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Einsam im Studium

T<anjFal4iebtWintxer hat die Diskussion gestartet


Ich bin derzeit Studentin und komme in kürze in das letzte Fachsemester

Mal abgesehen davon, dass ich das Studium überhaupt nur angenommen habe, um meine Mutter stolz zu machen, habe ich momentan Probleme über Probleme.

Ich bin nie sehr selbstbewusst erzogen wurden. Meine Mutter lebte mit mir bei meinen Großeltern. Voriges Semester habe ich dann den Mietvertrag für meine erste eigene Wohnung unterschrieben. Leider blieb es dabei. Mein zu Hause, indem ich bisher 20 Jahre lang gewohnt habe, ist nur 20 Kilometer entfernt. Und was soll ich sagen? Ich bin sehr häufig heimgefahren und habe nur wenige Nächte in meiner Wohnung verbracht. Die Wohnung ist eines der vielen anderen Probleme. Anfangs war ich total begeistert davon. Sie liegt direkt an der Straßenbahnhaltestelle, direkt am Hauptverkehrsknotenpunkt. Und da beginnen die Probleme. Denn spätestens nach den ersten Nächten wurde mir klar, dass es heftig laut ist. Mir war beim Unterschreiben des Mietvertrags nicht bewusst, wie laut es da wirklich werden könnte. Vielleicht war ich auch zu dumm und habe es nicht wahr haben wollen. Ich habe bisher in einem Haus gewohnt, indem es auch nicht still war. Aber eben nicht so extrem laut. Bereits in den ersten Nächten konnte ich kaum schlafen, weil die Straßenbahn die halbe Nacht über fährt.

Das samt meinem Heimweh hat mich irgendwie immer wieder zurück "nach Hause" gezogen. Es war ja schön in der Nähe und da ich sehr bequem war, bin ich immer wieder zurück gefahren.

Hinzu kam mein Hund, der ja auch noch dort blieb, weil ich ihn nicht permanent hin und her zerren wollte.

Im Januar diesen Jahres ist er dann sehr plötzlich verstorben. Ab da ging es zunehmend schlechter. Ich habe sehr an ihm gehangen und fiel zeitgleich in ein tiefes Loch. Ich wurde depressiv, fing wieder an mich selbst zu verletzen. Das geht seitdem ich 14 bin in Abständen immer mal wieder so. Angefangen hat alles mit häufigen Auseinandersetzungen, die ich mit meiner Mutter hatte, die mir dann auch sehr oft an den Kopf knallte, dass ich zu unfähig, zu faul, zu dumm usw. wäre und sie lediglich blamieren würde.

Das selbstverletzende Verhalten tritt in Momenten der Einsamkeit, oder Auseinandersetzungen mit meiner Mutter auf.

Danach vergingen die Wochen, ich schöpfte neue Hoffnung und fragte, wie es denn wäre, wenn wir uns einen neuen Hund anschaffen könnten, weil es mir seitdem stetig schlechter ging.

Meine Großeltern verneinten und auch meine Mutter wehrte nur ab. Der Hund würde viel zu viel Arbeit machen, ich hätte die Hundepflege total übertrieben usw. und sie hätten nicht mehr die Geduld und die Kraft für einen neuen Hund aufzukommen.

Das war letztendlich der Punkt, an dem ich mein Zeug gepackt habe und in meine jetzige Wohnung gegangen bin. Der Hund war das Einzige, was mich dort noch gehalten und glücklich gemacht hat. Ich habe mich in den letzten Wochen damit über Wasser gehalten, dass ich mit einem neuen Hund neue Hoffnung schöpfe.

Ich habe mein Zeug gepackt, bin in meine Wohnung gezogen, weil ich dort für mich keine Perspektive mehr gesehen habe. Alle andere in meinem Alter sind längst ausgezogen. Wäre ja gelacht, wenn ich das nicht auf die Reihe bekäme, dachte ich mir. Ich war es leid den Herabwürdigungen meiner Mutter ausgesetzt zu sein und außerdem hatte ich mir dort mit dem Hund neue Hoffnungen gemacht. Ich dachte "denen zeigst du es und verwirklichst dich selbst" und dann wird alles anders.

Was ist das Ende vom Lied? Ich sitze hier und heule, kriege wegen der neuen Wohnsituation nachts kein Auge zu und verstehe mich selbst nicht. Meine Mutter hat mir vom Verhalten und dem Niedermachen nie gut getan. Warum fühle ich mich einsam und würde am liebsten zurück fahren? Andererseits weiß ich: Wenn ich jetzt zurück fahre, dann haben sie die Bestätigung, dass sie am längeren Hebel sitzen und ich nichts auf die Reihe bekomme.

Ich fühle mich momentan wieder unfähig zu allem, als ob ich in jeglicher Hinsicht versagt hätte. Wie der totale Loser.

:|N

Antworten
MyissLGexo


Hast du denn keinerlei Freunde?

Helfen vll Oropax zum schlafen? Ansonsten neue Wohnung suchen.

Wer zahlt denn aktuell die Miete?

T"anjailiebtWMinteGr


Meine Mutter zahlt die Miete.

Und sie argumentiert dahingehend, dass sie wenn ich mir einen Hund anschaffe die Zahlung einstellt.

Freunde: Nein. Klingt traurig, ist aber wahr. Zu meinen Freunden, die ich bisher hatte, ist der Kontakt abgebrochen, nachdem das Studium begann (vermutlich waren es dann auch keine richtigen Freunde). Ist eben meine Schuld. Ich bekomme eben nichts auf die Reihe.

Wohnung suchen fällt aus. Ich selbst habe lediglich noch 400 Mäuse auf dem Konto. Damit kann man keinen Umzug stemmen.

Oropax habe ich noch nicht versucht. Wäre mal eine Chance wert.

Danke für die Antwort.

MDissG]eo


Du könntest dir eine ruhige Wohnung suchen und die Sachen per Hand umziehen.

Wegen sozialen Kontakten: such dir einen Verein, geh unter Menschen.

Du bist 20 Jahre (?) jung. Da willst du doch nicht nur alleine rumhängen. Oder triff dich mit Kommilitonen... Das wäre doch mal ein Ansatz.

Wenn deine Mum keinen Hund mehr möche und du alleine (ganz alleine) seine Betreuung nicht gewährleisten kannst, dann wirst du das wohl respektieren müssen.

s9chn>axbel


:)* Kopf hoch!

Bist du in deiner momentanen Situation in der Lage dich selbst finanziell zu unterhalten?

T_anjCalieb6tWxinter


Ich kann momentan nicht einmal die Kaution für die neue Wohnung bezahlen. Und per Hand umziehen, wird nicht so einfach gehen. Ich habe ein Bett, Schänke, Herd usw.

Damals hat das die Umzugsfirma und mein mittlerweile verstorbener Onkel gemacht. Nur, mit 400 Euro werde ich das wohl knicken können.

Momentan sind noch Semesterferien, aber sobald dann alles los geht werde ich wohl rann glotzen und irgendwie versuchen Kontakte zu knüpfen. Was eben auch nicht so einfach ist. Ich bin durch meine negative Grundeinstellung niemand, der magisch Leute anzieht. Ich habe eher das Gefühl, die spüren, dass ich negativ eingestellt bin. An der Uni ist ohnehin alles sehr lose. Und sobald keine Uni ist, fahren die Meisten nach Hause.

Um den Hund habe ich mich komplett allein gekümmert. Ich bin am Tag 3 Mal mit ihm raus gegangen usw.

Er war mein ein und alles.

T`anPjalieb'tWintxer


@ schnabel:

Ich habe einen Nebenjob an der Tankstelle. Allerdings nur an den Wochenenden. Im nächsten Semester werde ich das ganz aufgeben müssen, weil ich dann an meiner Abschlussarbeit schreibe und noch ein Praktikum habe. Ich lebe vom Nebenjob und dem Unterhalt meiner Eltern.

f#räulei n fl8auschig


Zu den Problemen mit deiner Mutter kann ich nicht viel sagen, außer: Versuche, dich abzugrenzen. Anscheinend tut sie dir nicht gut. Zumindest in Österreich wären ihre Erpressungen fehl am Platze – wenn sie evtl damit droht, dich nicht mehr finanziell zu unterstützen – das ist keine Nettigkeit, das ist (in Ö) die Pflicht der Eltern. Und zwar so lange, wie das Studium ernsthaft betrieben wird (was in deinem Fall scheinbar so ist). Das wird in D wahrscheinlich ähnlich sein...

Zu der Wohnung: Vielleicht projezierst du die ganzen Probleme etc und dein Unglücklichsein auf den Lärm. Ich kenne das. Man braucht einen "Grund", warum in der neuen Wohnung alles mistig ist. Wenn man allerdings mit der neuen Situation (Auszug) Frieden schließt, ist vielleicht auch der Lärm nicht mehr so schlimm.

Versuche den Auszug als Chance zu sehen. Auf ein neues Leben. Veränderungen machen einem immer Angst, weil man viel Vertrautes "verliert", und ebenso auch Rückhalt durch die Eltern. Aber man gewinnt ein großes Stück Freiheit, und das ist toll! @:)

MzisswGeo


Denk nicht immer so negativ.

Schau raus, die Sonne scheint. Geh in die Sonne. Das tut dir sicherlich gut.

Aber wie hast du dich um den Wuffel gekümmert, wenn er bei deiner Mum gewohnt hat?

Du schaffst das schon. Lass dich bloß nicht hängen. Aller Anfang ist schwer. Mir war der Start in ein ganz eigenständiges Leben auch schwer gefallen.

T;anj;alieibtWi4ntxer


Danke für eure Aufmunterungen.

Das mit dem Umzug wird sicher noch etwas warten müssen. Ich bin wie gesagt absolut pleite und denke nicht, dass mich meine Mutter beim umziehen unterstützt, nachdem ich nun nach kurzer Zeit feststelle, dass mir die Wohnung doch nicht gefällt. Grundsätzlich würde ich aber gerne umziehen.

Mein letztes Geld ist für einen Überzug für meine Matratze drauf gegangen (auch so bescheuert, warum suche ich mir eine viel zu harte Matratze aus und merke hinterher, dass sie zu hart ist. wieder typisch ich :=o )

Ich war damals schon für die Anschaffung vom Hund. Ich war diejenige, die 3 Mal täglich mit ihm raus ging. Ich habe Futter gekauft. Ich bin mit ihm zum Tierarzt gegangen)

Er war einzig und allein auf dem Grundstück meiner Großeltern (auf dem wir auch gewohnt haben)

Ich hatte sogar eine extra Hundekasse, in der ich für ihn gespart habe und zum Tierarzt gegangen bin.

Meine Großeltern begründen es damit, dass sie angeblich schon zu alt wären, obwohl ich mich um den Hund gekümmert habe (komischerweise haben sie zum Anbau für Tomaten und anderem Gemüse noch genug Energien)

MPissGxeo


Wenn der Hund bei dir in der Wohnung lebt, du ihn durchfüttern kannst und er keinerlei Berührpunkte mit deinen Eltern/Großeltern hat, dann müssen sie es ja nicht unbedingt erfahren. Schließlich bist du ein erwachsener Mensch und kannst tun und lassen, was du möchtest. Bedenke aber, es gibt auch ne Zeit nach dem Studium. In der du arbeiten gehen musst. Wer kümmert sich dann um ihn?

Kannst du den Tierarzt auch noch stemmen, wenn mal ne hohe Rechnung kommt?

Meiner hat mich im Dez 400€ an Tierarzt gekostet, weils Bubi krank geworden ist und ich medizinisch ein paar Sachen abklären lassen wollte. Als Student wäre das sehr viel Geld für mich gewesen.

T anjaAlie9btWi"ntexr


Ich bin ja immer noch der Hoffnung, dass es nur besser werden kann und ich nach dem Studium einen Job bekomme.

Ich bin Frühaufsteher und schon damals vor der Schule mit Hund gejoggt. Nachmittags kam ich gegen 16 Uhr nach Hause und bin dann gleich Gassi gegangen und abends nochmal raus. Ich habe jetzt auch eine Notkasse (noch von Januar). Dieses Geld bleibt aber unberührt.

Ich denke schon, dass ich das leisten könnte.

Mein Problem ist nur die Einsamkeit.

Wenn ich den Hund dann einmal habe, kann ich ja schlecht sagen "Mir geht's mies, ich möchte doch zurück."

mOarOipo3sa


Meine Großeltern verneinten und auch meine Mutter wehrte nur ab. Der Hund würde viel zu viel Arbeit machen, ich hätte die Hundepflege total übertrieben usw. und sie hätten nicht mehr die Geduld und die Kraft für einen neuen Hund aufzukommen.

Ich finde, dass das ganz vernünftig und gut überlegt klingt.

Meine Großeltern begründen es damit, dass sie angeblich schon zu alt wären, obwohl ich mich um den Hund gekümmert habe (komischerweise haben sie zum Anbau für Tomaten und anderem Gemüse noch genug Energien)

Das ist nicht Deine Angelegenheit! Tomaten und Gemüse können Deine Großeltern auch am Strauch vertrocknen lassen, wenn sie nicht gießen können. Mit einem Hund ist das anders – und ich finde Deine Aussagen zu dem Thema ziemlich unfair.

Könnte es sein, dass Du viel zu sehr auf den Hund kaprizierst warst. Du bist seinetwegen nach Hause gefahren, bist dreimal am Tag mit ihm rausgegangen – und ich habe den Eindruck, dass Du dafür sehr viel anderes Leben versäumt hast. Du hast offenbar keine Bekanntschaften und Freunde am Studienort gefunden, was natürlich kein Wunder ist, wenn Du meistens zuhause bei Deinem Hund warst.

Dass Du Dich in Deiner Wohnung nicht so wohl fühlst... ich fürchte, das haben viele im Studium so erfahren, aus unterschiedlichen Gründen, und man musste es aushalten, weil in der Zeit Geld knapp ist.

Den Griff zu Oropax hat man Dir ja schon angeraten. Ich würde Dir empfehlen, viel Zeit am Studienort zu verbringen, Arbeitsgruppen suchen, bei Sport oder Musik Bekanntschaften zu schließen.

Die Idee, sich heimlich einen Hund zuzulegen, finde ich ziemlich abwegig.

ToanjaUlCi\ebtfWinxter


Es war eher anders herum. Ich habe mich deshalb sehr intensiv mit dem Hund beschäftigt, weil es mir im Studium kaum möglich war Kontakte zu knüpfen und ich durch meine leicht depressive Art auch nicht dazu neige alle anzuziehen.

Ist ja nicht so, dass ich es nie versucht habe.

Ich hatte die gesamte Zeit über eher das Gefühl, die Studenten nutzen jede freie Minute, um irgendwie nach Hause zu kommen.

"Was Freitag keine Blockvorlesung? Dann fahre ich Donnerstagabend."

Wir sind ein sehr kleiner Studiengang (90 Leute). Klar, gab es auch 3 Mädels, die immer etwas zusammen unternommen haben. Aber die Grundaussage war eher "Keine Vorlesung, keine Uni. Dann so schnell weg wie möglich."

Die Meisten hatten selbst schon Familie und Kinder. Ich kann mich nicht erinnern außerhalb beim Plaudern oder in der Uni erlebt zu haben, dass sich Studenten bis auf die 3, die fast verheiratet sind, für die Zeit nach der Uni verabredet haben. Der Grundtenor war dann eher, dass Familie und Kinder anstehen.

Klar können meine Großeltern machen was sie wollen. Nur ich bin ja irgendwo auch nicht mehr 16 1/2.

Kienyoxn


Die Freundin von einem Kumpel hat nach einem längeren Auslandsaufenthalt Anzeigen in versch Frauen Foren aufgegeben und so nach weiblichen Kontakten gesucht, hat super funktioniert und zu vielen Bekanntschaften geführt. Wäre das nichts für dich? Du brauchst dringend Kontakte.

Zu dem Thema Hund: Leider sitzen deine Großeltern am längeren Hebel, da er bei ihnen leben würde, auch wenn du dich kümmerst. Hundesitten, mit anderen Hunden/Tierheim Hunden Gassi gehen? Oder eine Katze? Du wirst dich (vorerst) damit abfinden müssen.

Zu deiner Wohnung: richte dich gemütlich ein, benutze Ohropax (?) und gib der Sache Zeit. Die erste Wohnung ist meistens zu Beginn etwas ungewohnt. Wenn du Kontakte geknüpft hast wirst du dich heimischer fühlen.

Und zuguterletzt: mach dich nicht selbst so runter :) "Ich mache dies immer falsch" oder "typisch ich" ist die falsche Einstellung. Es liegt komplett in deiner Hand aus diesen Mustern auszubrechen. Geh raus, setz dich in die Sonne und erfreu dich an dem, was du hast.

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