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Arbeiten für 3,60 € die Stunde?

ChoricDopaxt


@sophica

Jeder Mensch sollte durch seine ganztägige Arbeit angemessen leben können ohne große finanzielle Sorgen, das ist meine Sicht der Dinge.

Grundsätzlich bin ich deiner Meinung. Aber definiere "angemessen leben". Was gehört zu angemessen? Eine 80 qm Wohnung für 3 Personen? 2 - 3 Fernseher? Mehrere Computer/laptops? 2 Autos? für jeden ein Smart/I-phone? 2 mal jährlich für eine Woche auf Urlaub?

Ich denke grundsätzlich, dass sich jede Art von Arbeit lohnt. Wenn man halt keine Ausbildung gemacht hat, dann arbeitet man halt zunächst als Hilfsarbeiter/in. Dass diese arbeiten nicht so gut bezahlt sind, liegt auch auf der Hand. Es hat aber jeder sein Leben selbst in der Hand und kann sich darum kümmern, eine Ausbildung zu machen. Dafür bezahlt man halt auch seinen Preis (geringer Lebensstandard während der Ausbildung, wenig Freizeit, etc.)

myidknigh]tlaxdy4x1


annehmen u erstmal arbeiten, wird doch bestimmt eine probezeit geben, zeig, dass du arbeiten willst. ist doch auch viel schöner, das gefühl zu haben, dass man gebraucht wird u was fürs geld tut. als ich noch in alg 2 war habe ich jedes jahr 1 eujob gemacht. nicht nur wegen dem geld ( meiner meinung nach war das auch kein 1 eujob, sondern ich habe für den 1 eu die stunde plus alg2 geld gearbeitet), soziale kontakte sind wichtig u das gefühl was zu tun. nun hab ich eu rente u meine fam. ist immernoch in alg2, trotzdem arbeitet mein mann seit jahren entweder als 1 eujobber, als 400 eujobber u bufdi um dort fuss zu fassen u wie es aussieht bekommt er endlich die stelle. dann sind wir raus aus alg 2.

i-rge'ndwie_vandexrs


aber ich will mich halt nicht ausbeuten lassen...

Na dann warte doch mal (noch) länger ab, vielleicht klopft ja irgendwann, so in 5 Jahren oder so, ein guter Chef an deiner Tür, der dir einen Teilzeitjob für 2000 € netto Einstiegsgehalt anbietet... aber da würde ich dann vorher auch nochmal nachfragen, ob das dann nicht doch Ausbeutung ist... *Ironie off*

Mal ernsthaft: Was gibt es bei dieser Chance denn noch zu überlegen ???

AIiHyana8K9


Ich würde die Stelle auf jeden Fall annehmen und dann Bewerbungen schreiben und so schnell wie möglich wechseln. Falls der niedrige Stundenlohn stimmt (ich werde daraus ebenfalls nicht schlau ob brutto, netto, mit oder ohne Zuschläge, minus Fahrtkosten oder nicht), dann wäre das eine Art von Ausbeutung durch den Arbeitgeber, die ich nicht unterstützen möchte, aber es gerne als Sprungbrett in ein angemessenes Anstellungsverhältnis "ausnutze"

DfieKruIemxi


Jeder Mensch sollte durch seine ganztägige Arbeit angemessen leben können ohne große finanzielle Sorgen, das ist meine Sicht der Dinge.

Jeder mensch sollte aber auch im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür sorgen, den Wert seiner Arbeit angemessen zu gestalten. Z.B. durch eine Ausbildung. Wenn ich mich entscheide, ohne Ausbildung und Berufserfahung erstmal Kinder zu bekommen und dann nach einem Job als Ungelernte Ausschau halte, ist es doch klar, dass ich im unteren Lohnsektor anfange. Denn ich habe den Wert meiner Arbeit nicht optimiert, da ich andere Schwerpunkte gesetzt habe.

Mit 850€ netto plus Kindergeld kann man angemessen leben.

Wenn man z.B. in den Niedriglohn-Sektoren in der Nahrungsmittelindustrie (Vom Anbau, Entehilfe über Logistik, Lager bis Vertrieb) die Löhne erhöhen würde, würde dann nicht am Ende das Produkt im Geschäft ebenso teurer werden, sodass das Mehr an Lohn keinen Mehrwert hat?

K!ad0hidyxa


Für die neuen Arbeitsverträge vieler berufe gelten doch jetzt Mindestlöhne?

850 €, 100 Std, das klingt doch nach diesem Mindestlohn.

Ob die TE jetzt die Aufwendungen vom Amt und die Fahrtkosten abzieht und so weiter, bevor sie den Stundenlohn ausrechnet, ist ihr Problem.

Sie hat nicht weniger Stundenlohn, wenn sie arbeitet und H4 wegfällt (sie also außer Haus ist und nicht die volle Summe des Lohnes mehr im Monat zur Verfügung hat), sie ist auf weniger Hilfe vom Amt angewiesen, und das ist doch positiv. Jedenfalls sehen es manche Leute so.

Fahrtkosten etc haben auch andere Leute, einer mehr, einer weniger, das aus dem Brutto-Lohn rausrechnen ist absoluter Schwachsinn.

Abzüge sind nur Steuern, Sozialabgaben, Soli, evt Kirchensteuer, und da kommt dann netto raus.

Netto ist nicht das, TE, was Du zum Ausgeben oder für die Haushaltskasse hast.

Und wenn man von 100 Arbeitsstunden und 850 € netto ausgeht (BEVOR Fahrtkosten, "fehlendes H4" und der Kaffee vom Bäcker zum Aufwachen rausgerechnet werden), dann ist das ein gutes Angebot, was man annehmen sollte.

Mit dieser Berufserfahrung und einem guten Arbeitszeugnis ist es leichter, später eine andere Stelle oder, falls noch nicht vorhanden, eine Ausbildung zu erlangen.

Sieh es mal so: andere Leute machen umsonst Praktikum im Pflegebereich für Studium oder um zu sehen, ob sie es als Beruf machen möchten, Du hast so gesehen ein Berufspraktikum, das bezahlt wird ;-) und wenn es Dir wirklich auch nach 3 Monaten noch gefällt, hast du gute Voraussetzungen, um Dich auf eine Ausbildungsstelle in diesem Bereich zu bewerben.

Bzw. gute Voraussetzungen, dass Du mit Deinem Bewerberprofil attraktiv für den Ausbilder bist und er Dich nimmt.

HWybriHdX99


Ich würds annehmen. Je länger die Lücke im Lebenslauf, um so mehr verbaust du dir die Zukunft. Lieber jetzt erstmal den Job machen und nebenher suchen, als den Lebenslauf noch weiter unattraktiv zu machen. Abgesehen davon sehe ich es für mich persönlich als erstrebenswert an, nicht von Sozialgeldern leben zu müssen (klar, wenn es nicht anders geht ist das OK, aber hier geht es ja anders).

edise`nblusme


Ab 1. Januar müsstest du dann doch sowieso Mindestlohn bekommen, also 8,50 die Stunde, oder? Ich würde es annehmen, um aus Hartz 4 rauszukommen, und mich gleichzeitig weiter bewerben. Das einzige wo ich nochmal nachhaken würde ist bei der Bezahlung des Bereitschaftsdiensts während der Nacht.

W$aterl3ix2


Bei 100 Stunden pro Monat kommst du auf 3,60€ pro Stunde bei 850€? Das haut irgendwie nicht so richtig hin, oder? Ich krieg 7,50 die Stunde und habe bei 80 Stunden 600€ raus, also 850€ bei 100 Stunden ist ja dann ähnlicher Stundenlohn wie bei mir. ":/

A/ufD:erAr&beixt


Als Mensch mit vielen chronischen Krankheiten, der sich jeden Tag mit Schmerzen zur Arbeit schleppt um solche Faulenzer wie kiarani durchzufüttern bleibt mir echt die Spucke weg.

100 Stunden bei 850 Euro sind 8,5 Netto pro Stunde...

Ich finde das Sozialsystem gut, weil es den Menschen durchaus ein lebenswertes Leben ermöglicht. Und ja: auch H4-Bezieher bekommen nicht gerade wenig Geld... dafür muss man schon ordentlich in die Hände spucken um das gleiche Geld mit Arbeit zu verdienen.

Wenn ich Menschen wie Kiarani lese, fürchte ich das die derzeitigen H4-Sätze einfach viel zu hoch sind... tut mir leid. Wenn ich schon überlegen muss, ob es sich lohnt zu arbeiten, ist am System was falsch.

Feldbett in einer Turnhalle und Eintopf für ein paar Monate würden das vielleicht mal kurieren. Wer sagt eigentlich, das ich so 40 Stunden im Monat nur dafür arbeiten muss, solche Menschen zu unterstützen?

saoph:ica


@ coricopat

insgesamt darzustellen, was ich für angemessen halte, führt mir hier etwas zu weit.

So viel sei gesagt: in einigen deutschen Großstädten reichen für 80 qm Wohnung die kompletten 850 € nicht;

will sagen, ich meine mit "angemessen" nicht ein Leben auf einem hohen materiellen Niveau, sondern ja so, dass man sich neben der Wohnung auch noch evtl. einen Sportkurs oder den Besuch eines Fitnesscenters leisten könnte.

Ich bin schon sehr lebenserfahren und muss halt leider feststellen, dass es Bereiche gibt, zumindest im Bereich der freiberufliche Lehre, des Unterrichts, da haben sich die Honorare in den letzten 20 / 30 Jahren in etwa halbiert. Und in vielen anderen Tätigkeitsfelder hat auch eine Senkung des Reallohns stattgefunden in den letzten Jahrzehnten.

Als Kunde stellt man entsprechend fest, dass die Qualität der Waren und Dienstleistungen schlechter wird und das alles bei einer enormen Produktivitätssteigerung (d. h. in wesentlich weniger Arbeitsstunden wird eine bestimmte Menge hergestellt) und einem schnellen Wachstum des Geldreichtums bei einigen wenigen. Und Schulen sind in einigen Gegenden in einem Zustand, der absolut miese ist. Dies trifft teilweise ja auf die gesamte Infrastruktur zu.

Da ist auf lange Zeit einfach keine Balance, kein Gleichgewicht gegeben.

Sorry, dass ich hier vom Thema abweiche; doch sehe ich einen solchen Zustand als sehr ungesund an und auf Jahrhunderte hinaus sowieso nicht haltbar.

s(ensjiubelxman


Es gibt millionen Menschen, die arbeiten für weit weniger.

Das ist eine sehr üble Argumentation, weil sie in der Folge Ausbeutung deutlich erleichtert und eine Abwärtsspirale in den Reallöhnen ermöglicht. Lasst euch niemals auf solche Argumente ein und erniedrigt euch nicht. Nehmt niemals eine Arbeit an, die nicht vernünftig bezahlt wird- da gewinnen immer andere an eurer Unterwerfung und Selbstkasteiung.

M|iRo:Li


Wer sagt eigentlich, das ich so 40 Stunden im Monat nur dafür arbeiten muss, solche Menschen zu unterstützen?

Eines der gravierendsden Probleme unserer Gesellschaft besteht darin, dass die Solidarität der "kleinen Leute" untereinander sich allmählich auflöst. Das kommt aber nicht von allein, das wird gemacht. Denn wäre es nicht so, dann wären die vielen Kleinen viel mächtiger als die wenigen Großen...

D\er_P Alixas


"Die Kleinen" haben keinen Arsch in der Hose sonst hätten die die großen längst zum Frühstück verspeist. Das ist die Wahrheit!

D_er kletine. PKrinz


Das ist die Wahrheit!

Nur gut, dass hier wenigstens einer die Wahrheit kennt! ;-D

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