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Muss mich entscheiden! Medizin oder Pharmazie?

C`lal4alaxla


@ Sunflower

Darf ich dich fragen was du denn jetzt machst?

Ich bin auch immer wieder am überlegen ob ich mir das wirklich nochmal antun will. Aber anfangen zu arbeiten würde ich nach dem Bachelor sowieso nicht und ich bin dann auch erst 23. So manch einer wartet da ja länger auf den Platz.

Und dazu, dass nicht mehr so viel in der Klinik arbeiten wollen. Tjaaa da müsste man sich mal überlegen, unter was für Arbeitsbedingungen man arbeiten muss, besonders in der Anfangszeit. Forschung ist auch kein Zuckerschlecken aber schon ein anderes Kaliber. Ich denke der Ärztemangel kommt auch daher, dass Leute abwandern in Länder die eine bessere Arbeitsbedingung bieten. Ich glaube GB war da ganz heiß und auch die Skandinavischen Länder.

dlummgschmarDrer74


Was mich wiederum bei Pharmazie stört, ist, dass es weniger in Richtung Körper geht, sondern nur um punktgenaue Entwicklung von Substanzen; außerdem haben manche Pharmakonzerne einen sehr schlechten Ruf, ich möchte nicht Teil eines riesigen Geldapparates werden.

naja, das klingt ja gerade, als ob du in die eentwicklung von b-waffen gehen wolltest... teil eines geldapparates zu sein klingt für mich nicht schlecht, sondern gut. *geldspeicher bau*. aber frauen ziehen ja im allgemeinen schlecht bezahlte bereiche vor ]:D :-p

kmalla


Ich habe bei mir an der Uni in wirklich vielen Abteilungen Ärzte kennengelernt, die Projektleiter sind. Und die anderen Mitarbeiter (größtenteils Doktoranden aus Biochemie) haben gejammert, dass die Konkurrenz so groß ist und am Ende die Mediziner die Führungspositionen bekommen.

Lustig, angeregt von diesem Faden hier hatte ich heute mit meinen Kollegen ein Gespräch darüber, ob sie im Laufe ihrer Karriere schon öfters Kontakt mit Medizinern in der Forschung hatten. Der Grundtenor recht einstimmig, dass sie wenige bis keinen Arzt in der Forschung kennen und das gebrauchte Chemiewissen kaum vorhanden ist. Das kommt dann wohl immer drauf an in welchem Institut man ist, denke ich. Vielleicht ist ein Med-Chef, Med- Projektleitern positiver gesinnt als anderen keine Ahnung :-)

C&la3lalaxla


@ Kalla

Das ist natürlich supi zu hören, wenn ich bedenke das mein Studium komplett auf medizinische Forschung ausgelegt ist und wir nur ein Semester Chemie zusammen mit den Medizinern hatten :)=

Liegt aber vielleicht auch am Forschungszweig. Bis jetzt musste ich mein chemiewissen in Praktika nicht unter Beweis stellen - zum Glück.

Ich glaube die Grundaussage ist, dass man mit Medizin dich nicht stur für die Klinik entscheidet, sondern auch andere Wege offen sind.

NLadLi2x22


Oft muss man erstmal anfangen zu studieren, um zu wissen, ob einem das liegt oder was daran einem gefällt.

Das finde ich auch. Am besten einfach in die Vorlesungen reinsetzen, und das ganze live miterleben. In den Schulferien ist ja meistens noch Vorlesungzeit. Vor allen der Übungsbetrieb wird oft unterschätzt. Plötzlich muss man Sachen innerhalb einer Woche lernen, und hat nicht mehr die Zeit bis zur Klausur, wie in der Schule. An der Uni muss man sich bei sehr vielen Fächern für die Klausur qualifizieren, sprich Vorrechnen, Vortrag usw. (ich kenne es nur von Mathe und Bio). Das war für mich das Gewöhnungsbedürftigste.

L\ocla2x010


Meine Erfahrung ist nur die, dass ich es immer noch bereue nicht Medizin studiert zu haben. Hab allerdings auch nicht Pharmazie studiert. Es wäre einfach mein Traumberuf gewesen-das Einzige was mich damals in meiner jugendlichen Dummheit davon abgehalten hat war die lange Studiendauer.

B<a4texr W.


Ist die Arbeit in einem Pharmaziekonzern eigentlich moralisch vertretbar?

Selbstverständlich. Was ist daran denn anrüchig?

Wir alle wollen im Krankheitsfall doch mit den bestmöglichen und wirksamsten Medikamenten behandelt werden, auf dem jeweils neuesten wissenschaftlichen Stand.

Und dazu brauchen wir nun mal eben eine Pharmaindustrie, welche eine der Säulen unseres Medizinbetriebes ist.

SGunfl7owerx_73


Naja, medizinische Forschung ist ja nicht nur Labor & Chemie. Aber genau das macht das Studium so interessant. Was ist mit den Chirurgen/Orthopäden, die an Knorpelzellen forschen (im Labor?). Was mit dem Neurologen, der mit Schneckenneuronen arbeitet? Dem Psychiater, der an Tiefenhirnstimulation via MEG forscht?

Es geht nicht immer nur um Forschung auf zellulärer/pharmakologischer Ebene. Und in diesen ganzen genannten Bereichen gibt's die Optionen fast nur für die Mediziner. Da gibt's mal einen Biologen, Chemiker oder Physiker im Team (oder einen Informatiker, gerne bei den fMRT-Studien). Aber letztlich sind das alles medizinische Forschungsgebiete, wo z.T. kaum oder gar kein Patientenkontakt mehr besteht.

Vielleicht muss man da mehr differenzieren, um welche Art von Forschung es sich handelt.

Ethik:

Als Veganer sollte man sich andere Berufsziele setzen. Forschung zum Wohl des Menschen ist einerseits ethisch-moralisch immer vertretbar, andererseits wird ein gewisser Preis gezahlt (Versuchstiere,...). Das sollte man sich vor Augen führen. Und dass Pharmafirmen gerne lukrative Bereiche erforschen und nicht gerade die Krankheit, an der nur 1000 Leute weltweit leiden, auch. Das machen dann eher die Klinik-Forscher. Da gibt's dann letztlich auch Ethik-Kommissionen, die Forschungsvorhaben am Menschen absegnen müssen.

Wiatertlix2


Also na klar – eine Woche vor der Prüfung, aber dann geht es eher nicht ums Verstehen oder um die Freude an der Sache, sondern eher darum wie man mit wenig Wissen möglichst viele Fragen richtig kreuzt.

Ja klar, so ist es ja eigentlich bei allem, was so Nebenfächer bei Medizin sind. Aber ist das bei Pharmazie dann nicht irgendwie fast genauso? Wenn man Spaß und Interesse an Chemie hat und sich tiefgründig dafür interessiert, dann sollte man wohl am besten Chemie studieren, oder? ":/

Ansonsten ist das mit dem Lernen und auf Lücke lernen glaub ich in jedem Fach so. Man wird grundsätzlich immer total erschlagen. ;-D

bnlfadex19


Ja klar, so ist es ja eigentlich bei allem, was so Nebenfächer bei Medizin sind. Aber ist das bei Pharmazie dann nicht irgendwie fast genauso? Wenn man Spaß und Interesse an Chemie hat und sich tiefgründig dafür interessiert, dann sollte man wohl am besten Chemie studieren, oder?

Das ist bei Pharmazie schon anders, weil Pharmazie eigentlich ein Teilgebiete der Chemie ist, sodass man relativ viel Chemie macht. Abhängig von der Uni gleicht ein Pharmaziestudium in den ersten Semestern relativ stark einem Chemiestudium. Außerdem ist die Methodik praktisch identisch. Man nutzt z.B. die gleichen analytischen Methoden. Erst wenn es darum geht Schwerpunkte zu setzen, kommt es eben je nach Spezialisierung zu größeren Unterschieden.

Bei einem Medizinstudium ist Chemie tatsächlich nur ein Nebenfach und man lernt quasi nicht wirklich etwas. Praktisch reicht es später um eine Eppendorfpipette in einem mikrobiologischen Labor zu schwingen oder mal einen Puffer anzusetzen, wenn man dort promovieren möchte. In der Theorie ist es auch nicht viel mehr, zumindest was reine Chemie angeht, eventuell bekommt man noch etwas chemisches Wissen durch andere Vorlesung mit, wie Toxikologie oder Mikrobiologie.

Letztendlich ist es eine Frage der Spezialisierung und woran man tatsächlich irgendwann einmal forschen/arbeiten möchte. Deswegen würde ich, wenn ich mich tatsächlich für ein speziellen Bereich interessiere mal schauen was die jeweiligen Koryphäen studiert haben um dort hinzukommen.

SFunfklowe7r_73


Man sollte allgemein aber auch nicht vergessen, dass eien ein Studium und Grundkenntnisse in manchen Bereichen halt auch dazu befähigen, sich eigenständig weiter einzuarbeiten. Ich musste mich bspw. in fMRT und die Programmierung auch einarbeiten, ohne Informatik studiert zu haben. Ich musste meine Vertiefung im Suchtbereich und Funktionsweise von Medikamenten auch entwickeln basierend auf Physiologie-Vorlesungen aus dem 1. & 2. Semester. Und und und. So ist es doch letztlich mit jeder Vertiefung/Spezialisierung. In KEINEM Fach (und auch nicht im Medizinstudium) bekommt man ALLES vermittelt, was es in dem Fach gibt.

Wenn man eben nicht nur auswendig lernt, sondern auf Verständnis, dann kann man sich vieles selber erarbeiten. Mit entsprechender Motivation und Notwendigkeit.

wkat<lux*id


Dankeschön Leute!

Ich sehe, die meisten sind sich einig mit Medizin.

Heute war ich in Zürich und habe ein Labor besucht, in dem sie klinische Untersuchungen gemacht haben, und das war verdammt interessant. Ich glaube, ich werde tatsächlich auf dem Pfad bleiben – das ist wahrscheinlich wirklich das, das am besten zu mir passt.

Vielen, vielen Dank für eure Ratschläge! Das hat sehr geholfen.

In Liebe, eure watluxid :-)

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