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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

Fke.


Am Wochenende habe ich mit einem Gymnasiallehrer gesprochen. Er hat mir erklärt, wie er, bevor er in der Sekundarstufe I einem Schüler 5 aufs Zeugnis geben darf, erstmal einen individuellen Förderplan erstellen muss, darüber mit dn Eltern reden muss, kontrollieren muss, ob der Plan auch umgesetzt wird usw.

Viele, viele Stunden Arbeit für jede einzelne 5. Und, naja, seine Kollegen sind halt lernfähig. Wenn man bei Klassenarbeiten 6, 5 und 6 sich noch zu einer mündlichen 4+ durchringen kann und das ganze wohlwollend zu einer 4- auf dem Zeugnis zusammenfasst, hat man den ganzen Ärger und die ganze Arbeit einfach nicht. Dreimal darf man raten, wie die Lehrer sich entscheiden - und wie viel die Schüler dann noch lernen, wenn sie wissen, dass ihnen eh nichts passiert, auch wenn sie nicht lernen.


Und heute (bzw. gestern) habe ich mal wieder gestaunt, wie geballtes mathematisches Unwissen und Unverständnis von unseren Gymnasien noch mit einem Abitur belohnt wird. So manch einem hätte man nicht einmal die mittlere Reife zuerkennen sollen.

Alias 703816


Hallo,

ich hae es nun noch mal rausgekramt, weil ich dieses Semester eine Studentin habe, die eigentlich Dipl.Ing. ist, ich glaube, Vermessungstechnik.

Auf jeden Fall sitzt sie bei mir in einem kulturwissenschaftlichen Seminar und sie versteht und kann überhaupt nichts. Erst dachte ich, es liegt daran, dass sie nichts macht, aber das scheint nicht der Fall zu sein.

Inhaltlich versteht sie schon die Ansätze nicht noch, wo das Problem liegt oder gar, wie man es auf mehreren Ebenen abtastet und hinsichtlich eines brauchbaren Lösungsansatzes bearbeitet.

Methodisch ist es genauso schlimm, es geht vollkommen über ihr Fassungsvermögen, dass man aus Gesprächen Informationen ziehen kann, die dann in Analysen münden (wir bauen cluster auf).

Man merkt an ihren ganzen Nachfragen, dass sie total schwimmt. Bin auf die Abschlussprüfung gespannt.... %:|

j/ackra5bbixt


Es liegt halt nicht jedem jedes Fach. Welches Semester ist sie denn? Ich bin der Meinung, dass man eben nicht alle Studenten durchschleifen kann, schon gar nicht, wenn man die Grundlagen des Faches nicht versteht und kein Wissen erarbeiten kann. So habe ich deine Beschreibung verstanden. Was ist denn eigentlich die Motivation für dieses Zweitstudium.

Ich hatte mal in einem Praktikum (noch zu Diplomzeiten) eine Studentin, die hatte keinen einzigen Handgriff gemacht und ist den anderen Studenten nur im Weg gestanden. Dann musste sie das Praktikum wiederholen. Eigentlich ist es unüblich ein Praktikum zu wiederholen, da sie aber nichts tat, wusste ich nicht was ich bewerten sollte. Beim zweiten Anlauf war sie jedoch gut.

Alias 703816


Es ging darum, dass ein naturwissenschaftlicher Mensch leichter zu den Geistes- oder Sozialwissenschaften wechseln könnte als umgekehrt,

aber ehrlich: ich merke da echt nichts davon, sie ist nicht der erste Student, der da gnadenlos untergeht. Es ist einfach eine bestimmte Art zu Denken in beiden Bereichen, die nicht jeder hat bzw. sich schwerer tut zu erlernen. Für mich als Nicht-Mintler sind die Vorurteile der Mintler immer hart und ich sehe nach wie vor die Grundlage nicht. Wie die Studentin gerade zeigt.

WArum sie das nun studiert, weiß ich nicht, ich frage sie vielleicht mal.

Aber ich greife Deinen Vorschlag auf und werde am Ende des Semesters mal ein Gespräch mit ihr führen, ob sie in dem Bereich für sich tatsächlich eine Zukunft sieht.

Auf die Idee war ich noch nicht gekommen, danke.

i~stdoc*hMist8sowaxs


Es ging darum, dass ein naturwissenschaftlicher Mensch leichter zu den Geistes- oder Sozialwissenschaften wechseln könnte als umgekehrt

Physiker machen oft auch in Philosophie, wieviele Philosophen machen Physik (Metaphysik, Esoterik und Vergewaltigung der Quantenphysik zählen nicht)?

Für mich als Nicht-Mintler sind die Vorurteile der Mintler immer hart und ich sehe nach wie vor die Grundlage nicht. Wie die Studentin gerade zeigt.

Das sind keine Vorurteile von Mintlern, sondern allgemein gesellschaftliche. Frag mal 1000 beliebige Leute auf der Straße, welche studiengänge die am anspruchvollsten einschätzen. Zumal auch der Gesellschaftliche nutzen von Geisteswissenschaften geringer ist. Das sieht man an den Löhnen die gezahlt werden und der Tatsache, das Geisteswissenschaftler meist Fachfremd arbeiten in Bereichen die nix mit dem studierten zu tun haben.

Ich denke du versuchst mit deinen Kommentaren, dich irgendwie vor dir selbst zu rechtfertigen und ringst förmlich um ein bisschen Bedeutung und Anerkennung. Daher denke ich, du scheinst selbst nicht so vollends von dir überzeugt, sonst würdest du da drüber stehen und würdest nicht ständig nach rechtfertigungen suchen und hättest die Sache hier nicht wieder angeschoben. Du willst dir doch nur selbst was beweisen.

P.S.: Die Story mit der Studentin scheint mir persönlich ziemlich konstruiert. Ich sehe sehr wenig Grund für ein Diplomingeneurin in einen Studiengang mit schlechten Berufs- und Verdienstaussichten zu gehen, der ihr zudem nicht zu liegen scheint.

p=elz2tieor86


wieviele Philosophen machen Physik

nunja, bei den alten Griechen gab es ein paar "Physiker", die auch Philosophen waren. Ebenso bei den sogenannten Universalgenies in der Rennaissance. Aber da der Wissenstand gerade in den Naturwissenschaften seitdem exponentiell gewachsen ist, wird das heututage vermutlich schwieriger sein.

i$stdocehMizstsowxas


nunja, bei den alten Griechen gab es ein paar "Physiker", die auch Philosophen waren. Ebenso bei den sogenannten Universalgenies in der Rennaissance. Aber da der Wissenstand gerade in den Naturwissenschaften seitdem exponentiell gewachsen ist, wird das heututage vermutlich schwieriger sein.

Ich denke, man kann bis ins 17 teilweise ins 18 Jahrhundert hinein, die einzelnen Wissenschaften eh nicht wirklich trennen, das waren häufig Universalgelehrte (das Wissen war noch recht übersichtlich), erst im 18 Jh erfolgt die Trennung in einzelne Disziplinen und man kann Beginnen die einzelnen Disziplinen zu trennen, noch nicht so scharf wie heute, aber im Ansatz. Daher denke ich alles was vor dem 19 Jh ist, sollte man da nicht mit einbeziehen.

Exponentiell wachsen wäre schön, aber trotz mehr Aufwand werden die Fortschritte in den Naturwissenschaften kleiner, es gibt sicherlich noch viel zu tun, aber wir müssen davon ausgehen, das die großen Kontinente bereits entdeckt sind.

j.ackr_abbixt


Exponentiell wachsen wäre schön, aber trotz mehr Aufwand werden die Fortschritte in den Naturwissenschaften kleiner, es gibt sicherlich noch viel zu tun, aber wir müssen davon ausgehen, das die großen Kontinente bereits entdeckt sind.

[[http://www.spektrum.de/magazin/die-chemie-zwischen-natur-und-ideal/820779]]

Die unglaubliche Vielfalt und Erindungsgabe der Natur ist eine Herausforderung für den Menschen – als ob er in jeder Disziplin besser sein müßte. Schneller fliegen als Vögel, tiefer tauchen als Wale… Wir sind prometheische Gestalten in einem endiosen Drama, dessen molekularer Akt gerade begonnen hat.

N#uraUrihMyoxn


Zumal auch der Gesellschaftliche nutzen von Geisteswissenschaften geringer ist. Das sieht man an den Löhnen die gezahlt werden

Noch dümmer geht es nicht mehr, oder? Heiland, und sowas schimpft sich dann gebildet am Ende.

Wer wird wohl besser bezahlt, jemand bei der Müllabfuhr oder ein x-beliebiger Konzernmanager? Und wer ist wohl für unsere Gesellschaft mehr von Nutzen? Na, aber nicht schummeln, vorher Zeitung lesen gilt nicht. ;-)

p^el8zti~er8x6


Exponentiell wachsen wäre schön, aber trotz mehr Aufwand werden die Fortschritte in den Naturwissenschaften kleiner,

Ich habe meine Aussage nicht auf den Fortschritt der Naturwissenschaften heutzutage bezogen, sondern auf den Zeitraum von Antike bis jetzt. (Wie stark der Wissenzuwachs in den Naturwissenschaften heuzutage ist - dazu habe ich zu wenig Einblick, um das beurteilen zu können; nur im Bereich der Medizin kann ich sagen, dass die Fortschritte in den letzten Jahren (außer in der Chirurgie) überschaubar sind)

ilstdoYchMyistsxowas


Wer wird wohl besser bezahlt, jemand bei der Müllabfuhr oder ein x-beliebiger Konzernmanager? Und wer ist wohl für unsere Gesellschaft mehr von Nutzen? Na, aber nicht schummeln, vorher Zeitung lesen gilt nicht. ;-)

Man sollte schon dabei bleiben, auf der gleichen Ebene zu vergleichen, daher normale Angestellte. Ich brauch auch keinen mit Führungsverantwortung, mit einem Pampel unten vergleichen. Genauso ist "Konzernmanager" kein Beruf, sondern eine Position. Aber ja, ein kleiner Unternehmer der einen Betrieb mit 20 Angestellten leitet, ist gesellschaftlich wertvoller als einer von der Müllabfuhr, weil seine Fähigkeiten seltener und daher gefragter sind.

Und die Löhne waren auch nur eins von zwei Argumenten, also nicht so plötzlich die Zitate abschneiden.

Aber ich gebe zu "gesellschaftlicher Nutzen" ist der falsche Begriff, nützlich und gebraucht wird fast alles, sagen wir lieber gesellschaftlicher/ wirtschaftlicher Wert, das entspricht eher dem was ich sagen wollte.

prelzti6erx86


Zumal auch der Gesellschaftliche nutzen von Geisteswissenschaften geringer ist

der ist nicht unbedingt geringer; er ist in jedem Fall schwerer zu "messen".

Prinzipiell sind gerade ethische und philosphische Fragen immer hochaktuell und entsprechende Diskurse notwendig, um die Naturwissenschaften zu ergänzen, z.b. um Antworten auf Fragen zu finden, die der Fortschritt durch die Naturwissenschaften stellt. Geistes- und Naturwissenschaften stehen sich in dem Sinne auch nicht gegenüber; sie sind vielmehr zwei Seiten einer Medaille. Weder die Naturwissenschaten noch die Geisteswissenschaften allein vermögen unsere Welt in Gänze zu beschreiben.

Jeder gute Naturwissenschaftler und jeder gute Geisteswissenschaftler erkennt die Grenzen seiner wissenschaftlichen Disziplin.

Nicht umsonst äußern sich viele renommierte Physiker z.b. nicht zur Gottesfrage, oder sehen keinen Widerspruch darin, wenn sie selbst an einen wie auch immer gearteten Gott glauben.

z.b. Einstein auf die Frage, ob er an Gott glaube:

"Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt."

Es täte der Welt mit Sicherheit gut, wenn sich weder Geistes- noch Naturwissenschaftler als Besitzer des Steins der Weisen betrachten würden.

N<ura]rih>yon


ein kleiner Unternehmer der einen Betrieb mit 20 Angestellten leitet, ist gesellschaftlich wertvoller als einer von der Müllabfuhr, weil seine Fähigkeiten seltener und daher gefragter sind.

Das sehe ich vollkommen anders. Wirklich gefragt ist, wenn überhaupt, die Fähigkeit, einen Betrieb mit 20 Angestellten (erfolgreich) hochzuziehen. Die Leitung eines solchen benötigt mMn wesentlich weniger Fähigkeiten.

Und die Löhne waren auch nur eins von zwei Argumenten, also nicht so plötzlich die Zitate abschneiden.

Wenn man schon auf virtuelle Umgangsformen pocht dann bitte ich doch darum, die Argumente anderer nicht als "konstruiert" abzustempeln, anstatt darauf konstruktiv einzugehen.

gesellschaftlicher/ wirtschaftlicher Wert, das entspricht eher dem was ich sagen wollte.

Wirtschaftlicher Wert klingt in der Tat besser.

Das Problem, welches ich mit der Aussage habe ist einfach, dass gerade heute mehr als je zuvor Leistung und Lohn in keinem Verhältnis mehr zueinander stehen.

aber trotz mehr Aufwand werden die Fortschritte in den Naturwissenschaften kleiner, es gibt sicherlich noch viel zu tun, aber wir müssen davon ausgehen, das die großen Kontinente bereits entdeckt sind.

Ich will echt nicht anti wirken, aber das sehe ich auch anders. ;-D

Wir leben, wenn man sich für entsprechende Themengebiete interessiert, mehr denn je in einem unglaublich interessanten Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte. Es liegt aber nunmal in der Natur der Sache, dass nicht jeder von jedem Fortschritt, bedeutend oder nicht, profitieren kann.

Vielleicht bin ich, was speziell das angeht, auch einfach optimistischer. ;-D

iestdJochMIistsowxas


Ich habe meine Aussage nicht auf den Fortschritt der Naturwissenschaften heutzutage bezogen, sondern auf den Zeitraum von Antike bis jetzt. (Wie stark der Wissenzuwachs in den Naturwissenschaften heuzutage ist - dazu habe ich zu wenig Einblick, um das beurteilen zu können; nur im Bereich der Medizin kann ich sagen, dass die Fortschritte in den letzten Jahren (außer in der Chirurgie) überschaubar sind)

Ok, ich hab das dann nur zu mathematisch betrachtet und eine exponentiell anwachsende Kurve über die Jahre vor mir gesehen. Das ist das Problem der aktuellen und kommenden Wissenschaftlergeneration, die schön großen Sprünge, haben die alten schon abgegrast, jetzt gehts nur noch klein klein... Leider. Wir haben die Erwartung für unsere heutige Zeit, gemessen an dem was in den 60er Jahren erwartet wurde verfehlt, aber dafür sieht es auch nicht so schlimm aus wie manch einer befürchtet hat.

i{stdochM istsowxas


Wenn man schon auf virtuelle Umgangsformen pocht dann bitte ich doch darum, die Argumente anderer nicht als "konstruiert" abzustempeln, anstatt darauf konstruktiv einzugehen.

Ich hab nur meinen Eindruck dazu wiedergegeben und die Story klingt recht aufgesetzt, tut mir Leid. Ob sie es ist weiß ich nicht.

Wir leben, wenn man sich für entsprechende Themengebiete interessiert, mehr denn je in einem unglaublich interessanten Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte. Es liegt aber nunmal in der Natur der Sache, dass nicht jeder von jedem Fortschritt, bedeutend oder nicht, profitieren kann.

Es geht nicht um profitieren, aber die Revolutionen in der Wissenschaft sind weitestgehend gemacht (ich kenn zum Beispiel die Physik sehr gut) und seit dem erleben wir eher einen evolutionären Prozess. Damit sind auch die großen Träumerein in der Wissenschaft verschwunden. Die Erkenntnisse des Ende 19 bis Mitte 20 Jh haben uns deutliche Grenzen aufgezeigt. Höher, schneller, weiter stößt an physikalische Grenzen, die man bis dahin nicht kannte oder vermutet hätte.

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