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Kompletter Neuanfang nach Studium

caleabeg0innt hat die Diskussion gestartet


Hallo an Alle,

ich bin neu im Forum und hoffe auf Rat. @:)

Ich stehe kurz vor Abschluss meines Studiums (WiWi). Ich wünsche mir nichts sehnlicher als fertig zu werden und endlich zu arbeiten. Das Problem dabei: Die Berufe für die ich mich jetzt so lange und mühsam qualifiziert habe, will ich nicht mehr ausüben.

Je mehr Zeit vergeht, desto mehr habe ich das Gefühl in eine völlig falsche Richtung zu laufen. Eigentlich habe ich schon gleich zu Beginn den falschen Weg eingeschlagen. Mehr und mehr entferne ich mich von den Inhalten des Studiums und den Zielen die ich mir für den Berufseinstieg gesetzt hatte.

Latent begleitet mich dieses Gefühl schon mein ganzes Studienleben. Ich hatte nie den Mut mir die Zeit zu nehmen, um herauszufinden was ich wirklich will. Einerseits wollte ich nicht die Rolle des modernen Jammerstudenten annehmen, der zu viele Ansprüche an Job und Arbeitsleben stellt. Andererseits hatte (habe) ich Angst vor dem Ergebnis einer eingehenden inneren Recherche.

Vielleicht ist der Punkt an dem ich jetzt stehe die logische Konsequenz aus der Unterdrückung meiner Bedürfnisse. Da ich eine relativ gute Studentin war, fiel es mir leicht mir einzureden ich sei schon auf dem richtigen Dampfer.

Die Wahrheit ist: Alles in mir schreit STOP! Ich bin seit Jahren todunglücklich. Meine innere Stimme lässt sich nicht länger unterdrücken. Ich muss mich wohl von der vermeintlichen Sicherheit einer halbwegs vorgezeichneten Laufbahn verabschieden.

Stattdessen will ich mich auf die wohl spannendste Suche meines bisherigen Lebens begeben.

Wie gehe ich denn jetzt am besten vor? Wie finde ich den "richtigen" Weg? Wie finde ich heraus, ob ich lieber Ingenieurin, Modedesignerin oder Köchin sein will?

Ich würde mich über Erfahrungsberichte von anderen, die sich noch einmal völlig neuorientiert haben freuen; entweder in einer ähnlichen oder einer völlig anderen Lebensphase.

Vielleicht auch Zuspruch und Mutmacherei. Realistische Einschätzungen und Kritik. Alles ist willkommen.

Danke :-)

Antworten
csleabQeginnnt


Kleiner Zusatz:

Ich bin 27 und fühle mich irgendwie auch zu "alt" für ein neues Studium. {:( . Nochmal 5-6 Jahre ohne geregeltes Einkommen? Ich weiß nicht...

Eyiswü<rfelcxhen


Hallo :)

Deine Frage interessiert mich auch :)

Ich selbst studiere an einer technischen Universität. Ich kann gut rechnen und liebe Physik, Chemie, auch Biologie und alles was mit Technik zu tun hat und studiere eigentlich mein Traumfach. Aber wo ich mich in fünf Jahren sehe nach Beendigung meines Studiums weiß ich beim besten Willen nicht.

Ich könnte mich genauso gut als Bäckerin sehen, in einem kleinen Café. Ich liebe backen. Aber wahrscheinlich würde es mir selbst keinen Spaß machen, wenn ich es täglich müsste. Auch hatte ich überlegt mal in einer Werkstatt für Zweiräder zu arbeiten. Den ganzen Tag schrauben. Auch das stelle ich mir spannend vor. Aber was ich nun wirklich will? Keine Ahnung. Hatte schon überlegt abzubrechen. Aber jeder andere Studiengang, den ich wählen würde, wäre auch eher technisch. Wobei mich auch Politik und Geschichte und Kulturen, aber auch Musik sehr interessieren.

Ich selbst mache gerne hier und da Praktika, das diese eine gute Orientierungsmöglichkeit bieten. Momentan eher noch fachspezifisch. Aber auch schon in anderen Bereichen (Altenheim, Stadt, Architekt, Krebsforschungszentrum) hab ich früher Praktika absolviert.

Vielleicht wäre es schön nach der ganzen Lernerei einfach erstmal zu verreisen, das hab ich mir fest vorgenommen für nach dem Studium. Und vielleicht ergibt sich da die Möglichkeit noch mal bei ein paar Gelegenheitsjobs in den ein oder anderen Beruf hinein zu schnuppern und sich bewusst zu machen, welche Vor- und Nachteile dieser Beruf mit sich bringt.

Viele Grüße :)

Asiyanxa89


Ich habe mich bereits schon 2 Mal umorientiert.... das erste Studium im 1.Semester abgebrochen und dann eine abgeschlossene Ausbildung im Hotelfach draufgesetzt. Aber niemand bekommt mich mehr in die Gastronomie, wenn ich nicht unter akuter Geldnot leide. Jetzt studiere ich was völlig anderes im 2. Semester und bin das erste Mal richtig glücklich mit meiner Entscheidung. Bis ich wirklich ein geregeltes Einkommen haben werde, da werde ich auch erst 32 sein.

Du bist 27, beende dein Studium, dann hast du wenigstens was "in der Hand". Bist du dir sicher, dass du mit WiWi nichts für dich anfangen kannst? Das ist ja eigentlich ein Studiengang der unglaublich viele Berufswege zu bieten hat danach. Es muss ja nicht unbedingt ein Beruf sein, den 20 % der anderen ebenfalls wählen, sondern fernab der ausgetretenen Wege...

Wenn du wirklich keine andere Lösung siehst und du es dir finanziell noch irgendwie leisten kannst: Dann mach was anderes. Zufriedenheit ist unbezahlbar. Und wir werden noch lange genug bis zur Rente arbeiten müssen.

Wie du es rausfindest? Das ist das Schwierige an der Sache. Ich habe selbst dafür 7 Jahre gebraucht und bin mehrmals auf die Nase gefallen, obwohl ich immer anfangs dachte "das ist es". Aber trotz aller Berichte, Internet und Bücher und Praktika: Wie die Realität am Ende aussehen wird, das ist was anderes. Ich habe damals alle Bücher zur Berufsfindung durchgewälzt, am Ende war ich so schlau wie vorher. Es war eher Glücksache, dass meine letzte Entscheidung wirklich die richtige war.

Sind das die drei Berufe die du aufzählst unter denen du dich entscheiden möchtest? Oder sind das nur Beispiele?

E#isw[ürpfel0chxen


Nachtrag: Vielleicht findest du irgendwas, dass mit deiner bisherigen Ausbildungen in vielen Bereichen übereinstimmt, oder das auf einen Teil aufbaut, sodass du vielleicht nur hier oder da noch mal einen Kurs belegen musst. Wirtschaftswissenschaften sind meiner Meinung nach ja schon recht vielseitig :)

ctleapbevginnxt


@ Eiswürfelchen

Spürst du einen Leidensdruck? Also geht es dir schlecht mit deinem Studium? Deine Beschreibung klingt ja eigentlich sehr zufrieden :-). Du liebst Naturwissenschaften, studierst etwas Technisches, ergreifst die Initiative...

Wie bist du denn an diese Praktika rangekommen als Fachfremde? Also vor allem Architektur und Krebsforschung? Einfach angerufen? ":/ Vielleicht sollte ich das sollte auch tun. Ich habe zwar schon viele Praktika absolviert aber alle in "meinem" Bereich. Die Zeit war immer ganz nett, aber hinterher konnte ich nur einen weiteren Haken auf der das-will-ich-NICHT-machen-Liste setzen.

Wie du habe ich auch viele Interessen. Herauszufinden, ob ich eins davon auch beruflich verfolgen will ist gerade mein Problem. %:|

cEleab2eginxnt


@ Aiyana89

Dieses "das ist es"-Gefühl kenne ich. Ich habe schon mal während des Studiums die Spezialisierung geändert, weil ich das für meine "Traumspezialisierung" hielt. Letztlich hätte wohl keine Spezialisierung der Welt den Nerv getroffen :-( Beenden werde ich das Studium aber auf jeden Fall.

Danach bin ich ein unbeschriebenes Blatt; eine leere Festplatte. :-|

Die Berufe sind willkürlich. Wobei der Bereich Design/Mode mich schon interessiert. Ob auch beruflich wäre herauszufinden ;-)

Ich glaube ich möchte etwas Praktisches, etwas Kreatives/Erschaffendes machen. WiWi ist vielfältig ja, aber eben auch sehr theoretisch....

AWiyanZa89


Auch wenn das nicht an mich adressiert war ;-) :

Wie bist du denn an diese Praktika rangekommen als Fachfremde? Also vor allem Architektur

Das war mein erstes Studium, was ich abgebrochen habe, davor habe ich ein 3 monatiges Praktikum gemacht (was ich übrigens super fand!) und da war ich "Nur" Abiturient: Ich habe einfach mir das Telefonbuch zur Hand genommen, dort angerufen (bei kleineren hat man eher eine Chance) und gefragt, ob das möglich sei. Habe viele Absagen bekommen und bei der ersten Zusage bin ich mit Kurzbewerbung einfach vorbeigelaufen. Der hat sich die aber kaum angeschaut, bisschen geredet und ich hatte die Zusage. War easy.

Wie du habe ich auch viele Interessen

Das ist auch mein Problem... schon immer gewesen. Ich interessiere mich für alles mögliche, aber für nichts "richtig". Andere brennen mit Leidenschaft für ein Thema, oder die Eltern haben den gleichen Beruf ausgeübt. Bei mir war alles "irgendwie interessant"

c<leYaPbegxinnt


Auch wenn das nicht an mich adressiert war

naja natürlich geht alles was ich schreibe an alle ;-) :)*. Okay dann werde ich das wohl auch probieren. Doch wo anfangen? ;-D

Andere brennen mit Leidenschaft für ein Thema

Das ist ein guter Punkt, der mich auch immer mal wieder traurig stimmt. Ich glaube nämlich, dass jeder für etwas brennen könnte, es aber erstmal finden muss. Und bei der Fülle an Möglichkeiten finden die meisten diese eine Sache eben nicht. :-/

l8oveabile<3


Ich stehe an deinem Punkt nur ein paar Wochen weiter ;-D Ich habe zwar nicht studiert, aber ein Beruf gelernt, den ich nicht mehr machen möchte, da es einfach nicht so wirklich meine Interessen entspricht. Stehe gerade so ein wenig in der Luft, da ich nicht weiß, was ich wirklich will. Ich kenn, dein Gefühl sehr gut und habe aber keinen guten Rat ;-D :)_

Kurze Frage, ist WiWi = Wirtschaftswissenschaften ??? ":/

A*iyanSa.89


Das ist ein guter Punkt, der mich auch immer mal wieder traurig stimmt. Ich glaube nämlich, dass jeder für etwas brennen könnte

Hat es mich auch damals. Aber am Ende kann man sich nur so akzeptieren wie man ist. Und eigentlich ist es doch auch eine gute Eigenschaft vielseitig interessiert zu sein und nicht einer dieser "Fachidioten" zu werden, die nur über das eine Thema reden können und vom Rest der Welt nichts wissen. Ich habe durch meine ganzen Umwege auch mal über den Tellerrand geschaut und immer wenn mir das Studium zu hart wird, weiß ich warum ich das tue. Das ich nicht dahin zurück will, wo ich gewesen bin, aber diese Erfahrung gut war. Ja ich bin sogar froh jetzt studieren zu dürfen...

Je mehr man für etwas brennt, desto eher ist die Gefahr "auszubrennen". Auch aus diesem Gesichtspunkt vielleicht nicht schlecht, wenn man das nicht tut.

Am Besten ist es, etwas zu finden, was einen glücklich macht. Man muss dafür nicht brennen mit aller Leidenschaft, aber zumindest nicht die Stunden bis zum Feierabend zählen.

Ich glaube bei der konkreten Suche danach wird dir niemand helfen können. Es gibt Hilfsmittel die du nutzen kannst, ob am Ende was dabei rauskommt: Ich wünsche es dir:

- Berufsberatung

- Berufstests

- Bücher zu dem Thema

- Praktika

- Im Freundes und Verwandtenkreis um Erfahrungen bitten

- Im Internet sich über verschiedene Berufe informieren

- Sich in andere Vorlesungen reinsetzen

- ins Ausland reisen und sich dann mit "mehr Zeit" darüber klar werden

Ich habe all das durch ;-D

c:lealbegYinxnt


Ich kenn, dein Gefühl sehr gut und habe aber keinen guten Rat ;-D :)_

geteiltes Leid ist halbes Leid! :)z In diesem Sinne ;-D :)_. Genau ich studiere Wirtschaftswissenschaften. Wie lange machst du deinen Beruf denn schon? Wenn du schon ein paar Wochen weiter bist, hast du schon eine ungefähre Ahnung was jetzt passieren soll?

Ich glaube bei der konkreten Suche danach wird dir niemand helfen können. Es gibt Hilfsmittel die du nutzen kannst, ob am Ende was dabei rauskommt: Ich wünsche es dir:

Ein Hilfsmittel ist ja auch die Diskussion hier ;-) . In andere Vorlesungen reinsetzen habe ich tatsächlich noch nie gemacht. Wie lange warst du denn im Ausland? Ich hab irgendwie auch Schiss vor der Lücke im Lebenslauf, wenn ich jetzt einfach mal gar nichts mache {:( |-o Dabei stelle ich dieses Durchstrukturierte, Geradlinige, diesen "roten Faden" momentan in Frage. Muss ich auch, wenn ich einen Richtungswechsel wagen will.

lxobveFablHe<x3


Ich habe MTRA gelernt. Habe ihn dann 4 Monate ausgeübt und einfach gemerkt, dass es das einfach nicht ist. Suchte dann eine Ausbildungsstelle, aber zu was? Irgendwie planlos gewesen. Jetzt suche ich erst einmal ein Nebenjob. Dann wird eine Berufsberatung statt finden und dann mal sehen, ob ich nächstes Jahr noch eine Ausbildung machen werde.

l5oveAablex<3


geteiltes Leid ist halbes Leid! :)z In diesem Sinne ;-D :)_.

Genau ;-D :)_ :)_ :)_

A`iyan0a8z9


Wie lange warst du denn im Ausland? Ich hab irgendwie auch Schiss vor der Lücke im Lebenslauf, wenn ich jetzt einfach mal gar nichts mache {:( |-o

7 Monate Backpacking durch Südamerika. Es hat zwar wegen der Berufswahl nichts gebracht, war aber eine der geilsten Zeit in meinem Leben, für diese Zeit ist mir jede "Lücke" im Lebenslauf das wert gewesen. Wenn man alt geworden ist und irgendwann mal im Schaukelstuhl sitzt (;-D), was ist dann schöner? Von solchen Reisen zu schwärmen und lächelnd davon den Enkelkinder zu berichten? Oder den Enkelkindern den perfekten Lebenslauf in die Hand zu drücken? :) Außerdem ist es nicht gar nichts machen... bei Personalern wurde ich übrigens wegen dieser Reise IMMER drauf angesprochen und es wurde noch nie negativ aufgenommen. Das Berufs- Hin und Her, ist dann eher ein Dorn im Auge. Aber nicht die Reise.

Mein Lebenslauf hat mir vielleicht die perfekte Karriere verwirkt, aber will ich das überhaupt? Will ich "Karriere" machen in einer der Top-Firmen mit 100.000 pro Jahr aber keine Zeit um das viele Geld auszugeben? Nein... Ja es ist vielleicht übertrieben diese Darstellung, aber ich denke du weißt was ich meine.

Ich habe keinen roten Faden. Mein Lebenslauf gleicht einem Zickzackkurs. Aber ich kann es nicht mehr ändern. Manche haben das Glück sofort das richtige zu finden, ich hatte es nicht. Die Alternative wäre gewesen, die anderen Berufe weiterzuverfolgen. Und ich bin froh, dass ich das nicht getan habe. Egal was für Nachteile daraus entstehen mögen.

Aber ich habe jetzt auch einen Beruf gewählt, wo es durchaus normal ist vorher was anderes gemacht zu haben.

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