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Weitere Krankschreibung - ja oder nein? Bin unsicher.

Stan_dy_"00x07 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Vor 3 Wochen bin ich zu meinem Hausarzt gegangen weil es mir insgesamt einfach nicht gut ging (Schlafstörungen, ständige Kopf- und Muskelschmerzen, Bauchweh). Der Grund dafür ist der Stress auf der Arbeit denn seit 1,5 Jahren besteht die Abteilung - in der ursprünglich 4 Leute Vollzeit beschäftigt waren - nur noch aus mir. Lediglich eine Kollegin arbeitet noch in meiner Abteilung, aber das auch nur Teilzeit für 20 Stunden die Woche. Ansonsten bin ich ganz alleine und muss da den Laden schmeißen... Natürlich gab es da schon oft Diskussionen mit meinem Chef aber solange die Arbeit gemacht wird sieht er keine Veranlassung noch jemanden einzustellen. Und ich Idiot habe mich irgendwie immer "verpflichtet" gefühlt die Abteilung am Laufen zu halten und alle arbeiten zu machen - und wenn dies etliche Überstunden bedeutete. Und der Chef hat sich nun natürlich auch daran gewöhnt dass ich alles mache und wenn ich plötzlich nur noch ehr viel weniger arbeite/leiste dann sieht sowas direkt nach Arbeitsverweigerung aus obwohl es da nicht ist. Ich habe die viele Arbeit eigentlich auch immer ganz gut geschafft aber so nach und nach habe ich einfach gemerkt, dass ich abends und auch am Wochenende nicht mehr abschalten kann und teilweise schon Bauchweh kriege wenn ich nur an die Arbeit denke.

Vor 3 Wochen bin ich also endlich mal (habe das nämlich schon 4 Wochen vor mir hergeschoben weil ich aus Termingründen einfach nie Zeit dazu hatte) zum Hausarzt gegangen und er hat mich erst einmal für 1 Woche krankgeschrieben und mir Blut abgenommen. In der folgenden Woche hat er mir dann eröffnet dass mit meiner Schilddrüse was nicht in Ordnung ist (Autoimmunerkrankung) und mein "Tief" wohl auch damit zu tun hat. Für mich war das ein ganz schöner Schlag denn mit sowas habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Das hat dann auch erst einmal ein paar Tage gedauert bis ich das einigermaßen verdaut habe.

Nun bin ich also schon 3 Wochen krank geschrieben und am Montag müsste ich eigentlich wieder arbeiten. Als ich am Dienstag beim Arzt war wollte ich keine weitere Krankschreibung mehr weil ich mir denke dass ich ja irgendwann wieder arbeiten gehen muss und auch ein ziemlich schlechtes Gewissen habe weil nun irgendwer anders meine Arbeit aufgedrückt bekommt.

Mittlerweile habe ich mich auch dazu entschieden mir bei nächster Gelegenheit über eine interne Ausschreibung in der Firma einen neuen Posten zu suchen. Parallel dazu halte ich nun auch nach einem Job in einer anderen Firma Ausschau. Nachdem die vielen Gespräche mit dem Chef nicht das Geringste bewirkt haben sehe ich einfach keine andere Möglichkeit mehr für mich.

Je näher der Montag aber kommt, desto unwohler wird mir. Ich kann gar nicht so genau ausmachen wieso ich mich unwohl fühle - ich muss nur wieder ständig an die Arbeit denken und fühle mich...schlecht, überfordert und habe auch ein bisschen Bauchweh bei dem Gedanken daran am Montag wieder im Büro zu erscheinen. Ich bin nun ernsthaft am überlegen am Montag morgen nochmal zu meinem Arzt zu gehen und um eine weitere Krankschreibung zu bitten. Wegen der Diagnose ging es mir in den letzten 3 Wochen mental teilweise sogar viel schlechter als vor dem ersten Arzttermin. Die Diagnose habe ich nun zwar einigermaßen akzeptert, aber die "Sache" mit der Arbeit hat sich bisher nicht gebessert (also was meine Gefühle angeht). Deshalb überlege ich nun auch noch beim Arzt um eine weitere Auszeit zu bitten.

Aber gleichzeitig habe ich auch ein schlechtes Gewissen weil ich ja nicht wirklich krank bin und z.B. ein gebrochenes Bein habe oder eine OP hatte oder sowas in der Art.

Was würdet ihr denn an meiner Stelle tun?

Antworten
TAeufel8swxeib


Ich würde wieder arbeiten gehen. Das Gefühl, die Gedanken und dein Bauchweh, werden nicht besser, wenn du noch eine Woche zu Hause bleibst. Du schiebst es nur hinaus. Ich denke, das Gefühl wird nächste Woche Freitag nicht weg sein, sondern noch stärker.

Kann sein, dass ich darin anders bin, aber ich fand es nun kein so riesen Problem, als mir mein Doc sagte, dass ich eine Schilddrüsenerkrankung habe. Im Gegenteil, da es mir vorher oft nicht gut ging, war ich sogar froh, endlich eine Diagnose zu haben.

S0an*dy_0z007


@ Teufelsweib:

Also für mich war es ein ganz schöner Schock zu hören dass ich nun für den Rest meines Lebens ein Medikament nehmen muss. Außerdem ist alleine die Vorstellung dass ich Zellen produziere die meinen eigenen Körper angreifen einfach nur furchtbar. Ich muss dazu sagen dass ich mir von Natur aus immer sehr schnell sorgen mache und es kann durchaus sein dass ich das alles erst einmal als wesentlich "schlimmer" empfunden habe als es letztendlich ist. Ich bin da wohl etwas sensibel/empfndlich... Aber mir ging es einige Tage wirklich erst einmal sehr schlecht, wo ich auch geweint habe und die Diagnose wie einen Weltuntergang empfunden habe.

T(eufe<ljsweixb


Ja, da ist ja jeder anders.

Ich würde an Deiner Stelle versuchen, rauszufinden, warum du nun überlegst dich noch weiter krank schreiben zu lassen. Bzw. woher dein Bauchweh kommt. Ist es das komische Gefühl, weil man denkt, man habe die Firma im Stich gelassen? Oder ist es Überforderung?

Ich hatte mal eine Chefin, die immer irgendwas gefunden hat, wenn ich im Urlaub oder im Krankenschein war..Ich hatte auch immer Bauchweh, wenn ich nochmal arbeiten gehen mußte. War dann der 1. Tag blöd, dann ging es aber wieder. Wäre ich deshalb noch eine weitere Woche zu Hause geblieben, hätte ich keine Ruhe gehabt. Versuch es doch einfach. Vielleicht ist es nicht schlecht, wenn du ein wenig Ablenkung hast. Oft ist es nicht gut, wenn man zuviel Zeit hat um sich über alles mögliche Gedanken zu machen. :-/

EKhemali2gerh NuMtzer (#532573x1)


Weiter zu Hause bleiben bingt dich nicht weiter. Das einzige was es tut ist dir einen neuen Job zu suchen.

Aber bis dahin kannst du ja nicht die nächsten Wochen und Monate zu Hause bleiben. Mach deine Arbeit und was liegen bleibt bleibt eben liegen. Du hast auch nur zwei Hände und kannst keine Arbeit alleine machen die für 3 oder mehr Personen ausgelegt ist ...

SCandy_x0007


@ Teufelsweib:

Ich kann nicht genau sagen warum ich mich bei dem Gedanken am Montag wieder arbeiten zu gehen so dermaßen unwohl fühle. Ich denke dafür gibt es mehrere Gründe. Ich versuche mal einige zu benennen:

1. Ich habe ein schlechtes Gewissen gegenüber Kollegen, weil meine Arbeit nun von diesen gemacht werden muss.

2. Ich fühle mich mit der Masse an Arbeit überfordert. Ich bin oft die erste die in die Firma kommt und einer der letzten die geht. Ich habe das Gefühl dass die anderen Kollegen in der Firma und auch der Chef einfach viel zu hohe Erwartungen an mich haben und es mittlerweile einfach "erwartet" wird dass ich die Arbeit für 4 so erledige wie wenn 4 Leute sie machen würden. Irgendwie habe ich es bisher immer geschafft dass die Abteilung läuft aber irgendwie habe ich auch immer das Gefühl dem nicht ganz gewachsen zu sein.

3. In meinem Job darf man nicht konfliktscheu und durchsetzungsschwach sein, weil man sehr oft "kämpfen" muss. Entsprechend unbeliebt ist meine Abteilung auch - dies hat aber wirklich nur was mit den Aufgaben der Abteilung zu tun und nicht mit mir persönlich. Aber trotzdem kommt es immer wieder vor dass man angeschrien wird, die Arbeit boykottiert wird, einem die Kompetenz einfach abgesprochen wird, man teilweise auch mal persönlich angegriffen wird.

Syandy_T00x07


@ Mellimaus21:

Das habe ich doch schon oft versucht zu ändern. Mein Chef hat sich halt daran gewöhnt dass ich alles mache und alles "locker" schaffe. Als ich ihm mal gesagt habe dass ich die Masse an Arbeit alleine einfach nicht mehr bewältigen kann und somit Dinge auch mal etwas länger liegen bleiben müssen wenn die Abteilung nicht verstärkt wird, da hat er mich gleich richtig zur Sau gemacht, von Arbeitsverweigerung geredet und mit einer Abmahnung gedroht. Sein Argument: "Es hat doch bisher super funktioniert, also warum soll es denn jetzt nicht mehr funktionieren? Das ist hier doch kein Kindergarten! Und Sie sind doch noch jung und gesund - da kann man sowas schon mal leisten!"

T-eufelesweixb


Zu 1.

Verstehe ich, wird aber auch nicht besser, wenn du nun noch eine weitere Woche zu Hause bleibst...im Gegenteil.

Zu 2.

Kein Mensch kann verlangen, dass du innerhalb von wenigen Tagen alles aufarbeiten kannst. Vielleicht hast du deinen Chef damit verwöhnt, dass du die Arbeit für 4 gemacht hast. Wieso soll er sich Gedanken machen und eine weitere Arbeitskraft einstellen? Du machst das doch.

Zu 3.

Kann ich leider so nichts dazu sagen. Ich trete den Menschen immer so gegenüber, wie Sie mir gegenüber treten. Leicht gesagt, hat auch gedauert. Natürlich werde ich dabei nicht persönlich. Aber du arbeitest dort ja schon länger und kannst dich sicher wehren, oder?

SPand7y_l0x007


@ Teufelsweib:

Ja, ich arbeite da schon länger. Ich habe auch mal in einer anderen Abteilung gearbeitet und kam da immer super mit den Leuten aus. Aber kaum war ich in meiner jetzigen Abteilung war ich der erklärte Feind, wenn man das so sagen will... Deshalb bin ich mir sicher dass es nicht so ist dass man mich als Person nicht mag sondern dass es an meinem Aufgabenbereich liegt. ich habe nunmal einen Job bei dem man den ein oder anderen leider mal "kritisieren" muss und das empfinden viele sofort als persönliche Kritik - egal wie diplomatisch ich es formuliere.

Ich habe für mich nun beschlossen mir einen neuen Job zu suchen. Irgendwie fühle ich mich dem nicht mehr gewachsen - immer nur Konflikte, Konflikte, Konflikte...alles ist irgendwie ein Kampf und beim Chef habe ich auch den Eindruck dass er mich nicht mal im geringsten unterstützt (auch wenn er immer was anderes sagt).

E1hembali>ger N\utzer 7(#325731x)


da hat er mich gleich richtig zur Sau gemacht, von Arbeitsverweigerung geredet und mit einer Abmahnung gedroht

Dann lass ihn halt, sind ja bisher alles nur leere Drohungen oder hast du jemals eine Abmahnung bekommen?

Und außerdem würde ich da auch ganz offen sein und ihm mitteilen entweder er ändert in absehbarer Zeit was oder du gühst dich gezwungen zu kündigen ....

Wenn er dann eh keinen mehr hat der arbeitet wird es schwierig für ihn, ich würde mich da gar nicht unter Druck setzten lassen

Vielleicht hast du deinen Chef damit verwöhnt, dass du die Arbeit für 4 gemacht hast

Eben, wenn man immer klaglos die Arbeit für 4 macht darf man sich halt auch nicht wundern wenn es hinterher alles als normal angesehen wird ...

Außerdem was soll dir passieren? Wenn du lässt du ihn schön dich kündigen. Sonst bekommst du nicht mal ALG. Aber der wird dich eh nicht kündigen, denn sonst wird er die Arbeiten nämlich demnähst selber erledigen müssen

H=ann ahMWxe


Eben, wenn man immer klaglos die Arbeit für 4 macht darf man sich halt auch nicht wundern wenn es hinterher alles als normal angesehen wird ...

Außerdem was soll dir passieren? Wenn du lässt du ihn schön dich kündigen. Sonst bekommst du nicht mal ALG. Aber der wird dich eh nicht kündigen, denn sonst wird er die Arbeiten nämlich demnähst selber erledigen müssen

Genau! Du überlegst du kündigen, hast aber gleichzeitig Angst davor, "Dienst nach Vorschrift" bzw. nur das Allernötigste (ohne Überstunden!) zu machen, weil du Angst vor einer Kündigung hast. Es gibt ja noch ein Zwischending zwischen "200% leisten" und "kündigen". Nämlich: 100% leisten, ohne dabei vor die Hunde zu gehen. Das ist keine Arbeitsverweigerung. Das ist selbstverantwortliches Verhalten mit Rücksicht auf deine eigene Gesundheit.

Wenn du jetzt deinen Einsatz zurückschraubst, OHNE STRESS deine vertraglich vereinbarten Stunden arbeitest und garnicht erst versuchst, ALLES zu schaffen, kannst du eigentlich nur gewinnen: Wenn der Chef tobt, lass ihn toben. Wahrscheinlich wird er es irgendwann akzeptieren. Wenn er dich wirklich kündigen sollte deswegen, super: Du wolltest ja eh gehen.

Zieh deine Grenzen auf und sage allen um dich herum freundlich aber deutlich, dass du ab heute erwartest, dass diese respektiert werden!

SAanmdy_05007


@ Meelimaus21:

Ähm...also ganz ehrlich, aber ich kann es mir beim besten Willen nicht leisten meinen Job zu riskieren! Schon allein vom finanziellen her nicht! Und wenn es so einfach wäre dann wieder einen Job zu finden, dann würde es doch wohl nicht so viele Arbeitslose geben, oder?! In meiner Branche kommen auf eine ausgeschriebene Stelle ungefähr im Schnit 80-100 Bewerbungen. Ich glaube da kann man dann verstehen, wenn ich nicht gerade scharf darauf bin gefeuert zu werden und vielleicht über Monate oder sogar Jahre auf Kosten des Staates zu leben...

Ich weiß nicht genau ob mein Chef wirklich nur leere Drohungen ausstößt oder nicht, aber als er mich so zur Sau gemacht hat ist mir der A*** echt auf Grundeis gegangen. Aber ich staune echt, dass du deinen Job einfach so riskieren würdest. Also ich sehe sowas nicht so locker ":/

Shandy_0x007


@ HannaWE:

Ja, aber ich würde doch erst gehen wenn ich einen neuen Job habe. Arbeitslos sein möchte ich nicht nochmal. Bist du denn schon mal arbeitslos gewesen? Ich kann dir sagen, das ist alles andere als schön wenn du nicht weiß wann du wieder einen Job bekommst, ob du wieder einen Job bekommst, dir nicht mal den geringsten Luxus leisten kannst und jeden Cent 3mal umdrehen musst. Und obwohl meine Mutter Rente bekommt ist sie gelegentlich auf zusätzliche finanzielle Unterstützung von mir angewiesen - ich habe also nicht nur eine Verantwortung mir gegenüber sondern gelegentlich auch meiner Mutter gegenüber. Einen evtl. Jobverlust ohne neuen Job kann ich nun wirklich nicht so locker sehen.

Mcööp Mtööxp


Sandy, vielleicht kannst du ja deine jetzt erkannte Krankheit auch nutzen, um deinem Chef klarzumachen, daß es so nicht weitergeht. Sag ihm, daß du nicht gesund bist und keine ewig langen Tage mehr arbeiten kannst. Mußt ja nicht ins Detail gehen, was du hast. Ansonsten klingt aber die Suche nach einer neuen Stelle nach einer mehr als guten Idee. Ein Chef, der nach solchen Höchstleistungen von Arbietsverweigerung spricht, wird sich vermutlich nicht ändern. Sprich, selbst wenn du nochmal Kollegen dazu bekommst, wer weiß, ob dann nicht der Aufgabenbereich mal eben erweitert wird oderr so...

S.andyb_00F07


@ Mööp Mööp:

Mein Entschluss mir einen neuen Job zu suchen steht fest! Ich habe in der Vergangenheit wirklich schon so oft versucht eine Änderung zu erwirken aber ohne Erfolg. Ich hatte auch oft den Eindruck, dass es dem Chef schlichtweg egal ist er es sogar als "zumutbar" ansieht wenn man 12 Stunden im Büro sitzt und außer Arbeiten und Schlafen kein Leben mehr hat. Dazu muss ich aber sagen dass der Chef selber ein ziemlicher Workaholic ist und die wohl auch von anderen erwartet.

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