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Arbeiten für 3,60 € die Stunde?

S?unfloBwerE_7x3


Job annehmen.

Und bzgl. Aufstiehgschancen: Im Gesundheits- bzw. Altenpflegebereich gibt es bekanntermaßen Personalmangel. Klar, die Löhne sind niedrig und die Arbeit hart, was ein wesentlicher Grund ist.

Aber: Wenn sich jemand als Nachtwache gut schlägt, gibt es bestimmt Möglichkeiten zu Aus- & Fortbildungsmaßnahmen. Anderen Schichten, die das dann ermöglichen.

Es ist zumindest ein Einstieg in die Arbeitswelt und zeigt, dass man gewillt ist, Arbeit nicht scheut, es auch mit Kindern hinbekommt,...

Fahrtkosten können am Jahresende auch steuerlich geltend gemacht werden (oder direkt beim Finanzamt angegeben werden), so dass ein wenig mehr Netto bei rauskommt.

E%hemaligHer Nuqtzier (#/479x013)


@ anders_als_andere

Der deutsche Staat kann z.Z. nur existieren, wenn die Arbeitslosen hier bleiben und konsumieren. Wir hätten die schönste Wirtschaftskrise, wenn die Mehrzahl der "Schmarotzer" auswandern würde.

Wie süß, das beweist doch nur, dass du von makroökonomischen Zusammenhängen nicht ansatzweise Ahnung hast. Der Staat gibt an der Stelle nämlich nur Geld aus, dass er schon mal vereinnahmt hatte, d. h. es handelt sich um reine Umverteilungsprozesse ohne Nutzengewinn, sondern sogar mit Wohlfahrtsverlusten für alle anderen außer die betreffenden Arbeitslosen. Das Geld könnte man genauso gut in Subventionen stecken, wenn die Nachfrage schwächelt, und dann hätten alle anderen trotzdem mehr davon, als wenn einfach noch welche beim Konsumieren "helfen" und sonst nix dafür leisten.

Zum Thema: Ich würde ähnlich rechnen. Die 160 Std. Nichtstun (ohne Fahrtkosten) zuhause würde ich gegenüberstellen gegen - wieviel jetzt genau? - Stunden ausser Haus, abzüglich entstehende Kosten.

Sagte ich bereits: 850 € netto machen 250 € Freitbetrag, abzüglich Fahrtkosten 100 € mehr. Und die Erwägung, ob diese 100 € mehr sich lohnen oder nicht, steht den Leistungsempfängern überhaupt nicht zu, denn das zugrundeliegende Gesetz knüpft den Leistungsbezug an bestimmte Bedingungen wie den vorrangigen Einsatz von Arbeitskraft. Außerdem fangen Nichtbedürftige jeden Monat bei 0 € an und nicht bei 2 x 353 € + Kosten der Unterkunft und Heizung, bevor sie auch nur 1 € durch Arbeitsleistung verdient haben.

Wenn untern Strich 3.60 € die Stunde mehr bleibt, würde ich es machen.

Das ist offensichtlich nicht der Fall. Lies dir unter Umständen mal § 11b SGB II durch, denn dann weißt du, was übrig bleibt.

a\nders_~als_aCndere


Wie süß, das beweist doch nur, dass du von makroökonomischen Zusammenhängen nicht ansatzweise Ahnung hast.

DoN_

Dass ich von Nichts keine Ahnung habe, höre ich immer wieder gern. Verdächtig sind mir jene, die mir ihre Argumente verkaufen wollen mit der Einleitung "Sie sind doch ein kluger Kopf, also ..."

Als vollkommen Ahnungsloser wüsste ich aber gerne, warum die Bildzeitung einem "armen" Hartz IV Empfänger den sparsamen Aufenthalt in Mallorca nicht gönnt (Schlagzeile vor einigen Jahren, habe ich mir gut gemerkt) und der Staat eine "Bleibepflicht" anordnet. Jetzt erzähl mir aber nicht, dass über Nacht Arbeit auf ihn hereinbrechen könnte * * frechgrins * *

EnhemalBiger !Nutz.er |(#4`79x013)


@ anders_als_andere

Dass ich von Nichts keine Ahnung habe, höre ich immer wieder gern. Verdächtig sind mir jene, die mir ihre Argumente verkaufen wollen mit der Einleitung "Sie sind doch ein kluger Kopf, also ..."

Tue ich das? Ich habe lediglich ein Problem damit, wenn Leute ihre persönliche Meinung vor nicht interpretierbare Fakten stellen.

Als vollkommen Ahnungsloser wüsste ich aber gerne, warum die Bildzeitung einem "armen" Hartz IV Empfänger den sparsamen Aufenthalt in Mallorca nicht gönnt (Schlagzeile vor einigen Jahren, habe ich mir gut gemerkt) und der Staat eine "Bleibepflicht" anordnet. Jetzt erzähl mir aber nicht, dass über Nacht Arbeit auf ihn hereinbrechen könnte * * frechgrins * *

Arbeitslosengeld-II-Empfänger haben 21 Tage Urlaubanspruch im Jahr. Wenn sie damit nicht haushalten können bzw. die damit einhergehenden Formalitäten nicht einhalten - sorry. Im Übrigen sind das Einschränkungen, denen jeder Erwerbstätige genauso unterliegt, nur dass bei Arbeitslosengeld-II-Empfängern demgegenüber eine erhebliche Dunkelziffer an nie gemeldeten Ortsabwesenheiten gegeben ist, die man eigentlich noch zu dem Urlaubsanspruch hinzurechnen müsste. Insoweit sind das medial aufbereitete Halbwahrheiten. Oder weißt du, ob die Betroffenen in dem konkreten Fall noch Resturlaubanspruch hatten?

Ethemaligerr LNutzer; (#4o79013x)


Noch eine Ergänzung zu der angeblichen "Bleibepflicht": Das wäre logischerweise verfassungswidrig. Gemeint ist, dass der Leistungsanspruch für nicht genehmigte Urlaubstage bzw. Ortsabwesenheiten entfällt. Und irgendwie ist das keine Schlechterstellung gegenüber Erwerbstätigen, die nämlich genau das gleiche Problem hätten, wenn sie ihrer Arbeit einfach fern blieben.

m?nxef


Jetzt erzähl mir aber nicht, dass über Nacht Arbeit auf ihn hereinbrechen könnte * * frechgrins * *

Na dann kann man ja sorglos die Biege machen, wenn in den Augen desjenigen über Nacht eh nichts kommt, merkts ja keiner.

awn\ders_akls_axndere


Und irgendwie ist das keine Schlechterstellung gegenüber Erwerbstätigen, die nämlich genau das gleiche Problem hätten, wenn sie ihrer Arbeit einfach fern blieben.

DoN_

Ich war einige Jahre im Außendienst tätig und konnte "frei" herumfahren, auch fern übernachten. Zuhause oder im Büro hätte ich mein Geld nicht verdienen können. Angenommen, ich werde dann arbeitslos, muss ich den Außendienst dann zuhause machen?

Der Hintergedanke ist für mich, das erhaltene Geld auch hier wieder ausgeben zu müssen. Damit der Staat dann u.a. gleich die Mehrwertsteuer zurückbekommt. Und andere Menschen Arbeit haben.

mYnef


Ich war einige Jahre im Außendienst tätig und konnte "frei" herumfahren, auch fern übernachten. Zuhause oder im Büro hätte ich mein Geld nicht verdienen können. Angenommen, ich werde dann arbeitslos, muss ich den Außendienst dann zuhause machen?

??? Wenn du arbeitslos wirst, was willst du dann noch für Aussendienst machen?

EGhemal$iger &NutzerV (#F47901x3)


@ anders_als_andere

Ich war einige Jahre im Außendienst tätig und konnte "frei" herumfahren, auch fern übernachten. Zuhause oder im Büro hätte ich mein Geld nicht verdienen können. Angenommen, ich werde dann arbeitslos, muss ich den Außendienst dann zuhause machen?

Außendienst fällt nicht unter Ortsabwesenheit. Außerdem ist Außendienst und arbeitslos irgendwo ein Widerspruch.

Der Hintergedanke ist für mich, das erhaltene Geld auch hier wieder ausgeben zu müssen. Damit der Staat dann u.a. gleich die Mehrwertsteuer zurückbekommt. Und andere Menschen Arbeit haben.

Nein, die einmal rechtmäßig erhaltene Leistung kann frei verwendet werden. Nach der Logik wäre auch die Abwrackprämie komplett ins Leere gelaufen, da schwerpunktmäßig eben nicht die teuren deutschen Autos gekauft wurden. Für die Gesamtwirtschaft der EU war es hingegen förderlich (ohne damit zu behaupten, dass die Maßnahme an sich sinnvoll war).

K+adhiGdya


Mir ging es um die die soviel verdieen dass sie nicht wie manch ein Hartz 4 Empfänger überlegen müssen, wo das dringend benötigte Geld für die Reparatur der Waschmaschine geborgt werden kann.

Ich habe jahrelang per Hand oder im Waschsalon gewaschen (bzw. falls kein Geld mehr dafür war, alles was ging wieder per Hand), gebrauchte/umverteilte Möbel (im Familien-/Freundeskreis ausgemustert) gehabt usw. Mnef kennt auch ähnliche Erfahrungen.

Automatisch davon auszugehen, dass Hartz-4-Empfänger, die in einem Faden schreiben, automatisch die finanziell ärmsten Schweine sind, die sich am wenigsten leisten können, ist ebenso vermessen wie diese zu beschuldigen, sie seien nur sesselpupsende Schmarotzer.

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Bevor hier großartig argumentiert und diskutiert wird, müsste die TE eigentlich vorher mal genau klar stellen, ob jetzt 100 oder 160 Stunden, ob die 850 € wirklich netto waren und wie sie auf die 3,60 € kommt.

Natürlich rechnet jeder, der im staatlichen Versorgungsnetz aufgefangen ist, so herum, was im Monat nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Man muss ja wissen, ob ein Minus macht, ob man in die Gehalts-Grenzen fällt dass man dieses Minus mit anderer staatlicher Versorgung ausgleichen kann oder ob man eben ein (kleines?) Minus in Zukunft haben wird.

Dennoch geht man nicht für das, was am Ende absolut unterm Strich bleibt, arbeiten. Wenn mir von dem Stundenlohn 8,50 € nach Rausrechnung der Stütze, Fahrtkosten und was auch immer nur noch 3,60 € über bleiben, dann gehe ich trotzdem nicht "für 3,60 € arbeiten."

Das klingt so nach einem generellen Stundenlohn von 3,60 € und ja, das kann sich evt die TE nicht vorstellen, es gibt Leute, die gehen für einen Netto-Stundenlohn von 3,60 € arbeiten, was absolut unmöglich und ausbeuterisch ist, und deswegen protestieren hier soviele Leute, diese Arbeit solltest Du nicht annehmen und die sei ja scheiße.

Weil sie, insbesondere durch diese Überschrift, denken, dass es 3,60 € sind, die Du überhaupt verdienen wirst und von denen alle Lebenshaltungskosten abgehen.

Wenn man jedoch die grundsätzlichen Kosten rausrechnet und nur berücksichtigt, was in der Haushaltskasse (oder gar in der "Geld zur freien Verfügung"-Kasse) landet, dann werden viele Leute, gerade die mit Kindern und Haustieren, auch bei geringen Stundenlöhnen landen.

So ist das Leben nunmal. 100 % Netto-Lohn zum Ausgeben und Verjubeln hat keiner.

aapr}i#l45


Und ja es ist uach in Schichten möglich seine Ausbildung berufsbegleitend zumachen. Habe meine Ausbildung damals auch so gemacht. Sowie eine 2. mit Vollzeitausbildung in denen die Praktikas in Schichten verliefen und das mit 2 kleinen Kindern. Wenn man etwas wirklich will dann geht es auch und geht nicht gibt es nicht.

DYiPeKrduemi


Und ob man als bezahlter Underdog wirklich seine Selbstsicherheit trainieren kann ..

Man kann nunmal nur mit dem beginnen, was man hat. Wenn die TE ihr Leben so gestaltet hat, dass sie ohne Ausbildung erstmal 2 Kinder bekommen hat und nun mit Mitte 20 ohne Ausbildung und ohne (nennenswerte) Berufserfahrung da steht, was wird ihr wohl als Jobs angeboten werden? Und daran hat niemand außer die TE selbst "Schuld", sofern man von Schuld überhaupt sprechen kann. Wenn sie auf einen gut bezahlten Job warten will, ohne sich slebst zu bewegen, wird sie lange warten. Sie könnte sich kümmern, dass ihr eine Ausbildung ermöglicht wird, um eben nicht als -wie du so "schön" sagst- underdog zu arbeiten. Ob sie das tut oder nicht, wissen wir nicht und es ist ihre Entscheidung. Will sie keine Ausbildung machen--wird sie eben in einem "underdog-Arbeitsverhältnis" beginnen müssen. Ob sie zeitlebens dort verbleibt-auch das liegt in ihren Händen. Klar muss man sich bewegen, wenn man neben Job auch noch Weiterbildungen machen will, aber die Ausgestaltung ihres Lebens und die Verbesserung ihrer Perspektiven durch Qualifikation liegt in ihren Händen. Einfach ist es noicht, klar. Aber da es genügend Studierende, die trotz Studium und Kind auch noch Nebenjobs haben, ist es offenbar kein Ding der Unmöglichkeit.

Schwierig wird es, wenn der eigene Anspruch, was einem zustehen müßte konträr zu der eigenen Qualifikation und der Einsatzbereitschaft verläuft.

EThemaKliger 3NUutzer [(#V4793013)


Man kann nunmal nur mit dem beginnen, was man hat. Wenn die TE ihr Leben so gestaltet hat, dass sie ohne Ausbildung erstmal 2 Kinder bekommen hat und nun mit Mitte 20 ohne Ausbildung und ohne (nennenswerte) Berufserfahrung da steht, was wird ihr wohl als Jobs angeboten werden?

Mit 2 Kindern macht das 1.164,00 € (bzw. 1.188,00 € ab 2015) Regelleistung + 250,00 € Hinzuverdienst (Werbungskosten fallen ja auch bei anderen an) + Miete für 4 Personen + Elternbeitrag Kita + Leistungen zur Bildung und Teilhabe (Mittagsversorgung + Ausflüge der Kita) - nur, um mal zu verdeutlichen, wie frech diese Überlegung eigentlich ist, ob sich die Erwerbstätigkeit für einen lohnt. Was da an Geld zusammenkommt, haben viele Fachkräfte längst nicht an Einstiegsgehalt, selbst wenn man berücksichtigt, dass diejenigen noch zusätzlich das Kindergeld in Höhe von 368,00 € hätten.

Dhe=r klaeineg Prixnz


Mal völlig abgesehen von irgendwelchen

Mit 2 Kindern macht das 1.164,00 € (bzw. 1.188,00 € ab 2015) Regelleistung + 250,00 € Hinzuverdienst (Werbungskosten fallen ja auch bei anderen an) + Miete für 4 Personen + Elternbeitrag Kita + Leistungen zur Bildung und Teilhabe (Mittagsversorgung + Ausflüge der Kita) - nur, um mal zu verdeutlichen, wie frech diese Überlegung eigentlich ist, ob sich die Erwerbstätigkeit für einen lohnt. Was da an Geld zusammenkommt, haben viele Fachkräfte längst nicht an Einstiegsgehalt, selbst wenn man berücksichtigt, dass diejenigen noch zusätzlich das Kindergeld in Höhe von 368,00 € hätten.

und anderen Vor- und Anwürfen an die TE: würdest Du für 3,60 Euro Stundenlohn arbeiten?

EvhemaligeCr Nut zer (`#47901x3)


@ Der kleine Prinz

Wenn ich nichts Besseres fände, selbstverständlich. Alles andere wäre auch rechtswidriges Verhalten, wenn man gleichzeitig Leistungen nach dem SGB II in Anspruch nimmt. Aus dem Stand ist schließlich niemand sofort auf 100 km/h und übrigens ist es nicht so, dass ich hier von der Sonnenseite aus argumentiere, da ich ebenfalls mehrere Entgeltgruppen unter Wert arbeite. Dass sich trotzdem einiges an Geld angehäuft hat, liegt eher daran, dass ich mich auf der Ausgabenseite eingeschränkt und insgesamt mehr auf Kontinuität anstatt auf Experimente gesetzt habe.

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