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Kann ein Arzt wegen zu viel Arbeit krankschreiben?

EdmilHie[A


Ich kann mir vorstellen, dass er dann ganz schnell wen für den Chef-Posten findet.

Aber nicht, wenn du wirklich nur 2 Wochen krank bist. Dann wird vielleicht gemeckert und gemosert und du darfst nacharbeiten.

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Bei uns werden 10h Tage als Normal angesehen, vor kurzem wurde vom Betriebsleiter in der der Montage eine 60 Stunden Woche angeordnet ! Zum Glück kann ich mir in meiner Abteilung die Arbeit etwas besser einteilen, trotzdem habe auch ich immer viel Überstunden. Freizeitausgleich gibt es bei uns auch nicht.

Ich kann dich verstehen, du solltest unbedingt mit deinem Chef reden und nach Lösungen suchen oder du schaust dich andersweitig nach einem anderen Job um.

Natürlich kann ich absolut nachvollziehen wie du dich füllst und bin mir sicher das dein Hausarzt nicht versteht wenn du ihm deine Beschwerden äußerst. Gönne die 2-3 Wochen Pause, gewinne Abstand von allen und mache dir einen Kopf was Du ändern willst ! Viel Glück !

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Ich finde die Beiträge von HannahWe klasse, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Allerdings erkennt man dies als Betroffener leider selten. Man hat das Gefühl die Arbeit schaffen zu müssen.

Der Kurierfahrer, den HannahWe in der Klinik kennen gelernt hatte, hatte Glück mit seinem Arbeitgeber. Ich ließ mich in meiner Firma 1 1/2 Wochen wegen einem Hörsturz krankschreiben (nachdem ich bereits monatliche Hörstürze hatte und trotzdem arbeiten ging), kam ins Büro und musste alles alleine nacharbeiten.

Ich sagte meinem damaligen Vorgesetzten klipp und klar, dass er mich dann in die Psychatrie schicken kann, wenn ich keine Hilfe bekomme. Die Arbeit war nicht zu schaffen gewesen, ich hatte all die Jahre für 2 gearbeitet und war nie krank. Ich bekam nur zur Antwort: "Tut mir leid für dich, aber dann musst du halt in die Psychatrie gehen."

Mir war es eine Lehre und ich habe gekündigt. Heute lasse ich mich nicht mehr ausnutzen. Die Arbeit damals konnte ich natürlich alleine nicht nachholen, was mein Vorgesetzter auch wusste. Das war der Dank für 8 Jahre Einsatz mit zig Überstunden. Mit mir wurde damals eine Kollegin eingestellt, welche um Punkt 17 Uhr an der Stempeluhr stand, alle Arbeit von sich schob und so weiter kam. Sie machte keine Überstunden und ist heute noch in der Firma. Sie kann mir nicht einmal mehr in die Augen sehen, wenn wir uns zufällig über den Weg laufen.

An die TE: Besteh auf deinen Urlaub (ich hatte auch wegen der vielen Arbeit darauf verzichtet), mache keine Überstunden mehr. Solange du die ganze Arbeit schaffst, wird keiner was ändern. Im Gegenteil, es wird immer mehr. Mein Leben war damals die Arbeit. Heute arbeite ich um Leben zu können.

Auch mit einem Jobwechsel ist es nicht getan. Setze Grenzen. Denn auch im neuen Job werden sie versuchen alles aus dir herauszuholen. Auch das musste ich feststellen. Hilft dir eine Krankschreibung von 2-3 Wochen wirklich weiter? Wenn die Arbeit liegen bleibt, ist der Erholungseffekt schnell dahin.

HFannaxhWe


Ich sagte meinem damaligen Vorgesetzten klipp und klar, dass er mich dann in die Psychatrie schicken kann, wenn ich keine Hilfe bekomme. Die Arbeit war nicht zu schaffen gewesen, ich hatte all die Jahre für 2 gearbeitet und war nie krank. Ich bekam nur zur Antwort: "Tut mir leid für dich, aber dann musst du halt in die Psychatrie gehen."

Sowas finde ich auch immer gefährlich, du hast quasi mit Krankheit "gedroht". Das können die Chefs als Provokation auffassen, davon würde ich abraten. Fakt ist: jeder Mensch hat eine Belastungsgrenze. Der eine kann vielleicht bei einer 60- Stunden Woche gesund bleiben, jemand anderes hat schon bei einer 40-Stunden Woche Probleme. Was jetzt "normal" ist, was man "schaffen muss" und was nicht, ist eigentlich unrelevant. Jeder Mensch ist einzigartig. Entweder es reicht der Firma, was du ihnen,(unter Erhaltung deiner Gesundheit!!) bieten kannst, oder es reicht nicht. Dann passt ihr nicht zusammen. Wo diese "Grenze" bei jedem einzelnen Menschen ist, kann dieser Mensch allerdings nur selbst wissen. Und deshalb ist er auch dafür verantwortlich, diese Grenze aufzuzeigen. Die Chefs können ja nicht hellsehen. Viele jammern über zu viel Arbeit aber werden nicht krank davon.

Als ich letztes Jahr hyperventilierend im Büro meines Chefs saß, keinem Luft mehr bekam, ihm unter Tränen erzählt habe, dass ich seit Wochen nichtmehr schlafen und essen kann wegen dem Stress und dem Druck, dass ich mir plötzlich meine eigene Handynummer und das Firmenpasswort nichtmehr merken könnte und irgendwas mit meinem Gehirn nicht stimmt, und dass ich jetzt vom Büro direkt ins Krankenhaus fahren werde, sagte er nur betroffen: "Warum hast du denn nicht früher was gesagt?"

Und ich dachte nur: Hat man das nicht gemerkt? Hat man mir nicht angesehen wie ich abgenommen habe, wie ich ständig den Tränen nah war, wie ich gehetzt und zerstreut war, mir nichts mehr merken konnte? Hat man anscheinend nicht. Es ist auch nicht seine Verantwortung, zu bemerken, wann das Fass für mich voll ist. Es ist meine. Ich bin ein erwachsener Mensch und es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass niemand meine Grenzen der Belastbarkeit überschreitet. Ich kann Glück haben, mal bei irgendeinem Job einen Chef zu haben, der auf seine Mitarbeiter aufpasst und sie quasi "vor sich selbst schützt". Aber ich kann das nicht voraussetzen.

Ich mache meinen Chef heute nicht verantwortlich für meinen Burnout. Er hat es nicht gemerkt und ich leider auch erst, als es viel zu spät war. Meine "Strafe" dafür, nicht genügend auf mich aufgepasst zu haben war, dass ich monatelang im Krankenhaus sein musste und es lange gedauert hat, bis ich wieder gesund war. Die "Strafe" für meinen Chef war, dass er plötzlich seine Mitarbeiterin, von der der komplette Projekterfolg für ein 100.000 Euro Projekt abhing, plötzlich von einem Tag auf den anderen Weg war, und monatelang krank war. Er hat also seine Lektion auch gelernt, ebenso wie ich. Ich habe, nachdem ich wieder gesund war, meine Stunden reduziert und es wurde noch jemand eingestellt. Aber es musste erst "knallen". Ich hatte zigfach nach Hilfe gefragt vorher, aber es wurde nie ernst genommen. Ich würde allerdings niemandem wünschen, es so weit kommen zu lassen. Ich würde jetzt viel früher Konsequenzen ziehen. Und hart bleiben.

Mir war es eine Lehre und ich habe gekündigt. Heute lasse ich mich nicht mehr ausnutzen. Die Arbeit damals konnte ich natürlich alleine nicht nachholen, was mein Vorgesetzter auch wusste. Das war der Dank für 8 Jahre Einsatz mit zig Überstunden.

Das halte ich auch für eine Denkfehler. Den ich auch begangen habe. Man glaubt, einem gebühre Dank für all den Einsatz, für Überstunden und Engagement. Die traurige Wahrheit ist: Es dankt einem keiner. Das Gehalt ist der einzige Dank der einem zusteht, die verbale Anerkennung, die sich vor allem Frauen so sehr wünschen, ist ein nettes Gimmick, aber bleibt oft aus. Dankt es einem, wenn man sich krank zur Arbeit schleppt? NEIN. Dankt es einem, wenn man ständig Überstunden schiebt und die Arbeit von Kollegen mitmacht? NEIN.

Mit mir wurde damals eine Kollegin eingestellt, welche um Punkt 17 Uhr an der Stempeluhr stand, alle Arbeit von sich schob und so weiter kam. Sie machte keine Überstunden und ist heute noch in der Firma.

GENAU! Das ist mir damals in der Klinik aufgefallen, wo sie manchen Leuten (Managern, Projektleitern, Leuten wie mir!) noch im Krankenhaus ihre Blackberrys wegnehmen mussten. Die haben geheult wie kleine Kinder, oder wie Drogensüchtige, denen man ihr Heroin weggenommen hat. Das muss man sich mal vorstellen: Wegen Burnout im Krankenhaus, und dann schreiben sie von dort während dem Belastungs-EKG E-Mails an die Vertretung bei der Arbeit, damit der Laden weiterläuft.

Und ich sag dir was: Leute wie deine Kollegin, die um 17 Uhr an der Stempeluhr stehen, gab es keine in der Klinik? Weißt du warum? Weil die nicht krank werden, die passen auf sich auf. Die fühlen sich nicht für alles und jeden verantwortlich. Und die traurigste Erkenntnis meiner Klinikzeit war: Die 17-Uhr-Ausstempler sind immernoch in der Firma, werden nicht entlassen, kriegen keine schlechten Beurteilung, kriegen die nächste automatische Gehaltserhöhung, während die fleißigen "Ja-Sager" und "Chef-Lieblinge" in der Kunsttherapie mit Buntstiften malen um wieder "normal" zu werden.

All die Befürchtungen, die ich hatte, was mir passieren würde, wenn ich auch so ein "17-Uhr-Ausstempler" bin, sind unwahr gewesen: Sie werden nicht kritisiert, sie werden nicht entlassen, sie werden nicht abgemahnt. Es passiert nichts dergleichen. Man kriegt vielleicht ein Lob weniger vom Chef, ist plötzlich nur noch ein normaler Mitarbeiter und nichtmehr "Das beste Pferd im Stall". Na und?

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Das stimmt:

All die Befürchtungen, die ich hatte, was mir passieren würde, wenn ich auch so ein "17-Uhr-Ausstempler" bin, sind unwahr gewesen: Sie werden nicht kritisiert, sie werden nicht entlassen, sie werden nicht abgemahnt.

Wofür sollten sie auch abgemahnt werden, haben ja ihre Arbeitszeit am Tag dort geleistet. Für Abmahnungen braucht man ja auch einen Grund.

Ich selbst bin so ein Mittelding. Ich mache während meiner Arbeitszeit sehr viel und alles sehr verdichtet, aber länger bleiben möchte ich nicht und gehöre von daher auch zu den Pünktlich-Gehern. Natürlich bin ich auch mal länger da, aber oft eben auch nicht. ;-)

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Achso, Hanna, das mit Deinem Burn-Out tut mir leid. Du hast recht, dass man sich um sich selbst kümmern muss, allerdings hat der Arbeitgeber auch eine Fürsorgepflicht und daraus möchte ich ihn in Deinem Fall nicht entlassen.

Viele wollen auch nicht merken, dass sie einen Mitarbeiter zu stark belasten, weil sie ja dann Konsequenzen ziehen müssten, in dem sie beispielsweise die Arbeit mal gerecht verteilen und den Mitarbeiter mal nach Hause schicken müssten, wenn sie das wirklich ernst nehmen.

Viele Vorgesetzte wollen auch den Konflikt mit einigen Arbeitnehmern nicht, die sich vielleicht wehren würden, wenn sie von denen mal mehr einfordern. Da ist es dann der Weg des geringsten Widerstandes, das auch noch dem einen Kollegen mit aufzudrücken.

M.r.3 oForesMkin


@ HannahWe

Danke für Deine offene Art.

Bei mir war es so, dass die Grenze von "Ich bin der Held der hier alles Wuppt" bis zum Absturz (Wortfindungsstörungen, nicht mehr in der Lage mich zu konzentrieren, exteme Schlafstörungen) sehr Abrupt übeschritten war.

Nachdem ich auf der Arbeit merkte, dass ich nur noch auf den Bildschirm starrte und nichts mehr gebacken bekam, bin ich zum Hausarzt und habe ihm einfach alles erzählt. Er hat mich dann 2 Wochen krank geschrieben und ich habe noch eine Woche Urlaub drangehängt. Dann wieder zur Arbeit und direkt zum Betriebsrat, der mir dann ein betriebsinteres Beratungsprogramm angeboten hat.


Ergebnis:

1) 08:00 bis 17:00 und dann nichts wie weg.

2) Mir ist es so was von egal was andere deswegen von mir denken.

3) Mitarbeiterbewertung, so what?

4) Ich mache in den 8 Stunden einfach meine Arbeit (die mir nach wie vor Spaß macht).

5) Ich priorisiere die Arbeit selber, wenn meinem Chef das nicht gefällt, soll er mir das sagen.

6) Es ist nicht schlimm, wenn mal was liegen bleibt.

7) Morgen ist auch noch ein Tag.

8) Es gab keine negative Bewertung oder irgendwelche Nachteile!

9) Es geht mir wieder gut!

Zum Glück habe ich noch zum richtigen Zeitpunkt die Kurve bekommen, es war aber verdammt knapp.

@ Arabella_D

Ich kann vestehen, dass Du in Dir selbst auferlegten Zwängen steckst und hoffe, das Du die Kurve noch bekommst bevor die Jungs mit weißen Weste kommen. Eine Woche Auszeit sollte helfen über die Prioritäten in Deinem Leben nachzudenken.

:)* :)* :)*

HvaHnnah9Wxe


Bei mir war es so, dass die Grenze von "Ich bin der Held der hier alles Wuppt" bis zum Absturz (Wortfindungsstörungen, nicht mehr in der Lage mich zu konzentrieren, exteme Schlafstörungen) sehr Abrupt übeschritten war.

Bei mir auch, zumindest kam es mir so vor. War eine Sache von wenigen Wochen. Ich hatte kurz vor dem Zusammenbruch noch ein richtiges "Hoch", konnte mich 16 Stunden am Tag sehr gut konzentrieren und danach noch ne Stunde joggen gehen. Da hatte ich allerdings schon Schlafprobleme und hab kaum mehr was gegessen. Es war, als ob der Körper nochmal alle Kräfte mobilisiert. Ich war voller Adrenalin. Der Absturz dann von der "Heldin der Arbeit" zum "Fall für die Klapse" war dann eine Sache von wenigen Tagen.

Wenn man ehrlich zu sich ist, ist es aber wohl so, dass man schon monatelang keinen Körper bzw. seinen Geist ausgebeutet hat. Nur die Symptome spitzen sich dann oft recht schnell zu.

Schön das du die Kurve noch rechtzeitig gekriegt hast und auf deinen Hausarzt gehört hast, bevor es zu spät war. :)^

Bei mir gab es diese Situation auch einmal, ganz am Ende, kurz bevor der endgültige Zusammenbruch kam und ich in die Klinik bin. Da saß ich bei meiner Hausärztin in der Praxis, hab Rotz und Wasser geheult, hatte eine Panikattacke nach der anderen, und als sie mir ins Gewissen geredet hat, ich müsste zuhause bleiben, könnte so nicht mehr arbeiten gehen bis auf weiteres, sie würde mich jetzt krankschreiben, hab ich sie verächtlich angefaucht "Wie stellen sie sich das vor? Was glauben sie denn, wer dann meine Arbeit macht morgen? Geben sie mir irgendwelche Tabletten, die mich wieder normal machen. Wenn ich da morgen nicht wieder hingehe, verliert meine Firma 100t Euro! Wollen SIE dafür verantwortlich sein?"

Ich war sehr uneinsichtig und wollte die Wahrheit nicht hören. Die Hausärztin hat mir dann gesagt das es keine Tabletten gibt, die mich wieder "normal" machen, und ich bin wütend abgezischt. 2 Wochen später saß ich wieder bei ihr und hab mir freiwillig meine Einweisung abgeholt.

Manche brauchen es anscheinend auf die harte Tour. %-|

Was ich damit sagen will: Mr. Foreskin, deine Liste und dein Plan ist gut und richtig. Allerdings hätte ich vor 2 Jahren über sowas gelacht und gesagt: Jaja, sowas klingt ja toll, aber man muss es auch fühlen, man muss sich auch trauen, man muss es auch machen können. Man steckt so drin im Hamsterrad, man glaubt nicht, das man wirklich aussteigen kann.

Ich glaube, die meisten, die an Arabellas Stelle sind, haben den Tiefpunkt noch nicht erreicht, der Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Man traut sich nicht und hat Angst vor den Konsequenzen, wenn man etwas ändert. Die hatte ich auch. Bis ich plötzlich in einer Klinik war und auf einmal gesehen habe was passiert wenn ich NICHTS ändere.

MPr. FBoreskxin


Hallo Hannah,

ich denke auch, dass man sich einfach zu wichtig nimmt.


Die Firma verliert 100.000 €?

Na und?

Das unternehmerische Risiko trägt der Arbeitgeber, das ist nicht mein Problem.

So kann man erst denken, wenn man ganz unten war.


Später merkte ich, dass sich trotz der geänderten inneren Einstellung nichts für mich zum negativen änderte. An diesem Punkt konnte ich nicht mehr nachvollziehen, dass ich mich so für die Firma aufgeopfert habe. Aber ich glaube es ging es mir nicht um die Firma, sondern nur um mein Ego. Aber zu dieser Erkenntnis benötigt man eine kritische Distanz zu sich und die hat man nun mal nicht wenn man im Hamsterrad steckt.

Liebe Grüße,

H]annxahWe


Die Firma verliert 100.000 €?

Na und?

Das haben mir die Ärzte in den ersten Wochen in der Klinik die ganze Zeit Mantra-artig vorgebetet, wenn ich wieder mit meinen 100t Euro ankam, die die Firma gerade "meinetwegen" verlor, weil ich die einzige bin, die den Auftrag ausführen kann, und sie den Auftrag sonst in den Sand setzt. Sie haben gesagt: "Na und? Dann ist es so. Hat ihr Chef Pech gehabt, er hätte ja vorher jemanden als Urlaubs- bzw. Krankheitsvertretung einstellen können. Was ist ihnen ihre Gesundheit wert? Wenn ich Ihnen jetzt 1 Mio Euro für ihre Augen geben würden, würden sie es machen? 2 Mio für ihre Beine? Nein? Dann würden sie ihr Gehirn sicher nicht für 100t Euro riskieren?"

Aber ich glaube es ging es mir nicht um die Firma, sondern nur um mein Ego.

Natürlich schmeichelt es, wenn man das Gefühl hat, für die Firma unersetzlich zu sein (auch wenn das real niemand ist!), wenn das Gefühl hat, dass man wichtig ist und ohne einen nichts läuft.

Drum sagen ja auch viele Experten "Burnout hat nichts mit der Arbeit zu tun". Natürlich ist der Stress, der Druck auf der Arbeit der Auslöser für den Burnout. Aber nicht die Ursache. Die Ursache liegt in jedem selbst, in der Persönlichkeit. Warum muss ich mir und anderen was beweisen? Warum habe ich das Gefühl, es allen recht machen zu müssen? Wovor habe ich wirklich Angst? Warum muss ich mir ständig vom Chef und anderen das Ego streicheln lassen, warum bin ich mir selbst nicht genug? Warum reicht die 2+ nicht, warum muss es immer der erste Platz bei allem sein. Warum habe ich solche Angst davor, mal vom Chef kritisiert zu werden?

So eine "Typ-A" Persönlichkeit kriegt man nicht zufällig. Meistens sind es Minderwertigkeitskomplexe aus der Kindheit, die man als Erwachsener durch ganz viel "Lob von Außen" zu kompensieren versucht.

d[asgesUundepxlus20


Lass dich krankschreiben und fertig. Und denk nicht an die Anderen. Die dankens dir auch nicht, sieht man ja. Was ich mittlerweile gelernt hab, ist, dass man einfach mehr auf sich schauen soll. Bringt keinem was, wenns irgendwann mal einen Schlag macht und du gar nicht mehr kannst und nicht mehr auf die Beine kommst. Eine Firma sollte so geregelt sein, dass sie auch weiter läuft, wenn mal jemand ausfällt. Ist sie nicht so geregelt: Deren Pech!

dBa~sges@un/dep%lus20


Vielleicht merken sie dann mal, dass ein neuer Chef her muss. Die verlassen sich jetzt natürlich auf dich, weil die "Dumme" (sorry, ironisch gemeint – ich hoffe du fasst das jetzt so auf, wie ich es meine! ;-) ) ist ja eh immer da und so kann man doch Geld einsparen. Lass das bloß nicht mit dir machen!

f>ilo%soQfia


Ja, nur was kann ich tun außer mir einen neuen Job zu suchen? Wenn ich hier nun plötzlich alles liegen lasse und nur noch Dienst nach Vorschrift mache dann sieht das gleich nach Boykott und Trotzreaktion aus und dann ist meine Karriere erst einmal im A*** und noch in 10 Jahren werden sie dann damit argumentieren wenn es z.B. um einen besseren Posten geht.

Das ist Schwachsinn. Chefs wollen sehen, dass man auch mal Nein sagen und sich abgrenzen kann. Die wissen nämlich im Grunde genommen, dass solche Mitarbeiter langfristig besser für die Firma sind als solche, die eine gewisse Zeit voll am Limit arbeiten und dann zusammenbrechen und monatelang krank sind! Du sitzt da einer Illusion auf und alles, was HannahWe sagt, trifft hundertprozentig zu!

c-h6aOoxt


Bitte ziehe irgendwie den Schlußstrich, ehe es zu spät ist und du mit wirklich körperlichen Problemen überfallen wirst. Gab keine Angst den Arzt deine Situation zu beschreiben. Er wird dich gegebenfals 2 Wochen krank schreiben. Wenn bis dahin keine Lösung für dich gefunden ist, wird er dich womöglich an einen Psychologen weiterleiten. Denk an deine Gesundheit. :)*

abutGumn:-likxe


@ HannahWe

Sowas finde ich auch immer gefährlich, du hast quasi mit Krankheit "gedroht"

Du kennst nicht meine ganze Geschichte. Eine Drohung war das nicht von mir, so ging es mir zu diesem Zeitpunkt wirklich. Du siehst die Arbeitsberge immer größer werden, bettelst förmlich bei deinem Vorgesetzten (später sogar bei den beiden Chefs) um Hilfe, ich habe sogar geweint vor meinem Vorgesetzten. Dem voraus gingen monatliche Hörstürze meinerseits, wobei ich mich wegen der vielen Arbeit nie krank schreiben ließ. Ich war oft auf einem Ohr taub, hatte einen enormen Druck im Kopf, hörte alles extrem laut, blechern und verzerrt. Aber – ich ging vorschriftsmäßig arbeiten.

Diese monatlichen Hörstürze zogen sich über 2 Jahre hin. Bis ich dann bei meinem letzten Hörsturz begriff, dass es so nicht weitergehen kann. Denn, als ich dann zum ersten Mal 1 1/2 Wochen ausfiel, rief mich noch am ersten Tag abends mein Vorgesetzter an um mir mitzuteilen, dass meine Arbeit liegen bleibt. Es folgten noch 2 weitere Anrufe von ihm.

Die Chefs schaltete ich nach meiner Krankschreibung an. Aber auch hier es nur: "Tut uns leid für dich, aber wir haben keine andere Lösung." Und sie bedauerten, dass mir damit nicht geholfen sei." Meine Rettung war, dass ich zu der Zeit einen neuen Job in Aussicht hatte und 3 Monate darauf dann wirklich kündigte.

Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft wird oft ausgenutzt. Auch jetzt wieder wäre mir zusätzliche Arbeit zugeschoben worden, wo ich wusste, dass ich dann nie meine anderen monatlichen Termine einhalten kann. Hier habe ich mich erfolgreich gewehrt. Allerdings sieht hier der Chef nicht die Überlastung für mich, sondern, dass es ein neuer Aufgabenbereich wäre. Ich habe zu ihm dann gesagt, wenn dann jemand anders, meine monatlichen Termine für mich fertig macht, mache ich gerne den neuen Aufgabenbereich. Ich weiß, dass auch hier niemand für mich einspringen kann.

Ich mache meinen damaligen Vorgesetzten auch nicht verantwortlich. Schuld war ich selber, weil ich nie rechtzeitig Grenzen setzte. Er nahm mich nie ernst. Hatte die Einstellung, wenn man von Frauen mehr fordert, bekommt man 200 % Leistung.

Bei mir sahen es die Chefs und andere Kollegen. Aber keiner handelte. Heute habe ich übrigens wieder diese eine Kollegin getroffen. Sie walkte gemütlich, da sie wie immer pünktlich Feierabend machen konnte. Sie hat zugenommen, mittlerweile lache ich über sie.

Ja, solche Kollegen werden nie in einer Klinik landen, weil sie im Schongang arbeiten. Besonders diese Kollegin bekam dann einen Job, wo sie den ganzen Tag ratschen konnte. Hinter seinem Rücken nannte sie den Chef einen Idioten, aber das bekommt er ja nicht mit.

Mir waren diese 8 Jahre eine Lehre. Ich ziehe künftig rechtzeitig die Reißleine. Gesundheitliche Folgen sind geblieben. Mit Druck auf den Ohren muss ich leben, aber auch der ist deutlich seltener und Hörstürze bleiben aus. Ich bin 2 Jahre zu spät gewechselt, aber lieber spät als nie. Es gab dann noch einen Kollegen, der stets Punkt 17 Uhr Feierabend machte. Ihn habe ich heute auch zufälligerweise an der Tankstelle gesehen ;-) Er goß sogar während der Arbeit die Blumen, weil er das so gut konnte – bei dem Stundenlohn ein teuerer Spaß ;-) Natürlich schlich er dann langsam im Haus herum, holte sich täglich um 16.30 Uhr noch einen Kaffee aus der Kantine, damit die Zeit vergeht. In der Kantine dann um diese Zeit noch ein Klatsch mit dem Hausmeister und blitzschnell wurde es für ihn 17 Uhr.

Mein ehemaliger Chef mag viel Geld haben, aber Menschlichkeit fehlt ihm und vor allem Charakter.

Wichtig ist, dass wir daraus gelernt haben. :-)

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