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Berufseinstieg nach 15jähriger Pause

H:asiLmufxf86


Findet ihr 15 Jahre Pause gerechtfertigt oder viel zu lange? Sollten solche Menschen eine Art "Recht" auf Arbeit haben oder sind sie selber schuld?

Meine Mutter (Jahrgang '54) hat mit 14 eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht, einige Jahre gearbeitet, mit 21 geheiratet und mit 23 die erste Tochter, meine Schwester, bekommen. Weil es damals noch keine (oder kaum) Krippen und Kitas gab, ist sie daheimgeblieben und als meine Schwester 7 war, kam dann auch schon ich. Sie war gerne Hausfrau und Mutter und wollte ihre Mädels aufwachsen sehen und viel Zeit mit ihnen verbringen, wir hatten auch eine wirklich großartige Kindheit, es hat uns an nichts gemangelt - obwohl mein Vater Alleinverdiener war und in der Zeit auch noch seinen Meister gemacht hat.

Als ich kurz vor dem Abi stand und meine Schwester bereits zum Studium ausgezogen war, hat sie bei der Volkshochschule einen Kurs belegt, Wiedereinstieg ab 40. Der ging zwei Jahre, glaube ich. Dazu hat ein Praktikum gehört und das hat sie direkt bei der VHS belegt, dort also ein bisschen gearbeitet und als der Kurs zu Ende war, hat sie glücklicherweise eine freie Stelle dort bekommen und arbeitet nun seit elf Jahren in der Buchhaltung, zusammen mit vier anderen Damen und ihrem Chef, eine nette kleine Runde Ende Mai machen sie Betriebsausflug nach London :-)

Sie hatte total Glück, nach knapp 25 Jahren wieder ins Berufsleben reinzukommen, vermutlich würde sie es heute auch nicht mehr so machen.

Deshalb die Antwort auf deine Frage: ich finde 15 Jahre eigentlich auch zu lange. Allerdings soll es ja tatsächlich Frauen geben, die sich lieber um ihre Kinder/Familie kümmern, als jeden Tag im Büro oder sonst wo zu sitzen und wenn der Mann genug verdient, finde ich das auch in Ordnung, soll jeder selbst entscheiden. Und ein Recht auf Arbeit hat jeder deutsche Staatsbürger, finde ich. Wieso auch nicht? Die Frauen sind ja nicht dumm oder faul!

Sqtilgxar


Ehrlich gesagt, fällt mir jetzt keiner ein, der nicht da arbeitet, wo er möchte.

geht mir ähnlich...ist aber vermutlich regional unterschiedlich...in strukturschwächeren gegenden hat man nicht immer die wahl...

Findet ihr 15 Jahre Pause gerechtfertigt oder viel zu lange?

im sinne der familie und der erziehung der kinder, finde ich es gut...hat natürlich einige nachteile...lange raus aus dem beruf, rente etc....aber wenn ich heute sehe, das die kinder teils mit drei monaten bereits in die krippe gegeben werden, empfinde ich diese entwicklung eher erschreckend...leider ist es für viele wirtschaftlich nicht anders darstellbar....

von daher finde ich es toll, wenn man sich das leisten kann und keine "schlüsselkinder" groß zieht...diese modelle sollten heute durch die regierung viel mehr unterstützt werden....

ich denke, dass sie als bürokauffrau recht schnell wieder rein kommt...1999 gab es schon windows mit den office-programmen...gut, die knöpfe und funktionen haben sich etwas verändert, aber vom prinzip her ist es immer noch das selbe....

Und ein Recht auf Arbeit hat jeder deutsche Staatsbürger, finde ich. Wieso auch nicht?

:)^

HVassimuffx86


aber wenn ich heute sehe, das die kinder teils mit drei monaten bereits in die krippe gegeben werden, empfinde ich diese entwicklung eher erschreckend...

:)z

Meine Schwester lebt in der Schweiz und hat im Januar eine Tochter bekommen, ihre erste. Die Schweiz ist in der Hinsicht null kinderfreundlich... Frauen werden vor der Geburt gar nicht freigestellt, sondern müssten quasi bis zum Tag der Geburt in der Arbeit erscheinen ":/ Die meisten lassen sich krankschreiben, vielen Frauen geht's in den Wochen davor ja auch nicht mehr so gut. Nach der Geburt dürfen sie auch nicht lange daheimbleiben... meine Schwester konnte noch ein paar weitere Wochen rausholen dank Resturlaub, Überstunden und einem netten Chef. Trotzdem muss sie im Juni wieder ins Büro, mit 80%, ihr Mann arbeitet ebenfalls nur noch 80%, Montag und Freitag ist also ein Elternteil da, aber an drei Tagen muss die kleine Maus (die momentan täglich was Neues lernt und Fortschritte macht) trotzdem in die Krippe/Kita :°(

Meine Schwester, die immer ein totaler Karrieremensch und Arbeitstier war (12 Stunden im Büro waren keine Seltenheit), meinte kürzlich, dass sie sich gut vorstellen kann, zwei Jahre oder länger daheim zu bleiben, weil sie die Zeit mit der Kleinen so toll findet x:)

t`uffa`rmxi


Die Schweiz ist in der Hinsicht null kinderfreundlich... Frauen werden vor der Geburt gar nicht freigestellt, sondern müssten quasi bis zum Tag der Geburt in der Arbeit erscheinen

kenne auch eine freundin, die in der schweiz arbeitet, und sie musste direkt wieder ran. glücklicherweise hat sie einen mann der freiberuflich zu hause arbeitet, insofern bleibt das kind bei ihm während die mutter arbeitet – auch in anderen europäischen ländern gibt es keine vergleichbare elternzeit wie in deutschland geschweigedenn eltern- oder kindergeld :)z

wenn man da kein soziales bzw. familiäres netz hat, dann wird es schwierig.

LZiv_erpo\oxl


Meine Mutter hat Anfang der 80er einen kaufmännischen Beruf gelernt und ist nach meiner Geburt zu Hause geblieben. Damals waren Computer gerade in kommen und natürlich auch noch auf einem anderen technischen Stand als heute. Sie war dann zuhause bis ich 18 war und hat zwischendurch noch meine Schwester bekommen und meine Großväter gepflegt.

Mit 46 Jahren hat sie sich dann entschieden, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Sie hat damals einen einjährigen Kurs belegt, der Frauen wieder fit für den Arbeitsmarkt macht. Dazu gehörten u.a. auch Praktika, Bewerbungstrainig, Computerkurse. Bei ihrer zweiten Praktikumsstelle wurde sie dann nach dem Kurs eingestellt und arbeitet dort seit 6 Jahren in der Buchhaltung. Und wird dies auch bis zur Rente tun. Sie hat damals mit einem Minijob angefangen, arbeitet mittlerweile Teilzeit und plant in den nächsten Jahren auf eine volle Stelle aufzustocken.

Ein Foto vom iPhone in eine Bewerbung einfügen kann meine Mutter übrigens auch nicht und wird es vermutlich auch nie können. Sie wird wohl auch nie ein Iphone besitzen.

Es ist sicher möglich, den Einstieg in den Beruf wieder zu finden. Man muss nur selbst eben auch was tun und sei es eben, einen Einsteigerkurs zu machen. Meine Mutter hat immer noch Kontakt zu vielen Frauen aus ihrem Kurs und die haben alle den Einstieg in den Beruf wieder geschafft. Mit ein wenigen Engagement und Ehrgeiz ist sicher einiges möglich. Und gerade durch diese Praktika haben viele der Frauen sich Kontakte aufgebaut, die ihnen sehr weitergeholfen haben.

Dass man als Bürokauffrau keinen Job als Med. Fachangestellte findet, hat weniger damit zutun, dass man 15 Jahre nicht gearbeitet hat sondern damit, dass man einfach die falschen Qualifikationen hat. Auch eine Bürokauffrau mit 15 Jahren Berufserfahrung wird wenigen Chancen habe, einen Job als Arzthelferin zu bekommen. Weil ihr eben die Ausbildung dazu fehlt.

H2agsimuHff86


Mit 46 Jahren hat sie sich dann entschieden, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Sie hat damals einen einjährigen Kurs belegt, der Frauen wieder fit für den Arbeitsmarkt macht. Dazu gehörten u.a. auch Praktika, Bewerbungstrainig, Computerkurse. Bei ihrer zweiten Praktikumsstelle wurde sie dann nach dem Kurs eingestellt und arbeitet dort seit 6 Jahren in der Buchhaltung. Und wird dies auch bis zur Rente tun.

Ist ja witzig, unsere Mütter haben offenbar sehr ähnliche Werdegänge :-)

LPiverpfool


Dachte ich auch :-D

Scheint offensichtlich gut zu funktionieren :)

Wpeigdenfxee


Dass man als Bürokauffrau keinen Job als Med. Fachangestellte findet, hat weniger damit zutun, dass man 15 Jahre nicht gearbeitet hat sondern damit, dass man einfach die falschen Qualifikationen hat.

Ja, das kann ich mir auch vorstellen!

Mir persönlich wären 15 Jahre auch zu lange - aber ich würde niemals jemanden verurteilen, der das anders sieht :-)

Das ist doch eine ganz ganz individuelle Entscheidung, die jede Familie für sich selbst treffen muss. Und wenn jeder in der Familie mit der getroffenen Entscheidung glücklich ist, dann ist es auch die Richtige :-)

Doof finde ich eigentlich immer nur, wenn eine Entscheidung (egal welcher Art) aus der Not heraus getroffen werden muss. Also ein Elternteil, das super gerne wieder arbeiten würde das mangels Betreuungsplatz nicht tun kann - oder eben eines, das gerne länger daheim bleiben würde das aus finanziellen Gründen nicht umsetzen kann :(v

Ich würde ihr auch empfehlen sich mal in der Arbeitsagentur beraten zu lassen. Es klappt vielleicht nicht sofort, aber ich bin guter Hoffnung dass sie den Einstieg schon wieder schaffen wird! :-)

aGnnarextto


15 Jahre ist zu lange, jedenfalls wenn man sich in der Zwischenzeit nicht (Weiter)bildet!!!

Wenn Sie ein paar gute Kurse belegt und diese gut abschliesst hat sie natürlich wieder gute Chancen. :)^

Ich selbst bin in jungen Jahren durch Eigeninitiative und eine super Weiterbildung in meiner Wunschfirma gelandet.

Später war ich 3 Jahre zu Hause (auch ab 1999) und es hatte sich sehr viel verändert. Hätte ich vorher gewusst, wie viel, wäre ich da sogar schon am Ball geblieben!

bNlac6kheaYrtedxqueen


auch in anderen europäischen ländern gibt es keine vergleichbare elternzeit wie in deutschland geschweigedenn eltern- oder kindergeld :)z

Ja. Ich war ein Jahr lang als Aupair in Spanien, und dort ist es total normal dass beide Eltern Vollzeit arbeiten. Und die Kinder eben schon sehr klein, meistens mit 3 Monaten, in die Krippe kommen. Soweit ich das mitbekommen habe, und ich hatte dort Kontakt zu recht vielen Familien, tragen die Kinder auch keinen Schaden davon. Dort ist das einfach total normal. Wie in ungefähr jedem anderen europäischen Land auch.

Wenn man als Mutter, oder auch als Vater, zuhause bleiben möchte finde ich das absolut in Ordnung. Wenn man das Kind früh fremdbetreuen lassen möchte, egal ob nun von Familienmitgliedern oder in einer Krippe, finde ich das ebenso in Ordnung.

Welches Modell man leben möchte, dazu muss sich jede Familie selbst entscheiden. Keines ist besser oder schlechter.

Ich finde es nur immer seltsam und auch ein wenig zum Kotzen, dass bei dem Thema so wenig Toleranz herrscht. Von den einen wird geschimpft wie die Rabeneltern es nur wagen könnten ihr Kind vor dem 3. Lebensjahr fremdbetreuen zu lassen, von den anderen wird über faule Hausfrauen/-männer geschimpf, die nur auf der faulen Haut liegen und sich nicht wundern bräuchten, wenn sie nach ihrer Zuhause-Zeit keinen anständigen Job mehr finden würden..

h|ookxi1


@ Blackheartedqueen:

Wenn ich als Mann und Vater was sagen darf. Ich erkläre gleich warum.

Du hast voll und ganz recht, wie man/frau es macht, es kommen immer welche, die es besser wissen.

Allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung:

Diegrundlegende Diskussion betrifft überwiegend Frauen, die sich entscheiden müssen und die Kritik kommt auch überwiegend von Frauen. Frau kann es eher nicht richtig machen.

Als Mann hat man es da einfacher. Entweder man geht weiter Vollzeit arbeiten, dann hält das die Mehrheit für das normale Modell oder Mann nimmt Elternzeit, dann bekommt er auch noch Lob, da er dann als emanzipiert gilt.

Deswegen genau richtig. Jede Familie muss das für sich selber entscheiden. Die Randbedingungen sind doch überall anders und das sieht kein Aussenstehender genau rein.

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