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Berechtigte Angst vor Überforderung oder nur faul?

h[awke2ye0x07 hat die Diskussion gestartet


Hallo, bitte verzeiht mir, dass ich heute schon den zweiten Faden starte |-o

Also, wie man meinen diversen Fäden entnehmen kann, bin ich psychisch echt nicht auf der Höhe, leide unter Ängsten, Zwangsgedanken, Panik und und und. Nun habe ich endlich einen guten Therapeuten gefunden und mich auf die Therapie eingelassen. Doch bis Fortschritte zu erkennen sind, wird es dauern, eine Therapie greift nun mal nicht binnen einer Woche, so wie meine Eltern sich das wünschen %-|

Auf jeden Fall konnte ich trotz meiner Probleme Abitur machen. Gut, das Studium habe ich unter anderem deswegen wieder geschmissen, doch ich konnte trotz der Probleme ein Jahr arbeiten und habe meinen Traumberuf gefunden. es war zwar hart, doch ich habe es geschafft, worauf ich ziemlich stolz bin. Zudem konnte ich dank meines Therapeuten endlich wieder mein Hobby aufnehmen und intensivieren, was für mich sehr wichtig ist und auch therapeutischen Charakter hat.

Nun fange ich im September meine Wunschausbildung an und freue mich eigentlich sehr, denn ich liebe diesen Beruf x:) . Das Problem ist, dass die Ausbildung schulisch ist, ich also wieder von 8-16h zur Schule gehen werde. Geld gibt's natürlich auch nicht. Das war mir klar. Ich möchte eine gute Ausbildung machen, um dann auch einen guten Job zu finden. Zudem muss ich mich auf meine Therapie konzentrieren, was auch nicht ohne Anstrengung sein wird. Ich bin vollkommen bereit dazu, ich will endlich ein gesunder, sich normal verhaltender Mensch werden! Dazu noch mein Hobby, was auch zeitintensiv ist, jedoch wie gesagt, Therapiecharakter hat.

Eigentlich wäre ich die nächsten drei Jahre damit mehr als ausgelastet. Mein Therapeut nennt es ein straffes Programm, denkt aber, dass es machbar ist und mir gut tun wird, so lange ich mir nicht noch mehr zumute.

Während des letzten Jahres habe ich meist nur Teilzeit gearbeitet, daher habe ich mir einen Nebenjob gesucht. Eigentlich wollte ich den während der Ausbildung noch weitermachen, weil ich das Geld brauche. Doch mein Therapeut hält das für wenig sinnvoll und ich sehe das genau so. Die letzten Wochen hatte ich nur noch Alpträume deswegen. Ich habe so Angst, dass mir das mit dem Job alles zu viel wird und ich entweder meine Ausbildung oder meine Therapie vernachlässige. Ich bin ehrlich, ich bin nicht traurig, wenn der Job wegfällt, da er mich extrem stresst und unter Druck setzt.

Nun habe ich das mit meinen Eltern besprochen, weil es eben auch um finanzielle Dinge geht. Ich wohne noch zu Hause und das Kindergeld wird als Miete gerechnet. Ich hatte gehofft, dass ich, wenn die Ausbildung losgeht, wieder ein kleines Taschengeld bekomme, doch das möchten meine Eltern nicht. Sie meinen, ich solle arbeiten und den Nebenjob weitermachen, es wäre reine Faulheit, wenn ich diesen aufgeben würde.

Nun sitze ich hier und grüble. Ist es wirklich nur Faulheit, wenn ich den Nebenjob aufgebe und ich würde es auch mit Nebenjob alles schaffen? Oder ist meine Angst vor Überforderung gerechtfertigt? Was meint ihr?

Antworten
M5iqlVky_e7x7


naja du kannst es ja mal versuchen.

Wenn du nach 2 bis 3 Monaten merkst dass die Belastung zu hoch ist, dann kannst du den Nebenjob ja immer noch kündigen.

hOawkeyel0x07


Nee, das geht leider nicht. Entweder ich kündige jetzt oder ich halte ein Jahr durch, alles andere ist nicht möglich. Klingt seltsam, ist es auch, das waren aber die Bedingungen, als ich angefangen habe. Daher bin ich ja so verzweifelt. Bis Ende August muss ich es wissen.

Was sind denn eure Erfahrungen mit Vollzeitausbildung, lernen und noch Nebenjob, wenn man eh schon nicht "ganz normal" ist?

MVil"ky_je77


naja wenn du schon solche starken Bedenken hast dann lass es lieber bleiben mit dem Nebenjob.

Deine Eltern werden dich schon nicht verhungern lassen.

Auf Extras wie Kino, teure Markensachen usw. wirst du aus finanziellen Gründen dann wohl meistens verzichten müssen.

Aber die Ausbildung wird wohl eh jetzt für dich Priorität haben.

hRawk\eye-0x07


Kino oder Markenklamotten sind mir egal, darauf habe ich noch nie Wert gelegt. Ich habe das verdiente Geld immer gespart für notwendige Sachen wie Autoreparatur oder einfach für die Zukunft.

Klar, meine Ausbildung hat absolute Priorität, mir kommt es nur selbst wie Faulheit vor, dass ich wahrscheinlich nicht mehr arbeiten werde. Und ich finde es ein blödes Gefühl, drei Jahre kein Geld zu haben, obwohl ich große Rücklagen habe.

Hach, ist das alles kompliziert, irgendeine Konsequenz muss ich in Kauf nehmen. Geld ohne dafür zu arbeiten, wird mir wohl niemand überweisen ;-)

kKleinerA_dracXhensxtern


Ich glaube deine Eltern und du unterliegen einem Denkfehler: eine Ausbildung ist eine Ausbildung, da ist es eigentlich völlig egal, ob diese Ausbildung schulisch ist oder in einem Betrieb, es ist Arbeit! Vielleicht solltest du mal versuchen deine Eltern auf diese Weise davon zu überzeugen. Fänden si edich auch faul, wenn du keinen Nebenjob machen würdest, wenn du 8 Stunden täglich in einem Betrieb stehen würdest??

Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass du den Nebenjob schaffen würdest. Das ist schon echt hart für jemanden, der gesund ist, ich weiss wovon ich rede! Deine Eltern sind übrigens verpflichtet dich zu unterhalten, wenn es deine erste Ausbildung ist. Punkt!

Ich finde es immer sehr erschreckend, wie viele Eltern ihren Kindern "Faulheit" unterstellen, wenn diese psychisch erkrankt sind, wohingegen bei physischen Erkrankungen meist genau das Gegenteil eintritt :(v .

MRurqteBl


Ich würde den Nebenjob auch kündigen. Wenn es gut mit deiner Ausbildung läuft und du in der Therapie "neue Kraft" geschöpft hast, kannst du dir ggf. wieder einen neuen Nebenjob suchen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass ist immer gut ist, auf seine innere Stimme zu hören. Und eine gefühlte Überforderung kann einen bei psychischen Problemen noch stärkere Beschwerden auslösen. Davon wären deine Eltern wohl auch nicht zufrieden.

R;hwelixa


Hast du keinen Anspruch mehr auf Bafög?

Es gibt auch diverse Stipendien für Ausbildungen.

Schau dich mal im Netz um.

d(ie_nawsewemisxe


Wenn du eine Ausbildung machst, bei der du keinen verdienst hast, sind deine Eltern verpflichtet, dich zu finanzieren. Das mit dem Kindergeld als Miete finde ich lächerlich. Wenn deine Eltern finanziell sehr knapp dran sind solltest du prüfen, ob du Bafög berchtigt bist. Falls deine Eltern genug Geld haben, dann sollen sie halt zahlen. Für ein Studium müssten sie das ja auch.

S3tel#la80


Klar, meine Ausbildung hat absolute Priorität, mir kommt es nur selbst wie Faulheit vor, dass ich wahrscheinlich nicht mehr arbeiten werde. Und ich finde es ein blödes Gefühl, drei Jahre kein Geld zu haben, obwohl ich große Rücklagen habe.

Eine Ausbildung + eine Psychotherapie sind aus meiner Sicht völlig ausreichend. Da wirst du gut beschäftigt sein. Faulheit brauchst du dir da ganz sicher nicht unterstellen zu lassen. Ich würde in dem Fall einfach ein bisschen von den Rücklagen aufbrauchen...erstmal wenigstens.

Wenns dir besser geht, kannst du ja immer noch nach einem Nebenjob schauen...oder vielleicht nach einem Ferienjob?

WmatezrliI2


Und ich finde es ein blödes Gefühl, drei Jahre kein Geld zu haben, obwohl ich große Rücklagen habe.

Na wenn du Rücklagen hast, besteht überhaupt keine Notwendigkeit, noch arbeiten zu gehen, oder?

8-16 Uhr ist ein Vollzeitjob. Dazu noch Nebenjob und vielleicht noch lernen, da hast du eine 60-70 Stunden Woche, was auf Dauer sogar völlig gesunde Menschen überfordert und der Zeitaufwand regelmäßiger Arztbesuche ist auch nicht zu unterschätzen. :|N

Ich hab so ein Leben, Studium, Nebenjob und nie das Gefühl, für irgendwas "genug" Zeit zu haben. Und ich HASSE meinen Nebenjob wie die Pest, ich habe NIE Lust, hinzugehen. Mir ziehts meine Unterlippe bis zum Erdkern runter, wenn ich nur daran denke, da hingehen zu müssen. ;-)

Magst du denn deinen Job? Und brauchst du wirklich das Geld?

Man kann auch mal vereinzelt eine Inventur mitmachen oder mal was bei Ebay verkaufen an Gerümpel oder man ein WE bei einem Fest Bier ausschenken oder in den Ferien 1 Woche arbeiten, man muss nicht regelmäßig einen Nebenjob machen. :)z

SRilbecrmondxauge


Nur mal so aus Neugierde: wieviele Wochenstunden würde denn der Nebenjob umfassen ? Aber grundsätzlich bin auch ich der Meinung: lieber den Nebenjob sausen lassen zugunsten einer gut abgeschlossenen Ausbildung !

Es soll sogar psychisch gesunde Leute geben denen die 8 Std am Tag durchaus reichen ! Und du musst ja neben der Schule bestimmt auch für Klausuren (oder wie sich das nennt) lernen ? Deine Eltern denken wohl, du machst jetzt nur Schule und Hobby, tralala...

Arbeite das mit deinem Therapeuten durch dass du dich da nicht kirre machen lässt !

h4awkebye0x07


Danke für eure Einschätzungen! Ich denke, ich werde zum Ende des Monats kündigen, denn morgen muss ich wieder arbeiten und ich kriege pure Panik und depressive Gedanken, wenn ich nur daran denke. Wie soll das dann erst während der Ausbildung werden?

Ich mag den Job überhaupt nicht, ich betreue 10 Stunden die Woche ein verwöhntes Kind einer neureichen Familie. Offiziell sind es 10 Wochenstunden, doch die Familie will immer mehr, verlangt, dass ich spontan einspringe und meinte neulich, ihr Kind wäre wichtiger als die Ausbildung, ich könnte meine Ausbildung doch in Teilzeit und dafür sechs Jahre machen, dann hätte ich mehr Zeit für das Kind :-o Zudem ist das Kind einfach schlimm, verwöhnt, unerzogen und wenn ich etwas sage, was dem Kind nicht passt, dann ruft am Abend die Mutter bei mir an.

Waterli2, deine Beschreibung trifft so ziemlich auf mich zu, wenn ich nur an die Familie denke ;-)

Ferienjob bzw. kurzfriste Jobs sind eine gute Idee. Vielleicht finde ich ja eine nette Familie, wo ich z.B. zweimal im Monat abends auf ein nettes, wohlerzogenes Kind aufpassen kann. Meine Rücklagen sind eigentlich ausreichend, doch ich bin so ein Sicherheitstyp und mag es nicht, wenn diese schrumpfen, zumal ich alleine für die Ausbildung ziemlich viel zahlen muss, wie Bücher, Fahrkarte und Klassenfahrten, die anscheinend alle drei Monate anstehen :(v Ich hasse Klassenfahrten!

Bafög gibt es nicht, hab schon nachgefragt. Die sind fast vor Lachen vom Stuhl gefallen, als ich gesagt habe, wie viel meine Eltern verdienen und wie viele Rücklagen ich habe ]:D

dQie_nOaseDweixse


Wenn deine Eltern tatsächlich so viel verdienen, dann sind sie verpflichtet, dir die Kosten deiner Ausbildung zu zahlen, teilweise natürlich in Naturalien(wohnen, Nebenkosten, essen) teilweise aber auch indem sie z.B. Schulkosten und Bücher finanzieren und dir ein angemessenes Taschengeld zur Verfügung stellen.

N-omv>a 201x4


Sein lassen bei so viel Bedenken und wenn keine echte Notwendigkeit besteht!

Würdest Du es machen, hätte das allerdings den Vorteil, dass Du Dir – bei Gelingen – selbst auf die Schulter klopfen könntest und nebenbei etwas für Dein Selbwertgefühl getan hättest. ;-)

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