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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

Paaulj_Revfexre


Das war dann wohl mein Beitrag :=o

Ja und der wurde, wie manch einer bereits vermutet hat, einfach auf Grundlage meiner eigenen Erfahrung verfasst.

Wohlgemerkt: Es ist ein erheblicher Unterschied mit welchem Notendurchschnitt und mit welchen Fächern das Abitur gemacht wird.

Wer sich mit einem Notendurchschnitt jenseits der 2,5 und weniger naturwissenschaftlichen Fächern durch das Abitur "mogelt" (mag man ja fast schon sagen), der muss tatsächlich kaum etwas leisten. Dem wird das Abitur letztendlich nachgeschmissen, auch wenn es ein eher wertloses Abitur ist. Studieren kann er damit dennoch.

Und ähnlich ist es auch bei manchen Studiengängen und dort erkennt man den Unterschied zwischen denjenigen, die ein eher mathematisches, technisches, generell naturwissenschaftliches Verständnis haben und denen die sich geisteswissenschaftlich orientieren schnell. Das ist offensichtlich ersteinmal eine stark verallgemeinernde Aussage und man kann logischerweise nicht jedes Studienfach in eine der beiden Kategorien "Science->Hard", "Arts->Easy" einteilen. Die Tendenz, dass naturwissenschaftliche Studiengänge weitaus härter aussortieren ist aber zu erkennen. Aber wie gesagt spreche ich hier eigentlich von einzelnen Studiengängen in denen die Leistungsniveaus so stark auseinanderklaffen.

Das Interesse für beide Studiengänge vorausgesetzt wäre ein Pharmaziestudent sicherlich auch in der Lage erfolgreich Bibliothekswissenschaft zu studieren. Ob das umgekehrt ebenfalls häufig der Fall wäre wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln.

Alias 703816


Wer bestimmt, was man können muß ujnd was nicht?

Das finde ich polemisch. Die Hochschulreife soll attestieren, dass man in der Lage ist, selbständig zu lernen und zu verstehen. Und dann darf das Fach keine Rolle spielen. Man muss es einfach beherrschen.

1. Polemik: einverstanden.

2. selbstständig lernen und verstehen, einverstanden.

Nur bezog sich das Mathebeispiel auf einen bestimmten Fachinhalt und Argumentationen mit Fachwissen spezifischer Fächer halte ich nach wie vor für prolematisch, einfach aufgrund der Individualität des einzelnen. Es gibt viele Schüler, die für ihre schlechten Fächer viele Stunden lernen und trotzdem nicht auf die erwähnten "2" kommen, dafür andere Fächer inhaltlich über Schulniveau beherrschen.

Wogegen ich mich aber immer verwehre ist der Ansatz: man muß nur genug lernen, dann schafft man alles. Das ist nicht so.

3. Man darf auch Fächer haben, die man nicht beherrscht. Dafür kann man sich ja im Studium spezialisieren. Bei vielen Leuten ist es so, dass sie erst dann gut durchstarten, wnen sie ein passendes Studium haben und vom Breitbandlernen im Abi weg kommen, siehe sunflowers Beispiel.

Alias 703816


Wer sich mit einem Notendurchschnitt jenseits der 2,5 und weniger naturwissenschaftlichen Fächern durch das Abitur "mogelt" (mag man ja fast schon sagen), der muss tatsächlich kaum etwas leisten. Dem wird das Abitur letztendlich nachgeschmissen, auch wenn es ein eher wertloses Abitur ist.

keine Naturwissenschaften = wertloses Abitur, wertloses Studium.

Das ist doch Unsiinn, sorry. Hast Du Dich überhaupt mal mit einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Studium mal genauer beschäftigt. Dieses stundenlange Durchgehen anspruchsvoller Texte, Nachvollziehen von Modellen + deren Nachweis durch Empirie /mit viel statistischen Kennziffern...

die Denke beherrschen, passend argumentieren...

P.aul_RPeverxe


keine Naturwissenschaften = wertloses Abitur, wertloses Studium.

Das sind allerdings nicht meine Worte. Aus wertlosem Abitur folgt nicht gleich ein wertloses Studium.

Ein Abitur dieser Art ist dahingehend "wertlos" (Ja, der Begriff ist deplaziert da übertrieben: Ein Abitur kann nicht wertlos sein, da es in jedem Fall etwas ermöglicht), dass die Möglichkeiten, die man damit hat massiv eingeschränkt sind.

Alias 703816


Mein Sohn wählt gerade seinen Zweig im G8.

Die, die keine Texte bearbeiten können, sich schwer tun, sich Argumentationsfäden in einer bestimmten Richtung zu entwickeln, die, für die Vokabel-Lernen ein Fremdwort ist,

wählen die Naturwissenschaften, übrigens tatsächlich diejenigen, die bis jetzt nicht viel getan haben, weil sie so viel naturwissenschaftliches Verständnis haben, dass sie dank dieser Fächer bis jetzt im Gym durchgehalten haben, also wirklich die deutlich fauleren.

Diejenigen, die in Mathe ewig geschlafen und die Grundlagen verpasst haben, diejenige, die es überhaupt nicht interessiert, wie ein Motor funktioniert oder warum es dunkel wird,

die nehmen die anderen Zweige.

Hauptmotiv ist tatsächlich: wo tue ich mich leichter und nicht: was interessiert mich mehr (wobei sich das ja bedingt).

Was ist nun "besser" und nun "schlechter"?

Mein Kardiologen-Bruder könnte im Leben nicht mein Studium absolvieren,

so, wie ich nicht seins.

Was ist nun "besser" und "schlechter"?

s.en,sibieclmaxn


Dieses stundenlange Durchgehen anspruchsvoller Texte, Nachvollziehen von Modellen + deren Nachweis durch Empirie /mit viel statistischen Kennziffern...

Das ist auch oder gerade in Naturwissenschaften wichtig. Ein Abitur ohne ausreichende Sprachkenntnisse (inklusive Textverständnis) und grundlegende Kenntnisse sozialer, künstlerischer und praktischer Kenntnissse halte ich für genauso für wenig Wert, wie ein Abitur ohne grundlegende mathematisch-naturwissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten. Dabei geht es nicht immer um Note 1 oder 2. Zu meiner Schulzeit hieß das Abitur noch Reifeprüfung. Es ging im Abitur noch nicht um Spezialkenntnisse, sondern es ging darum, allgemein die Studierfähigkeit für beliebige Studienfächer zu zuerkennen. Ein Abitur ohne hinreichende Mathematik- oder Deutschkenntnisse (usw.) entspricht nicht der allgemeinen Studierfähigkeit, sondern nur der Studierfähigkeit auf bestimmte Fachrichtungen bezogen. Das würde eher einem Fachabitur entsprechen. (zu DDR-Zeiten konnte man auch mit einem Teilabitur für bestimmte Fächer- auch einem sogenannten Vorkurs- das spezielle Fach studieren)

F[e.


@ Alias:

Nur bezog sich das Mathebeispiel auf einen bestimmten Fachinhalt und Argumentationen mit Fachwissen spezifischer Fächer halte ich nach wie vor für prolematisch, einfach aufgrund der Individualität des einzelnen.

Wer Mathematik als Abiturfach wählt, der sollte es schon erlernen können. Wer dagegen keine 4 Fächer findet, die er auf Schulniveau erlernen kann, der braucht auch kein Abitur. Echt nicht.

Wenn eine Landesregierung das Zentralabitur so gestaltet, dass man die einzelnen Fächer auch ohne angemessene fachliche Fähigkeiten schafft, dann schmeißt sie den Leuten das Abi hinterher.

keine Naturwissenschaften = wertloses Abitur, wertloses Studium.

Das ist doch Unsiinn, sorry. Hast Du Dich überhaupt mal mit einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Studium mal genauer beschäftigt. Dieses stundenlange Durchgehen anspruchsvoller Texte, Nachvollziehen von Modellen + deren Nachweis durch Empirie /mit viel statistischen Kennziffern...

Mit einer Geisteswissenschaft musste ich mich mal beschäftigen, glücklicherweise nur kurz. Entsetzliches Gelaber.

Wenn etwas sozialwissenschaftliches mit Empirie und Statistik nachgewiesen wird, dann kann ich was damit anfangen.

@ Paul_Revere:

Das Interesse für beide Studiengänge vorausgesetzt wäre ein Pharmaziestudent sicherlich auch in der Lage erfolgreich Bibliothekswissenschaft zu studieren. Ob das umgekehrt ebenfalls häufig der Fall wäre wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln.

Deine Zweifel teile ich :-)

Ich weiß von einem Physiker, der später noch BWL als Zweitstudium gemacht hat. War für ihn easy. Ließ sich nebenbei erledigen. Lass dagegen einen BWLer Physik studieren... das dürfte normal ein Desaster geben. :-)

Alias 703816


Lass dagegen einen BWLer Physik studieren... das dürfte normal ein Desaster geben. :-)

Noch mal von jemandem, der an der Quelle arbeitet:

dem ist nicht so.

Alias 703816


...ich lasse Dir ja Deine Naturwissenschaften, aber zu behaupten, sie wären für den Großteil der Bevölkerung/Abiturienten/Studenten schwerer als die Alternativen, ist vom gedanklichne Ansatz her schon ziemlich unakademisch. :-(

Vielelicht war Dir das "Gelaber" auch unerträglich, weil Du es nicht packen, kanalisieren und anwenden konntest?

Zumindest nicht ohne Aufwand?

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Hallo, ich habe hier jetzt nicht alles gelesen, aber ich denke schon, dass das Abitur an Wert verloren hat. Man sollte aber differenzieren. Ich habe öfter gehört und gelesen, dass es zwischen den Bundesländern gravierende Unterschiede gibt. Leider ist es bisher nicht gelungen, die Anforderungen anzugleichen. In NRW ist das Abitur verhältnismäßig leicht zu schaffen, auch mit guten Ergebnissen.

Was mich immer wieder schockiert ist der Sachverhalt, dass die soziale Herkunft der Schüler/-innen sich so gravierend auswirkt. Vermutlich ist es so, dass sich das höhere Selbstbewusstsein, die umfangreicheren Möglichkeiten der Eltern und die subjektive Sichtweise mancher Lehrer hier auch auswirken. So bin ich der Auffassung, dass Kindern reicherer Eltern das Abitur (zumindest in manchen Bundesländern) wirklich teilweise "nachgeschmissen" wird. Das ist für die heutige Zeit ein unhaltbarer Zustand!

Alias 703816


Vermutlich ist es so, dass sich das höhere Selbstbewusstsein, die umfangreicheren Möglichkeiten der Eltern und die subjektive Sichtweise mancher Lehrer hier auch auswirken.

= Grundlagen der Bildungsforschung @:)

F]ex.


Lass dagegen einen BWLer Physik studieren... das dürfte normal ein Desaster geben. :-)

Noch mal von jemandem, der an der Quelle arbeitet:

dem ist nicht so.

Oh, du kennst jemanden, der erst BWL und später erfolgreich neben seinem BWL-Studium bzw neben seinem Beruf Physik studiert hat? Das will ich sehen :-)

Ich weiß nicht was die Quelle ist, von der du redest, aber ich vermute, der traue ich nicht.

...ich lasse Dir ja Deine Naturwissenschaften, aber zu behaupten, sie wären für den Großteil der Bevölkerung/Abiturienten/Studenten schwerer als die Alternativen, ist vom gedanklichne Ansatz her schon ziemlich unakademisch. :-(

Streiche "unakademisch", ersetze durch "politisch nicht korrekt". Aber trotzdem wahr.

Vielelicht war Dir das "Gelaber" auch unerträglich, weil Du es nicht packen, kanalisieren und anwenden konntest?

Zumindest nicht ohne Aufwand?

Es war unerträglich, weil derselbe (empirisch natürlich nicht belegte) Gedanke, der in einem Absatz stand, 10 Seiten später immer noch von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten und wieder von unten nach oben gekaut wurde, ohne dass man irgendeinen Schritt weiter gekommen wäre. 100 Seiten von diesem entsetzlichen Geblubber waren schneller gelesen als 3 Seiten Mathematik.

Ich habe auch Abschlussarbeiten diverser Fächer korrekturgelesen, für Verwandte und Bekannte. Die beiden geisteswissenschaftlichen Arbeiten waren für mich durchaus verständlich - jedenfalls nachdem bei der einen das Problem beseitigt wurde, dass jedem zweiten Satz das Verb oder das Subjekt oder sonst etwas wesentliches fehlte bzw. Grammatik und Satzbau immer wieder in die Hose gegangen waren - da konnte ich bei beiden durchaus auch inhaltliche Anmerkungen machen, wenn irgendwas in sich unlogisch oder verquer dargestelt war.

Umgekehrt hätten die bei mir keine Chance gehabt.

cbunc6tatxor


Nun ja, das Thema interessiert mich :-) ich würde gern mehr darüber erfahren. Enttäuschend ist aber, dass dies oft gar nicht diskutiert wird, weil sich das bestehende System ja "bewährt habe" und Veränderungen schwer durchzuführen seien.

H}eym


Meine Erfahrungen über das Abitur in Bayern:

Also, dass einem das Abitur nach geschmissen wird... echt nicht. :|N

Tatsache ist, man muss weniger Stoff beherrschen. Jedoch hat man dafür auch weniger Zeit um diesen Stoff zu erlernen. Für den selben Stoff war im G9 vergleichsweise mehr Zeit eingeplant als im G8. G9 hatte also mehr Zeit zu üben, muss jedoch auch mehr Stoff letztendlich beherrschen.

Bei uns ist das Abitur so:

3 Prüfungen schriftlich, 2 mündlich

Pflicht (schriftlich): Deutsch, Mathematik

Desweiteren muss eine Fremdsprache genommen werden (ob schriftlich oder mündlich ist egal). Ebenfalls muss ein Fach aus folgender Reihe genommen werden (auch sowohl als verbleibende schriftliche oder als eine mündliche Prüfung möglich): Geschichte, Geschichte+Sozialkunde, Biologie, Chemie, Physik, Wirtschaft, Geographie, Religion.

So. Die verbleibende Prüfung kann je nach Wahl aus der obrigen Reihe sein: Geschichte, Geschichte+Sozialkunde, Bio, Chemie, Physik, Wirtschaft, Geographie, Kunst (nur mündlich, außer Additum), Musik (dito), Sport (dito), Religion.

Es gibt Fächerkombinationen, die gehen nicht.

Mögliche Kombination (Beispiel): Deutsch (schriftlich), Mathe (schriftlich), Biologie (schriftlich), Geschichte (mündlich), Französisch mündlich.

Beispiel 2: Deutsch(s), Mathe (s), Englisch (s), Wirtschaft (m), Kunst (m).

Es ist also, zumindest in Bayern nicht so, dass man alles umgehen kann und nichts können muss.

Es gibt auch zur genüge Leute, die selbst in der Oberstufe noch abbrechen - aber warum denn, wenn man doch nichts können muss? ]:D

Fle.


Meine Erfahrungen über das Abitur in Bayern:

Also, dass einem das Abitur nach geschmissen wird... echt nicht. :|N

Den Bayern hätte ich auch niemals vorgeworfen, ihren Schülern das Abi nachzuschmeißen.

In Bayern gehen die Uhren noch anders, und das ist auch gut so.

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