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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

E9hemalmigelr Nutze(r (#3x9571)


Hier sind viele unglaublich geistvolle Beträge veröffentlicht worden, jedoch erlaube ich mir, die Bitte auszusprechen, mehr auf die Rechtschreibung zu achten.

Fhe.


@ Alias:

dass man den leuten Abschlüsse hinterherschmeißt. Wo die Grundlagen nicht vorhanden sind, darf auch kein Bachelor- oder Master-Stepel drauf, sonst entwertet man nur diese Abschlüsse und produziert Absolventen, die keiner brauchen kann.

Aber das macht man doch gar nicht, keiner schmeisst da irgendwas hinterher.

Ich hoffe es.

Man gibt den Leuten die Chance das, was sie nicht kennen oder können nachzuholen -was ist denn daran verkehrt?

Nichts. Die Klausuren müssen nur so sein, dass die, die keine Ahnung haben, rausfliegen. Wenn sie das, was sie in der Schule nicht gelernt haben, an der Uni bis zur Klausur nachgeholt haben, ist alles in Ordnung.

Mathe ist aber in vielen Studiengängen außerhalb des Mint-Bereichs, nur ne bessere Schulveranstaltung.

Was genau ist denn daran verkehrt? Ist das schlechtere Mathematik? Ist das keine richtige Mathematik?

Daran ist nichts verkehrt, solang du daraus nicht schließt, man könne MINT-Fächer durch reines Auswendiglernen bestehen :-)

Und Schulmathematik hat mit der Universitäts-Mathematik (also der richtigen, meine ich) nichts zu tun. Das zu deinen beiden letzten Fragen.

Ich kenne als Uni-Mitarbeiter echt viele Akademiker, kein einziger Kollege ist es nicht, aber alle schätzen per se die anderen Fachbereiche als gleichwertig

Unter Arbeitskollegen wird man natürlich dem anderen nicht so brühwarm servieren, was man von seinem Fach hält :-)

Hier redet es sich etwas freier.

Was würde der Informatik-Professor machen, wenn ihm nicht einer der Kulturwissenschaftler erklärt, wie er seinen chinesischen Studenten kommen muß, dass diese ihr Wissen offererieren?

Nichts würde er machen. Wenn der chinesische Student zwar was weiß, dies aber in der Prüfung nicht erkennen lässt, dann fällt er halt durch...

weil das ist wirklich unwürdiges Verhalten und zeugt von Respektlosigkeit gegenüber dem gemeinsamen Ziel Wissenskonstruktion.

Mit einigen Geisteswissenschaftlern verbindet mich kein gemeinsames Ziel.

i*st~docjhMist2sowas


@ whatatragedy

Spätestens seit dem "Pisaschock" ist Faktenwissen zudem nicht mehr sonderlich gefragt, stattdessen wird nur noch auf "Kompetenzmittelwerte" geschaut. Das heißt (stark vereinfacht), man kriegt heute keine guten Noten mehr, wenn man das Geburtsdatum von Goethe, die PQ-Formel, oder die Hauptstädte der amerikanischen Bundesstaaten kennt.

Versteh ich nicht. Schon zu meiner Schulzeit und die lag größtenteils vor dem PISA-Schock, wurde fast nie Faktenwissen gefragt. In Physik und Mathematik stand das Faktenwissen, seit der 7/8 Klasse im Tafelwerk, auch in Deutsch oder Geschichte gab es praktisch nie irgendwelche, Abfrage von Daten. Insofern war meine Schule entweder schon extrem modern oder du biegst dir da ganz schön was zurecht. Mir ist auch die Aussage: "Sie erwerben Kompetenzen" immer etwas schwammig und kann alles oder nichts bedeuten. Ich halte mich da lieber an harte messbare Fakten. Und Länder die im Pisatest vorn waren, bestechen auch gerade durch Faktenlernen. Insofern kann ich sowohl deine Aussage, als auch den vermeintlichen Schluss: nach Pisa wird mehr auf zusammenhänge geschaut", überhaupt nicht nachvollziehen.

A,nd#ruscxh


Zum ersten Teil des Eingangsbeitrages: Mir ist es völlig egal, welchen Bildungsweg jemand absolviert hat, denn das hier:

Für mich impliziert ein Studium eben nicht nur Wissenserwerb, sondern auch die Ausbildung eines bestimmten habitus, der die kognitiven Fähigkeiten in menschliche Qualitäten umwandelt, was sich dann bitte gerne auch auf Verhalten und Einstellung zu Mitmenschen auswirkt.

ist völliger Quatsch. Für das Leben lernt man nur im Leben und nicht im Studium oder in irgendeinem Schulzweig. Das Miteinander erlernt man bereits ab der Stunde der Geburt, die Gemeinschaft prägt und nicht der Schulzweig oder Ausbildungsgrad.

Und als Anschlussfrage: diejenigen von Euch, die kein Abitur haben: würdet Ihr wirklich sagen, dass Ihr nur nicht gewollt habt (ob selbst oder es war den Eltern nicht so wichtig)? Oder hat Euch nicht doch vielleicht etwas anderes gehindert?

Ich WOLLTE nicht. Auch nicht, nachdem meine Grundschullehrerin dreimal (!) meine Mutter gedrängt hat, mich als Klassenbeste doch bitte auf das Gymnasium zu schicken. Ich wusste schon in der vierten Klasse, dass ich auf keinen Fall weitere 8 Jahre im Haus meines Stiefvaters bleiben wollte. Und genau deswegen habe ich "nur" einen Realschulabschluss. Mittlerweile bin ich mit 31 Jahren Führungskraft...also vermute ich mal, dass ich auch ohne Abitur und Studium einen "bestimmten Habitus erlangt habe, der die kognitiven Fähigkeiten in menschliche Qualitäten umwandelt, was sich dann bitte gerne auch auf Verhalten und Einstellung zu Mitmenschen auswirkt".

Ein guter Realschulabschluss ist in meinen Augen immer noch besser als ein mittelmäßiges Abitur. Genau da sehe ich nämlich das Problem: Viele Eltern schicken ihre Kinder um jeden Preis aufs Gymnasium, weil nämlich genau solche Diskussionen wie diese hier suggerieren, dass nur das Abitur+Studium alle Wege öffnet. Ich kenne Kinder, die nach der Schule (Gymnasium) nach Hause kommen und lernen, lernen, lernen. Da wird Kindern die Kindheit gestohlen, nur damit der Briefkopf auf dem Zeugnis stimmt. Das Abitur wird niemanden hinterhergeschmissen, es wird viel zu oft zu einem zu hohen Preis erworben.

Und leider ist es ja mittlerweile Mode in den Schulen, auch wirklich alle Kinder mitzuziehen, sitzenbleiben ist out und diskriminierend. An die betroffenen Kinder denkt keiner.

Ich würde (wenn ich denn mal eins habe) mein Kind nicht auf ein Gymnasium schicken, sondern eine Schule suchen (und dafür auch umziehen), die ebenso wie meine damals alle Kinder fördert, aber auch mal Klartext redet. Und wenn dann der Abschluss so ist, dass auch das Abitur ohne übermäßige Anstrengung erworben werden kann (und das Kind es möchte), dann werden eben noch die 2 oder 3 Jahre und vielleicht ein Studium drangehängt. Wahlweise gibt es auch den zweiten Bildungsweg und ganz tolle Ausbildungsberufe, die einem ermöglichen, den Weg einzuschlagen, auf dem man glücklich wird. Und nur darum geht es doch eigentlich, oder?

Alias 703816


"Sie erwerben Kompetenzen" immer etwas schwammig und kann alles oder nichts bedeuten. Ich halte mich da lieber an harte messbare Fakten.

.... die Anforderungen an die neuen Modulhandbücher sind explizite Benennung der zu erwerbenden Kompetenzen. Auch werden diese kategorisisiert, codiert und vergleichbar gemacht. Schon nahe dran am Messen.

Alias 703816


dass ich auch ohne Abitur und Studium einen "bestimmten Habitus erlangt habe

..... nicht den, den ich mit einem Studium verbinde.

Alias 703816


Man merkt IMMER, ob jemand studiert hat oder nicht.

A}ndryuscph


@ Alias 703816

Merkst Du eigentlich, dass Du umgekehrt zu Deiner Eingangsfrage selbst viel zu viele Vorurteile hast?

Das hier:

..... nicht den, den ich mit einem Studium verbinde.

hört sich so unglaublich arrogant an, dass Du vielleicht mal drüber nachdenken solltest, dass die Aussage "das Abitur bekomt man doch hinterhergeschmissen" vielleicht auch einfach nur eine Reaktion auf Deine geäußerten Ansichten ist.

Man merkt IMMER, ob jemand studiert hat oder nicht.

Nein, merkt man nicht. Mir wird ständig unterstellt, ich hätte studiert und die Augen werden groß, wenn ich es dann verneine.

Ich absolviere derzeit einen Lehrgang, in dem ich mit 14 anderen, mir vorher unbekannten Führungskräften zusammenarbeite. Wir haben kein übliche Vorstellungsrunde absolviert, sondern in zwei Tagen erarbeitet, was wir über die anderen denken. Nur bei wenigen stimmte die Einschätzung hinsichlich des schulischen/ beruflichen Werdegangs.

i|sAtvdochSMistsxowas


..... nicht den, den ich mit einem Studium verbinde.

Man merkt IMMER, ob jemand studiert hat oder nicht.

Wie merkst du das denn? Du klingst schon bisschen so, als bildest du dir ganz schön was auf deine akademische Ausbildung ein. So der große Menschenfreund und vereiniger bist du wohl doch nicht wie du es hier teilweise versuchst darzustellen.

Alias 703816


...wo liest du denn da eine Wertung? ???

Es ist ANDERS.

Alias 703816


.... und natürlich bin ich stolz auf meine Ausbildung, so, wie das jeder sein darf, Lehre oder Uni.

AIntipgone


Man merkt IMMER, ob jemand studiert hat oder nicht.

(Alias 703816)

Nicht unbedingt.

Jemand kann sich auch mit einem Realschulabschluss für andere, weiterführende Sachen interessieren.

Manchmal sind es die damaligen Lebensumstände, die ein Abitur und Studium vereiteln - trotzdem bilden sich einige Leute anderwertig fort und sind von "Studierten" nicht zu unterscheiden.

iDstdocwhMisHtsxowas


...wo liest du denn da eine Wertung? ???

Es ist ANDERS.

Es hathalt was Kastenhaftes und meine erste Frage hast du nicht beantwortet: Woran erkennst du das?

.... und natürlich bin ich stolz auf meine Ausbildung, so, wie das jeder sein darf, Lehre oder Uni.

Ich rede nicht von Stolz, das wort war Einbildung hatte ich gewählt. So wirkt vieles auf mich was du schreibst, aber das ist vielleicht auch nur meine Meinung.

i%stdochqMistsxowas


Manchmal sind es die damaligen Lebensumstände, die ein Abitur und Studium vereiteln - trotzdem bilden sich einige Leute anderwertig fort und sind von "Studierten" nicht zu unterscheiden.

Das geht auch in die andere Richtung, so manch Studierter wirkt recht prollmäßig, mit Goldkettchen und allem drum und dran.

Agnd|ruZsch


...wo liest du denn da eine Wertung?

Ähm ":/ ....da:

Für mich impliziert ein Studium eben nicht nur Wissenserwerb, sondern auch die Ausbildung eines bestimmten habitus, der die kognitiven Fähigkeiten in menschliche Qualitäten umwandelt, was sich dann bitte gerne auch auf Verhalten und Einstellung zu Mitmenschen auswirkt.

Mit diesem Satz wertst Du mehr als deutlich. Du unterstellst, dass man ohne Studium diesen (wie auch immer in Deiner Vorstellung gearteten) Habitus nicht hat. Und anscheinend ja auch die Einstellung zu den Mitmenschen dann nicht Deinen Vorstellungen entspricht (was ich - gelinde ausgedrückt - für ziemlich großen Blödsinn halte :(v , wobei ich natürlich Deine Vorstellungen nicht kenne - wahrscheinlich bin ich in Deinen Augen gar nicht geeigent, meinen Job zu machen, dafür müsste ich wohl doch studiert haben ;-) )

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Wertung]]

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