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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

Alias 703816


Also ich habe mir nun rein aus Neugierde letzte Woche die Schulbücher der erweiterten Oberstufe aus der DDR durchgesehen und es nicht vergleichbar mit den heutigen Anforderungen.

Die ganzen gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sind so gefärbt, dass man es getrost als Märchenstunde abhaken kann (bis hin zu gefälschten !!! Landkarten) und

die Naturwissenschaften hören da auf, wo sie heutzutage in Klasse 12 anfangen. Auch sind die verwendeten Instrumentarien natürlich mittlerweile vollkommen überholt bzw. halt in Ermangelung derselben (z.B. Taschenrechneraufgaben) vollkommen anders aufgesattelt, da auch jede Papp-Tabelle mal ihr Ende hat.

Man kann nicht sagen, dass es leichter oder schwerer ist, es ist einfach komplett anders.

Genauso anders wie den Vergleich mit Asien zu bemühen.

Alias 703816


Des Weiteren habe ich festgestellt, dass eine Studentin von mir von einer Gesamtschule aus NRW kommt;

auch deren Voraussetzungen/Fähigkeiten sind ganz andere als die der Studenten, die aus dem Ort kommen.

Insofern ist das mit dem "Nachschmeißen" tatsächlich sehr regional gefärbt.

A3ntig$onxe


Des Weiteren habe ich festgestellt, dass eine Studentin von mir von einer Gesamtschule aus NRW kommt;

auch deren Voraussetzungen/Fähigkeiten sind ganz andere als die der Studenten, die aus dem Ort kommen.

Inwiefern?

skensiLbelmaxn


die Naturwissenschaften hören da auf, wo sie heutzutage in Klasse 12 anfangen

Das stimmt definitiv nicht.

Alias 703816


Naja,

sie kann zum Beispiel die englischen Texte nur sehr mühsam übersetzen, sie meint,

dass sie in der Schule immer nur geschönte Texte vom Lehrer hatten. Auch haben wir chi-quadrat-Tests gemacht und sie meinte, sie hätten keine Statistik-Grundlagen in der Oberschule behandelt etc..

Auch kam sie ihre ganze Schulzeit um Referate rum, deswegen hat sie nun in der Uni so Angst davor, dass sie sich Beruhigungspillen einwirft. :°_

svens ibelmxan


Auch sind die verwendeten Instrumentarien natürlich mittlerweile vollkommen überholt bzw. halt in Ermangelung derselben (z.B. Taschenrechneraufgaben) vollkommen anders aufgesattelt

Auch das stimmt nicht, in der DDR gab es schon mehrere Jahre [[http://de.wikipedia.org/wiki/SR1_%28Taschenrechner%29 vor der Wende den Taschenrechner]] und er war Gegenstand iMathematikunterricht ab Klasse 7.

Alias 703816


Sie meint selbst, dass sie vieles nachholen muß, bei denen es bei den anderen reicht, wenn sie ein bestimmtes Stichwort fallen lassen....

neulich Thema Hausarbeit. Eine meinte, wie geht das, un die andere meinte, naja, fang mit einer dialektischen Erörterung an und bau aus..... worauf die andere sich gleihc an's Werk machte, aber die Studentin wußte immer noch nicht, was gemeint war, auch beim Nachsehen kam ihr das nicht bekannt vor.

Alias 703816


Sensible.

Ich krame jetzt keine Aufgabentypen heraus.

Du kannst es alleine schon deshalb nich vergleichen, weil es einfach zu lange her ist.

Überleg doch mal, ernsthaft. Das waren ganz andere Rahmenbedingungen und eben der Zeitfaktor.

A9ntig=one


Auch haben wir chi-quadrat-Tests gemacht und sie meinte, sie hätten keine Statistik-Grundlagen in der Oberschule behandelt etc..

Das wird auch an reinen Gymnasien nicht zwangsläufig behandelt.

sPensibOelmaxn


Die Statistik im Bereich der Mathematik gab es zu DDR Zeiten z.B. nur rudimentär, dafür war die analytische Geometrie, die Analysis und Beweisverfahren, Folgen und Reihen (vollständige Induktion) wesentlich stärker vertreten. Wenn ich mir den Unterrichtsstoff meiner Kinder (gymnasial) ansehe, dann ist das weniger, anders und zum Teil vereinfacht.

Zudem war die Erfüllung der Anforderungen anders angelegt. Ein Schüler durfte sich in keinem Fach eine 5 leisten (Note 6 gab es nicht).

Zudem hatte jeder Schüler in der DDR-Oberstufe sämtliche Naturwissenschaften zu belegen (Physik, Chemie, Biologie, WPA- wissenschaftlich praktische Arbeit) und nicht nur ein ausgewähltes naturwissenschaftliches Fach.

Die ganzen gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sind so gefärbt, dass man es getrost als Märchenstunde abhaken kann

Auch wenn es stark politisch eingefärbt war, so war es keineswegs nur Märchenstunde- ein erheblicher Teil des Geschichtsunterrichtes war von belegbaren Fakten geprägt (die ich auch heute noch so bestätigt bekomme)- oft war die Auswahl der Themen und der Schwerpunkte anders- auch die Interpretation und Wertung- aber diesbezüglich ist auch heute in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern keineswegs alles Gold- da steckt viel Manipulationspotential drin- wesentlicher Unterschied ist heute, dass es mehr Möglichkeiten zu freier Meinungsäußerung gibt- das erschwert Manipulation aber unterbindet sie keineswegs.

sqensiJbeslman


Ich krame jetzt keine Aufgabentypen heraus.

Die Aufgabentypen im Lehrbuch waren oft nur Basis.

Das waren ganz andere Rahmenbedingungen und eben der Zeitfaktor.

Ja, vor allem konnte nur ein Bruchteil der Schüler auf direktem Wege das Abitur belegen. Nur 14% Prozent der DDR Schüler konnten auf direktem Weg ein Abitur erreichen- das Auswahlsieb war sehr straff (und keineswegs nur sozial/politisch geprägt, sondern vor allem leistungsmäßig). Dadurch war das Abitur auch problemarm in 12 Jahren zu schaffen.

Für das DDR Abitur (1980-1990) kannst du dir z.B. hier die Mathematikaufgaben ansehen (schriftliche Mathematikprüfung)

Ansonsten empfehle ich auch [[http://www.zeit.de/2009/46/C-DDR-Schule/seite-4 das hier]]

s6ensdib!elmxan


Link vergessen:

[[http://www.hechtnetz.de/index.php/abitur/ma-abituraufgaben-ddr hier die Mathematikaufgaben ansehen]]

T$aFpxs


Die ganzen gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sind so gefärbt, dass man es getrost als Märchenstunde abhaken kann (bis hin zu gefälschten !!! Landkarten)

Dass der Unterricht (besonders in "Staatsbürgerkunde") politisch gefärbt war und auch sonst vielfach ein Bezug zur Politik regelrecht konstruiert wurde, hat wohl nie jemand bestritten. Aber das ändert trotzdem nichts am gelernten Faktenwissen z.B. im Geschichtsunterricht. Der 30jährige Krieg war immer noch der 30jährige Krieg.

Ich besitze noch meinen DDR-Atlas und meine Kinder die ihrigen (Ende der 90er). Ich kann mich nicht besinnen, da je einen Unterschied bemerkt zu haben – abgesehen von den offensichtlichen durch die politischen Umbrüche: Ende der SU/ DDR/Jugoslawien etc. Die Welt ist heute nicht mehr wie vor 30 Jahren.

Obwohl wir damals nicht reisen durften, in Geografie haben wir über andere Staaten wesentlich mehr gelernt, als unsere Kinder später, obwohl bei uns der Schwerpunkt naturgemäß bei den östlichen Staaten und der Wirtschaft des RGW lag. Mit dem, was meine Kinder im Unterricht gelernt und auch behalten haben, kann ich 37 Jahre nach meinem eigenen Abitur immer noch mithalten.

Von was für gefälschten Landkarten redest Du - von politischen, wirtschaftlichen, geografischen?

Wurden Wirtschaftsstandorte weggelassen? Oder meinst Du die Grenzverläufe in Geschichte zu bestimmten Ereignissen oder Vergleich der Staaten Jahr xx zu Jahr yy ? Vielleicht Hitler-Stalin-Pakt, Grenzverläufe Finnland/ Karelien? Afrika? Südamerika? ??? ":/

Die Statistik im Bereich der Mathematik gab es zu DDR Zeiten z.B. nur rudimentär, dafür war die analytische Geometrie, die Analysis und Beweisverfahren, Folgen und Reihen (vollständige Induktion) wesentlich stärker vertreten. Wenn ich mir den Unterrichtsstoff meiner Kinder (gymnasial) ansehe, dann ist das weniger, anders und zum Teil vereinfacht.

Das kann ich genauso bestätigen. Wobei ich Statistik in der Schule (im Gegensatz zu meinen männlichen Kommilitonen, die einige Jahre älter waren) überhaupt nicht hatte. Bei meiner Schwester war es dann im Lehrplan wieder drin.

Die Aussage

Du kannst es alleine schon deshalb nicht vergleichen, weil es einfach zu lange her ist.

ging zwar an sensibelman, aber auch wenn man die Details vielleicht nicht mehr alle beherrscht, man wird doch wohl wissen, was man selbst im Unterricht hatte?

Tzaps


Also ich habe mir nun rein aus Neugierde letzte Woche die Schulbücher der erweiterten Oberstufe aus der DDR durchgesehen

Die DDR bestand 40 Jahre. Schulbücher und Lehrpläne wurden regelmäßig überarbeitet. Von welchem Erscheinungsjahr redest Du?

jQackrabbxbit


das übliche FH-bashing klang subtil ja schon an

Es geht nicht um bashing. Du interpretierst das in die Sätze rein. Forschung an Unis ist mehr auf die Grundlagenforschung ausgerichtet. Die FH sind auf die angewandte Forschung ausgerichtet. Im Fach Mathematik geht man dann nicht so in die Tiefe. Man legt mehr Wert auf die Anwendung. Auch an den Unis ist die Mathematik mehr auf den Anwendungsaspekt ausgerichtet, wenn man Mathematik im Nebenfach hat. Wenn du wissen willst was universitäre Mathematik (wissenschaftliche Mathematik) ist, dann musst du Mathematik an einer Uni studieren.

Sie kann ja nicht in die Gehirne anderer schauen und die dort ablaufenden Denkprozesse sehen.

ja, das wäre natürlich möglich.

Aha, du bist eine Hellseherin. Psychologen können das allerdings mit moderner Technik.

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