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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

Alias 703816


Oh, du kennst jemanden, der erst BWL und später erfolgreich neben seinem BWL-Studium bzw neben seinem Beruf Physik studiert hat? Das will ich sehen :-)

Mit "Quelle" miene ich die Uni-internen Statistiken über die Studenten und da kann ich GENAU nachsehen, wer die Fakultäten gewechselt hat, Tandem fährt, welche Vorbildung hat und lezttendlich wie erfolgreich ist.

Und wie gesagt: es ist nicht erkennbar, dass da die Naturwissenschaftler erfolgreicher sind, egal, in welche Richtung.

Alias 703816


Was hat nun der Vergleich der Fakultäten mit "nachgeschmissenem Abitur" zu tun?

Ich habe den Faden verloren... :-p

Alias 703816


Die beiden geisteswissenschaftlichen Arbeiten waren für mich durchaus verständlich - jedenfalls nachdem bei der einen das Problem beseitigt wurde, dass jedem zweiten Satz das Verb oder das Subjekt oder sonst etwas wesentliches fehlte bzw. Grammatik und Satzbau immer wieder in die Hose gegangen waren - da konnte ich bei beiden durchaus auch inhaltliche Anmerkungen machen, wenn irgendwas in sich unlogisch oder verquer dargestelt war.

Wenn dem wirklich so war und Du nicht nur den Eindruck hattest ( da selbst nicht im Metier), dann ist klar, wie Du zu dieser Einstellung kommst.

So sollte es aber nicht sein.

Alle Leute sind Menschen und alle können reden. Das heißt aber nicht, dass sie dafür Experten sind bzw. es wissenschaftlich auseinander nehmen können, das Reden und Mensch sein. Viele Studenten labern tatsächlich nur und in den Geisteswissenschaften haben es viele bis zum Schluss nicht gelernt, wie es richtig geht.

Das heißt aber nicht, dass diese Disziplinen per se leichter sind, Unwissen fällt nur nicht so schnell auf.

Alias 703816


.... zumindest nicht dem Fachfremdne, weil der schlechte Student ja so schreibt/redet, wie der Fachfremde ihn versteht... nämlich alltagsfreundlich, der Student hat sich aus diesem Niveau noch nicht erhoben, deswegen denkt der Fachfremde,

die betreffende Disziplin "ist so".

iOst3dochMiMstsowxas


Was mich immer wieder schockiert ist der Sachverhalt, dass die soziale Herkunft der Schüler/-innen sich so gravierend auswirkt. Vermutlich ist es so, dass sich das höhere Selbstbewusstsein, die umfangreicheren Möglichkeiten der Eltern und die subjektive Sichtweise mancher Lehrer hier auch auswirken. So bin ich der Auffassung, dass Kindern reicherer Eltern das Abitur (zumindest in manchen Bundesländern) wirklich teilweise "nachgeschmissen" wird. Das ist für die heutige Zeit ein unhaltbarer Zustand!

Man darf das auch nicht überinterpretieren. Intelligenz ist vererbbar und geht man davon aus das Intelligente tendeziell eher eine höhere soziale Herkunft haben, ist es zwangsweise so, dass sozial höhere Familien anteilig im schnitt intelligentere Kinder haben, die dementsprechend auch besser in der Schule abschneiden. Ich halte es für Irrsinn zu glauben, man würde irgendwann über alle Schichten gleichverteilte Bildungen finden. Das wird genetisch unter gleichen Bedingungen nicht funktionieren, es sei denn man führt jetzt auch noch Quoten für Noten nach sozialer Schicht ein.

Ich sage damit nicht, dass Kinder aus unteren Schichten im einzelfall nicht intelligenter sein können, es geht mir nur um Mittelwerte. Genauso wenig sage ich nicht, dass es nicht durchaus benachteiligungen von Kindern unterer Schichten gibt.

Ich sage aber, man kann aus statistiken sehr leicht ungerechtigkeiten und Skandale konstruieren, die in wirklichkeit zum Großteil einfach nur Kausalitäten sind. Und auch wenn ich ein großer verfechter des Sozialstaates bin, sollte man es mit der Gleichmacherrei und der Berufsbetroffenheit nicht übertreiben. Auch bei solch emotionalen Themen sollte man nüchtern bleiben, biologische (nicht nur soziale) Faktoren berücksichtigen und danach sein Urteil bilden. Hier wird oft schnell reflexhaft geschrien.

i7stdochMListsxowas


.... zumindest nicht dem Fachfremdne, weil der schlechte Student ja so schreibt/redet, wie der Fachfremde ihn versteht... nämlich alltagsfreundlich, der Student hat sich aus diesem Niveau noch nicht erhoben, deswegen denkt der Fachfremde,

die betreffende Disziplin "ist so".

Auch wissenschaftliche Arbeiten sollten verständlich geschrieben sein. Nur geschwollen was daherlabern so dass es wissenschaftlich klingt und man sich selbst, ob seiner Klugheit, erhaben fühlt, kann es ja wohl nicht sein. Das hat auch nix mit "Niveau" zu tun, entscheiden sollte der Inhalt und die Argumentation, dadurch zeichnet sich wissenschaft aus.

FIe.


Mit "Quelle" miene ich die Uni-internen Statistiken über die Studenten und da kann ich GENAU nachsehen, wer die Fakultäten gewechselt hat, Tandem fährt, welche Vorbildung hat und lezttendlich wie erfolgreich ist.

Und wie gesagt: es ist nicht erkennbar, dass da die Naturwissenschaftler erfolgreicher sind, egal, in welche Richtung.

Was hast du denn konkret untersucht und festgestellt?

Hast du ernsthaft einen fertigen BWLer oder Geisteswissenschaftler gefunden, der später erfolgreich Physik studiert hat?

Saaraxh87


3. Man darf auch Fächer haben, die man nicht beherrscht. Dafür kann man sich ja im Studium spezialisieren. Bei vielen Leuten ist es so, dass sie erst dann gut durchstarten, wnen sie ein passendes Studium haben und vom Breitbandlernen im Abi weg kommen

Auf dem Weg befinde ich mich gerade. Abi: Mathe- und Chemie-GK mit 5 und 4 Punkten, Deutsch und Englisch LK 10 und 11 Punkte, Abi-Durchschnitt 2,7 oder 2,8.

Gerade arbeite ich daran mein Masterstudium in Psychologie mit 1,0 abzuschließen. In den Modulen biologischer Psychologie (in der wir unter anderem den Gehirnaufbau und die Funktionsweise genauer lernen müssen als Mediziner im Grundstudium) und Statistik bin ich eine der besten...

Manche werden jetzt zwar auch sagen Psychologie sei kein schweres Studium, aber ... trotzdem. ;-D

jPackmrabbixt


Abitur, Mathe, Physik etc.. aber auch mit Mittlerer Reife + Berufsausbildung studieren kann, aber da das Abitur ja wohl nachgeschmissen wird, wäre das nun ja auch kein Kriterium für die Exzellenz der Studiengänge, aber bitte....

Ist das heute so? Zu meiner Zeit brauchte man noch ein Abitur oder ein Fachabitur. Das naturwissenschaftliche Niveau war zu DDR-Zeiten ungleich höher als das heute der Fall ist. Kein Wunder, dass wir einen Rückfall in zu Globuli, Alternativmedizin und Alchemie erleben. Allerdings, braucht man tatsächlich kein Abitur für ein Chemiestudium, wenn man einen Abschluss als z.B. Chemielaborant hat. Der Abiturstoff in Chemie liegt weit unter dem Stoff, den ein Laborant in seiner Ausbildung hat. Der Vorsprung den Abiturient in Mathe und Physik gegenüber einem Laboranten ohne Abitur hat ist auch schnell aufgebraucht. Ich bin der Meinung, für naturwissenschaftliche Fächer braucht man eine Begabung, während man z.B. BWL auch ohne besondere Begabung studieren kann. Abitur haben dennoch die meisten der Chemiestudenten und bei einer Abbruchquote von 50 % sind es nicht die Studenten, die eine fachbezogene Berufsausbildung haben, die abbrechen. Medizin kann man auch ohne Abi in den Naturwissenschaften studieren. Man kann das Abi heute auch ohne Prüfung in den Naturwissenschaften abschließen, somit muss man auch keine Naturwissenschaft mehr lernen, somit wird das Abitur einer höheren Allgemeinbildung auch nicht mehr gerecht.

sfensibwexlman


dafür auch weniger Zeit um diesen Stoff zu erlernen. Für den selben Stoff war im G9 vergleichsweise mehr Zeit eingeplant als im G8. G9 hatte also mehr Zeit zu üben, muss jedoch auch mehr Stoff letztendlich beherrschen.

Mein Abitur hatte ich auch in 12 Schuljahren bewältigt- das war in der gesamten DDR üblich. Und da konnte kein Abiturient Mathematik in der Prüfung abwählen. Es galten für alle Abiturienten nahezu gleichwertige Anforderungen- auch in den Prüfungen. Naturwissenschaften waren alle von allen zu belegen- Biologie, Chemie und Physik (und WPA- wissenschaftlich praktische Arbeit)- ohne Ausnahme.

jLackroabbiut


Viele Studenten labern tatsächlich nur und in den Geisteswissenschaften haben es viele bis zum Schluss nicht gelernt, wie es richtig geht.

Das heißt aber nicht, dass diese Disziplinen per se leichter sind, Unwissen fällt nur nicht so schnell auf.

und

.... zumindest nicht dem Fachfremdne, weil der schlechte Student ja so schreibt/redet, wie der Fachfremde ihn versteht... nämlich alltagsfreundlich, der Student hat sich aus diesem Niveau noch nicht erhoben, deswegen denkt der Fachfremde,

die betreffende Disziplin "ist so".

Die Naturwissenschaften haben ihre eigene Fachsprache, die Terminologie, mit der man sich kurz und bündig ausdrücken kann, d.h. mit wenigen worten viel sagen. Deshalb versteht der Fachfremde nichts. Das hat nichts damit zu tun, ob der Student besser oder schlechter ist. Das kann ein Fachfremder nicht an der Anwendung der Fachsprache feststellen. Geisteswissenschaftler sagen mit vielen worten nichts, da spielt es nicht die Rolle, ob man das alltagsfreundlich oder abgehoben tut.

Alias 703816


Geisteswissenschaftler sagen mit vielen worten nichts,

Genau das meinte ich, danke!!!

Das kann nämlich nur einer sagen, der davon selbst keine Ahnung hat (weil es ihm so erscheint, er aber nicht sieht, WAS denn fehlt bzw. wo der Fehler ist, weil es sind ja "nur Worte" und keine Zahlen,

oder

der die schlechten Arbeiten von Studenten gelesen hat /gutes Beispiel!

Alias 703816


Um herzuleiten, dass ein Produkt von zwei senkrechten Geraden gleich Betrag 1 ist, braucht bestimmt auch ein paar Worte mehr.... nur so als Beispiel....

s%enTs:ibel2maxn


Um herzuleiten, dass ein Produkt von zwei senkrechten Geraden gleich Betrag 1 ist, braucht bestimmt auch ein paar Worte mehr

genaugenommen nicht, wenn man die Symbolsprache der Mathematik versteht:

|m1·m2| wenn m1 ⊥ m2 ==> m2= -1/m1 ==> |m1·(-1/m2)| = |-1| =1

Alias 703816


Die Verschriftlichung meinte ich nicht.

Sondern die Darstellung/Herleitung der Gesetzmäßigkeiten, die dich dann zu dieser Symbolsprache bringen (von den Symbolen mal ganz zu schweigen).

So machen es die Geisteswissenschaften auch. Es werden Gesetzmäßigkeiten gesucht, vermeintlich gefunden und dann überprüft. Dann benannt. Dann in den Kontext gesetzt. Dann in anderen Kontexten damit rum gespielt.

Es ist wirklich ziemlich normal, dass zwei Sätze eines Autors beim Leser/Studenten drei Seiten Herleitungen/Bezüge erfordern um zu verstehen, was der Autor damit sagen will.

Also wenig Worte für VIEL Gesagtes, was man verstehen muß, sonst fehlt einem die Basis für weitere Operationen und Modelle bei der Anwendung.

Es ist kein Unterschied zu den Naturwissenschaften, nur dass halt die Formeln fehlen und in der quantitativen Forschung gibt sich das alles noch weniger.

Ich sehe nach wie vor nicht ein, warum erst ein gutes Abschneiden in den Naturwissenschaften ein "richtiges" Abitur ausmacht ":/ und man das Abi halt nachgeschmissen bekommt, wenn man so schlau war, die Naturwissenschaften größtenteils zu meiden.

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