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Weitere Krankschreibung - ja oder nein? Bin unsicher.

S7and|y_0#00x7


Ich will meinem Chef ja auch nicht die komplette Schuld an meinem Zustand geben. Mir ist schon klar, dass es zu einem nicht gerade unwesentlichen Teil auch meine Schuld ist. Wie gesagt mache ich mir von Natur aus schnell Sorgen und manchmal sind Dinge die auf den 2. Blick gar nicht so schlimm sind auf den 1. Blick aber ein totaler Weltuntergang für mich. Und auch sonst mache ich mir wohl selber auch sehr viel Stress.

Meine Eltern haben mich so erzogen, dass ich immer fleißig, schnell, strebsam und rücksichtsvoll sein soll. Ihr Motto für Schule, Privatleben und Arbeit war immer "Sei perfekt, schnell und stark! Mach es allen Recht und streng dich ja immer an! Sei immer besser als die anderen und sei immer auf der Seite der Starken (also z.B. des Chefs) da diese immer Recht haben!" Also im Prinzip habe ich gelernt mich immer selber unter Druck zu setzen.

Ich denke das ist auch so ein Punkt an dem ich arbeiten muss, aber den man auch nicht von heute auf morgen ändern kann ohne mich dann noch elender zu fühlen als sowieso schon. Irgendwie habe ich ziemlich viele Baustellen...

TTeu)felsxweib


Dann solltest du jetzt lernen, dass du es nie jedem recht machen kannst. Strebst du das an, bleibst du dabei auf der Strecke...

S1andEy_000x7


@ Teufelsweib:

Das ist mir auch schon klar. Nur ist es nicht leicht ein lebenslanges Verhalten einfach zu ändern. Auf der einen Seite habe ich dann immer das Gefühl irgendwas "Falsches" zu machen, aber auf der anderen Seite weiß mein Kopf dass es das Richtige ist. Als Emotionen und Kopf sind genau gegensätzlich ausgerichtet.

Ob ich nun am Montag nochmal zum Arzt gehe oder nicht weiß ich nun noch immer nicht. Auf der einen Seite fühle ich mich kontinuierlich überfordert (mit der Arbeit aber auch weil ich mir wohl selber insgesamt Druck mache) und würde gerne noch eine Auszeit nehmen um Energie zu sammeln und meine Gedanken und meine Verhaltensweisen neu zu ordnen. Aber auf der anderen Seite habe ich ein schlechtes Gefühl der Firma gegenüber weil nun andere meine Arbeit mitmachen müssen und weil ich das Gefühl habe dass ich die Firma im Stich lasse.

Mann, mann, mann...irgendwie bin ich psychisch ziemlich durch den Wind.

MTööp axöp


Ich kann dich verstehen - in Ansätzen bin ich auch so. Aber das richtige Auftreten kann man schon lernen und auch, das richtige Maß zu finden. Ich habe jetzt 3 Kinder und grad einen neuen Job gesucht. Ich hab beschlossen, ganz ehrlich zu sein und hab im Vorstellungsgespräch gesagt, daß ich nicht mehr als eine halbe Stelle will, auch wenn ich theoretisch mehr Zeit zur Verfügung hätte, aber daß ich erstens noch Zeit für mich will und daß ich zweitens nicht in Streß geraten will, wenn man ein Kind krank ist. Und erstaunlicherweise kam das gut an und sie haben mich genommen. Heut war dann - nach 3 Wochen Job - das erste Mal ein Kind krank und die Kollegin war eher erstaunt, daß ich organisiert hatte, nachmittags statt vormittags zu kommen. Gar nicht wäre auch ok gewesen. Da hatte ich mir auch mal wieder zu viele Gedanken gemacht.

Was ich dir damit sagen will: Wenn du jetzt einen neuen Job suchst, dann überleg dir vorher, welchen Umfang an Arbeitszeit und welche Belastung durch Verantwortung du haben willst und dann laß dir auch nicht mehr aufschwatzen. Denn mehr übernehmen geht immer, aber abbauen ist echt schwer. Vor allem, wenn man mal ein Kopfmonopol hat und erst einen Doofen finden muß, dem man es erklärt, ehe man es loswird.

Im Übrigen würde ich auch empfehlen, Montag wieder zur Arbeit zu gehen. Geh hin mit dem Bewußtsein, daß du bald da weg bist. Je länger du wartest, desto größer die Arbeitsberge, desto weiter weg bist du vom Gefühl her und desto mehr Angst vor der Reaktion der anderen wirst du haben. Und versuch, dich nicht zu rechtfertigen, daß du lange weg warst oder jetzt erstmal aufarbeiten muß, lehn alles Neue mit dem Hinweis ab, daß du erstmal wieder aufholen mußt und mach langsam.

Du schaffst das schon :)* :)*

S'anMdy_0x007


@ Mööp Mööp:

Danke! Das was du schreibst klingt alles sehr vernünftig und nachvollziehbar :-)

Ich bin mir aber trotzdem noch unsicher ob ich am Montag schon wieder arbeiten gehen soll. Ich bin nun wirklich nicht arbeitsfaul oder etwas derartiges, ich bin mir nur total unsicher ob ich mich dem allen schon wieder gewachsen fühle. Ich weiß nicht wie ich meine Gefühle genau beschreiben soll: innere Anspannung, Druckgefühl, inneres Unwohlsein, das Gefühl der Überforderung (hatte ich früher nie) - das trifft es wohl alles. Außerdem rege ich mich total schnell auf und bin schnell auf 180 - auch über absolut banale Dinge. Und ich fühle mich sehr schnell ungerecht behandelt - bei was auch immer, also nicht nur was die Arbeit betrifft sondern z.B. auch im Privatleben. Das war früher auch nicht... Wie gesagt: meine Zündschnur ist nun sehr kurz.

Ich bin wirklich noch am überlegen. Ich kann deine Argumentation verstehen aber ich weiß auch nicht wie ich die kommenden Monate (und es können durchaus noch Monate sein bis ich einen neuen Job gefunden habe!) überstehen soll wenn ich wie in den letzten Wochen/Monaten schon so auf dem Zahnfleisch gehe :-(

MPöö:p Mööxp


Dann bleib doch noch bis Dienstag oder Mittwoch zuhause, dann ist die erste Woche nicht so lang.

Sqand%y_0007


Ich lasse mir das das Wochenende über noch durch den Kopf gehen und entscheide dann. Aber danke schon mal für eure Einschätzungen und Tipps. Irgendwie hilft es schon allein wenn man sich die Dinge hier mal von der Seele schreiben kann :)_

S|aFndy_>0007


Ich habe mich jetzt dazu entschlossen am Montag nochmal zum Arzt zu gehen. Seit Donnerstag geht es mir schon nicht mehr gut - ich fühle mich total unwohl und angespannt beim Gedanken an die Arbeit und den "Terror" dort und heute morgen habe ich sogar wieder Bauchweh gehabt. Liege hier jetzt mit einer Wärmflasche rum - das hilft wenigstens ein bisschen.

Ich habe schon überlegt ob ich irgendwie Depressionen habe oder sowas... Aber im Grunde geht es mir ja gut und ich habe auch keine "trüben Gedanken" oder so. Nur beim Gedanken an meine Arbeit und die dortigen Arbeitsumstände - die ja wirklich mehr als besch*** sind - kriege ich dieses totale "Druckgefühl" und dieses innere Anspannung. Das war früher ja nicht so, deshalb habe ich mich nun auch dazu entsclossen bei nächster Gelegenheit mir einen neuen Job zu suchen. Einen wo die Arbeitsumstände besser sind - schlechter können sie ja wohl sowieso nicht werden...

bxeetl^eju3ice2x1


Ehrlich gesagt klingt mir das ein bisschen nach "vor der Verantwortung drücken". Du hast dich entschieden nen neuen Job zu suchen und versuchst nun zum alten mehr oder weniger gar nicht mehr hin zu müssen. Da brauchst du dich dann auch nicht über: "schlechtes Gewissen den Mitarbeitern gegenüber" wundern. Das hätte ich dann auch.

Und ganz ehrlich mit ner SD UF bist du wirklich nicht in einem erlesenen kleinen Kreis, das haben echt sehr sehr viele Leute.

S5and.y_00[07


@ beetlejuice:

Ich will mich sicherlich nicht drücken. Ich habe auch nicht vor die Krankschreibung ewig in die Länge zu ziehen und gar nicht mehr arbeiten zu gehen.

Ich bin normalerweise eher der Typ Mensch der selbst mit Erkältung, Kopfweh usw. noch zur Arbeit geht weil ich sonst ein schlechtes Gewissen habe. In den vergangenen 3 Jahren war ich nur 2 Tage krank - und halt jetzt. Und mit der SD UF hat das doch nur am Rande zu tun. Wenn man so lange für mehrere mitarbeiten muss, ständig Konflikte aushalten muss, teilweise von einzelnen Beschäftigten in anderen Abteilungen verbal ziemlich angegangen und unter Druck gesetzt wird und das alles dem Chef offensichtlich am A*** vorbeigeht dass man mit der Masse an Arbeit überlastet ist dann macht einen das dauerhaft ziemlich fertig. Und ich übertreibe leider nicht mit der Beschreibung der Arbeitssituation. Dass die bei mir in der Abteilung ziemlich übel ist ist auch in der Firma allg. bekannt.

E^hemaligear Nutze]r (#}3257x31)


ich fühle mich total unwohl und angespannt beim Gedanken an die Arbeit und den "Terror" dort und heute morgen habe ich sogar wieder Bauchweh gehabt

Joa dann bleibst du noch ein paar Tage zu Hause und danach hast du dann wieder das selbe gefühl wenn du zur Arbeit musst. Es schiebt das unvermeindliche doch nur weiter hinaus ....

S2andy<_000x7


@ mellimaus21:

Ja, das verstehe ich schon und du hast ja auch recht. Gerade weil die Arbeit mich ja psychisch so belastet habe ich ja nun beschlossen mich beruflich zu verändern. Das mache ich nicht weil mir die Tätigkeit nicht gefällt sondern weil die Arbeitsbelastung dauerhaft einfach zu groß ist und es dem Chef wohl leider egal ist - jedenfalls sieht er keine Veranlassung wieder noch jemanden einzustellen, egal wie oft ich mit ihm gesprochen habe und wie gut meine Argumente waren.

Hmm...heute ist ja erst Samstag. Ich versuche dieses Wochenende über alles nochmal in Ruhe nachzudenken und mir über einige Dinge klar zu werden. Bin derzeit etwas neben der Spur...

breetl9ejuic@e2x1


Da muss ich mich Mellimaus aber anschließen es wird erst dann besser wenn du es änderst. Und zwar wenn du nur noch das tust was du schaffst und zwar ohne Bauchschmerzen. Das hat nichts damit zu tun ob du Montag , Freitag oder in 4 wochen wieder arbeitest.

TPhis TTwTili,ght ZGXaxrden


Si ist es. Flucht/Vermeidung etc. verschlimmert das Problemnur noch, v.a. weil noch Andere drunter "leiden".

S>andWyY_0007


@ beetlejuice21:

Das ist mir ja schon klar, aber mein Chef sieht das mit dem "nur noch so viel arbeiten wie man auch schaffen kann" etwas anders. Er ist selbst ein ziemlicher Workaholic und erwartet das wohl auch von seinen Beschäftigten - und somit auch von mir. Ich glaube er VERSTEHT einfach nicht dass an nicht zig Überstunden in der Woche machen möchte sondern auch noch etwas Freizeit braucht. Schon bei der Genehmigung von längerem Urlaub (das ist bei ihm ab 1 Woche) zickt er oft rum - er genehmigt dann zwar weil er es ja auch muss aber man merkt ihm richtig an dass er es nicht gut findet. Ich bin die letzten Male jedenfalls immer mit einem schlechten Gewissen aus seinem Büro gekommen - mit einem genehmigten Urlaubsantrag aber mit einem schlechten Gewissen weil ich ja in meinem Urlaub die Firma "im Stich lasse". Total bescheuert aber ich hatte da dann wirklich ein richtig schlechtes Gewissen weil ich den mir zustehenden Urlaub nehmen wollte... So weit ist es schon.

Ich glaube ja, dass er erst jemanden in meiner Abteilung einstellen wird wenn ich ernst mache und mit der Kündigung oder Wegbewerbung (in einen anderen Zuständigkeitsbereich) wedle. Bis dahin wird er wohl niemanden zusätzlich meiner Abteilung zuweisen - da wird es dann erst einmal mit Druck ausüben versucht, Anschreien, mit Abmahnung drohen usw. Und diesem Druck fühle ich mich aktuell nicht gewachsen. Ich weiß dass meine Beschreibung fürchterlich klingt, aber so läuft das wirklich hier ab! Das ist keine Übertreibung. Wenn ich so drüber nachdenke frage ich mich sowieso wie ich es so lange aushalten konnte...jeder vernünftige Mensch hätte wohl schon vor mind. 1 Jahr die FLucht ergriffen.

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