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Raushalten oder Kollegin "warnen"

SeunfloKwer_n7x3


Nein, Du bist nicht ihre Mutti. That's life. Jeder Arbeitnehmer sollte sich die Bedeutung der Probezeit, deren Risiken (und auch Vorteile) vor Augen führen. Du musst nicht die Verantwortung für ihre Miete übernehmen!

Erst recht nicht, wenn die Bedingungen eh mies sind und alle auf dem Zahnfleisch kriechen. Da ist man sich halt mal selbst der Nächste, so egoistisch es ist.

Und wenn die einzige Kollegin, die helfen kann, die Mitarbeiterin für unfähig hält: Tja, dann ist sie es vielleicht. So hart es ist. Denn man würde einer Berufsanfängerin doch eine faire Einarbeitung wünschen.

Aber: Es ist alles nicht Deine Verantwortung. Hart, aber willst Du Dich noch mehr aufreiben?

E{hemaTliger NuGtzer (#5x44761)


Choupette_Finnian, du arbeitest in einer Kanzlei. Also würde ich annehmen, dass auch die betreffende Kollegin ihren Arbeitsvertrag kennt und die Kündigungsfrist. Dieses juristische Wissen bzgl. Arbeitsrecht kann man in einer Kanzlei voraussetzen, von allen Angestellten.

Wenn ich es richtig rausgehört habe, ist es nicht deine Aufgabe, ihre Arbeitsleistung zu beurteilen. Sicherlich kannst du ihr mal in einer ruhigen Minute *deine* Sicht der Dinge erklären, als Kollegin. Aber stelle diese nicht so hin, als wäre es die einzige Sicht, die man darauf einnehmen kann. Vielleicht bist du ja auch einfach depressiv und ziehst mit deinen negativen Gedanken die Kollegin mit rein. Denn wenn du ihr etwas erzählen würdest, was die Cheffes/Personal so noch gar nicht entschieden haben, verunsicherst du sie unnötig. Wenn du es aber nur als deine Auffassung hinstellst, kann sie immer noch sagen: "Ok, ich habe hier eine depressive, überlastete Kollegin. Soll die doch erzählen, was sie will."

Du solltest dir eher Gedanken um dich und deine Zukunft machen. Ob und wie du dort arbeiten möchtest. Was du selbst tun kannst, um selbst auf Arbeit mehr Freude zu empfinden.

c.hieRfolaztu


Also das, was die eine andere bei auch abzieht geht schon stark unter Mobbing. Gibt es hier keine Möglichkeit dagegen vorzugehen?

K2adhixdya


Gut, wenn du kaum Sachkenntnis und keine Zeit hast, dann ist das natürlich nicht machbar.

Ich hatte mir auch eine Arbeitssituation vorgestellt, in der man gemeinsame Mittagspause hat und es die Möglichkeit gäbe, sich zu unterhalten (wenn man am selben ort Pause macht und das Gespräch sucht), aber das ist anscheinend auch nicht der Fall.

Dann muss das Mädel eben selbst da durch.

C6houpettQe_Fivnnixan


Sunflower, nein, ich möchte mich nicht noch mehr aufreiben. Nicht für diese Kanzlei.

Wenn ich ganz ehrlich bin, ist es aus meiner SIcht für die Kollegin sogar das beste, wenn sie geht/gehen muss und sich irgendeine andere Kanzlei suchen kann, in der die Bedingungen menschlicher sind – und das sind sie fast überall, sowohl von der Bezahlung als auch vom Klima her.

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Silom... Depressionen sind ne andere Hausnummer, die habe ich sicher nicht. ;-)

Unsere Kanzlei ist ein sehr spezieller Haufen und wir sind total überlastet und ich persönlich kann diese Lästereien "jeder mit jedem über jeden" einfach nicht mehr ertragen, aber das hat mit Depressionen nichts zu tun.

Arbeitsrecht ist übrigens ein Fachgebiet der Kanzlei, da braucht auch den Chefs keiner was vorzumachen.

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Chiefolatu, wenn ich richtig sauer bin, möchte ich am liebsten sämtliche Kolleginnen verklagen und hängen ( ;-) ), aber was bringt mir das? Ich ziehe mich da raus, das ist ein Team, das keines ist. Natürlich ist es auch nicht das tollste sich dann zurückzuziehen und verbessern kann man so auch nichts, aber ich habe derzeit wichtigeres zu tun.

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Kadhidya, leider kann ich das selbst nicht. Das ist kein Ausbildungsinhalt und da ich nach der Ausbildung direkt ins Notariat gegangen bin (Bezahlung ist weitaus besser), habe ich mich diesbezüglich auch nicht weitergebildet und es auch nicht vor.

Die Mittagspausen verbringen wir schon lange nicht mehr zusammen. Wir sind ein Kreis von drei Mädels, die sich gut verstehen und wir verbringen die Pause zusammen (meist in der Stadt) und der Rest versprengt sich immer irgendwo.

C+houpnette_.Finnixan


So, um das Thema zum Ende zu bringen: Die Kollegin wurde am Montag gekündigt.

Am Freitag hat sie mir noch erzählt, wie gern sie bei uns ist und dass sie Dinge auch schnell kapiert, wenn man sie ihr richtig erklärt, aber Kollegin Y das oft nicht tut, aber dass sie insgesamt ein gutes Gefühl hat. Ich hab mich gefühlt wie Dreck während sie am reden war. {:(

Nun ja, Montag haben ihr die Chefs die frohe Botschaft überbracht, sie ist in Tränen ausgebrochen, hat sich nicht mehr einbekommen, ist mittags früher nach Hause gegangen und hat sich seitdem nicht mehr gemeldet...

B/rum6mbi.enxe


Die Chefs werden sie so knapp wie möglich rausschmeißen, ohne das Gesetz zu brechen natürlich. Von den Angestellten hat ihr auch niemand was gesteckt, alle wissen bescheid, aber keiner sagt ihr, dass sie vielleicht doch lieber wieder Bewerbungen schreiben sollte.

Auch wenns heftig klingt, aber ich hab lang genug in einer Steuerberatungskanzlei abgerechnet und später in einer großen Firma gearbeitet und dort ebenfalls die Lohnverrechnung gemacht bevor ich ins Controlling gewechselt habe: dieses Vorgehen ist völlig "normal".

Fairness darf man sich bei Kündigungen nicht erwarten. Da werden langjährige Mitarbeiter die vielleicht nie wieder einen Job finden kurz vorm Jubiläumsgeld rausgeworfen, Mitarbeiter werden beim Jahresgespräch gelobt nur damit man ihnen zwei Wochen später per Kündigung einen Arschtritt verpassen kann, Frauen wird gekündigt wenn sie durchsickern lassen dass sie sich Nachwuchs wünschen, Müttern mit schwer kranken Kindern wird unter einem Vorwand gekündigt, Väter die um einen Vatermonat angesucht haben kassieren ein halbes Jahr später die Quittung per Entlassungspapieren, unliebsamen Mitarbeitern sagt man dass sie sich den Nachmittag frei nehmen können um ihnen einen eingeschriebenen Brief mit der Entlassung zu schicken weil sie sich unerlaubt vom Arbeitsplatz entfernt haben... ich könnt hier noch ewig weiterschreiben.

Nimm dir das nicht zu Herzen, so schwer das auch ist, du hättest es nicht ändern können ohne deinen eigenen Job aufs Spiel zu setzen. Der Schuss hätte auch nach hinten losgehen können und sie wäre vielleicht sofort aufgebracht zu den Vorgesetzten gegangen und hätte ein klärendes Gespräch gesucht... man weiß es nicht aber das alles ändert nichts daran, dass du keine Schuld an dieser unmenschlichen Vorgehensweise hast und das es- auch in deinem Unternehmen- wieder und wieder und wieder passieren wird. @:)

C&houpe&tte_}Finnixan


man weiß es nicht aber das alles ändert nichts daran, dass du keine Schuld an dieser unmenschlichen Vorgehensweise hast und das es- auch in deinem Unternehmen- wieder und wieder und wieder passieren wird.

Klar hab ich keine Schuld, aber es war trotzdem hart. Ich habe aus Erzählungen schon mitbekommen, wie fies die Chefs (andere Chefs an anderen Orten natürlich auch, wie du schon sagst) einen rauswerfen können – da ist es hier ja fast noch human gelaufen – aber ich musste das zum Glück bisher nie miterleben... Aber mit ihr zu sprechen und sie schwärmt so und ich wusste die ganze Zeit, dass sie zeitnah gehen muss... :-(

Aber unterm Strich war es richtig sich da nicht reinzuhängen... *seufz*

aoutwumn|-lixke


Ich schließe mich Brummbiene an. Nimm es dir nicht zu Herzen. Versuche abzuschalten. Und was deine Arbeit betrifft: Wenn es bei euch so zugeht, mache Dienst nach Vorschrift und suche dir in Ruhe was Neues. Schlechter kann es nicht sein.

Beim letzten AG ging es mir ähnlich. Der eine Chef war cholerisch und nicht nur das. Ich musste auch miterleben, wie eine junge Kollegin mir ihr Herz ausschüttete. Sie konnte oft nicht mehr, aber sie blieb, wie auch viele andere Azubis nach der Ausbildung blieben. Ja, untereinander gab es ein tolles Betriebsklima. Alle saßen in einem Boot. Wir redeten ebenso offen über die Lage. Auch dort gab es viel Arbeit, aber mehr wie arbeiten kann man nicht. Als ich nach einem Jahr ging, sagte mir offen eine Kollegin, dass sie leider nicht gehen kann. Sie ist schon 7 Jahre dort und alleinerziehend. Aber man muss den Mut haben etwas zu ändern oder man muss es aushalten. Ich entschied mich zu gehen und habe es nie bereut. Mir fiel es leichter, weil ich selber 8 Jahre in einer Firma war und dort nur für die Firma lebte. Ich wurde ausgenutzt, blieb gesundheitlich auf der Strecke. Das war mir eine Warnung. Heute mache ich Dienst nach Vorschrift und keine zig Überstunden mehr.

Ungerechtigkeit gibt es immer wieder. Viele Menschen leben vom Tratsch. Das musste ich in der Firma auch kennen lernen und viele kamen dort mit Nichtstun weiter, weil sie sich gut verkaufen konnten.

BWruummbieNne


Ich kann dich gut verstehen, das ist sicher nicht leicht für dich und wenn du deinem Herzen gefolgt wärst, dann hättest du es ihr bestimmt gesagt, das weißt du auch. Aber so ist nun mal das Berufsleben, da "muss" man sich verbiegen und auch gegen seine Überzeugung handeln, immerhin hast du selbst auch Miete zu zahlen und am Ende nutzt es keinem was, wenn ihr beide gekündigt seid oder du es noch schlechter am Arbeitsplatz hast. Hast du eigentlich noch Kontakt zu ihr? Vielleicht hilfts euch beiden ja wenn ihr nochmal darüber redet?

Sgil3bermoxndauge


Fairness darf man sich bei Kündigungen nicht erwarten. Da werden langjährige Mitarbeiter die vielleicht nie wieder einen Job finden kurz vorm Jubiläumsgeld rausgeworfen, Mitarbeiter werden beim Jahresgespräch gelobt nur damit man ihnen zwei Wochen später per Kündigung einen Arschtritt verpassen kann, Frauen wird gekündigt wenn sie durchsickern lassen dass sie sich Nachwuchs wünschen, Müttern mit schwer kranken Kindern wird unter einem Vorwand gekündigt, Väter die um einen Vatermonat angesucht haben kassieren ein halbes Jahr später die Quittung per Entlassungspapieren, unliebsamen Mitarbeitern sagt man dass sie sich den Nachmittag frei nehmen können um ihnen einen eingeschriebenen Brief mit der Entlassung zu schicken weil sie sich unerlaubt vom Arbeitsplatz entfernt haben... ich könnt hier noch ewig weiterschreiben.

Und gehen die Leute dann wenigstens vors Arbeitsgericht (auch wenn das in der Realität wohl auch "nur" bedeutet dass man eine Abfindung bekommt) ?

C;houpet2te_6Finnpiaxn


Naja, ich hab jetzt innerhalb von eineinhalb Wochen 7 Überstunden gemacht. Ist an sich nicht soo viel, aber in unserer Kanzlei schon einiges, zumal in der Zeit. Aber momentan mache ich sie gerne, da wir im Oktober neuen tierischen Familienzuwachs bekommen und ich dann die Überstunden in Form von freien Nachmittagen abfeiern werde. :-)

Ansonsten gehts grad bei mir. Die Arbeit ist hart, die Chefs nervig – allerdings habe ich heute gesteckt bekommen, dass die Chefs wohl allesamt mit mir sehr zufrieden sind und mich behalten wollen... Ich finds allerdings sehr schade, dass sie das so gut verstecken können, dass bei mir eigentlich nur die Botschaft ankommt, dass ich scheiße bin. ;-D ;-)

Ich habe keinen Kontakt zu ihr, da ich nicht sofort mit jedem die Handynummern austausche. Eine weitere Kollegin hat aber wohl die halbe Nacht mit ihr geschrieben. Sie war wohl richtig fertig und nur am weinen. Aber ehrlich gesagt möchte ich ihr nicht sagen, dass ich bescheid wusste. Zumal sie dann auch kombinieren kann und weiß, dass alle es wussten – die Peinlichkeit möchte ich ihr ersparen.

BnrumSmbiexne


@ Silbermondauge

Ja, denn in Österreich fallen ja viele der genannten Punkte unter "Motivkündigung", das ist natürlich anfechtbar vor Gericht. Nur muss man das ja auch beweisen können, was nicht immer der Fall ist (Bsp. Frau mit Kinderwunsch) bzw. müssen die gekündigten Personen auch wissen, dass ihr Fall anfechtbar ist. Außerdem dauert so eine Verhandlung auch ewig, also müssen die Leute die Zeit wo sie kaum Geld haben irgendwie überbrücken. Erschwerend kommt hinzu, dass oft Zeugen geladen werden die noch in den Betrieben arbeiten und natürlich für den Arbeitgeber aussagen. Manche der gekündigten mussten sich bei uns in der Kanzlei die Papiere abholen weil wir ja die Lohnverrechnung gemacht haben und da kam es schon vor, dass ich Ihnen einen Flo (nicht oft, immer geht einfach nicht) ins Ohr gesetzt habe wenn sie weinend vor mir standen "Diese Papiere müssen Sie dem Arbeitsamt vorlegen wenn Sie sich ums Arbeitslosengeld bemühen und zur eigenen Sicherheit wäre es gut, die Abrechnungen und Papiere nochmal mit der Arbeiterkammer durchzugehen, damit dann wirklich nichts fehlt". Es ist halt schwierig, man kann nichts direkt sagen weil man ja für den Klienten arbeitet, andererseits bekommt man auch einen Hass auf manche Chefs und will sie auch nicht damit durchkommen lassen.

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