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Zustand eines geliebten Lebewesens macht mich psychisch fertig

TMinamtinxe hat die Diskussion gestartet


Nachdem meine Finja (Haustier) im Januar ganz überraschend gestorben war, war ich Monate lang am Boden. Ich hatte keinen Spaß mehr im Leben. Alles war dunkel, düster. Das Leben war nicht mehr lebenswert.

Da das irgendwie nicht mehr so weiter gehen konnte, beschloss ich zwei neue Fellnasen (Haustiere) in mein Leben zu lassen. Ein Weibchen und ein Männchen. Während das Weibchen von Anfang an sehr fit war, schien das Männchen seit Beginn kränklich, was sich dann so zeigte, dass er immer wieder das Fressen einstellte. Wir machten sämtliche Tests. Die Tierärzte fanden keine Ursache. Auch jetzt kränkelt er wieder rum. Nachdem wir zu Beginn noch dachten, es wären die Zähne, kommen mittlerweile Zweifel.

Anfangs habe ich das alles relativ gut weggesteckt und bin von einem Arzt zum anderen gefahren, hoffnungsvoll dass jemand etwas findet. Er fing immer wieder an zu fressen und erholte sich, bis kurz darauf die nächste Phase von nicht fressen einsetzte.

Da ich Studentin bin, habe ich es im 1. halben Jahr, nachdem er bei uns einzog noch relativ gut arrangieren können. Ich legte die Vorlesungen wenn er kränkelte so, dass ich spätestens nach 3 Stunden daheim war, und ihn päppelte.

Dann kam der September. Ich ging ins Pflichtpraktikum, wovon mein gesamter Abschluss abhängt.

Und plötzlich war ich nicht mehr nach 3 Stunden wieder zu Hause, sondern erst nach 8. Ich fing an von 8 bis 16 Uhr zu arbeiten.

Neben der Tatsache, dass ich mir mit 2 Hausarbeiten zusätzlich zu viel zugemutet habe, kam der Fakt, dass der Kleine auch jetzt immer wieder aufhörte zu fressen. Plötzlich war da Arbeit, zu der ich 8 Stunden pro Tag verpflichtet war und mich nicht krank melden konnte. Der Kleine hatte aber Phasen, in denen es ihm schlecht ging. Ich begann meist extrem frustriert und verzweifelt zur Arbeit zu gehen, konnte mich schlecht konzentrieren, weil ich nur mit den Gedanken beim Kaninchen war. Jedes Mal wenn ich das Haus verlasse und verlies hatte/habe ich ein schlechtes Gewissen. Wenn er sich wieder erholt hatte, ging das einiger maßen. Fraß er aber zu wenig, ging es mir richtig schlecht.

Mittlerweile habe ich noch 4 Wochen Praktikum vor mir und muss sagen, dass mich der Zustand extrem belastet. Ich weine viel, habe keine bis gar keine Erholung, weil ich permanent unter Strom stehe, wie es denn dem Tierchen geht. Ich gehe morgens mit schlechtem Gewissen zur Arbeit und kann kaum noch schlafen.

Mir ist das Tier so wichtig geworden, aber ich merke, dass die Sache echt an meinen Nerven zerrt. Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich die letzten Wochen Praktikum überstehe, ohne total in Depressionen zu versinken?

Antworten
TRheBlafckWiHdxow


Ich habe selber seit Jahren Kaninchen. Manchmal sind welche krank gewesen und bedurften viel Pflege. Aber anstatt mich verrückt zu machen und die Tiere fast stündlich zu überwachen und täglich zu wiegen (ja, so verrückt war ich am Anfang), habe ich mir irgendwann gesagt, daß ich mein Bestes gegeben habe und mehr nicht leisten kann. Habe Futter kleingerieben, die Felder nach frischem Grün abgesucht, Kiloweise Leckerchen gekauft, Mittelchen und Pülverchen vom Tierarzt eingeflößt usw.usw.

Mach dich nicht verrückt, denn mehr als gut für ihn zu sorgen, kannst du nicht leisten.

T&inatixne


Danke, schön dass es jemanden gibt, der einen versteht.

Er bedeutet mir sehr viel und ich habe große Angst solch einen Verlust noch einmal innerhalb so kurzer Zeit zu erleben.

Mich macht einfach fertig, dass kein Arzt weiß woran dieses Aussetzen vom Fressen nun liegt.

Außerdem belastet es mich, dass ich 8 Stunden 5 Tage pro Woche nicht weiß, wie es ihm geht, ob ich ihn abends lebend wiedersehe.

Diese ständigen Sorgen einfach.

Als ich noch nicht gearbeitet habe, fiel das nicht so schwer ins Gewicht.

R+helsia


Könntest du nicht Verwandte oder Bekannte um Hilfe bitten? Oder dich nach einer Pflegestelle für die nächsten 4 Wochen umsehen?

dpasgesuqnMdepl?us2x0


Kann dir zwar keinen Tipp geben aber ich kann das total nachvollziehen :°( Mir geht sowas auch total nah aber viele verstehen das nicht.

Als mein über alles geliebstes Hündchen vor ein paar Jahren durch einen dummen Unfall gestorben ist (hatten es gerade mal 2 Jahre :°( ), konnte ich nicht mehr. Habs nicht mal geschafft in die Arbeit zu gehen und wurde 2 Tage krank geschrieben, weil ich wirklich nicht mehr konnte.

Und das beste: Mein Chef hat mich ausgelacht. Das durfte ich mir Wochen später dann mal anhören. Warum man wegen sowas so fertig sein kann, dass ich nicht übertreiben soll. Was ich denn dann mal mache, wenn ein Mensch stirbt. Weil, das Leben geht ja trotzdem weiter %-| >:(

T\inVatixne


Meine Verwandten wohnen leider alle zu weit weg. Eine Pflegestation gibt es hier nicht. Und wenn hätte ich Angst, dass die ihn gleich einschläfern und gar nicht das Geld investieren und ihn gesund pflegen.

Momentan geht es wieder. Aber bei ihm weiß man nie wie lange das hält.

@ dasgesundeplus:

Ich kann dich ja so verstehen. Jedes Mal wenn er Phasen hat, in denen es ihm so schlecht geht, bin ich auf Arbeit zu nichts zu gebrauchen. Leider habe ich momentan einen Chef, der mich auch nicht eher gehen lässt und darauf besteht, dass ich bis 16 uhr bleibe.

Mit dem Gefühl ein krankes Tier zu Hause zu haben eine ungeheure Belastung.

Manche Menschen haben sehr wenig Verständss, wenn es einem geliebten Haustier schlecht geht. Das sind aber meist die, die sich auch gegenüber Menschen fragwürdig verhalten.

Ich persönlich habe dann immer Ausreden erfunden und nicht gesagt, dass es wegen dem Tier ist, da ich schlechte Erfahrungen gemacht habe, wenn man sagt es geht dem Tier schecht. Das habe ich einmal gemacht. Nie wieder.

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