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Psychisch unfähig zu Lernen - was dagegen machen?

TWheBluacksR4azer hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich muss jetzt einfach mal nachfragen, denn so kann das nicht weitergehen.

Ich hab ein ernsthaftes Problem zu Lernen.

In 3 Wochen schreib ich mein Abitur und ich steh momentan schon sehr wackelig was den Fortgang angeht. Ich muss im Abitur wirklich was reißen. Das Problem ist nur: Ich kann nicht lernen.

Meine beiden Problemfächer sind Mathe und Physik. Bei beiden fehlt einfach die Übung. Ich habe mein Leben lang nie wirklich gelernt, immer nur kurz angeschaut, meist morgens im Bus oder in den Schulstunden davor / in der Pause. Das hat recht gut funktioniert, denn ich konnte mich nie auf's lernen konzentrieren.

Immer wenn ich etwas lerne was mich nicht wirklich interessiert, dann geht das einfach nicht. Konträr, lerne ich z.B. etwas über Programmierung (mein absolutes Hobby und Ziel für meine Arbeitslaufbahn), so les ich mir das einmal durch und das sitzt bombenfest. Lerne ich in Physik / Mathe irgendwelche Theorie, oder schlimmer: Formeln, so bleibt das für 30 Minuten hängen und dann ist alles weg. Noch dazu ist es für mich nahezu eine psychische Qual mich hinzusetzen um zu lernen. Das geht dann meist keine 30 Minuten, dann kann ich nicht mehr weil alles blockiert. Dann kommt auch nichts mehr dabei raus.

Wenn ich nun ein paar Abschlussprüfungen in Mathe mach komme ich ca. 2-3 Aufgaben (nicht die Teilaufgaben AI, AII, ... sondern deren "Unteraufgaben" – bayrische Abschlussprüfungen, falls das nicht überall gleich sein sollte) und das wars dann. Mein Hirn schaltet ab und es geht nichts mehr vorwärts.

Ich lenk mich auch ständig unterbewusst ab und manipulier mich selbst. Vorhin z.B. ging ich aus dem Zimmer raus und wollt irgendwas essbares. Kaum draußen kam mir in den Sinn dass ich keinen Hunger hab und gar nichts essen will und ich ging wieder zurück. Das lief beinahe unterbewusst ab, hauptsach weg von den Prüfungen (waren knackige Aufgaben).

Mir geht langsam die Zeit aus und ich sollte nun wirklich mal vorwärts kommen.

Wisst ihr was man da machen kann? Ich mein, das ist nicht nur fehlende Motivation. Es ging deutlich besser zusammen mit einer Freundin neulich, aber selbst da blieb nichts hängen...

Nebenbei, ich hab ein recht schlechtes Gedächtnis. Grad Theorie und Formeln bei Physik z.B. bleiben da wirklich nicht hängen...

Ich verzweifel langsam wirklich. Ich will ja nicht faul sein und eine schlechte Note nach der anderen, aber immer wenn ich lernen will dauert es nicht lange und alles schaltet auf Durchzug.

Was könnt ich hierfür machen?

Danke euch

TBR

Antworten
wseihOnach9tssOternchePn3


Ich muss sagen, ich hab keinen sonderlich guten Tipp für dich außer: Krieg den Arsch hoch und quäl dich halt durch! Klingt ja schon einfach eher nach "kein Bock". Uninteressanten Kram wirst du dein ganzes Leben lang immer wieder vor dir haben. :)_

Aber du musst bedenken, solltest du Informatik studieren wollen, sind da auch Mathevorlesungen dabei. Wie stellst du dir die dann vor, wenn du schon im Abi trödelst?

wIeihnAach5tss5ternchenx3


Ich würd mir übrigens Lernpläne oder so aufstellen – sowas wie "Ich setze mich jetzt in den nächsten zwei Stunden an dieses Thema und mache NICHTS anderes, und dann erst eine Pause". Irgendwo, wo du dich nicht ablenken kannst.

wEexihnacht(ssternc7hen3


Sorry für den Triplepost: Und gerne dann nach diesen zwei Stunden oder am Ende des Tages auch mit Belohnungssystem, wenn dich das zieht. Ne Runde zocken z.B.

SbapLi@ent


das kommt mir so bekannt vor ;-D ;-D ;-D

ich habe auch nie wirklich gelernt. das, was mich interessiert behalte ich sofort - was mich nicht interessiert kann ich mir auch mit dem schönsten lernversuch nicht merken. ich habs immer gemacht wie du: kurz vorher ins kurzzeitgedächtnis, hinterher wieder raus.... so war ich auch nie eine "musterschülerin", sondern meine zeugnisse völlig durchwachsen und von note 1 bis note 6 (ja, sogar das einmal *g*) war alles dabei. im endeffekt hab ich zu den prüfungen einfach auf "mut zur lücke" gesetzt, mir die wichtigsten dinge - die mich nicht interessieren - zusammengefasst und kurz vor den prüfungen nochmal schnell durchgelesen... so waren diese dann im kurzzeitgedächtnis und es hat zumindest alles immer soweit gereicht, dass ich bestanden habe. nie mit bravour oder der note 1, aber immer durch :)^ nach noten fragte später niemand mehr.

ich würde dir raten, auf die fächer zu setzen die dir liegen. da wirklich nahezu alles wissen - für den fall, dass..... und bei den fächern, die dir nicht liegen einfach "mut zur lücke" beweisen. wie erwähnt, eie zusammenfassung mit den wichtigsten eckdaten hat mir kurz vor prüfung immer nochmal den arsch gerettet. ich kann gut verstehen, dass du dir nichts merken kannst, was dich nicht interessiert @:) nun kommts natürlich auf deine eigenen ansprüche an - willst du mit 1 bestehen oder reicht dir auch 3.... das musst du entscheiden ;-)

T+heB/lac_kRazer


Also in Englisch weiß ich dass 1-2 locker machbar ist, da Englisch meine Lieblingssprache ist und ich diese seit einem Jahr zum Erbrechen lerne. Englische Filme, Serien, Programme auf Englisch verwenden, Brieffreunde, ... und das ist echt effektiv. Hatte bisher immer 1-2 in Englisch.

Deutsch ist für mich eher eine Glückssache, da ich das Zeug einfach nicht kann...

Mathe kann ich an sich, aber ich denk meistens zu kompliziert und vergess gern wie der richtige Ansatz geht.

Physik bin ich einfach schlecht weil ich null Formeln merken kann, die Theorie nicht hängen bleibt und im Prinzip alles fehlt.

Mir ist klar das Mathe bei Informatik drinnen ist, aber das ist machbar und dann doch etwas mehr anwendungsbezogen.

Lernpläne ... ich versuch's mal. Aber wird wohl auch nicht perfekt wirken.

Ja, zur Not einfach Augen zu und durch, da muss ich mich halt wirklich zusammenreißen. Aber ich hät schon gern eine halbwegs gute Endnote, immerhin erschwert eine schlechte nur die Studienbewerbung.

gSal'axy?s


Viel Spaß beim Studium, wenn dich Mathe und Physik nicht interessieren. Gerade Mathematik brauchst du beim Informatistudium unbedingt. Und nicht nur auf Schulniveau. Also das hört sich für mich nicht nach psychischem Problem an sondern eher nach zu wenig Selbstdisziplin. Wie oft habe ich schon Nachhilfe gegeben in Mathe...ein Maturant kam 2 Wochen vor der schriftlichen Prüfung auf die Idee, dass er Hilfe braucht, hatte aber 0 gelernt davor und wusste garnichts. Ein anderer hat 4 Wochen vor einer Nachprüfung anfangen wollen den Stoff der letzten 2 Jahre zu lernen. Wenn man nichts weiß was letzte Woche in der Schule dran gekommen ist, wie soll das dann in 2 Wochen gehen, dass man den Stoff des gesamten Jahres oder der gesamten Oberstufe kann? Ich will dich nicht entmutigen, aber wenn du jetzt noch nichts gelernt hast und allgemein schwer lernst, dann ist das a****knapp.

Mathe und Physik sind zwei Fächer die sehr viel auf Versändnis und Logik basieren. Und es ist sind aufbauende Fächer...wenn du die Basics nicht kannst, dann kannst du auch nicht ans Eingemachte gehen. Und wenn dir das fehlt, dann ist es klar, dass du jetzt nicht weiterkommst. Du müsstest wirklich alles neu lernen, zumindest die Oberstufe komplett neu. Und da hilft nur hinsetzen, versuchen zu konzentrieren, durchbeißen und dich immer wieder motivieren mit dem Gedanken, dass das in einem Monat alles vorbei ist. Keine Ablenkungen wie TV, PC oder Handy, Essen nur wenn du wirklich Hunger hast, außer es hilft dir bei der Konzentration, dann ist es erlaubt. Fächer die man nicht mag muss man auch lernen und die kann man auch lernen, auch wenn es schwieriger ist, das liegt dann meist nur an der eigenen Faulheit, dass da nichts weitergeht. Du hast noch 3 Wochen Zeit für 2 Fächer, das ist schaffbar, wenn du JETZT sofort damit beginnst vernünftig zu lernen. Leider hast dus die letzten Jahre scheinbar verabsäumt dir Lerntaktiken zuzulegen, die dir auch in, für dich schwierigen Fächern helfen können beim Lernen. Das sind alles Dinge, an die denkt man normalerweise bevor man in diese Situation kommt.

L5eAn\iKrfueger


Kennst du die Pomodoro-Technik? Ich find die, wenn ich mich nicht überwinden kann etwas zu lernen oder immer wieder aufstehen will, wirklich hilfreich. Und alles was du dafür brauchst ist eine Eieruhr (oder ein Smartphone, gibt's auch als App).

Meistens mach ich da sogar mehr Pomodori als vorher angedacht, da das irgendwie süchtig macht.

w%inters{onne x01


Kannst du die Technik bitte mal erklären..klingt ja interessant.

H"ola$dji


Mir ist klar das Mathe bei Informatik drinnen ist, aber das ist machbar und dann doch etwas mehr anwendungsbezogen.

Da redest du dir etwas ein. Ein Informatik-Studium beinhaltet viel Mathe und auch sonst viel Theorie. Wenn du schon mit der Schulmathematik kämpfst ist meiner Meinung nach Informatik nichts für dich. Abgesehen davon wirst du in jedem Studium Sachen lernen müssen, die dich nicht interessieren.

L9eni.Kruegxer


Zur Pomodoro-Technik:

Man schreibt sich erst auf, was man heute alles bearbeiten will und stellt dann eine Eieruhr auf 25 Minuten und arbeitet solange die Liste ab. Dann macht man fünf Minuten Pause, also wirklich was ganz anderes und macht dann wieder 25 Minuten weiter. Nach einer gewissen Anzahl von Pomodori (ich weiß nicht, ob's da eine perfekte gibt, ich mach meistens sechs) macht man eine halbe Stunde Pause.

Alle abgearbeiteten Aufgaben werden dann durchgestrichen und sollte es eine unvorhergesehene Unterbrechung geben, muss man die verlorene Zeit auch aufschreiben und nachholen.

Ich finds auch immer hilfreich die Zahl der Pomodori aufzuschreiben, das motiviert noch zusätzlich.

I)n-8Kog, Nitxo


zwing dich, sitzen zu bleiben.

wenn du nach ein paar minuten fluchtgedanken hast, bleib sitzen, mach weiter, widersteh den drang, was anderes zu machen.

mach vorher was, was dich interessiert, so, dass dein gehirn auf aufnehmen geprägt ist.

versuche, die lernzeit zu steigern.

strukturiere,

also ein zettel formeln, ein zettel anwendungen...

lern die formeln und einheiten mit karteikarten auswändig.

jeden tag 3 oder 4 stück,

wiederholen.... 5 tage hinter einander, nach dem 5. tag die vom 1. tag weg, dafür aber wieder neue nehmen und so weiter.

maximal 3 stunden lernen im 20 minuten rhytmus.

mittags eine halbe stunde ausruhen, am besten schlafen.

und zu mathe:

mein sohni benutzt zum beispiel selten den in der schule aufgezeigten weg, wenn das passende aber raus kommt, ist es dem lehrer bis auf 1 oder 2 punkte auch egal.

insofern denke ich, du machst dir da was vor,

normalerweise erkennen die lehrer, wenn jemand was darauf hat, auch, wenn es nicht der passende schulstoff sind.

an der uni muß man natürlich die techniken beherrschen, logisch,

aber noch mehr, sachen verstehen und her leiten, vor allem und ständig immer her leiten.

und zwar nicht wild darauf los, sondern mit den gesetzen im hinterkopf.

I:n-!Kog XNito


naja,

man muß informatik ja auch nicht unbedingt studieren,

techniker oder fachschule wären dann auch noch eine möglichkeit.

Lp.va0ncPelmt


Haben sich die Bedingungen beim Abitur stark geändert?

Bei mir war es so, dass man ja eine Vornote hatte – in der letzten "Abitur"-Prüfung ging es eigentlich nur noch darum, die Note zu treffen. Wenn man zu stark abwich (nach oben oder nach unten) kam man in die mündliche Prüfung. Und da konnte die Vornote dann auch nur noch bedingt nach unten oder nach oben korrigiert werden.

Also jetzt mal grob gesagt: wenn ich mit 7 Punkten vorbenotet war, dann hätte ich 11 Punkte in der Prüfung schreiben müssen, um in die mündliche Nachprüfung zu kommen um dann die Vornote noch verbessern zu können, welches dann zu einer Endnote führte... So in ungefähr habe ich es in Erinnerung.

Das heißt, der Drops war letztendlich schon weit vor den Abschlussprüfungen zu einem Großteil gelutscht. Ich erinnere mich noch daran, dass wir eine Infoverantstaltung zu der Benotung hatten und ich da mal beim genauen Nachrechnen feststellte, dass mein Abitur am Ende nur noch in dem Bereich 1,7 bis 2,7 oder so sein konnte. 1,7 wenn ich alle Prüfungen perfekt abschließe, 2,7 wenn ich alles komplett verkacke bzw. quasi nur leere Blätter abgebe. Das hat schon die Pespektive massiv auf die Prüfungen geändert (nervös war ich natürlich trotzdem).

Schau' Dir mal Deine "range" an und was Du tun müsstest bzw. was passieren müsste, damit Du überhaupt von der wahrscheinlichen Endnote abweichst.

Und dann schau' Dir an, was Du für Deinen weiteren Werdegang eigentlich brauchst. Wenn es für Deinen angestrebten Berufsweg reicht, dann schau' einfach, was Du schaffen musst.

Wenn Du aber davon Längen entfernt bist, würde es sich womöglich eher anbieten, das Jahr zu wiederholen und dann richtig Gas zu geben. Denn ein einmal geschriebenes Abi lässt sich nicht mehr ändern/verbessern.

Mach' Dir klar, dass das Abi kein Selbstzweck ist. Es ist ein Schlüssel. Eine Zugangsvoraussetzung. Bedenke aber, dass es letztendlich davon abhängig ist, was Du machen möchtest. Bei manchen Wegen ist es egal, ob Du nun ein 1,0er oder ein 3,3er-Schnitt hast, da es nicht zu den Zugangsvoraussetzungen zählt (und man hätte sich ne Menge Stress sparen können), bei manchen Wegen ist ein 3,3er-Abi so nützlich, wie gar kein Abi.

Zum Lernen:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich obiges bewusst zu machen, hilft, Lernblockaden und/oder innere Verweigerungen zu durchbrechen, weil man dann wieder den eigenen Willen findet.

Darüber hinaus: nicht jeder Platz ist gleich gut zum Lernen. Ich kann z.B. zuhause überhaupt nicht lernen. Zu viele Ablenkungen und zuviel anderes, was mir durch den Kopf geht. An der Uni/in der Bibliothek klappt ganz prima. Also finde für Dich einen Ort, an dem Du Dich wohlfühlst, nicht abgelenkt wirst und Dich konzentrieren kannst.

Wenn es Dir leichter fällt, mit anderen zu lernen, such' Dir andere.

Ein (bezahlter) Tutor könnte auch die Rettung sein.

Eine große Lernhilfe sind Übungsaufgaben und Kontrollfragen. Daran sieht man am besten, was man schon kann und wo man eventuell noch Lücken hat. Also sind Aufgaben, die man noch nicht lösen kann, kein Grund sich zu ärgern oder Frust zu schieben, sondern das beste Mittel – quasi Deine "Waffe" – Deine Lücken ausfindig zu machen. Aufgaben, durch die man so durchrutscht sind da keine Hilfe. So blöd es also erstmal klingt: wenn etwas nicht klappt, freu' Dich darüber anstatt Dich entmutigen zu lassen! Du hast einen Ansatz, den Du verfolgen kannst, um wirklich was zu lernen. Denn es heisst ja "lernen" und nicht "können".

Ich wünsche Dir alles Gute!

TeheBla1ckRaxzer


Klasse Tipp das mit dem Pomodoro ;-) Hilft wirklich was, mir jedenfalls.

Konnte 1 3/4 problemlos lernen, ohne Fluchtgedanken oder sonstiges. Sogar durchaus motiviert durch die Zielsetzung pro Durchlauf.

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