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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

Fxe.


Insgesamt müsste sich der gestiegene psycho-soziale Druck mit den verringerten akademischen Anforderungen die Waagschale halten. Im Endergebnis heißt auch das wieder, dass die meisten überdurchschnittlich intelligenten Kinder ihr Abitur recht problemlos ablegen müssten.

Nicht unbedingt. Es könnte Fehlentwicklungen geben, die auch überdurchschnittlich intelligenten Schülern Probleme bereiten.

So ist zB heute selbstständige Arbeit total in, Üben aber total out. "Also, liebe Kinder, hier haben wir die 30 Themen dieses Halbjahrs, jeder macht zu einem Thema ein Referat, ihr habt 5 Wochen, um das Referat vorzubereiten, dann hält einer nach dem anderen sein Referat und dann ist das Halbjahr rum, dann müsst ihr das können, alle 30 Themen natürlich, nicht nur euer eigenes." So ein Unterrichtsstil ist nicht unbedingt ungewöhnlich, aber dass dabei nichts rauskommen kann, ist von vorne herein klar, und wenn dann im nächsten Jahr ein anderer Lehrer das Fach unterrichtet und diese 30 Themen voraussetzt, kann das ganze ja nur entsetzlich schief gehen.

EchHemal*igeEr Nutwzer (#39x571)


Ich denke, dieser Fakt ist hinlänglich bekannt. Ihn wieder und wieder zu wiederholen ist meines Erachtens unnötiges Herumgestresse, da ein akademischer Abschluss in jedem Falle zumindest eine überdurchschnittliche Bildungsleistung voraussetzt und nicht jeder den Anspruch hat, diese noch auf die Spitze zu treiben.

Hierzu drei Fragen aus der Energietechnik:

1. Wie berechnet man die Blindleistung?

2. Welche Blindleistung klassifiziert die Norm als "durchschnittlich"?

3. Welche Blindleistung klassifiziert die Norm als "überdurchschnittlich"?

Von einem Mitarbeiter in einem Institut einer Technischen Universität weiß ich um folgende Aussage: "Wir haben Bachelor/Master im Griff - dies ohne Niveauverlust."

Weiter dürfte allgemein bekannt sein, daß sich an einer jeden Technischen Hochschule oder Technischen Universität bei einer jeden Mathematik-Klausur schnell der Weizen von der Spreu scheidet; dies wird dort seit Jahrzehnten in dieser Weise gehandhabt.

Fce.


Früher war das Abitur wirklich elitär, inzwischen macht es fast jeder 2.

Dadurch nehmen andere Schulformen in ihrerAttraktivität ab. Realschule ist heute schon kein Durchschnitt mehr und mit Hauptschulabschluss kannste froh sein überhaupt eine Lehrstelle zu kriegen.

Eigentlich sehr schade...

Da könnte man glatt eine neue Schulform über dem Gymnasium einführen, wo dann wirklich wieder hohe Ansprüche sind die eben nicht jeder 2. packt.

So ist es - und das ist abartig. Da mehr als die Hälfte (bei uns in NRW) Abitur macht, nehmen Betriebe, die auf gute Azubis Wert legen, nur noch Abiturienten. Irgendwann ist es dann soweit, dass man selbst für einen normalen Bürojob oder eine Handwerksausbildung Abitur braucht.

Also machen ganz viele Abitur, die genau wissen, dass sie nie im Leben studieren werden - und sich dann natürlich völlig zurecht fragen, wieso sie sich drei Jahre lang mit Differentiel- und Integralrechnung und ähnlich komplexem Zeug rumplagen müssen, das sie garantiert nie im Leben brauchen werden. Folge: Der Lehrer hat haufenweise unmotivierte Schüler da rumsitzen, denen er auch nicht erklären kann, wozu sie den Stoff jemals brauchen sollen. Einer unmotivierten Klasse kann er aber nichts beibringen.

Wer dann wirklich aufs Studium vorbereitet werden will, müsste eigentlich in ein Super-Gymnasium wie von dir vorgeschlagen. Das Gymnasium enthielte dann nur noch Leute, die gar nicht studieren wollen, und könnte dann wieder um 2-3 Jahre gekürzt werden :-)

kKleinwer_dramchens?terxn


"Freizeit und Leben" bestanden allerdings aus 3 öffentlichen TV-Programmen (das Kabelfernsehen wurde erst langsam verbreitet und Satellit war exotisch), mit Freunden paar Platten auf Tapes überspielen und Fr/Sa bisschen Taschengeld in der Kneipe beim Kickern ausgeben. Es gab keinen MediaMarkt, es gab kein WWW, es gab keine Handies, keine digitalen Medien. Und Telefonieren kostete 23 Pfennig pro Minute (Ortsgespräch).

Diese zusätzlichen Konsumanreize brauchen Zeit, die woanders fehlt. Das sage ich mal ganz wertfrei. Ich bin mir sicher, dass dadurch auch einige Stunden in der Woche verlorengehen, wenn man ehrlich ist.

Comran

Ich glaube aber nicht, dass die Zeit der Jugendlichen dafür im Endeffekt draufgeht. Was heute z.B. in FB investiert wird, waren damals die stundenlangen Telefonate mit den Freundinnen und in der Stadt rumgehangen, ich sag nur McDonalds, sind wir in den 80ern auch schon. Aber ich kann mich an tägliche Freizeit ab 13.00 Uhr erinnern, der einzige Nachmittagsunterricht war Sport und das fiel ständig aus. Im Sommer gab es dauernd hitzefrei, das ist heutzutage wegen der Aufsichtspflicht gar nicht mehr erlaubt, da lagen wir den ganzen Juli im Freibad rum ab 12.00 bis die bayrischen Shulferien dann im August begannen. Ok, ich hatte schon immer den Vorteil mir nicht schwer zu tun, also Hausaufgaben waren in max einer Stunde erledigt, da war ich wohl eher nicht die Regel.

Heute kommen die Kids teilweise meist an 4 Tagen erst spät aus der Schule, Nachmittagsunterrricht ist die Regel, nicht die Ausnahme und dann warten wirklich Tonnen an Hausaufgaben, ich kenne Jugendliche, die gehen um 8.00 Uhr in die Schule, haben um 16.15 Uhr aus und wirklich Feierabend haben sie um 21.30. Und nicht weil sie zu blöd wären für's Gym, sondern weil jeder Lehrer Hausaufgaben, Referate etc. ohne Ende gibt. Da müssen Jugendliche schuften, wäre das eine Ausbildung, wäre dem Lehrherren schon längst die Lizenz entzogen worden! Da sind die Arbeitstage von arbeitenden Erwachsenen teilweise der volle Witz dagegen, weil am WE muss man ja auch noch lernen und dann gibt's ja noch Nachhilfe und den und jenen Kurs und und und... Also 7-Tage-Woche mit 10-Stunden Tagen :-X :-o . Das hatten wir definitiv nicht!

Den Jugendlichen wird ja gerne vorgeworfen, dass sie so uninteressiert seinen, sich weder für Politik noch für andere gesellschaftliche Belange interessieren aber wo soll da bitte noch Engagement reinpassen?

Und natürlich ist die Entwicklung irre, dass jeder 2. Abi macht, weil dadurch alle anderen Abschlüsse total abgewertet werden. Aldi verlangt Mittlere Reife für die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, das konnte man in den 80ern noch mit einfachem Hauptschulabschluss lernen.

Es müsste sich m.E. ganz viel tun in der deutschen Bildungslandschaft! Als ersten müssten mal die Schulen aus der Verwaltungshoheit der Länder genommen werden und das Bildungswesen vereinhaeitlicht werden und dann sollte eine Bildungsreform nach skandinavischem Vorbild erfolgen. Aber davon kann man ja in D nur träumen. :°(

b"ee'tlej$uicxe21


Fe :)^ normale Ausbildungsberufe mit Abi Pflicht sind echt normal geworden. :-/

Und ja das es Ländersache ist geht eigentlich überhaupt nicht.

bSeetleGjuicex21


Boh diese worterkennung löscht sogar das 2.s beim dass

E/hemal6iger{ Nutze2r S(#47v9013x)


@ Fe.

So ist es - und das ist abartig. Da mehr als die Hälfte (bei uns in NRW) Abitur macht, nehmen Betriebe, die auf gute Azubis Wert legen, nur noch Abiturienten. Irgendwann ist es dann soweit, dass man selbst für einen normalen Bürojob oder eine Handwerksausbildung Abitur braucht.

Also machen ganz viele Abitur, die genau wissen, dass sie nie im Leben studieren werden - und sich dann natürlich völlig zurecht fragen, wieso sie sich drei Jahre lang mit Differentiel- und Integralrechnung und ähnlich komplexem Zeug rumplagen müssen, das sie garantiert nie im Leben brauchen werden. Folge: Der Lehrer hat haufenweise unmotivierte Schüler da rumsitzen, denen er auch nicht erklären kann, wozu sie den Stoff jemals brauchen sollen. Einer unmotivierten Klasse kann er aber nichts beibringen.

Wer dann wirklich aufs Studium vorbereitet werden will, müsste eigentlich in ein Super-Gymnasium wie von dir vorgeschlagen. Das Gymnasium enthielte dann nur noch Leute, die gar nicht studieren wollen, und könnte dann wieder um 2-3 Jahre gekürzt werden :-)

Schon, aber die Politik zielt damit ja gerade auf den Hochschulzugang ab, damit der Bachelor die normale Berufsausbildung sukzessive verdrängt. Das hat halt eine Abwertung sämtlicher Abschlüsse zur Folge, sodass unterhalb von Abitur und Fachabitur nicht mehr viel salonfähig bleibt. Man muss in der Praxis natürlich darauf sehen, wann der jeweilige Abschluss erworben wurde, aber rein formal nützt das niemandem.

djummsc"hmxabrrer7x4


- Formfehler bei Literaturangaben, mangelnde Zitattechnik (und in dessen Zuge die Uneinsichtigkeit, dieses zu beherrschen = keine passende Veranstaltung nutzen)

das ist ernsthaft dein erster punkt auf der fail-liste bei Studenten? oder hab ich das falsch verstanden?

wenn ja: damit lieferst du eine Begründung, dass die Überheblichkeit mancher MINT-fans hier doch substantielle gründe hat... manche achten halt auf Inhalte, andere auf Formfehler in der c&p-wissenschaft. ;-)

Hierzu drei Fragen aus der Energietechnik:

1. Wie berechnet man die Blindleistung?

2. Welche Blindleistung klassifiziert die Norm als "durchschnittlich"?

3. Welche Blindleistung klassifiziert die Norm als "überdurchschnittlich"?

sollen das fragen sein, die du zum Allgemeinwissen zählst? 2. & 3. ist vollkommen marginales Faktenwissen, das ich als el.-ing. nicht auswendig weiß. *wichtig* zu wissen wäre eine Abgrenzung zu Wirkleistung, gerne auch hergeleitet aus komplexer Rechnung (das letztere nur für ing.e).

C(omraxn


Oh je, gleich geht das Wett-Googlen los, wer am meisten zu wissen glaubt ...

Hier geht's nicht um Schwanzvergleich, Leute. %:|

M;irsanxmir


Ich könnte ja mit Altenglisch anfangen... ]:D

j7ac0kr[abbixt


Aber weil du nicht altmodisch sein willst, lässt du es. ;-D

Alias 703816


- Formfehler bei Literaturangaben, mangelnde Zitattechnik (und in dessen Zuge die Uneinsichtigkeit, dieses zu beherrschen = keine passende Veranstaltung nutzen)

das ist ernsthaft dein erster punkt auf der fail-liste bei Studenten? oder hab ich das falsch verstanden?

wenn ja: damit lieferst du eine Begründung, dass die Überheblichkeit mancher MINT-fans hier doch substantielle gründe hat... manche achten halt auf Inhalte, andere auf Formfehler in der c&p-wissenschaft. ;-)

das ist doch Käse %-|

Auch in einem Mint-Fach muß ich zeigen, wo meine Infos her kommen und den Korrektor nicht durch 5 Seiten schicken zum Suchen....

und dass ich aktuelles Zeug verwende, ist dort wohl auch relevant.

Wenn Du öfter mal studentische Arbeiten korrigieren würdest, würdest Du das nicht in 's Lächerliche ziehen.

Fnex.


Auch in einem Mint-Fach muß ich zeigen, wo meine Infos her kommen und den Korrektor nicht durch 5 Seiten schicken zum Suchen....

Natürlich muss man vernünftig zitieren.

Du hast allerdings von Formfehlern geredet beim Zitieren. Und da, muss ich sagen, hab ich schon diverse verschiedene Formvorschriften zum Zitieren gesehen. Das eine Institut will es so, das andere wieder anders... da auf einer ganz bestimmten Form zu bestehen ist Unfug. Hauptsache, man nimmt eine der üblichen Methoden, und die dann konsequent.

Aber vielleicht meintest du auch gar nichts anderes.

dCummschJmarreNr7x4


Auch in einem Mint-Fach muß ich zeigen, wo meine Infos her kommen und den Korrektor nicht durch 5 Seiten schicken zum Suchen....

und dass ich aktuelles Zeug verwende, ist dort wohl auch relevant.

natürlich muss ich zeigen, wo meine infos herkommen [1]. aktuell muss das zeug nicht sein, manche gefallen sich darin, besonders alte quellen zu zitieren [2]. aber die relevanten veröffentlichungen zum thema sollten abgedeckt sein. niemand muss für das schrifttum durch 5 seiten irren, zählen können langt. für das thema braucht man keine veranstaltung, das hat man in 5 minuten kapiert [3].

[1] dummschmarrer74, med1-posting, 2015.

[2] issac newton, new theory about light and colors, phil. trans. royal soc., no. 80, feb. 1671.

[3] robert michael kelly, it ain't rocket science, tv episode, 2011.

T#apxs


...muß Mathe in Bayern auf jeden Fall ein Abi-Fach sein…Und eine zusätzliche Naturwissenschaft muß auch rein, Bio, Chemie, Physik oder Informatik. Plus eine Fremdsprache. Deutsch natürlich.

Wie es in Bayern wirklich aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber SO sehen die Anforderungen in unserem Bundesland (was nebenbei bemerkt nicht überall anerkannt wird) aus.

Der Lern und Unterrichtsstoff ist jedenfalls mehr geworden…

Wenn ich mein DDR-Abitur mit dem unserer Kinder vergleiche, wage ich das arg zu bezweifeln.

Die Erlangung einer Allgemeinen Hochschulreife sieht anders aus.

Von einem Mitarbeiter in einem Institut einer Technischen Universität weiß ich um folgende Aussage: "Wir haben Bachelor/Master im Griff - dies ohne Niveauverlust."

Ah ja! Nicht umsonst sind zwei meiner drei Kinder dabei, zu promovieren – eben weil der ihnen aufgezwungene Master und ein Diplom in dem Bereich soooo gleichwertig sind.

Weiter dürfte allgemein bekannt sein, daß sich an einer jeden Technischen Hochschule oder Technischen Universität bei einer jeden Mathematik-Klausur schnell der Weizen von der Spreu scheidet; dies wird dort seit Jahrzehnten in dieser Weise gehandhabt.

Richtig! Und da ist nichts mit

mein mann studiert ein MINT-fach (fast fertig). die ersten semester hätte ich als völlige naturwissenschaftslegasthenikerin mit viel, viel fleiß wohl auch hingekriegt.

Mit viel viel Fleiß hättest Du bei uns gar nichts erreicht. Die ersten 2-3 Semester waren die härtesten im ganzen Studium, in denen alle gegangen "wurden", die den Anforderungen (vor allem in Mathemantik) nicht genügten. Das waren damals 40 Prozent. Da ich noch viele Kontakte zur Uni habe weiß ich, dass das heute eher noch mehr sind, weil ihnen die Voraussetzungen fehlen und ihnen ein Kuschelabitur mit Auswendiglernen nichts nützt.

Diese zusätzlichen Konsumanreize brauchen Zeit, die woanders fehlt.

Da gebe ich dir zwar recht, aber andererseits hat man heute ganz andere Möglichkeiten der Wissenbeschaffung (Stichwort Vorträge), während man früher alles mühsam zusammensuchen musste. Ob das immer so gut ist, ist ein anderes Thema.

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