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Betrüger im Studium – wie damit umgehen?

b_ruxma hat die Diskussion gestartet


Hallo,

eine Freundin von mir hat ein Problem in ihrem Studium, was sie sehr belastet. Da ich auch keinen Rat weiß, würde ich gern hören, was ihr dazu sagt und ob jemand von euch vielleicht eine gute Lösung kennt.

Meine Freundin studiert an einer kleinen Hochschule im zweiten Semester.

Bei Ihren Kommilitonen scheint es üblich zu sein, in den Prüfungen zu betrügen (Spickzettel, Handy usw.). Woher sie davon weiß? Weil diese Studenten ganz offen mit ihren Betrügereien umgehen und sie es auch mitbekommt.

Meine Freundin möchte natürlich keine Petze sein, findet es aber zunehmend unfair, dass die anderen Studenten damit durchkommen und somit am Ende tlw. bessere Noten erreichen als sie, die sehr viel lernen muss und nie betrügt. Leider bildet sie damit auch eine Ausnahme, es gibt nur vereinzelt Personen, die ebenfalls nicht betrügen. Sowas demotiviert natürlich stark...

Wie kann und sollte man mit Betrügern im Studium umgehen?

Antworten
NHovaQ 201x4


Ignorieren. Auch wenn es schwer fällt.

uOp9ela


Aus Dozierendensicht zweierlei: 1. Gute Spickzettel zu schreiben ist an sich schon ein Lernprozess. Mit schlechten kommt man eh nicht weiter. Deshalb sind Spickzettel nicht per se verdammenswert. 2. Wofür studiert deine Freundin, für die Noten oder für sich? Wer spickt, betrügt doch nur sich selbst, was regt sie sich auf? Ausserdem können exzellente Leistungen auch ohne Spick erbracht werden. Sich rausreden, dass man nicht so gut ist, weil man nicht spickt, also ich weiss nicht...

RFhelixa


Dann hat die Hochschule ein Problem, wenn sie sich dem nicht annimmt. Sowas kann sich schnell herumsprechen, mit der Folge, dass die Absoventen nicht ernst genommen werden.

Wir werden da strenger "überwacht" und es sind auch schon einige durchgefallen. Bei mehrmaligem Täuschungsversuch fliegt man. Finde ich auch richtig so.

Petzen würde ich nun nicht.

MPathLiludax1


War bei mir im Studium auch üblich und ich habe an einer renommierten Uni studiert. Warum auch nicht?

B7irnbau`m8x7


Sowas demotiviert natürlich stark...

Finde ich eigentlich nicht zwangsweise. Wenn es mir um die Sache an sich geht und nicht darum, besser als andere zu sein, kratzt einen das doch wenig. ;-)

S-ilbTermo9ndavuxge


Wenn deine Freundin studiert hat sie sicherlich Abitur ? Und in den ganzen 13 (oder 12) Schuljahren hat niemand je einen Spickzettel geschrieben ? Oder hat sie das da nicht so eng gesehen ?

Wenn die "Betrüger" zu offen rumprahlen dann wird es irgendwann auch einem Prof zu Ohren kommen...

A9iyanxa89


Wenn man aufhört sich ständig mit anderne zu vergleichen und messen zu müssen, kann einem das egal sein. ;-)

bZru/ma


Ignorieren ist gar nicht so einfach, wenn es einem die Mitstudenten dauernd unter die Nase reiben, wie sie schon wieder betrogen haben. Auch bei Gruppenarbeiten, wenn die anderen teilweise Plagiate verwenden und sie mit ihrem Namen die eigenständige Erstellung erklärt, hat sie ein sehr schlechtes Gefühl.

Bisher versucht sie es aber so...

Ich versuche sie damit zu trösten, dass die anderen dann in der Praxis ggf. versagen werden, wenn sie nur durch Betrug bestanden haben. Aber trotzdem bleibt das Gefühl der Ungerechtigkeit.

Dann hat die Hochschule ein Problem, wenn sie sich dem nicht annimmt. Sowas kann sich schnell herumsprechen, mit der Folge, dass die Absoventen nicht ernst genommen werden.

Das habe ich mir auch schon gedacht...

Sich rausreden, dass man nicht so gut ist, weil man nicht spickt, also ich weiss nicht...

Sie lernt viel und hat gute bis sehr gute Noten.

Ich kann auch die Rechtfertigungen des Betrugs nicht verstehen. Der Sinn einer Prüfung besteht ja nicht darin, rauszufinden, wer den besten Spickzettel hat?

OIrakngeChaonyoxn


Wie kann und sollte man mit Betrügern im Studium umgehen?

Mal aus der Sicht eines Spickzettelnutzers: ;-D

Beim Schreiben derer bleibt oft mehr hängen, als bei jeglichem anderen Lernprozess und wenn es gut gemacht ist und nicht auffällt, warum nicht? Die Konsequenzen müssen die Betroffenen sowieso selbst tragen, sollten sie erwischt werden.

Eifersucht auf bessere Noten kann ich auch nicht nachvollziehen.....es steht deiner Freundin frei, mehr zu lernen und auch gute Noten zu schreiben.

Ich behaupte sogar, dass Schummler im Berufsleben erfolgreicher sind. ]:D

Womit ich mich soeben selbst zum Abschuss freigegeben habe .... ;-D

kaleiner_:drachexnstern


Ich finde das auch nicht schlimm!

Hat man nicht gelernt nützt einem auch der beste Spickzettel nicht, weil da niemals der gesamte Stoff eine Uniprüfung draufpasst, sondern nur Stichpunkte.

Außerdem ist, wie schon gesagt wurde, das Schreiben eines guten Spickzettels die beste Lernübung überhaupt, weil man sich auf das Wichtigste konzentrieren muss und das ist eine gute Abstraktionsleistung. Kreigt man die nicht hin, nützt auch der beste Spickzettel nichts.

Aber mir kommt es eher so vor, als würde deine Freudin einen Sündenbock für ihre eigenen, eventuell nicht so tollen (??? ??? ???) Leistungen suchen. Nach dem Motto, ich bin ja die einzige Ehrliche, die anderen sind ja nur besser, weil sie "betrügen". Kann das sein ???

A_iyanxa89


Ich versuche sie damit zu trösten, dass die anderen dann in der Praxis ggf. versagen werden, wenn sie nur durch Betrug bestanden haben.

Schlechter Trost. Die Erfahrung lehrt einen, dass Betrüger im Leben oft weiter kommen als die ehrlichen Menschen. Ellbogenmentalität zahlt sich oft mehr aus als Teamgeist und Zusammenhalt. Die werden nicht erwischt.

Ich spicke nicht. Auch wenn ich dadurch einen Nachteil habe. Warum? Weil ich mir morgens selbst in den Spiegel schauen will und mich selber mögen will. Für mich sind Ehrlichkeit, Offenheit und Fairness wichtige Prinzipien. Danach lebe ich. Und ich würde mich selbst verraten, wenn ich anfange zu lügen und zu betrügen. Außerdem möchte ich stolz auf meine Noten sein können. MEINE Noten, nicht Noten, die ich abgeschrieben habe.

Jeder mag es so handhaben wie er will. Ich verpfeife niemanden. Aber wer betrügt, verliert in meinen Augen an Respekt.

b6rumxa


Aber mir kommt es eher so vor, als würde deine Freudin einen Sündenbock für ihre eigenen, eventuell nicht so tollen (??? ??? ???) Leistungen suchen. Nach dem Motto, ich bin ja die einzige Ehrliche, die anderen sind ja nur besser, weil sie "betrügen". Kann das sein

Nein. Ihre Noten waren im ersten Semester gut bis sehr gut.

Diese "Spickzettel" bestehen übrigens teilweise aus sämtlichen Unterlagen des Semesters inkl. Übungsaufgaben mit Lösungswegen, die mit dem Handy abfotografiert und auf dem Klo nachgelesen werden. Besondere Leistung steckt da nicht immer dahinter.

Wenn deine Freundin studiert hat sie sicherlich Abitur ? Und in den ganzen 13 (oder 12) Schuljahren hat niemand je einen Spickzettel geschrieben ? Oder hat sie das da nicht so eng gesehen ?

Bestimmt kam das auch in der Schule vor. Aber da wurde damit nicht so selbstverständlich umgegangen wie zurzeit. Die Möglichkeiten haben sich mit Smartphones auch verändert.

Finde ich eigentlich nicht zwangsweise. Wenn es mir um die Sache an sich geht und nicht darum, besser als andere zu sein, kratzt einen das doch wenig.

Stimmt. Wie gelangt man zu dieser Gelassenheit, wenn man das Gefühl hat, man sei der einzige ehrliche Mensch weit und breit? %:|

N/ova 2I01x4


Aber trotzdem bleibt das Gefühl der Ungerechtigkeit.

Ungerechtigkeit ist eine Tatsache, mit der wir leben müssen. Der Ruf nach Gerechtigkeit ist heute obligatorisch, aber ebenso wirksam wie der Anspruch, dass nur die Sonne scheinen möge. Es kommt auf den Umgang damit an.

Auch die Prahlerei stört nicht alle gleichermaßen. Vielleicht kann sie sich eine andere Art des Umgangs damit zulegen: In ein Ohr rein, zum anderen raus?

L$o"laXx5


Für Schummeln bis zum Abiturr habe ich noch ansatzweise Verständnis. Auch wenn ich selbst es selten und zum letzen Mal mit 13 mit ein paar Latein-Vokabeln gemacht habe.

Warum man sich an der Uni immer noch so verhält, verstehe ich nicht. :|N Dann soll man das mit dem Studium eben lassen, wenn man nichts lernen will... %-|

Was die Reaktion auf das Schummeln/Betrügen der anderen geht, würde ich differenzieren: Bei den Prüfungen wäre es mir mehr oder weniger egal. Sollen sie machen, was sie nicht lassen können. Aber bei schriftlichen Arbeiten und Plagiaten würde ich es nicht tolerieren und decken. :|N Das geht zu weit! In der Gruppenarbeit würde ich fordern, dass auch die anderen in der Gruppe sich an die wissenschaftlichen Standards halten. Und wenn ich von Plagiaten etwas mitbekommen hätte, hätte ich das durchaus gemeldet.

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