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Kann ein Arzt wegen zu viel Arbeit krankschreiben?

Exva Re?lla


Arabella,

ich vertehe das sehr gut, hatte selbst ganz ähnliche Schwierigkeiten. Ein Wechsel ist im Prinzip zwar eine gute Idee, nur bin ich ein wenig skeptisch, ob Du Dich dort dann besser abgrenzen kannst. Das fällt manchen Menschen, besonders Frauen, nun mal grundsätzlich schwer. Und ich meine aus eigener Erfahrung, dass es auch alles andere als leicht ist, sich im Hinblick darauf zu ändern. Trotzdem will ich Dir die Hoffnung, dass im neuen Job alles besser wird, natürlich nicht nehmen.

"Übe" doch schon mal ein anderes Auftreten, indem Du nicht gleich aufgibst, was die Krankschreibung angeht, indem Du als Nächstes den Facharzt aufsuchst, der Dich nicht auf die körperliche Schiene festlegt.

AHrabeClxla_D


@ Eva Rella:

Das werde ich - ich habe morgen Nachmittag bei einem anderen Arzt einen Termin.

Ich weiß dass es schwierig ist nicht immer wieder in das alte Muster zurückzufallen, aber irgendwie muss ich doch versuchen meine Situation zu ändern, oder?! Und es ist unmöglich in meinem jetzigen Job was zu ändern - wenn ich jetzt Grenzen aufzeige dann werde ich jede Menge Stress und Ärger mit meinem Chef, den anderen Führungskräften und Kollegen bekommen weil die natürlich nicht verstehen wie ich jetzt plötzlich die Arbeit verweigern kann und so "rumzicke". Dass ich überlastet bin streitet ja keiner ab, aber da es bisher über den schon langen Zeitraum ja so super geklappt hat wird man nicht verstehen warum es plötzlich nicht mehr gehen soll obwohl ich ja nachwievor Vollzeit anwesend bin. Im Prinzip müsste ich da gegen ALLE ankämpfen und zusätzlich würde ich beruflich noch ein immens schlechtes Bild abgeben und kann die nächsten Beurteilungen in die Tonne kloppen...

Dann doch lieber einen neuen Job, direkt von Anfang an mir selbst eine Grenze des Zumutbaren auferlegen und diese auch strikt einhalten und erst mal überlegen bevor ich irgendwas zusätzliches übernehme. Denn eines habe ich in den ersten Jahren meines Berufslebens gelernt: nur weil man bereitwillig zusätzliche Arbeit übernimmt und sich total einsetzt heißt das nicht automatisch dass man dann beruflichen Erfolg hat.

E*va ReIlWlxa


wenn ich jetzt Grenzen aufzeige dann werde ich jede Menge Stress und Ärger mit meinem Chef, den anderen Führungskräften und Kollegen bekommen weil die natürlich nicht verstehen wie ich jetzt plötzlich die Arbeit verweigern kann und so "rumzicke".

Nun ja, im neuen Job könntest Du auch erleben, die "Zicker" rauskehren zu müssen; hier wäre vielleicht Gelegenheit auch das zu üben, schon mit dem Gefühl im Rücken, dass Du ja dort nicht bleiben willst.

Aber schon verständlich: Ein Neustart fällt (hoffentlich) einfach leichter.

E0v/a Raella


Meine Tastatur zickt. Ich meine "Zicke", nicht Zicker. ]:D

AiraQbellax_D


@ Eva Rella:

Klar werde ich hier nicht einfach so weitermachen und mir alles an Arbeit "reindrücken" lassen. Das was ich bisher mache/übernommen habe mache ich aber zusätzliches übernehme ich nun nicht mehr.

Heute morgen kam schon jemand und wollte mir eine zusätzliche Tätigkeit aufdrücken - für ihn würde das bei einem Projekt weniger Arbeit bedeuten aber für mich würde das einen höheren Aufwand bedeuten da ich dann praktisch die Daten die er sich "erspart" hat an zig Stellen zusammensuchen muss. Also im Prinzip heißt es: er spart sich den ein oder anderen Aufgabenschritt und den muss dafür ich machen. Das habe ich aber gleich mal konsequent abgelehnt. Er murrte dann rum und meinte ich "wolle mir nur wenig Arbeit machen" und dass er doch schon "so viel zu tun hätte" aber das ist mir egal... Irgendwie bin ich nun ziemlich stolz auf mich dass ich so konsequent "nein" gesagt habe. Eine gute Erfahrung! Aber ich habe auch gemerkt dass mein "nein" nicht direkt akzeptiert wurde sondern sogar noch versucht wurde mich zu überreden und mir ein schlechtes Gewissen einzureden. Daran merkt man auch was für ein Bild die Kollegen von mir haben: Die, der man alle Aufgaben zuschieben kann die einem unangenehm oder lästig sind!

wiho_madie_who


;-) Sehr gut, ich bin stolz auf Dich!!

Bei dieser Anmerkung des Kollegen

Er murrte dann rum und meinte ich "wolle mir nur wenig Arbeit machen"

hättest Du noch entgegnen können: "Du doch auch, sonst würdest Du mir das doch nicht auch noch aufdrücken".

Ich bin inzwischen auch dazu übergegangen, den Leuten dann den Spiegel vorzuhalten, denn der ist ja im Grunde mindestens genauso "faul" wie Du, er möchte ja auch wenig arbeiten. Verstehst Du??

w/ho_ma=de_xwho


Der Smilie sollte eigentlich ganz ans Ende.

A+rabIellax_D


@ who_made_who:

Ja, das verstehe ich. Ich habe gemerkt dass versucht wurde mich zu "überreden". Das hat er nicht mal schnell aufgegeben sondern wir haben um die 20 min diskutiert - er hat also einige Mühe in seine Überredungskünste gesteckt. Dass er so viel Zeit und Energie reingesteckt hat mir die Arbeit "zuzuschieben" zeigt, dass er schon ziemlich sicher war mir die Arbeit irgendwie reindrücken zu können und nicht wirklich Gegenwehr erwartet hat. Er war sogar etwas sauer als er dann irgendwann abgezogen ist - fragt sich nur ob auf mich oder eher auf sich selber weil er keinen Erfolg hatte ;-D

Mein Image ist hier eben dass man unliebsame Aufgaben locker auf mich abwälzen kann und ich mich nicht dagegen wehre. Und wenn doch dass ich dann beim geringsten Gegenwind umkippe... Tja Leute, das war mal! Ich musste es die letzten Jahre auf die harte Tour lernen, aber ich kann sagen: ich habe es gelernt! Und ich werde mich bei meinem neuen Job sicherlich niemals in der Form so aufopfern wie ich es hier getan habe!

E\vaO R$el_la


Gut, Arabella!

Na klar kommt Widerstand!!! Anders würde es mich wundern. Wenn Du unbequemer wirst, verstehen die anderen die Welt nicht mehr. ]:D

E3va IRellxa


Das ist normal, entspricht der Gruppendynamik, die auch im Kollegenkreis herrscht. Schert einer aus, z. B. indem er sich entgegengesetzt wie bisher verhält, muss sich alles erst wieder "zurechtrücken" …..

wkho_ma|de_wh6o


Genau, da musst Du jetzt durch, denn sonst wird sich Deine Situation nicht ändern und das gilt für alle Arbeitsplätze, weil das eben überall versucht wird.

A4ra]bellax_D


Ja, bereits übernommene Tätigkeiten werde ich nun wohl nicht mehr los ohne dass ich plötzlich als arbeitsscheu und faul gelte, aber ich kann zumindest verhindern dass ich für die Zeit bis ich was neues gefunden habe NOCH MEHR aufgedrückt bekomme.

Eyva nR'ellxa


Glaub ich gar nicht. Auch wenn sie was murmeln von "willst nur kein Arbeit haben" oder so - sie werden Dich insgeheim mehr respektieren als vorher.

Wer sich alles aufladen lässt, gilt als eine Art Packesel. Wer Grenzen zieht, erzeugt zwar Murren, aber nur weil die anderen dann ihren Platz wackeln fühlen, nicht in Wirklichkeit.

N%a}l?aJ85


Ich würde bevor du wegläufst unbedingt im Job üben deine Grenzen aufzuzeigen. Und klar akzeptiert keiner gern ein Nein, und man wird mit verschiedenen Methoden versuchen dich zu brechen (Mitleid, schlechtes Gewissen, böse werden) aber das ist deren Problem - nicht deins. Was versucht wird ist Manipulation - und willst du dich manipulieren lassen?

Und mal anders gefragt - was soll dir denn jetzt noch passieren? Du willst sowieso weg - dann ist das eigentlich perfekt um zu testen ob du nicht doch etwas Stärke aufbringen kannst. In einem neuen Job ist es nie leichter - klar sind die alle neu, kennen dich nicht, aber in einem neuen Job muss man sich auch erst beweisen - und damit schlittert man als Perfektionist schnell wieder in dieses Muster. Bei einem langjährigen Mitarbeiter der immer alles gut gemacht hat akzeptiert man ein Nein leichter als bei einem neuen Mitarbeiter der womöglich in der Probezeit schon anfängt Aufgaben abzulehnen.

Und außerdem ist die Wahrnehmung bei empfindlichen und überkorrekten Menschen auch viel zu sensibel was so ein Nein angeht. Ich z.b. nehm es keinem übel wenn er mir mal nicht helfen kann, sondern geh davon aus dass derjenige selbst viel zu tun hat. Warum also sollte man dir übel nehmen wenn du mal Nein sagst weil du keine Zeit mehr dafür hast? Glaub mir die denken vielleicht 10 sek "komisch, sonst macht sie doch immer alles" - aber dann ist der Moment vergangen und keiner behält dich als faul in Erinnerung. Du hattest halt einfach gerade keine Zeit.

Die ersten Male als ich meine Neins getestet hatte hab ich mich sogar bei Kollegen noch vergewissert ob ich irgendwie zickig rüberkomm, weil es sich für mich einfach so heftig angefühlt hat. Aber so fühlt es sich halt an wenn man noch nie Nein gesagt hat. Ich hatte auch einige Streiterein mit einer Kollegin, hitzige Diskussionen wo sie schnaubend weggegangen ist - aber am nächsten Tag war sie wieder ganz normal zu mir. Weil sowas einfach nicht in der Erinnerung bleibt und weil ein "Nein ich kann das nicht übernehmen" nicht eine persönliche Ablehnung bedeutet, sondern einfach dass man beschäftigt ist. Burnout Menschen wollen es immer allen recht machen, niemanden vor den Kopf stoßen und schon garnicht selbst auf Ablehnung treffen - klingt nach einem angenehmen Menschen ... einem Menschen den man gut rumschubsen kann und der sich nie wehrt ;-)

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Burnout-erkennen-überwinden-vermeiden-Gabriele

Ich hab es erst gelesen als ich schon fast durch den Burnout durch war - aber es hat mir einfach soooo geholfen diese Muster zu erkennen. Die Methoden zu durchblicken mit denen man dich in die Ecke drängen will und vorallem einem die Augen zu öffnen dass man an einem Burnout fast ausschließlich allein schuld trägt. Man schaufelt sich sein eigenes Grab.

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