» »

Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

i`s$tdo4chMi`stsCowas


Im deutschen Schulsysten gehen teilweise 50 % der Schüler nach der 4. Klasse auf das Gymnasium - unabhängig von den Noten.

Ich weiß ja nicht wie es in anderen Bundesländern aussieht, aber in Sachsen ist es nicht unabhängig von den Noten. Wer einen bestimmten Schnitt nicht erreicht, kann nicht aufs Gymnasium. Wenn der Schnitt nur knapp drüber liegt, kann man es nur über ne AUfnahmeprüfung noch schaffen.

Um sich dessen bewußt zu werden, sei empfohlen, in einer beliebigen Suchmaschine die Begriffe "MNG Rämibühl" einzugeben und dort den Lehrplan Mathematik aufzurufen. Wo gibt es in Deutschland ein Gymnasium, in dem dies alles unabdingbar von einem jeden gefordert wird?

Ich sehe hier keine Besonderheiten im Lehrplan Mathematik ...

k/lein_sc?hlu&mpfinxe


Ich habe in Niedersachsen Abitur gemacht und studiert. Das Abi war wirklich unglaublich einfach. Ich hatte 42% Fehlstunden in der Oberstufe. War also die fast die HÄLFTE der Zeit nicht da und habe mich auch sonst nicht weiter angestrengt. Dank Zentralabi kann ich mir auch nicht vorstellen dass es anderswo so viel schwieriger war?

Und ja, wir hatten auch wirklich dumme Leute im Jahrgang die es irgendwie geschafft haben.

Das erste Studium (wirtschaftlich ausgerichtet) war dann wirklich hart. Allerdings eher zeitlich. Es wurden irre viele Leistungen abverlangt. Ständige Hausarbeitsabgaben, Zeitdruck... Aber wer fleißig war konnte das auch ohne besonders schlau zu sein. Es gab dann manchmal nicht so gute Noten aber es gab auch genug reine Lernfächer wo man dann punkten konnte auch ohne irgendwas verstanden zu haben. Auch im Studium hatten wir wirklich dumme Leute die es trotzdem geschafft haben. Zwar mit x Semestern mehr und mehreren Nachholklausuren (wir konnten jede Klausur wiederholen wenn wir durchgefallen waren und wenn wir dort auch durchgefallen sind konnte man sogar noch eine mündliche Prüfung machen).

Das zweite Studium (technisch ausgerichtet) war anspruchsvoller da man gewisse Dinge einfach verstehen muss in den Ingenieurfächern. Aber auch da haben sich einige mit Nachhilfe, Nachprüfungen und Strategien lernen durchgehangelt. Die haben bis zum Schluss nicht verstanden was sie da rechnen aber wussten irgendwann auswendig bei welchem Fall man welche Rechenstrategie machen muss.

Ich wäre auf jeden Fall dafür die Anforderungen zu erhöhen. Ich fühlte mich im Abi wirklich unterfordert und hatte dann keine Lust. Im Studium muss ich aber sagen - wer es schafft das alles durch exorbitanten Fleiß auszugleichen, der hat es auch verdient.

ATntig6onxe


Ich weiß ja nicht wie es in anderen Bundesländern aussieht, aber in Sachsen ist es nicht unabhängig von den Noten. Wer einen bestimmten Schnitt nicht erreicht, kann nicht aufs Gymnasium. Wenn der Schnitt nur knapp drüber liegt, kann man es nur über ne AUfnahmeprüfung noch schaffen.

In Niedersachsen geht das. Keine Ahnung, wie andere Bundesländer das handhaben.

T"axps


zum Beispiel so: [[http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1478019_Kritik-an-schwerem-Abi-in-Sachsen-Anhalt-waechst.html Abitur]]

T<apxs


Ups, der Link bezieht sich nicht auf den letzten Beitrag, sondern auf den Fadentitel.

F:e.


zum Beispiel so: [[http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1478019_Kritik-an-schwerem-Abi-in-Sachsen-Anhalt-waechst.html Abitur]]

Als Schüler in einem solchen Bundesland käme ich mir auch verarscht vor, wenn ich dann sähe, dass das Abitur anderswo viel einfacher erreichbar ist (sogar mit 42% Fehlzeiten in Niedersachsen :-) ).

Vielleicht müssen wir wirklich weg vom Abitur und hin zu Aufnahmeprüfungen der Universitäten. Dann ist es völlig egal, ob jemand aus Bayern, aus NRW, aus Italien oder sonst woher kommt. Und auf die Schulen gäbe es endlich Druck, ordentlich auf die Aufnahmeprüfungen vorzubereiten - nicht wie jetzt den Druck, möglichst schlechte Leistungen noch mit einem Abitur zu belohnen.

TDaps


Als Schüler in einem solchen Bundesland käme ich mir auch verarscht vor, wenn ich dann sähe, dass das Abitur anderswo viel einfacher erreichbar ist

Macht sich auch bei einer NC-Studienrichtung gut, obwohl das Bundesland ja bei der Bewertung "berücksichtigt" wird.

joackOrab/bit


zum Beispiel so: [[http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1478019_Kritik-an-schwerem-Abi-in-Sachsen-Anhalt-waechst.html Abitur]]

Die Politiker werden kurz- oder langfristig dem Druck der Eltern (Wähler) nachgeben und das Niveau in Sachsen-Anhalt an das in NRW angleichen, also nach unten. Das Problem beim NC ist, dass der Notendurchschnitt zählt und nicht welche Fächer man gewählt hat. Ich erinnere mich an einen Prof., der zu Medizinstudenten sagte: Ihre Fehler liegen später 1,80m tief.

sNenesibel2man


Vielleicht müssen wir wirklich weg vom Abitur und hin zu Aufnahmeprüfungen der Universitäten.

Für die Lernmotivation und den Lernerfolg aber auch für geringeren subjektiven Einfluss halte ich es ohnehin für günstiger, wenn Lernen und Bewerten in wichtigen Punkten nicht von derselben Einrichtung und der lehrenden Lehrkraft erfolgt.

Ich halte eine Trennung von Lehren und Bewerten in wichtigen Teilen für bedeutsam. Insbesondere, wenn es um die Leistungseinschätzung hinsichtlich weiterführender Bildungswege geht- da sollte eigentlich immer die Einrichtung den Leistungsstand einschätzen (und die Eignung), die die weiterführende Bildung vornimmt.

vUivixda


hallo leute, ich war im urlaub..auf alles werde ich wohl nicht eingehen können, wurde ja eine ganze menge geschrieben.

Da frag ich mich, ob vivida auch von sowas redete... Chemietechnik an einer FH oder sowas, irgendein FH-Studium im Gegensatz zu den klassischen Universitätsstudiengängen.

nein, mein mann studiert ein klassisches MINT-fach in seiner "reinform". studiert hat bzw. studiert noch an einer technischen uni und an einer FH. an der FH wird übrigens nicht weniger ausgesiebt, meint er. die anforderungen seien zwar andere, aber nicht weniger anspruchsvoll als an der TU. das übliche FH-bashing klang subtil ja schon an.

Irgendeinen Grund muss es ja haben, dass vivida das Studium nicht nennt.

der anonymität wegen. man gibt unbeabsichtigt ja doch einiges ein infos preis. ich weiß ja nicht, ob vielleicht arbeitskollegen, bekannte, freunde ebenfalls hier rumlungern und dann vielleicht an hand der infos auf mich schließen können. ihr dürft mich diesbezüglich gern paranoid nennen ;-D

Sie kann ja nicht in die Gehirne anderer schauen und die dort ablaufenden Denkprozesse sehen.

ja, das wäre natürlich möglich.

wobei ich damals in dem einem semester für mich nur sagen kann, dass es tatsächlich mehr auswendiglernen als alles andere war. manche dinge habe ich nicht mal bis zur vollendung verstanden. durch die klausuren bin ich zwar nicht besonders gut durch, aber durch. allerdings hatte ich relativ wenig mathe.

nach wie vor geht mir die erhebung von MINTlern über geisteswissenschaftler, die hier ja fast schon als unfähiges pack abgestempelt werden, auf den geist. gut, das ist jetzt aber ein anderes thema und ich wollte das jetzt nicht nochmal rauskramen, sondern nur nochmal kurz was zu schreiben.

Deutschprüfung in Klasse 10 (entspricht Realschulabschluss) zum Thema "Kabale und Liebe" mit sehr gut absolviert. Ich verstehe nicht warum dieses Thema nun Abiturstoff ist!

:-o ich hatte das thema auch in der 9. oder 10. klasse.

ich sehe es aber wie sensibleman. deutsch ist doch viel mehr als rechtschreibung. im deutschunterricht sollte man die fähigkeiten erwerben verbal/schriftlich zu argumentieren, zu interpretieren, texte adäquat verwerten zu können. das sind fähigkeiten, die man für jedes studium braucht. meiner erfahrung nach lassen diese leistungen aber auch zu wünschen übrig. diese mangelnden leistungen findet dann man dann später aber auch in allen studiengängen wieder.

Es ging um das allgemeine Vorurteil, dass man MINT-Fächer Auswendiglernen kann.

so war meine aussage auch nicht. bis zu einem gewissen maß lassen sich MINT-fächer -wie andere auch- auswendiglernen. MINTler sind nicht die krone der schöpfung - auch bei ihnen gibt es unfähige und leute, die sich ohne große kompetenzen durchmogeln. habe ich ja auch bereits mehrfach geschrieben, dass es mir genau darum ging.

Um selbst mal anekdotisch zu werden mal ein ganz passendes Zitat: Geisteswissenschaftler müssen lernen, in einem Ozean zu schwimmen. Gesellschaftswissenschaftler müssen lernen, die Bedeutung des Ozeans zu erklären. Und MINTler müssen den Ozean beoabchte, messen und analysieren.

:)^

Man merkt IMMER, ob jemand studiert hat oder nicht.

%-|

Ständig werden sie in irgendwelche blöden Gruppenarbeiten und Referate gepfercht, den Rest des Semesters schlafen sie. Alle Prüfungen in der letzten Semesterwoche....

also, zumindest für mein fach soll es genau umgekehrt sein. Vorher: im grundstudium gab es nichtmal groß was an prüfungen, wir hingegen mussten ab dem 1. semester leistung bringen. anwesenheitspflichten gab es teilweise auch.

allerdings sollte eine anwesenheitspflicht kein qualitätskriterium für ein studium bzw. einen abschluss sein. wozu braucht es eine anwesenheitspflicht, wenn die prüfungen ohne vorherige anwesenheit eh nicht zu bestehen sind? idR bedarf es doch keiner formalen anwesenheitspflicht.

C`omrxan


Das hier ist übrigens eine Mathematikaufgabe aus der 3. Klasse einer vietnamesischen Grundschule:

[[http://www.heise.de/tp/artikel/44/44998/44998_1.jpg]]

Einzusetzen sind die Zahlen 1-9 in die freien Felder, damit die Rechnung aufgeht.

So viel zum nachgeschmissenen Abitur. Ich befürchte, die meisten Abiturienten haben schon Probleme damit, nur weil man trotz Grundrechenarten doch ein bisschen clever nachdenken muss. ]:D

v,iv[idwa


Das hier ist übrigens eine Mathematikaufgabe aus der 3. Klasse einer vietnamesischen Grundschule:

[[www.heise.de/tp/artikel/44/44998/44998_1.jpg]]

Einzusetzen sind die Zahlen 1-9 in die freien Felder, damit die Rechnung aufgeht.

puh, das finde ich heftig...außer es gibt ein ganz simples chema, was sich mir noch nicht erschlossen hat ;-D

na ja, die asiaten sind doch aber für ihren drill diesbezüglich bekannt...ob das so viel besser ist, wage ich zu bezweifeln.

kennt sich denn jemand mit dem schulsystemen einzelner asiatischer länder aus?

s9ensLibGelman


puh, das finde ich heftig...außer es gibt ein ganz simples chema, was sich mir noch nicht erschlossen hat

Versuch's rückwärts und mit Umkehrrechnung.

vci^vidxa


jaaa, DAS war mir ja klar. habs ja auch raus. ich meinte eher so irgendwelche tricks, die es noch leichter machen. manchmal sehen dinge ja nur so lange kompliziert aus bis man das simple chema dahinter entdeckt hat. dann ist es eine stupide, simple rechenaufgabe und alle wundern sich, wie schlau man ist ;-D

ist ja aber auch OT

sKensib~elman


kennt sich denn jemand mit dem schulsystemen einzelner asiatischer länder aus?

Ich weiß nur, dass sie das Rechnenkönnen inklusive der dazugehörigen Algorithmen ziemlich stark trainieren. Mitunter kennen sie in der Tat einige Rechnevereinfachungen mehr als die europäischen Kinder. Aber Rechnen ≠ Mathematik ...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH