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Mein tägliches Leid im Amt

n(oirdipc-hh


Ich verstehe Deinen Ärger und die Frustration durchaus und natürlich auch Deinen Wunsch befördert zu werden und mehr Geld zu verdienen. Ich haber aber auch den Eindruck, daß dieser Ärger und Frust in Dir inzwischen einen sehr hohen Stellenwert hat, daß er Dich zu sehr beschäftigt und Dich ein stück weit auffrißt und inzwischen zu dem wird, was Dich in einem solchen Maß beschäftigt, wie es das nicht sollte. Da Du das System aber nicht ändern wirst, hast Du exakt zwei Möglichkeiten, die da lauten "love it or leave it". Ich meine, daß es einen sehr hohen Wert hat, wenn man die tägliche Arbeit gerne macht und wenn man sie so gut macht, daß man selber damit zufrieden ist. Ich habe mir tatsächlich abgewöhnt, darauf besonders großen Wert zu legen, was andere über meine Arbeit denken, auch Vorgesetzte und wie sie diese beurteilen. Man bekommt so sehr viel Freiheit und auch Kraft sich auf das zu konzentrieren, wofür man jeden Tag arbeiten geht.

Auch gibt es jedenfalls in den Bundesverwaltungen eine ganze Menge an Entwicklungsmöglichkeiten; angefangen von Fort- und Weiterbildungen, Studium neben der Teilzeitarbeit, dem Aufstiegsverfahren in eine andere und höhere Laufbahngruppe, der Möglichkeit bundesweit dort hin versetzt zu werden wo man leben und arbeiten will und durchaus auch die Möglichkeit in eine andere Bundesverwaltung zu wechseln. Das schließt auch die Möglichkeit ein, die Tätigkeit in einer anderen verwaltung oder auch in der Wirtschaft auszuprobieren und trotzdem noch eine ganze Zeit lang zurück kommen zu können, wenn man das denn will. Ich meine, daß das eine ganze Menge an Möglichkeiten sind und daß dieses System seine Nach-, aber eben auch etliche Vorteile bietet.

BQüarostuhla;kroibatxin


@ nordic-hh:

NAtürlich macht mir meine Arbeit Spaß. Aber die tatsache dass meen Arbeit nicht gewürdigt wird bremst den Spaß schon ein wenig und ist auch sehr demotivierend. Mit ist klar dass ich 3 Möglichkeiten habe:

1. Kündigung

2. Bewerbung auf einen anderen Dienstposten und in ein anderes Aufgabengebiet

3. Es hinnehmen und überlegen ob es wirklich Sinn macht sich auch weiterhin so einzusetzen wie es in den letzten Jahren war.

Nr. 1 habe ich für mich mittlerweile vollkommen ausgeschlossen. Nr. 3 wäre eine Möglichkeit, aber ich denke über kurz oder lang würde mich das mehr belasten als mir helfen - ich bin eben ein eher ehrgeiziger und fleißiger Mensch und den ganzen Tag nur sinnlos rumsitzen und aus dem Fenster schauen ist einfach nicht mein Ding.

Bleibt also nur noch Nr. 2 und mit diesem Gedanken spiele ich auch schon sehr konkret. Natürlich wäre ich dann immernoch in ein oder derselben Verwaltung bechäftigt, aber ich denke die Beschäftigung mit einem neuen Aufgabengebiet in einer neuen Abteilung würde mir etwas Abstand zu der miesen Beurteilung schaffen. Weg wäre sie deshalb zwar nicht, aber ich würde nict mehr täglich daran erinnert werden wenn ich hier meine Arbeit mache.

Ich warte nun eigentlich nur noch auf eine passende Stellenausschreibung...

nIordiKc-hxh


Ich glaube daß da evtl. eine Ursache zu finden ist, denn es ist überhaupt nicht "natürlich", und im Gegenteil leider recht selten, daß die Arbeit einem so viel Spaß macht. Man sollte sich wenn es so ist ruhig desöfteren daran erinnern, denn daß es so ist hat einen hohen Wert und ist mir zumindest das Wichtigste an der Arbeit überhaupt.

Du schreibst weiter, daß die Möglichkeit unter 3. für Dich nicht in Betracht kommt. Das glaube ich auch, die "innere Kündigung" paßt nicht zu Dir und zu Deinem Charakter, so wie ich ihn einschätze; diese Möglichkeit würde Dich noch deutlich unzufriedener machen.

Die Möglichkeit unter 2. scheint mir da doch eine viel Bessere zu sein. Gleichwohl wirst Du auch dann Teil in einem System sein, das einen recht großen Stellenwert auf das bloße Lebensalter legt und nicht so sehr auf Leistung und Motivation. Deshalb meine ich, daß Du Dich ein Stück weit befreien solltest, so sehr auf Lob oder Rückmeldung von außen oder auch auf eine gute Beurteilung angewiesen zu sein. Ich glaube daß Du sehr gut weißt, daß Du gute Arbeit lieferst, daß Du motiviert bist und fleißig und daß Du selber mit Deinen Arbeitsergebnissen zufrieden sein kannst. Ebenso mit dem Inhalt der Arbeit. Ob das genügt, um Dich weiter zu motivieren, weiß ich natürlich nicht; ich behaupte aber daß das eine ganze Menge ist und daß Du Gefahr läufst, dauerhaft unzufrieden zu sein oder vielleicht sogar krank zu werden, wenn Du so sehr angewiesen bist und auch abhängig bist von Beurteilungen, auf die Du im Zweifel eher wenig Einfluß hast, schon wegen Deines Lebensalters. Was Du nicht ändern kannst, sollte auch nicht Deine Kraft binden und verschwenden.

C&oteSuauvxage


Finde ich gut, was nordic zu dem Thema schreibt.

Und zum Realismus gehört leider auch die Erkenntnis, dass du, wenn du jetzt in A9 bist, in dieser Laufbahn niemals "Karriere" machen wirst. Dazu bist du einfach zu tief unten eingestiegen, mal ganz knallhart gesagt. Eine Möglichkeit, bei der Kompetenz und Leistung gewürdigt werden, wäre dann noch der Aufstieg für dich. Aber auch das geht deutlich langsamer als wenn du gleich in der nächsthöheren Laufbahn angefangen hättest. Wäre aber immerhin ein Ziel für dich.

Rbeta:rderx59


@ Bürostuhlakrobatin,

Dein Thread läßt mich nicht los. Deshalb habe ich mich wieder angemeldet.

Deine Situation kenne ich zu gut.

In Deinem Alter war ich beim Bund als Zeitsoldat, nicht weil ich so gerne Soldat war, sondern weil ich mir gerade zum Ende meiner Lehre ein Auto gekauft hatte, was ich gerne behalten wollte und was ich mir mit den paar Kröten als Wehrpflichtiger hätte nicht mehr leisten können.

Und der "Barras" wollte mich unbedingt haben, also habe ich mir gesagt, na dann kannst du auch 2 Jahre machen und hast jeden Monat genug Geld. Merkst Du was.

Das erste was mir bei meiner Ankunft in Montabaur in der Grundi sofort aufgefallen ist.

Was sind das hier nur faule Menschen, speziell die Zivilangestellten in der Stov.

Ich muß dazu sagen, ich habe im Handwerk gelernt, da wurde nur nach Leistung abgerechnet.

Und wenn ein Geselle keine Leistung brachte, war dieser ganz schnell wieder weg vom Fenster. Da verstand der "Alte" kein Pardon. Der liebe Gott hab ihn selig.

Dann ging ich nach Jahren als mitarbeitender Meister zur Bahn. Weil die Kinder noch klein waren und wir Absicherung brauchten auch wegen der Hypothek fürs Haus und so.

Wieder das gleiche Spiel:

Die faulsten waren die verbeamteten Busfahrer. Wir Fahrer von der Billigtochter konnten oft genug für die Jungs die Arbeit mit machen, wenn die keine Lust hatten.

Nebenher habe ich bei der deutschen Post als Abrufkraft angefangen, weil ja die DB sooo gut zahlt.

Wieder das gleiche Spiel:

Die faulsten, die Radfahrer mit dem Posthorn hintendrauf.

Meine Erfahrung nach mittlerweile 39 Berufsjahren ist, es gibt keine Gerechtigkeit.

Und keiner will sie auch.

Deswegen nimm es einfach hin.

Wie die Vorschreiber schon schrieben, Du hast einen sichern Job. Du kannst sogar während der Arbeitszeit E-Mails schreiben, jeden Monat kommt pünktlich die Knete aufs Konto und gut.

Mach in Deiner Freizeit Dinge die Dein Herz erfreuen und laß Dienst Dienst sein.

Zuviel grübeln macht Dich nur kaputt und bringt Dich in keiner Weise weiter.

Das ist meine Meinung.

LG Retarder59

N~ovfa@ 20x14


Richtig. – Ich wäre allein über einen sicheren Job mit regelmäßigem Einkommen froh gewesen, der Schleudersitz in der freien Wirtschaft ist auch nichts, auf dem man sich sicher und wohl fühlen kann, Leistung hin oder her. Und die Selbständigkeit hat auch ihre nicht zu unterschätzenden Haken.

Fazit: Es gibt die idealen Stellen nur selten. Andere Vorteile wiegen durchaus die "langweiligen" oder "aussichtslosen" Jobs auf, wenn man den Focus vom Ehrgeiz abziehen kann. Sonst sollte man dem Ehrgeiz folgen, dann aber nicht jammern über dessen Nachteile.

Nach Gerechtigkeit fragt übrigens niemand, der sich eigentlich zu gut behandelt fühlt. ;-)

Ls.vanxPelt


1. Kündigung

2. Bewerbung auf einen anderen Dienstposten und in ein anderes Aufgabengebiet

3. Es hinnehmen und überlegen ob es wirklich Sinn macht sich auch weiterhin so einzusetzen wie es in den letzten Jahren war.

In Deiner Liste fehlt mir aber noch ein 4. und ein 5.!

Wie CouteSavage und nordic-hh schon schrieben: vielleicht könntest Du Deinen Ehrgeiz von der Beförderung entkoppeln, weil sie ja anscheinend nichts miteinander zutun haben. Das ist ja ungefähr so, als würde ich jeden Tag gewissenhaft meinen Teller leer essen, damit am nächsten Tag die Sonne scheint. Frustrierend, wenn's dann doch regnet. Daraus abzuleiten, dass ich nun nicht mehr meinen Teller leer esse, weil es ja sowieso nichts bringt, wäre aber nicht meine Natur. Ich esse meinen Teller leer, weil meine innere Einstellung nicht damit vereinbar ist, Lebensmittel wegzuwerfen.

Der Vergleich mag vielleicht in Deinen Augen hinken, weil Teller/Sonne ja nunmal gar nichts miteinander zutun haben. Aber so wie Du es beschreibst, verhält es sich ja genau so in Deiner Dienststelle: Leistung und Beförderungen stehen in keinem Zusammenhang. Kannst Du das nicht akzeptieren, ohne "innerlich zu kündigen"?

Du bringst Leistung, weil es Dir Spaß macht, weil Du es kannst und weil Du zufrieden mit Deiner Arbeit sein möchtest. Auf der anderen Seite bist Du in der beneidenswerten Situation "Sonderleistungen", die Dir nicht gut tun(wie z.B. ausufernde Überstunden) ablehnen zu können, ohne dass es Deinen Job oder Deine Laufbahn gefährdet. (Wieviele müssen sich kaputt arbeiten, damit sie nur den Status quo aufrecht erhalten können? Das von Dir erwünschte System geht nämlich auch gerne in die andere Richtung!)

Und Du bekommst ja Anerkennung und Lob – nur die Beförderungen schließt das nicht mit ein. Ist es nicht auch eigentlich toll, dass Du die (teilweise krankmachenden) Seiten der "Leistungs"gesellschaft ausblenden darfst und Dich einfach um gute Arbeit kümmern kannst? Wäre es wirklich schöner, so wie Du es Dir wünschst? Welche (nichtbedachten) Nebeneffekte gäbe es? Intrigen, Ellenbogenmentalität, Kollegen ausbooten,..., jeden Tag um Dich herum.

Und 5.: Schau' mal, welche Möglichkeiten Du hast, auf viel sinnigerer Ebene als des Konkurrenzdenkens ("ich bin aber viel besser/fleissiger/ehrgeiziger als mein Kollege"), Deiner Karierre auf die Sprünge zu helfen: z.B. über Weiterbildungen oder ein berufsbegleitendes Studium.

Aber löse Dich um Deiner selbst Willen von der Rechnung: Fleiß/Ehrgeiz = gute Beurteilung = Beförderung. @:)

Den Wunsch "mehr Geld" kann ich sehr gut verstehen. Das Gute ist doch, Du kannst jetzt schon genau gucken, wann Du Dir wa leisten können wirst, das ist doch ganz prima, wenn man an andere wichtige Bereiche denkt, wie z.B. Familiegründung. Und wenn das, was Dein jetziger Weg (zu festgelegten Zeiten) ergeben wird, nicht zufriedenstellend ist, wie gesagt: Weiterbildung.

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