» »

Die Uni hat schlecht aufs Ref vorbereitet

Exhe{malig.er NuBtzexr (#5843915) hat die Diskussion gestartet


Hi,

ich habe vor 2 Wochen mein Referendariat angefangen und muss sagen, dass ich mich ob der Flut von Informationen schon ein wenig erschlagen fühle mitunter, zumal ich vieles davon so explizit an der Uni nie hatte. Definitiv nie! Sei es Unterrichtsphasierung – was man sich dann aber noch recht schnell erschließen kann.

Wir haben wirklich zur Unterrichtsplanung nicht annähernd was gemacht, auch in Bezug auf die Praktika nicht. Ich habe bei meinen Schulpraktika lediglich Reflexionsberichte schreiben müssen, ohne großartige Bedingungsanalysen, von diesen Phasierungsbeschreibungen ganz zu schweigen.

Ist jetzt sicherlich nicht so, dass es mich geistig total überfordert, mir das anzueignen; aber ich finde es blöd, dass das in der theoretischen Ausbildung nie vorgekommen ist und dass mir sowohl meine Betreuer bei den Praktika, als auch die Professoren die Unterrichtsentwürfe, die auf geringem Level meinerseits quasi geschrieben worden sind, so abgesegnet haben... (obwohl diese Tabelle, die ich dafür erstellt habe, nicht ansatzweise ist, wie die von Hilbert Meyer, welche ja Standard ist).

Wie seht ihr das so?

Ich meine, da hat man 6 Jahre Studium, inklusive Auslandsaufenthalte und dann sind viele basale Sachen irgendwie nie angeschnitten worden.

Gut, es möge jemand argumentieren, dass man sich auch vieles selbst erarbeiten müsse/solle; aber wenn das nicht mal in den Basisveranstaltungen kommt?

Ich kann es nicht nachvollziehen, dass man die Studierenden dann so quasi aus dem Studium lässt, ohne das mal abgeprüft zu haben o.ä.

Und es gibt nun im Referendariat wirklich sehr viel zu tun... sich noch so viel, was die Uni so schlecht geleistet hat, nebenher anzueignen, finde ich schon ne Zumutung. Neben der normalen Vorbereitung für den Unterricht, der Neuaneignung der Themen für den Unterricht usw. :/

Ich sage mal, unsere Ausbildungsbeauftragten sind bald hinten über gekippt, als ein anderer Referendar und ich heute sagten, dass wir nie explizit mal was zur Unterrichtsplanung hatten.

LG

Hilaria

Antworten
T6akeg-uk


Mal ganz ehrlich: Überrascht Dich das wirlich? :=o Das geht doch seit Jahren durch alle Medien, dass Referendare/junge Lehrer hinschmeißen, weil die Realität nichts mit dem Studium zu tun hat.....

Aber falls es Dich beruhigt: Es ist in vielen Bereichen so, u.a. auch bei den Juristen. Die sind mindestens genau so am Arsch, wenn sie auf einmal im Gerichtssaal Plädoyers halten müssen....

Also Augen zu und durch! :)-

Saunfilo4wer_x73


Realitätsschock halt. In welchem Job, v.a. den wo man praktisch mit Menschen arbeitet, hat man das nicht? Ärzten geht es oft nicht anders, bei mir Psychologie war es auch ziemlich krass. Man kann solche praktischen Fähigkeiten halt nicht im Studium vermitteln. Dafür gibt es dann das Referendariat, wo man eindeutig noch Lernender ist. Dafür fangen Assistenzärzte klein an. Dafür habe ich mich mehrere Jahre, z.T. unbezahlt arbeitend und insgesamt 25.000€ zahlend durch eine Weiterbildung mit Staatsexamen gequält.

Willkommen in der Realität! ;-)

DKor{een-xxx


Was man in der Realität tun muß, kann man doch auch schon während des Studiums in Erfahrung bringen.

Es gibt doch z.B. Internet, ältere Semester, etc., etc.

Da ist halt Eigeninitiative gefordert.

Das ist aber in allen Fächern so.

dhke;st


Das kommt raus wenn man die Lehrerausbildung wie ein wissenschaftliches Studium organisiert.

Ich würde mir wünschen dass sich das irgendwann mal ändert, diese Ausbildung muss nicht an der Uni stattfinden meiner Meinung nach.

Aber sonst ist es natürlich in allen Bereichen so, grundsätzlich ist die Uni ja nicht da um auf einen Beruf vorzubereiten, sondern um auf wissenschaftliche Forschung und Arbeit hinzuführen.

Daher macht es meiner Meinung nach auch keinen Sinn die Lehrerausbildung so zu organisieren.

Eghemadliger7 Nut`zer (#32x5731)


Praxisschock gibt es in jedem Beruf. Es ist ja auch nicht die Aufgabe der Uni dich auf die Realität vorzubereiten, sondern dir einfach das theoretische Wissen zu vermitteln.

Für die praktische Ausbildung und das wirkliche Leben ist dann dann das Ref da, oder bei den Medizinern das PJ.

Die Uni kann unmöglich das leisten was du von ihr erwartest ....den direkten Kontakt zum Beruf und dem wirklichen Leben bietet nur eine Ausbidlung, dafür ist ein Studium auch ein Studium und man lernt selten das was man hinterher wirklich braucht an der Uni, weil es einfach Theorie ist

E-hemaBli>gerg Nutzerm (#342x5731)


Praxisorientierter sind da wohl die PHs, aber die gibt es nun mal nur in BW ....

e`lzawmar


ich glaube nicht, daß das an jeder uni so ist – lehramtsstudierende freunde von mir hatten ausführlich alles mögliche zum thema unterrichtsplanung und ich meine sogar, den begriff bereits gehört zu haben.

hilft dir jetzt aber auch nicht weiter ":/

von realitätsschock würde ich da aber nicht sprechen; schließlich handelt es sich bei dem nich vermittelten stoff um basisfomalitäten, nicht um praktischen alltag, der schwer vermittelbar gewesen wäre.

W-ateDrlix2


Ich lerne auch grade schwerpunktmäßig Phasierung für meine Abschlussprüfung (mit Absicht, ich wollte mal was "Nützliches" als Schwerpunkt haben...) und mir ist auch grad aufgefallen, wie wenig wir eigentlich gelernt haben. Auch im Praktikum habe ich halt nach einer allgemeindidaktischen Phasierung geplant, obwohl das gar nicht passte, wie ich jetzt festgestellt hab und mir hat das da auch kein Mentor mal gesagt, dass es noch andere Modelle gibt. Finde ich eigentlich blöd... mir dann zwar zu sagen, dass es nicht so guter Unterricht ist, aber mir null Einblick zu geben, warum nicht.

Bin nun zu einem Schluss gekommen: belies dich selber, sonst bist du verlassen... :=o

Praxisschock gibt es in jedem Beruf. Es ist ja auch nicht die Aufgabe der Uni dich auf die Realität vorzubereiten, sondern dir einfach das theoretische Wissen zu vermitteln.

@ Mellimaus:

Das ist ja keine Praxis, was die TE hier bemängelt, sondern ganz theoretisches Wissen. Es geht einfach um Modelle, wie man den Unterricht plant. Im Ref oder Praktikum heißt es: "halte Unterricht". Es gibt aber Regeln, wie man den plant und die sollte man schon an der Uni mal lernen. Habe da nur eins gelernt und das passt überhaupt nicht zu jedem Stoff. Da gibts dann andere Modelle, die wie Arsch auf Eimer passen. Wieso bringt man mir dann nur eins bei und lässt mich denken, das sei so "normal" und ein anderes gäbe es nicht? ":/

C!olibdrxi_


Willkommen in der Realität.

Schon mal was von der Überlebensphase gehört?

j#ustW_loo9kixng?


Andere Ausbildung bei mir, aber der Name Hilbert Meyer, da zieht es mir die Grausperlen auf. Ich habe den sehr wohl gelernt und mMn meine Planungen auch in seinem Sinne geschrieben und trotzdem wurde zum Teil ziemlich daran rum gemäkelt. Seitdem bin ich auf den Mann nicht mehr so gut zu sprechen lol.

Setz dich vielleicht mal mit anderen Refs zusammen, teilt euch das ganze etwas auf und dann im Sinne von "Expertenrunde" Aufklärung der anderen. Dann muss sich nicht jede/r durch das ganze Werk kämpfen.

Stunf~lowecr_x73


Bin nun zu einem Schluss gekommen: belies dich selber, sonst bist du verlassen...

Ja. Studieren ist halt mehr, als genau die angegebene Prüfungsliteratur – und NUR die – zu lesen/lernen. Ich hab' nach meinem Studium selber an der Uni unterrichtet und musste mir dafür selber noch einiges anlesen. Und leider auch feststellen, dass diese "universalen" Lerntechniken bei Studenten auch untergehen. Da geht's (leider auch systembedingt) nur noch um Prüfungen und Noten, aber immer weniger um die eigene Auseinandersetzung mit dem Fach an sich.

Wobei ich auch sagen muss: Will man am Ball bleiben in seinem Fach, muss man eben IMMER weiter lernen & lesen. Und man lernt im Studium doch v.a. auch, WIE man das eigenständig macht.

m"arixposa


Willkommen in der Realität! ;-)

Dem kann ich mich nur anschließen.

Hilaria, Du hast auf der Uni schließlich Fächer studiert und nicht Lehrer. Die Universitäten sind keine Studienseminare – sei froh darum, sonst würde man die Referendarzeit auch noch aus Kostengründen abschaffen.

Mit welchen Erwartungen bist Du denn an die Sache herangegangen? Ich habe mich schon etwas gewundert darüber, dass Dich das modische Outfit als Referendarin so sehr beschäftigt.

Ansonsten: da mussten alle durch... :)*

j#uli(blumxe


Willkommen in der Realität! ;-)

... und auch von mir viel Energie und Durchhaltevermögen, du schaffst das schon @:) !

HAeleonaLoove


Ja, das ist schade, dass die Universität mehr Theorie als Praxis bietet. Ist aber nicht in allen Lehramtsfächern so. Meine Schwester hat Sonderpädagogik für schwererziehbare Schüler und Schüler mit Lernschwierigkeiten studiert. Da war Unterrichtsplanung, Unterrichtsvorbereitung – insgesamt die ganze Didaktik-Thematik wesentlich wichtiger als das Lehrfach wie Mathe.

An was für einer Schule bist du denn? Realschule, Gymnasium? Da geht es leider v.a. darum, dass du am Ende des Jahres deinen Lehrplan durchgezogen hast.

Du hast doch bestimmt einen Betreuungslehrer? Verstehst du dich mit ihm und kannst ihn um Hilfe bitten? Gibt es viell. andere Referendare oder Lehrer an deiner Schule, mit denen du dich noch austauschen kannst?

Jedenfalls viel Glück und Durchhaltevermögen für dein Referendariat! :)z

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH