zu finanzieren auch noch einen gewissen Betrag zur Seite legen kann und auch noch "Taschengeld" über habe. Zum allerersten Mal in meinem Leben befinde ich mich in dieser finanziell komfortablen Situation und das ist auch der Punkt warum ich zögere in Teilzeit zu gehen. Ich bin in meiner Partnerschaft der Hauptverdiener und ohne mein Gehalt würden wir schon doof aus der Wäsche gucken. Tief in meinem Herzen weiss ich aber, dass ich nie Vollzeit ins Büro wollte und das einfach nicht meine Welt ist. Ich vermisse es Zeit für mich zu haben, einfach mal ausspannen zu können und zu tun und zu lassen was ich will. Ich habe weder groß Zeit für Hobbys, noch für Freunde noch schaffe ich es regelmäßig zum Sport und und und. Stattdessen hocke ich im Büro oder im Stau (Bahn ist leider auch keine Option, das dauert eine halbe Stunde länger als Stau, umgezogen bin ich grade, wir mussten uns auf die Mitte zwischen unseren Arbeitsplätzen einigen) und merke wie ich immer frustrierter werde, weil sich das bisschen wenige Zeit aber auch sämtliche Verpflichtungen am WE auftürmen und man dann sogar noch in der freien Zeit Stress hat. Wenn ich mir vorstelle, dass das noch Jahre so weitergeht, dann mache ich mir definitiv Sorgen um meine psychische Gesundheit. Um diese Entscheidung fällen zu können, bräuchte ich aber noch mehr Ansporn, weil: ja, Geld beruhigt mich, denn ich weiss wie ich in der Vergangenheit jeden Ende des Monats zittern musste um nicht dauernd im Dispo zu landen. Ungeplante Ausgaben wie kaputtes Auto waren eine Katastrophe. Vorher: viel Arbeit wenig Kohle, jetzt ausreichend Kohle aber auch noch mehr Arbeit. Also, um zum Punkt zu kommen: HannahWe, ich halte deine Entscheidung für sinnvoll und gesund und ja, ich bin ein wenig neidisch. Genieß dein Leben! :)^

TCed-Moesby


Teilzeit ist super. Ich mache das auch und mir reicht das Geld.

Natürlich kann ich keine rießigen Sprünge machen und habe dementsprechend viel weniger als die, die Vollzeit arbeiten, dennoch bin ich zufrieden.

Für mich ist Geld auch nicht alles. Was nützt mir das ganze Geld, wenn ich mich unter der Woche beschissen fühle? Jeden Tag war ich ausgebrannt.

Ich lebe sehr sparsam, eben auch, weil ich nicht so viele Konsumgüter brauche und nicht jedem Trend hinterher renne.

Die Gesichter meiner Arbeitskollegen sind immer göttlich, wenn sie mal wieder im Sommer bis 17.00 Uhr in der Firma schwitzen, während ich um 13.00 Uhr schon im Schwimmbad liege.

Man lebt nur einmal und ich werde mein Leben nicht für die Arbeit opfern.

d>ummsZchmar=rer74


:)D interessanter faden, habe nur gerade zu wenig zeit.

Wenn der Job es hergibt (meiner leider nicht)

ich glaube, es ginge öfter als man denkt.


immer wenn kollegen 1-2 jahre nach ruhestandseintritt plötzlich sterben (und so selten ist das nicht), denkt man über das thema nach. und verdrängt es wieder in der alltagshektik.

N3ord3i8x4


Darüber hab ich mir auch schon Gedanken gemacht, aber ich sehe da leider bei mir speziell wenig Chancen. Ich bin nunmal ne Ein-Mann Abteilung und bin hauptsächlich dann zur Stelle wenn die Kollegen ein Problem haben. Da ist es relativ schwierig, nur 6 Stunden am Tag oder 4 Tage die Woche erreichbar zu sein, die übrigen 2 Stunden bzw. den übrigen Tag kann es ja auch zu Problemen kommen. Da müsste dann jemand anders Problemlöser spielen und so jemanden gibt es leider nicht. Abgesehen davon spielt der Chef nicht mit, da kommt schon deutliche Kritik wenn ich den Gleitzeit Rahmen ausschöpfe (was im Prinzip heißt, das ich Nachmittags ne Stunde vor den anderen gehe).

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