» »

Umschulung aus gesundheitlichen Gründen

S<aheexda hat die Diskussion gestartet


Hallo,

vielleicht erstmal kurz zu mir:

Ich bin 23 und habe vor kurzem meine Ausbildung als Köchin beendet. Nach dem Abi wollte ich eigentlich studieren, habe aber Studium (Naturwissenschaftliches) und Nebenjob (Gastro) irgendwann nicht mehr unter einen Hut bekommen. Daraufhin fing ich die Ausbildung an und konnte sogar auf 2 1/2 Jahre verkürzen. Jetzt habe ich eine neue Stelle als Köchin und bin hier im Großen und Ganzen zufrieden.

zu meinem Problem:

Ich habe Rückenprobleme, weiß das auch schon seit der 5./6. Klasse. Nicht sehr schlimm, aber Dauerläufe und Weitsprung hatten sich damit für mich erledigt. Bisher hab ich das auch immer ignoriert. So n paar Zipperlein hat ja jeder.

Fakt ist: mein Job geht auf die Knochen. Ich kenne manche, die mit Mitte 20 körperlich total im – pardon – Arsch sind. Ich möchte ehrlich gesagt die Reißleine ziehen, bevor es bei mir auch soweit ist. Bandscheibenvorfall mit 26 ist reichlich uncool.

Nr.1: Wie wirkt sowas in einer Bewerbung? Mein Lebenslauf ist recht ... abwechslungsreich. Zudem will ich auch nicht als un-belastbar oder Heulsuse dastehen. Druck und Stress sind ja kein Problem für mich, ich möchte nur einfach nicht mit 30 n Wrack sein... Und "körperlich" ist für mich nochmal was anderes als "Nä, doch falsch entschieden."

Nr.2: Besteht die Chance, ne Umschulung zu kriegen oder müsste ich nochmal die kompletten 3 Jahre machen?

Merci!

Antworten
EAhem|aliger CNutzetr (`#39391x0)


Die Chance eine Umschulung zu bekommen geht fast gegen 0, da Du die erforderlichen Rentenjahre noch nicht einbezahlt hast.

Um überhaupt eine Chance zu bekommen, muss erstmal die ganze Breite an Therapiemöglichkeiten inkl. medizinischer Reha ausgeschöpft worden sein.

Was ist der Auslöser für Deine Rückenprobleme?

Skolliose, Gleitwirbel, Übergewicht, etc?

aMnders5_als_nanderxe


Saheeda

Fakt ist: mein Job geht auf die Knochen.

In welcher Form? Kannst du nicht stehen?

Falls es das Heben ist, überlege doch mal Alternativen als Köchin in der Lebensmittel-Industrie oder bei Aufsichtsbehörden über Gaststätten.

B1ambixene


Bist du bei einem Orthopäden in Behandlung? Wenn nicht, solltest du das umgehend tun.

Wenn deine Rückenprobleme berufsbedingt wären und abzusehen ist, dass es deinem Rücken in diesem Job immer schlechter geht, könnte der Arzt eine Meldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft machen. Reg das mal an!

Die Chance ist zwar gering, dass du so aus dem Stand ne Umschulung bekommst, aber einen Versuch wäre es wert. Die BG wird dir bei Verdacht auf eine berufsbedingte Erkranung bestimmt helfen, zumindest deinen Rücken "zu stärken".

Alles Gute :)*

nuan^c|hen


Bin selbst Köchin. ;-)

Meine gesundheitliche Karriere? ;-D

Kreuzbandanriss mit 22 Jahren, im gleichen Jahr den ersten Bandscheibenvorfall. Das Jahr danach einen üblen Verkehrsunfall mit Oberschenkelbruch, beide Kreuzbänder ab. Fehler in der Nachbehandlung bzw Nachbehandlung zog sich endlos hin. Das Knie ist für den Rest meines Lebens gezeichnet. Wegen dem Knie haben sich die Rückenprobleme massiv gesteigert.

Beruflicher Aufstieg? :-D

Direkt nach der Lehre eine Weiterbildung gemacht. Richtung Betriebswirt mit sozialen Eigenschaften.

Jetzt arbeite ich in einem inklusiven Betrieb, in der Gemeinschaftsverpflegung, in meinem weitergebildeten Beruf. Bin für die behinderten Mitarbeiter zuständig, und hänge im Leitungsgespann. Bin aber ebenso in der Küche engagiert am Arbeiten. Von Natur aus bin ich ein Mensch der mit offenen Karten spielt und so wusste mein Chef von Anfang an bescheid. Wenn mein Rücken oder mein Knie rumzickt, dann sag ich das, wird es zu extrem melde ich Invalidität ;-D an und sage das ich nicht fit bin. Dementsprechend hole ich mir die Hilfe.

Deine Rückenschmerzen solltest du ernst nehmen, keine Frage, aber wer hat heute keine Rückenschmerzen? Du musst nur in deiner Freizeit selbst dafür sorgen das du Rückentechnisch fit bleibst. Am besten in Form von Übungen auf der Matte muss ich regelmäßig . Hast du Rehasport ausprobiert? Grad um einen Anreiz für Übungen zu bekommen sehr hilfreich. Kann aber deine Gedanken durchaus nachvollziehen, denn als Frau hast du echt viel viel körperliche Arbeit. Und dann die miese Bezahlung als Frau.... :|N

SLaheexda


@ devil_w

Wie lange muss man denn eingezahlt haben? So viel kann es ja nicht sein, ich kenne jemanden, der mit 28 ne Umschulung bekommen hat.

Bei mir sind im unteren Rückenbereich zwei Wirbel verwachsen, dadurch kann die Wirbelsäule nicht so gut federn, wie sie eigentlich sollte.

@ anders_als_andere

Die körperliche Belastung ist einfach enorm hoch. In meiner Lehre hatte ich ganz oft Schichten, wo mir abends _alles_ weh tat und ich trotzdem nach 4-5 Stunden Schlaf wieder raus musste.

5-Tage-Woche ist auch eher die Ausnahme, normal sind 8-10 Tage am Stück arbeiten. Immer in Wechselschichten.

(Ja, die Gesetze werden uns im 1. LJ eingetrichtert. Juckt praktisch nur keinen.)

@ Bambiene & nanchen

Ich war früher in Physiotherapie, ich weiß, welche Übungen meinem Rücken gut tun und achte im Alltag darauf, nicht zu sehr "einzusacken".

Angenommen, ich würde mich auf ne kaufmännische Ausbildung bewerben und mit reinschreiben, dass es eben auch gesundheitliche Gründe hat. Wie würde das wirken? Lande ich sofort in der Rundablage, weil mein Lebenslauf etwas...krumm ist?

nfan.chexn


Es kann doch jeder nachvollziehen warum man aus der Gastronomie raus will, oder? ;-)

Bin glücklich nur noch von Montag bis Freitags arbeiten zu müssen. ;-)

M5rs 4Voixce


Wenn die Arbeitsagentur, und nicht die Berufsgenossenschaft zuständig ist (so genau weiß ich das nicht), ist es egal wie lange du eingezahlt hast (das mit dem Einzahlen ist glaub ich nur bei der Deutschen Rentenvesicherung so)

Am besten einen Antrag auf berufliche Reha bei der Arbeitsagentur stellen, die lassen dann ein ärztliches Gutachten vom Amtsarzt im Haus erstellen. Wenn die nicht zuständig sind, leiten die den Antrag automatisch weiter an die richtige Stelle.

Bei der Arbeitsagentur sind die Chancen recht hoch eine Umschulung zu bekommen, wenn der Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geht (muss das Ergebnis des Gutachten sein).

Ich würde es gleich probieren, bevor der Zustand schlimmer wird und ewig warten musst, weil die Behörden sich wegen Gutachten und Zuständigkeiten ewig streiten.

Und wegen deinem Lebenslauf: Unter Köchen gibt es viele Umschüler, gerade aus gesundheitlichen Gründen. Stutzig würde man werden, wenn du dich dann im Gartenbau oder so "retten" willst ;-D

kBaUiha-xxy


Allerdings geht reine PC-Arbeit auch auf den Rücken, wenn man keinen idealen Arbeitsplatz hat (mit im besten Fall einem Schreibtisch zum Hochfahren, um auch mal im Stehen zu arbeiten).

Bin nicht sicher, ob jeder Arbeitgeber das so gut fände? Also direkt in Bewerbungen an Firmen würde ich versuchen, es umzuformulieren. (Knieprobleme hast du nicht zufällig auch? Ist ja auch recht häufig in dem Zusammenhang und hat keine Nachteile bei der PC-Arbeit).

Wie alt bist du denn? Dass sich junge Menschen nach der ersten Ausbildung noch mal umorientieren, ist ja nicht sooo selten. Ich hab mein erstes Studium auch abgebrochen und dann neu angefangen.

Vielleicht dann eher andere Gründe angeben, warum du den neuen Beruf dem alten vorziehen möchtest.

Und dass die Arbeit im Gastronomiebereich nicht das Gelbe vom Ei ist, weiß ja auch jeder. Dass das Arbeitsschutz- und Arbeitszeitgesetz oft ignoriert werden. Denke, wenn man dann anführt, dass die Arbeitsbedingungen zu schlecht sind, wird das nicht gleich als "nicht belastbar" ausgelegt, oder?

Andere Möglichkeit – was gibt es denn für Fortbildungen? Irgendwas, was auf deinen jetzigen Beruf aufbaut und nicht durchgängig mit Stehen und Laufen zu tun hat und bei dem die Arbeitszeiten einigermaßen geregelt sind.

A[pocaltyptiyca0x2


hallo erstmal :)

also ich hab fast dasselbe problem , bin jetzt 25 und hab 2011 meine lehre als köchin erfolgreich abgeschlossen ... schon immer schmerzen und kleinigkeiten mit dem rücken , 2010 dann der erste bandscheibenvorfall ... recht über und pünktlich 3 monate vor der zwischenprüfung ... vom amt aus sollte ich zum ärzlichen dienst , was ich auch tat ... der zuständige arzt fragte mich ob ich die ausbildung denn zuende machen möchte oder lieber auf das ergebnis warten will ... ich sagte ihm das ich die ausbildung unbedingt beenden wolle da ich doch schon von klein auf köchin werden wollte ... er sagte das er dann nicht weiter untersucht und das schreiben für meinen zuständigen amt mitarbeiter anfertigt ... 2 wochen später bekam ich erneut eine einladung zum amt .. ich bekam riesen anschiss weil ich ja eigentlich gar nichts hätte und er nicht wüsste wo ich denn einen bandscheibenvorfall gehabt hätte ( wohlbemerkt hatte ich alle ärzte bei denen ich deswegen war von der schweigepflicht entbunden)... ich machte meine zwischenprüfung und meine abschluss prüfung und bestand ohne große mühe ende 2011 ... arbeitete dann eine weile und hatte zunehmend schmerzen im rücken und in der schulter ... war also auch dauernd krank geschrieben ... zuletzt arbeitete ich in einem großen hotel ... viel los ... nicht selten gingen 70 essen in der stunde aus der küche .. pausen gab es fast keine ... 3 mal in 10std eine schnelle zigarette und zwischendurch ein glas wasser waren die einzigen pausen ... man kann sich vorstellen wie ich manchmal nachhause ... nun sagen wir gekrochen bin :)^ zuhause angekommen schnell in die wanne ... entspannen , danach ein wenig haushalt und ab ins bett denn um 4 uhr klingelt ja der wecker ... lange rede kurzer sinn ... es ging nicht mehr ... 4 monate und ich war am ende ... zum arzt und immer wieder krankgeschrieben , rückenschule pi pa po ... mein arbeitgeber kündigte mir ... anfang märz zum amt , meine zuständige tante bot mir an nochmals ein ärztliches gutachten durchführen zu lassen ... schon 2 wochen später kam die einladung , ich war also am 14märz zur untersuchung , 1 1/2 std später meinte die ärztin " da kommen wir nicht drum rum , küche ist unmöglich " ... letzte woche dann wieder termin zur auswertung beim amt ... ich habe mir eine kopie des gutachtens geben lassen , denn man weiß ja nie ... im groben steht im gutachten das ich den beruf köchin nicht mehr ausführen sollte , ich nicht mehr schwer heben und tragen darf ohne mechanische hilfe , keine arbeit in zwangshaltung , arkordarbeit usw ... wobei ich sagen muss meine knie sind auch fertig ... die ärztin rät mir sie spiegeln und glätten zu lassen ( was das auch immer sein mag , ich fragte nicht nach) ... ich soll/darf nur noch arbeit machen bei der ich stehen, gehen und sitzen kann ... ich frage mich wirklich in welchem beruf das geht ... gehen , stehen und sitzen %-| .. also ich würde dir raten lass es und wechsel den beruf notfalls auch mit ärztlichem gutachten , geh zum arzt lass dich checken und entscheide dann wie dein berufsweg weiter geht ... alles ist besser als mit wie ich jetz 25jahren kaputt zu sein ... man sagte mir auch hätte ich gleich nägel mit köpfen gemacht als ich noch in der lehre war und das erste mal zum amtsarzt musste , dann wäre mir vielleicht vieles erspart geblieben , ich kann es dir nur raten , koch/in ist ein körperlich schwerer beruf , die meisten denken es ist nur ein wenig suppe rühren aber ich denke du weißt wie es oft zugeht ;-)

lieben gruß

E~H for< e#ver


Hallo,

ich weiß auch wie du dich fühlst.

Rückenschmerzen hatte ich auch sehr oft. Von meinen Knieschmerzen ganz zu schweigen. :( Bin 24, habe vor 2 Jahren meine Ausbildung zur Köchin beendet. Nur mein Problem, weshalb ich den Job an den Nagel hängen konnte, war eine LM Allergie die sich ein halbes Jahr vor der Abschlussprüfung zusammen gebraut hat. >:(

Habe die Ausbildung trotzdem noch durchgezogen und auch ganz knapp bestanden. Aber bestanden ist ja bekanntlich bestanden. Ich habe danach noch in verschiedenen Betrieben gearbeitet, bis ich irgendwann wegen immer wieder Krank geschrieben, gekündigt wurde.

Ich arbeite zur Zeit in der LM- Produktion in der Verpackung. Da stehe ich zwar auch sehr viel und sitzen tu ich nur in den Pausen kurz, aber ich finde diese Arbeit viel besser, weil man da sich mehr bewegt. In meiner Ausbildung immer nur an einer Stelle gearbeitet, und naja, Köchin kann man mich nicht wirklich nennen, da ich mir alles so gut wie selbst beigebracht habe.

Ich mach jetzt eine Therapie um noch eine 2. Ausbildung zu bekommen. Ich hoffe das klappt besser und ich kann weiterhin kreativ sein. Kreativität ist mein Leben.

Gruß, Carmen

P.S. Wie sieht es denn nach einem Jahr so bei dir aus?

:)-

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH