» »

Keine Ausbildung mit Anfang 30 - Was tun?

sPcre~wbzaxll hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ein guter Freund von mir ist Anfang 30 und hat nie eine Berufsausbildung absolviert. Nun ist er Vater geworden und denkt darüber nach es nochmal mit einer Ausbildung zu versuchen.

Hier die Fakten:

- Kindheit/Jugend dreimal sitzengeblieben

- Abgang ohne Abschluss

- dann bis zum 25. Lebensjahr Schulabschlüsse nachgeholt, Ergebnis guter Realschulabschluss

- danach keine Ausbildung bekommen

- ingesamt nur Jobs im Verkauf, Gastronomie

- viele Lücken und Abbrüche im Lebenslauf

Was kann man in so einer Situation tun? :-o

Eins noch Vorweg: Sozial/Gesundheitswesen ist leider keine Option, Ausbildungen ohne Vergütung wären aber möglich.

Hoffe auf ein paar Ratschläge :-)

Antworten
A"l;eonCor


Eine Freundin hat mit 30 ihr fruchtlosees Ewigstudium abgebrochen und dann eine ganz normale Ausbildung angefangen.

Ich würde deinem Freund daher raten sich genau zu informieren was er machen möchte und dann da gezielt zu bewerben.

Natürlich muss er sich drauf einstellen das gefragt wird warum erst jetzt, wie er mit deutlich jüngeren Mit-Azubis und gleichaltrigen Ausbildern zurande kommen wird, etc.

Aber wenn man sich darauf eingestellt und sich ein paar Gedanken dazu gemacht hat ist das Alter kein Grund nicht noch durchzustarten.

dPesVpNentes


Auch ich bin so eine Patientin, ewig studiert, abgebrochen mit 29, Ausbildung abgeschlossen einen Tag vor dem 31. Geburtstag und ich war nur die drittälteste in der Berufsschulklasse. Der älteste war 40.

Ich denke, dass sehr wohl noch eine Ausbildung möglich ist. Vielleicht nicht gerade bei Siemens / VW / oder anderen großen Unternehmen, aber eventuell in kleineren Buden. Die wissen nämlich zu schätzen, wenn jemand für ein günstiges Ausbildungsgehalt bei denen arbeitet, der schon mehr als Schule und GZSZ gesehen hat.

Ich rate zu einem Gespräch bei der Agentur für Arbeit. Der Staat hat nämlich auch Interesse daran, seine Bürger ordentlich in Lohn und Brot zu bringen, damit die ihm nicht langfristig auf der Tasche liegen und mit Ausbildung ist angemessen bezahlte Arbeit nämlich weitaus eher zu finden.

Ich selber habe eine Umschulung vom Arbeitsamt aus gemacht. Also das war eine normale Ausbildung aber eben auf 2 Jahre verkürzt. Der AG hat dafür sogar noch Unterstützung vom Arbeitsamt bekommen, so dass ich eine durchaus attraktive Auszubildende war!

Wenn man zum Amt geht, sagen die einem immer erst mal, dass das nicht geht, weil.... (tausend Gründe). Dann muss man halt treudoof gucken und sagen, dass man das aber ganz dringend möchte, man möchte seinem Kind ein Vorbild sein, man möchte produktiv sein, man will einen ordentlichen Weg gehen...wie könnte es trotz der tausend Gründe für ein Nein funktionieren?

s9cr4ew1balxl


Danke ihr. Versuchen, einfach bewerben, klar das wird er wohl machen. Er sieht eben wenig Hoffnung, weil es mit 25 auch schon nicht geklappt hat.

Es ist allerdings auch was anderes, wenn man die ganze Zeit studiert hat (also auch Abi hat), als wenn man mehrmals die Schule abgebrochen hat und oft arbeitslos war in der Zeit.

DRie _Sehmerin


meine tochter hat auch ein relativ "holprigen" lebenslauf, wollte aber partout keine ausbildung machen. sie hat sich dann in der gastronomie hochgearbeitet, bis sie dann so viele großartige zeugnisse hatte, dass niemand mehr nach einer abgeschlossenen ausbildung fragt.

das geht allerdings nur in wenigen branchen.

weiß er denn, in welche richtungen seine talente, neigungen, erfahrungen gehen, oder ist er da total unentschlossen (egal, ob ich metzger oder bibliothekar werde?)

d]espevnt1exs


Danke ihr. Versuchen, einfach bewerben, klar das wird er wohl machen. Er sieht eben wenig Hoffnung, weil es mit 25 auch schon nicht geklappt hat.

Einfach bewerben ist doch Mist. Warum geht er nicht mal zum A-Amt und lässt sich beraten? Wenn sogar eine Ausbildung ohne Gehalt in Frage kommt, dann gibt es doch bestimmt Möglichkeiten.

In welche Richtung soll es denn überhaupt gehen?

Ayriemlax83


Tja, die gleiche Frage stelle ich mir auch!

Bei mir sieht es nämlich genauso aus und ja natürlich schäme ich mich etwas dafür.

Meine Lage sieht so aus, dass ich noch verheiratet bin, mich aber bald scheiden lassen werde, ein Kind habe und wie gesagt, auch keine Ausbildung. Und ich bin auch schon 31 Jahre alt. Mich belastet das ganze, ich weiss nicht wo ich anfangen soll, dass ist das Problem ":/ . Was ich mir wünsche, ist ein eigenes, selbstständiges Leben, ohne dies Abhängigkeiten..nur wie. Ja damit tue ich mich schwer :-| . Ich weiss das ich kein gutes Vorbild bin, aber ich weiss mir eben auch nicht selbst zu helfen. Auf schlaue Ratschläge, wie reiß dich mal zusammen usw. kann ich verzichten, ich bin nun mal eine schwache Person und würde dies gerne ändern. Dazu bräuchte ich Anlaufstellen..aber wo? Das Arbeitsamt habe ich damals vor vielen Jahren, als absolute Katastrophe erlebt, unwürdige Behandlung..ich hatte nicht das Gefühl das die mich unter die Leute und in Lohn und Brot bringen wollten, sondern das ich einfach nur schnell wieder aus dem Büro verschwinden soll..die Beraterin sass dort übrigens und hat Gummibärchen während unseres Gesprächs gegessen und private Telefonate abgehalten. Mich schockierte die Respektlosigkeit. Man muss wohl ein hartes Fell haben.

EDheEmaltigerh Nutfzer (#x544761)


@ screwball

Warum machst du sein Problem zu deinem Problem?

Zur Sache:

Ergebnis guter Realschulabschluss

Darauf lässt sich doch aufbauen! Also entweder mit der jetzigen Ausbildung und beruflichen Erfahrung weiter nach Jobs suchen (Jobs im Verkauf oder Gastronomie müssen keine schlechten sein) oder wie er es schon mal mit 25 gemacht hat: eine weitere Ausbildung machen, ggf. gleich in den Branchen. Zu den Berufsinformationszentren, die es in Großstädten gibt, kann er auch mit Anfang 30 gehen.

Als entscheidend dabei sehe ich seine Motivation, was er gern tut, an welcher Arbeit er Spaß hat, was vereinbar ist mit seiner Familie/Kind (Gastro ist das nicht immer) und worin er wirklich etwas leisten kann, also was er besser kann als andere. Das wäre für mich mal die Grundlage. Und dann kann man doch sehen, ob ihm dafür seine bisherige Ausbildung ausreicht oder von den AG als nicht ausreichend angesehen wird. Wo es einfacher ist: Jobs, in denen weniger nach Ausbildung geschaut wird, z.B. als selbstständig Arbeitender. Was aber andererseits einen immens hohen persönlichen Einsatz braucht, an Arbeitskraft wie an Investitionen, wie an Überzeugungskraft bei z.B. Banken oder Geldgebern. Und mit hohem - auch finanziellem - Risiko verbunden ist.

Was macht er heute in seiner Freizeit? Für welche Themen begeistert er sich? Ich denke, diese Fragen sind eine gute Grundlage.

E2hemaliGgeVr Nutzcer (#054476x1)


danach keine Ausbildung bekommen

Ein individuelles Bewerbungstraining bei einem Coach kann da noch hilfreich sein. Aber nicht diese Massenveranstaltungen, wo von einheitlichen Vorraussetzungen ausgegangen wird. Sondern eines, wo auf ihn und seine Situation Bezug genommen wird. Denn seine Situation an sich ist eben schon eine besondere.

* Gestaltung der Bewerbung um den Ausbildungsplatz,

* Umgang mit den Punkten, die ihm Kopfzerbrechen bereiten,

* Vorstellungsgespräch,

* Mögliche Fragen der Arbeitgeber,

* selbstbewusste, überzeugende Antworten, seine Vorzüge ggü anderen Mitbewerbern.

* Unterstützung darin, sich nach Absagen woanders weiter zu bewerben

So ein Coaching kostet mal was, aber es kann ihm auch sehr viel bringen.

m:ucMhbtirxne


Eins noch Vorweg: Sozial/Gesundheitswesen ist leider keine Option, Ausbildungen ohne Vergütung wären aber möglich.

In diesem Fall könnte er auch eine schulische Berufsausbildung machen, staatliche Berufsfachschulen erheben auch keine Gebühren und es gibt dort viele Richtungen. Und auch in diesen Berufsfachschulklassen sitzen immer mal wieder ältere Semester.

shcreewbxall


Hallo, hat denn jemand konkrete Vorschläge für schulische Ausbildungen, Fernabi/studium, Ausbildungen die man sich "erkaufen" kann, etwas mit Perspektive? Was würde noch Sinn machen?

Bereiche die er gut findet sind Bürojobs, IT-Branche. Ausbildung in diesem Bereich hat er dieses Jahr nicht bekommen, hat weit über 50 Bewerbungen losgeschickt.

Und mein Problem ist es nicht, aber er tut mir halt Leid.

mlon d+st=ernxe


Bereiche die er gut findet sind Bürojobs, IT-Branche. Ausbildung in diesem Bereich hat er dieses Jahr nicht bekommen, hat weit über 50 Bewerbungen losgeschickt.

Ich würde es sinnvoll finden, ihn dabei zu unterstützen, damit weiter zu machen.

RmightNxow


@ screwball:

War er jetzt wenigstens Mal beim Arbeitsamt und hat sich beraten lassen ob sie ihm vielleicht helfen würden, vielleicht auch in Sachen Umschulung?

sOcre5wbalxl


wenigstens mal? du bist ja lustig, die kann man vergessen vom arbeitsamt. der liegt mit denen im zwist und das aus gutem grund, die verweigern dem sogar ein hilfsprogramm. deswegen ist das kein thema.

A4ufDe8rArbexit


Warum hat er den Probleme mit dem Arbeitsamt? Wovon lebt er, seine Freundin und sein Kind eigentlich? Vielleicht spielt das eine Rolle bei den Problemen?!

Hat er mal versucht sich für unbezahlte Praktika zu berwerben? So kann man den ein oder anderen Arbeitgeber vielleicht für einen Ausbildungsplatz überreden.

Geld spielt keine Rolle? Es gibt doch auch schulische Ausbildungen in dem Bereicht. Informationstechnischer Assistent ging mir da gerade durch den Kopf, wenn es das heute noch gibt.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH