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Arbeiten für 3,60 € die Stunde?

KeadhidUya


Geht es denn um 3,60 € Stundenlohn?

Denn es geht um einen Stundenlohn von 8,50 €.

Erst nach nach Wegfall der H4 für sie, den Fahrtkosten etc ist sie bei 3,60 €.

Jetzt kann ja jeder mal seine Stundenlohn ausrechnen - und dann noch einmal, nachdem von dem Gehalt Fahrtkosten, Arbeitskleidung, Kantinenessen, evt freiwillige Fortbildungen, Aufwendungen für das heimische Arbeitszimmer und eben alles erforderliche rund um die Arbeit abgezogen wurde.

Das ist auch auf einmal ganz schön wenig, für das man arbeiten geht.

Aber man geht nicht dafür arbeiten, sondern für seinen Netto-Lohn!

Hmypoibikxer


Sehe es auch so, wenn alles Gegenrechnet sollte man sich achon gut überlegen, wo bleibt da die Motivation??

Und ein Pflegeberuf mal wieder zu " verscherbeln" finde ich ebenfalls eine große schweinerei!

Letztendlich muss es jeder selber wissen und mit sich vereinbaren können, wenn man keine großen Fahrtkosten hat weil um die Ecke oder so dann kann man es machen, aber bei unseren h4 Sätzen muss man halt schauen ob noch Motivation übrig bleibt bei solchen geringen Differenzen ;-)

dgespeynxtes


Wenn ich nichts Besseres fände, selbstverständlich. Alles andere wäre auch rechtswidriges Verhalten, wenn man gleichzeitig Leistungen nach dem SGB II in Anspruch nimmt.

Das stimmt nicht! Niemand muss Dumpinglöhne akzeptieren!

Nachzulesen ist die Entscheidung unter dem Aktenzeichen S 31 AS 317/07. Hier ist eindeutig geklärt, wann die Bezüge aus Hartz IV nicht gekürzt werden dürfen durch die Behörden. Zu dem Urteil kam es, nachdem eine Bezieherin nicht bereit war, eine Stelle mit einem Brutto-Stundenlohn von nur 4,50 Euro anzutreten, woraufhin ihr die zuständige Behörde für ein ganzes Vierteljahr die Hartz IV-Bezüge um fast ein Drittel kürzte.

Zu Unrecht, wie das Sozialgericht feststellte. Bei Dumpinglöhnen dieser Arbeit dürfen Menschen in Hartz IV durchaus Angebote ablehnen, ohne das Kürzungen in Kauf genommen werden müssten. Aus gutem Grund, denn wofür gibt es inzwischen in vielen Bereichen des deutschen Arbeitsmarktes Tarif-Mindestlöhne, die deutlich über dem besagten Satz liegen.

[[http://www.hartziv.org/news/20090729-job-ablehnung-fuehrt-nicht-zwingend-zu-hartz-iv-kuerzung.html Quelle]]

Aber da die TE ja nicht mehr schreibt, werden wir wohl nie erfahren, ob nun 100 oder 160 Stunden, ob 3,60 € oder 8,50 € die Stunde. Ich habe zwar viele Interpretationen gelsen, aber nichts definitives von der TE.

DZieKrTuxemi


@ der kleine Prinz

und anderen Vor- und Anwürfen an die TE: würdest Du für 3,60 Euro Stundenlohn arbeiten?

kannst du die rechnung der TE nachvollziehen, wie sie auf diese 3,60€ kommt? Dann erklärs mir bitte :-)

D$er \klfeinef Prinz


Wie kommt Ihr auf diese 8,50 € brutto?

Die TE schreibt doch, sie arbeitet 160 Stunden/Mon.für 850 € netto. Also für 5,31 netto.

Wenn sie davon nun H4 und Fahrkosten abzieht , ist sie bei 3,60 € netto?

Was ist denn, wenn man eine Gegenrechnung aufmacht: die Gesamt-Einnahmen aus Transferleistungen auf einen Stundenlohn bei 160 Stunden im Monat umrechnet?

D6ieKr`u+emi


ob nun 100 oder 160 Stunden,

naja, da sie wohl überwiegend Nachts Bereitschaftsdienst hat und die Beteitschaftsdienst-Stunde nunmal nicht voll angerechnet wird ( keine Sonderkondition bei diesem Arbeitgeber, sondern generell gesetzlich geregelt, der Link zur Berechnung wurde vor ein paar Seiten gepostet), sondern anteilig entsprechend der Inanspruchnahme, wird es wohl bei zu berechnenden 100 Stunden liegen. und da sind 850€ sogar viel, da es netto ist, was einen Stundenlohn von deutlich über 10€ brutto bedeutet. Also von Ausbeutung, Unterschreitung des Mindestlohns etcblabla kann ich hier echt nichts sehen.

Dber Xklei!nme Prpinxz


kannst du die rechnung der TE nachvollziehen, wie sie auf diese 3,60€ kommt? Dann erklärs mir bitte :-)

Kann ich ja eben nicht, deshalb verstehe ich diese ganzen Zahlen hier auch nicht. Ich weiß nur 850 Euro netto bei 160 Stunden im Monat, wovon entweder nur 140 bezahlt werden oder 180 geleistet werden müssen.

E+hemalig$er NutzOer (#4M79013)


@ despentes

Ja, das mag in Bezug auf den sowieso fraglichen Betrag von 3,60 € zutreffen, aber ich würde dennoch dafür arbeiten, da ich auf die Gesamtrechnung schau und nicht auf den Grenznutzen. Außerdem ist Geld nicht das einzige Kriterium, wegen dem man arbeiten geht - schon gar nicht in so einer Situation.

KjadhJidy8a


Für manche eben schon.

d/esp0entexs


Ja, das mag in Bezug auf den sowieso fraglichen Betrag von 3,60 € zutreffen, aber ich würde dennoch dafür arbeiten,

Siehst du - ich nicht.

Es geht mir nicht mal darum, dass meine Arbeit nicht angemessen gewürdigt wird, wenn man mir nur so wenig Geld gibt.

So eine Ausbeutung darf einfach prinuipiell nicht unterstütz werden!

s.ensibe"lmatn


Außerdem ist Geld nicht das einzige Kriterium, wegen dem man arbeiten geht

Richtig- man muss nicht für andere Arbeiten, die die Arbeit anderer zum eigenen Vorteil parasitär mitnutzen- Wenn man für sehr niedrige Löhne arbeitet, wird die Arbeitskraft ausgebeutet. Das sollte und darf man nicht fördern.

Produktiv arbeiten kann man durchaus, ohne abhängig beschäftigt zu sein.

D4er klueine ZPrixnz


Dann wär ja noch mal interessant: was ist, wenn unter Mindestlohn gezahlt wird?

Kriegt der AG ein Verfahren an den Hals? Nur? Oder kriegt auch der AN ein Verfahren? Er hat ja auch einen Anteil daran, dass gegen Gesetze verstoßen wurde.

Efh emaliager Nutzer ,(#4m7901x3)


@ despentes

So eine Ausbeutung darf einfach prinuipiell nicht unterstütz werden!

Meines Erachtens ist das wie die Frage mit dem Huhn und dem Ei. Klar ist das Ausbeutung, aber die Lohnnebenkosten machen die Sache (auch für andere) definitiv nicht besser. Letztendlich bremst man durch solches Verhalten in erster Linie das Sozialsystem aus, von dem man selbst abhängig ist, und das finde ich weitaus schwerwiegender und bescheuerter als irgendeine Form von Ausbeutung, die sowieso von der Solidargemeinschaft kompensiert wird. Davon, dass man sich auch ganz einfach im Hinblick auf den demografischen Wandel für den Arbeitsmarkt warmhalten sollte, will ich gar nicht erst reden. Leute wie die TE sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen, und kein System hat ewige Bestandsgarantie.

dXespqentexs


Dann wär ja noch mal interessant: was ist, wenn unter Mindestlohn gezahlt wird?

Zunächst einmal denke ich, dass man als AN den fehlenden Lohn einklagen kann. Das für den Fall, dass er unfreiwillig unter Mindestlohn bezahlt wird.

Sollten AN und AG in Absprache den AN unter Mindestlohn arbeiten lassen (z.B. indem weniger Stunden angegeben, als tatsächlich geleistet werden), müssten beide belangt werden, da ja nicht nur zu wenig Lohn gezahlt, sondern damit einhergehend auch zu wenig Sozialabgaben abgeführt werden.

DAer eklein?ei Prinz


Das mit dem Einklagen ist noch mal eine andere Baustelle.

Stell Dir vor, bei einer Außenprüfung fällt auf:

1. der Meier arbeitet für 6,50 brutto pro Stunde

2. der Müller für 4,50 brutto die Stunden.

Der Müller macht die schwerere Arbeit, er belädt den ganzen Tag Lastzüge von Hand mit Kuhmist. Der Meier guckt dem Müller zu, damit er die ihm übertragene Arbeit richtig macht.

Meier muss ein Bußgeld i.H.v. 1.000 zahlen, Müller, weil er für noch weniger Geld gearbeitet hat, 2.000 Euro.

Die andere Sache, die mit den Sozialabgaben, trifft nur den AG, weil dieser für den ordnungsgemäßen Abzug und Abführung der Sozialabgaben verantwortlich ist.

Verrückt ist halt nur, dass man hier die Empfehlung bekommt, für unzulässigen Stundenlohn zu arbeiten, weil man ja auf das Gesamtergebnis schaut und nicht auf den Grenznutzen, und dann dafür möglicherweise ein OWi- oder gar Strafverfahren übergestülpt bekommt. Und das alles, um die Allgemeinheit zu schützen.

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