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Jung, gut ausgebildet, kinderlos, engagiert - will Teilzeit

SVch%ildkLrötex007


Vielleicht ist das der Unterschied: Sie sind zu zweit. Alleine leben ist oft teurer als im Rudel.

F-iall6e


Meisterglanz

Das, was Rafa88 beschreibt, deckt sich auch völlig mit meinen Erfahrungen. Ich kenne in der Schweiz einige Paare, wo die Frau nach der Geburt des (der) Kinder nicht mehr arbeitet und der Vater einen eher unqualifizierten und nicht so gut bezahlten Job hat; trotzdem kann er sich selbst plus Frau und Kinder durchbringen, Wohnungsmiete etc. zahlen und sogar noch ein paar Tage Urlaub im Jahr machen. In einer dieser Familien hat selbst der Vater eine 60%-Stelle (als kaufmännischer Angestellter), und es klappt trotzdem!

Ich bin wirklich überrascht, wie viele Leute in diesem Thread schreiben, dass sie aus finanziellen Gründen nicht reduzieren könnten. In Deutschland scheint man wirklich sehr viel weniger zu verdienen, denn in der Schweiz können es sich meiner Erfahrung nach fast alle leisten und immer noch gut davon leben. Ich hatte das Beispiel ja bereitsn gebracht, aber: Meine alleinerziehende Arbeitskollegin lebt mit ihrem Sohn – ohne Alimente! – von einem 50%-Job und macht mehrmals im Jahr Urlaub. Ich selbst könnte sehr gut von meinem 60%-Job leben, auch wenn ich single wäre. Na ja, wir sind zwar beide promovierte Akademikerinnen, aber, wie gesagt, ich kenne auch andere Beispiele.

Ich persönlich wäre dafür, dass alle Jobs auf 30 Stunden reduziert werden und dafür mehr Personal eingestellt wird.

Denn viele sind arbeitslos und die anderen müssen oft ZU viel arbeiten.

Das fände ich auch sehr gut. Das Problem dabei sind aber nicht nur die tieferen Löhne, sondern auch, dass die Leute momentan einen recht hohen Lebensstandard gewohnt sind und nicht immer bereit, da Abstriche zu machen, v.a. wenn man es schon anders kennt.

ddrach?efnsterxn


Hohen Lebensstandart gewohnt ??? Ich schmeiss mich weg!! Ich kenne selbst 3 Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung, die neben ihrem 40-Stunden-Job noch einen Nebenjob haben um sich die Miete für eine kleine Wohnung und Essen und Trinken leisten zu können, von den extrem präkar beschäftigten promovierten und habilitierten Akademikern in meinem Bekanntenkreis mal gar nicht zu reden. Die hangeln sich von Auftrag zu Auftrag und leben teilweise trotz 60-Stunden-Woche von 800 Euro im Monat.

Ein Großteil der Menschen in D kann einfach schon von seinem Vollzeitjob kaum leben, Teilzeit wäre weit unter Harz IV Niveau!

M$eRiZster_EGlanz


Mit einem gut bezahlten Job im kaufmännischen Bereich mag das klappen bei reduziertem Pensum. Und dann hängts noch davon ab, wo man wohnt. In Zürich kann man sowas vergessen, es sei denn, man wohnt am Rand in einem Block. Und auch da wirds langsam schwierig.

Arbeitet aber jemand zB. in Zürich und lebt günstig auf dem Land, funktioniert das noch.

Müsste ich auf 20% meines Einkommens verzichten, hätte ich ein Problem. Meine Freundin arbeitet nur 80% zu einem Berufseinsteigerlohn. Wir würden nicht am Hungertuch nagen, aber gross was zur Seite legen oder Vorsorge betreiben wär dann nur noch drin, wenn wir mit vielem runterfahren würden, was möglich ist.

Die Löhne hier sind natürlich viel höher als in Deutschland, dafür haben wir auch viel höhere Kosten zu tragen.

Klar, alles auch eine Frage der Ansprüche. Aber die wachsen halt mit wachsendem Einkommen. Diese wieder zu reduzieren wird dann schwierig.

NlordiE84


Ein Großteil der Menschen in D kann einfach schon von seinem Vollzeitjob kaum leben, Teilzeit wäre weit unter Harz IV Niveau!

Sorry, aber das stimmt einfach nicht. Ein Großteil der Menschen kann vom Vollzeitjob leben. Wenn ich mir anschaue das 20-25% der Vollzeitbeschäftigten zum Niedriglohnsektor gehören (also unter 1800€ brutto, zumindest laut nem kurzen Google Einsatz) dann gehören 75-80% zu den "normal" bezahlten. Und von 1800€ brutto im Monat kann man als Single mit Einschränkungen (kein Urlaub o.ä.) leben, ohne nen zweiten Job haben zu müssen.

Richtig ist natürlich, das der Anteil der Geringverdiener mit 1800€ relativ niedrig sein dürfte und die meisten davon deutlich weniger bekommen. Und ja, davon kann man dann nichtmehr vernünftig leben. Ein "Großteil" der Vollzeit Beschäftigten ist das trotzdem nicht.

Azugus"tuxs


Dann ist ja auch noch der Unterschied zwischen kann und will.

Ich könnte theoretisch auch von 1200 netto leben, aber ich möchte das nicht....

R afxa88


Und von 1800€ brutto im Monat kann man als Single mit Einschränkungen (kein Urlaub o.ä.) leben, ohne nen zweiten Job haben zu müssen.

Das kann man so nicht pauschal sagen. Ein Single kann mit 1800€ Brutto in Brandenburg super über die Runden kommen mit wenig Einschränkungen, mit diesem Lohn wird er aber in München z.B. oder gar der Schweiz nicht weit kommen.

N7ordi8x4


Klar gibt es regionale Unterschiede und Unterschiede ob ich mit dem Niedriglohn leben kann oder will, allein darüber könnte man 500 Seiten schreiben. Grundsätzlich ging es mir ja nur darum zu sagen, das der "Großteil" der arbeitenden Bevölkerung eben doch von einem Job leben kann. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Psfifflerhlixng


Wobei grade München und die Schweiz schlecht gewählte Beispiele sind – ich kam in einer ostdeutschen Großstadt auch mit 600-700 Euro netto im Monat zurecht (kleine 3-Zimmer-Wohnung, eigenes Auto) und mit 1800 brutto gibt es schon Städte, in denen man normal leben kann. München gehört – als teuerste Stadt Deutschlands – selbstverständlich nicht dazu. Und in der Schweiz herrscht ein ganz anderes Lohnniveau als in D, der Vergleich ist also auch irgendwie Quatsch.

HJanna:hWxe


Hohen Lebensstandart gewohnt Ich schmeiss mich weg!! Ich kenne selbst 3 Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung, die neben ihrem 40-Stunden-Job noch einen Nebenjob haben um sich die Miete für eine kleine Wohnung und Essen und Trinken leisten zu können, von den extrem präkar beschäftigten promovierten und habilitierten Akademikern in meinem Bekanntenkreis mal gar nicht zu reden. Die hangeln sich von Auftrag zu Auftrag und leben teilweise trotz 60-Stunden-Woche von 800 Euro im Monat.

Ein Großteil der Menschen in D kann einfach schon von seinem Vollzeitjob kaum leben, Teilzeit wäre weit unter Harz IV Niveau!

Es kommt wohl stark drauf an, was für Leute man kennt - ich kenne nicht eine Person, die neben einem Vollzeitjob noch einen Nebenjob hat. Und ich kenne nicht grade wenig Leute.

Und Akademiker die von 800 Euro im Monat leben kenne ich auch keine.

Die Ausgangsfrage war auch nicht "Kann man in Deutschland/der Schweiz von einem Teilzeitjob leben?" sondern "Wenn ihr von einem Teilzeitjob leben könntet, aber mit finanziellen Einbußen, würdet ihr es tun, um mehr Freizeit zu haben?"

Das niemand freiwillig Teilzeit arbeitet der sonst auf der Straße landen würde und seine Miete/Rechnungen nichtmehr bezahlen kann, erklärt sich ja von selbst. Es geht mir eher darum zu erfahren ob Menschen bereit sind, auf "zusätzlichen Luxus" (Urlaube, teure Kleidung, Autos, sichere Altersvorsorge...) zu verzichten um DEN MOMENT zu leben.

In Sachen Altersvorsorge z.B. sehe ich es so: Wenn ich die Jahre zwischen 22 und 67 nicht genießen und Leben kann, weil ich psychisch stets am Rand des Nervenzusammenbruchs stehe, keine Freunde, keine Hobbies, keine Energie habe, dann werde ich wahrscheinlich wenn ich in Rente gehe wenig von der "sicheren Altersvorsorge" haben. Die beste Altersvorsorge ist für mich die Investition in meine psychische Gesundheit, die ich leider (im Moment) nicht gleichzeitig bei einem Vollzeitjob bewahren kann.

Das es anderen gelingt, trotz Vollzeitjob ein zufriedenes, gesundes und erfülltes Leben zu führen widerspricht dem nicht - ist nur ein Beweis für genetische Ungerechtigkeit ;-D

KGl}ette<rpflaLnze80


Das niemand freiwillig Teilzeit arbeitet der sonst auf der Straße landen würde und seine Miete/Rechnungen nichtmehr bezahlen kann, erklärt sich ja von selbst. Es geht mir eher darum zu erfahren ob Menschen bereit sind, auf "zusätzlichen Luxus" (Urlaube, teure Kleidung, Autos, sichere Altersvorsorge...) zu verzichten um DEN MOMENT zu leben.

Das problem was sich hier aber stellt ist, dass es unterschiedliche ansichten dazu gibt, was Luxus ist und was notwendig ist bzw. der Luxus beinhaltet ja in der regel auch rechnungen die man bezahlen muss;) Und da wird dann jeweils anders unterschieden was für einen Luxus ist und was notwendig, für den einen ist urlaub luxus für den anderen ist urlaub entscheidend um weiterhin funktionieren zu können etc.

MxeistNer_Gxlanz


für den einen ist urlaub luxus für den anderen ist urlaub entscheidend um weiterhin funktionieren zu können

Das stimmt. Mir persönlich ist zB. wichtig, zwei-, dreimal pro Jahr irgendwohin fahren, resp. fliegen zu können, um ein paar Tage weg von allem zu sein. Oder dass ich nach dem Heimkommen gewisse Unterhaltungselektronik zur Verfügung hab. Oder dass ich lesen kann, was ich will. Dass ich dafür fünf bis sechs Tage pro Woche rund 8 Stunden in einem Büro verbringe, ist mir egal, resp. ists mir wert.

FOiallxe


Ein Großteil der Menschen kann vom Vollzeitjob leben.

Richtig, und nicht nur leben. Überall im Ausland, wo wir nur hingehen, machen Deutsche den mit Abstand größten Teil der Feriengäste aus. Auch in sehr teuren Ländern (Norwegen, England, Schweizer Alpen). Wenn so viele Leute so furchtbar schlimm dran wären, würde man nicht so wahnsinnig viele deutsche Touristen im Ausland sehen.

Klar, alles auch eine Frage der Ansprüche. Aber die wachsen halt mit wachsendem Einkommen. Diese wieder zu reduzieren wird dann schwierig.

Das ist das, was ich gemeint habe.

C1ara1ma{la


Wenn jedes sechste Kind laut Statistik in Armut lebt und es in manchen Schulen deshalb echte Probleme gibt, wovon Lehrer arg betroffen sind, dann müssen diese Menschen auch irgendwo sein und herkommen, auch in Deutschland. Wenn man sagen würde gut jedes tausendste Kind, dann wäre das vielleicht wenig aber jedes sechste. Es kommt immer darauf an wo man wohnt und was man für ein Umfeld hat. Ich brauche nur mit offenen Augen durch die Großstädte zu laufen oder mal das Wohnviertel zu wechseln. Da weiß ich aber schnell, dass es bei weitem nicht allen gut geht. Aber der Mensch sieht immer nur das worauf er auch den Fokus längt, alles andere blendet er wegen Reizüberflutung aus. Das ist normal. Ich kenne einige die Vollzeit arbeiten und in ihrer eigenen kleinen Welt leben und da ist dann kein Raum viel nach rechts und links zu schauen. Wenn man etwas nicht direkt sieht, dann heißt das nicht, dass es nicht existiert, es heißt nur, das man sich bis dahin noch nicht damit beschäftigt hat. ;-)

FSia,lxle


Wenn jedes sechste Kind laut Statistik in Armut lebt

Das verstehe ich nicht. In Armut lebt man in Somalia, Bangladesh oder Madagaskar. Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass in Deutschland nicht eine einzige Person lebt, die auch nur annähernd schlechte Lebensbedingungen hat.

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