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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

jWackra-bbxit


Der Habitus (=Stallgeruch) ist fachspezifisch. Hier ein Beispiel:

Ein Physikstudent, ein Chemiestudent, ein Wirtschaftsstudent und ein Medizinstudent bekommen von ihren Professoren ein Telefonbuch.

Der Physikstudent sagt: "Ich kann aus diesen Messergebnissen nicht auf den Versuch schließen und daher ist das Ergebnis wertlos!"

Der Chemiestudent unterlegt die Zyankali-Dose, dass die blöde Kaffeemaschine endlich gerade auf der Zyankali-Dose steht.

Der Wirtschaftsstudent bringt das Telefonbuch der Sekretärin des Professors und sagt: "Tippen Sie das ab, es geht morgen raus."

Der Medizinstudent schaut den Professor nur müde an und fragt: "Bis wann muss ich das wissen?"

dJummsc;hma>rre@r74


Dieses Hauen und Stechen wie hier im Faden habe ich echt im RL noch nie erlebt [...] und zeugt von Respektlosigkeit gegenüber dem gemeinsamen Ziel Wissenskonstruktion.

zumindest an meiner uni wurde in den haushaltssitzungen vom leder gezogen, dass es gekracht hat. ich stimme dir zu, dass das respektlos und unangemessen ist.


ansonsten möchte ich nur paar Beobachtungen anführen zum schulischen System. Schlussfolgerungen kann ich keine ziehen...

- meine Schulzeit war relativ einfach, ich konnte eine menge Sport oder musik daneben betreiben, was nicht verkehrt ist. allerdings war der einstieg an der uni ein kleiner lernschock.

- ich halte z.b. das bayrische g8-abi für übertrieben und bin auch gegen die ganztagesschule im gymnasialen bereich. die vereine hier klagen einvernehmlich über austrocknung von unten, weil die schüler keine Gelegenheit zum kommen mehr haben.

- es gibt in D kaum mehr arbeitsplätze mit geringen Anforderungen, und diese zahl wird weiter sinken.

- daraus folgt, dass alle schulzweige im Niveau beständig ansteigen müssen. insbesondere die hauptschule muss erheblich im Niveau steigen, hier wäre auch ganztagesbetreuung sinnvoll. eine Abschaffung der hauptschule löst das Problem nicht.

- ich sehe keinen sinn in einer ausbildungsverkürzung. g8 führt hier in weiten teilen nur zu Ratlosigkeit nach dem abi, die mit einem fsj u.ä. kompensiert wird. Bachelor-abschluss ist halt nur so was wie das ehemalige Vordiplom, wie kürzlich auch ein Industrieverband gemerkt hat (die haben ja immer nach jungen Absolventen geschrien). hier wurde zuviel auf Lobbyisten gehört (denen das Ergebnis nun aber auch nicht gefällt).

Alias 703816


....es ist gar nicht so sehr die Zeit bis zum Bachelor, es ist einfach die Art, habe ich immer den Eindruck.

Sie dürfen sich nicht mehr aus Interesse in die Kurse setzen. Ständig werden sie in irgendwelche blöden Gruppenarbeiten und Referate gepfercht, den Rest des Semesters schlafen sie. Alle Prüfungen in der letzten Semesterwoche....

sie studieren nicht mehr richtig in dem Sinne, es ist nur noch Bulimielernen.... schnell rein, schnell raus, nichts hängen geblieben.

dBumm schdmarre\r74


....es ist gar nicht so sehr die Zeit bis zum Bachelor, es ist einfach die Art, habe ich immer den Eindruck.

ja, das sicher auch. es wird nicht nur das "was" sehr genau vorgeschrieben, sondern auch das "wie" des lernens durch Anwesenheitspflichten u.ä. selbstständigkeit sieht anders aus, und diese muss man ja auch irgendwann lernen.

lästerzungen sagen dann oft, "die Industrie" will ja gar keine selbstständig denkenden Mitarbeiter. das stimmt aber nur teilweise (hier zumindest). fachlich sollen wir hier natürlich selbstständig denken&arbeiten, aber andererseits natürlich bei jedem management bullshit unreflektiert mitziehen. das klappt natürlich nicht, und entsprechend hoch ist die Fluktuation auf der höheren management-ebene und die Frustration auf der arbeitsebene.

Alias 703816


naja,

eigentlich ist es so,dass es im Bachelor keine Anwesenheitspflicht mehr gibt, außer, der Dozent stellt Hausregelen auf. Aber die Studienordnung sieht das nur noch in Ausnahmefällen vor.

Meine Leute klagen wie gesagt über die ständigen Referate und ich als Student habe sie auch schon gehasst, ich vergebe auch keine an meine Studenten. Die Alternative klappt aber auch nur so la la. Ich bin nun schon bei Hausaufgaben wie in der Schule.

Alias 703816


naja,

eigentlich ist es so,dass es im Bachelor keine Anwesenheitspflicht mehr gibt, außer, der Dozent stellt Hausregelen auf. Aber die Studienordnung sieht das nur noch in Ausnahmefällen vor.

Meine Leute klagen wie gesagt über die ständigen Referate und ich als Student habe sie auch schon gehasst, ich vergebe auch keine an meine Studenten. Die Alternative klappt aber auch nur so la la. Ich bin nun schon bei Hausaufgaben wie in der Schule.

Eqhemali'gexr Nutwzerx (#39571)


Es ist durchaus möglich, in insgesamt 12 Schuljahren auf angemessenem Niveau und ohne Überforderung die Hochschulberechtigigung zu erwerben, allerdings setzt dies ein anderes Schulsystem als das hier in Deutschland eingeführte voraus. Die Schweiz hat z. B. folgendes konsequent durchgeführte Stufensystem:

- Zunächst besuchen alle Schüler die Primarschule (Kl. 1 bis 4).

- Sofern die Schüler am Ende der Primarschulzeit einen bestimmten Gesamtnotendurchschnitt erzielen (um 2,5 oder besser), kommen die betreffenden Schüler in die Sekundarschule (Kl. 5 bis 8); die anderen bleiben auf der Primarschule.

- Sofern die Schüler am Ende der Sekundarschulzeit wieder einen bestimmten Gesamtnotendurchschnitt (s. o.) erzielen, kommen die betreffenden Schüler in die Mittelschule, die, weil vom Kanton finanziert, auch als Kantonsschule bezeichnet wird (Kl. 9 bis 12); dort legen diese die Matura ab. In der Kantonsschule des Kantons Glarus sind dies derzeit 11,2 Prozent eines Jahrgangs. Nach einem Pressebericht hat der Schulleiter dieser Kantonsschule hierzu einmal gesagt: "Unter diesem Niveau geht es nicht." - Und hierzu fehlt hier in Deutschland der politische Wille.

In Deutschland gibt es genau eine Gemeinde, deren begabte Schüler genau diesen Schulweg durchlaufen: die Enklave Büsingen bei Schaffhausen.

i$std{och$MiTstsowxas


@ Urs

So unterschiedlich vom deutschen System klingt das nicht.

Fxe.


11,2% klingt ziemlich anders als zB in NRW, wo man um die 60% eine Hochschulreife attestiert - von denen dann die viele passen müssen, wenn man sie fragt, was 3% von 200 sind...

A2nti'gone


@ istdochMistsowas

So unterschiedlich vom deutschen System klingt das nicht.

(istdochMistsowas)

Im deutschen Schulsysten gehen teilweise 50 % der Schüler nach der 4. Klasse auf das Gymnasium - unabhängig von den Noten.

Ich finde das schweizer System da viel besser.

Alias 703816


.....es sind zwar oft um die 50%, aber im Bildungsbericht sieht man hier für den Süden nach wie vor Abi-Zahlen vom Gym von um die 25%. Gehen können sie ja.

E5hema5liger Ndu9tWzerx (#39571)


So unterschiedlich vom deutschen System klingt das nicht.

Doch, das deutsche parallel laufende bislang dreigliedrigen Schulsystem ist bezüglich der Qualitätsansprüche mit dem schweizerischen jeweils nach präzisen Anforderungskriterien stufenweise aufbauenden Schulwesen nicht vergleichbar. Um sich dessen bewußt zu werden, sei empfohlen, in einer beliebigen Suchmaschine die Begriffe "MNG Rämibühl" einzugeben und dort den Lehrplan Mathematik aufzurufen. Wo gibt es in Deutschland ein Gymnasium, in dem dies alles unabdingbar von einem jeden gefordert wird? - Hier braucht man sich nicht zu wundern, wenn man sich dessen bewußt wird, daß unweit des Rämi-Gymnasiums in Zürich die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) vorzufinden ist.

Mniyrsa}nmir


Sind wir jetzt beim Schwanzvergleich im Schulsystem? ]:D

jEacHkrabxbit


Wo gibt es in Deutschland ein Gymnasium, in dem dies alles unabdingbar von einem jeden gefordert wird?

In die Google-Suchmaschine eingeben: schulprofil carl-zeiss gymnasium

j?aDckr3abbbit


Die Kommilitonen aus NRW haben uns immer von ihren massiven Unterrichtsausfall im Abitur erzählt, wenn wir uns über das Thema unterhalten haben. Vielleicht wäre ein Vertretungsplan auch ein gute Lösung. Die Zeit wird dann einfach auf 12 Jahre komprimiert und nicht mit Unterrichtsausfall auf 13 Jahre gestreckt.

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