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Wieso wird Abitur angeblich nachgeschmissen?

b8eet,lejuxice21


Aber warum wehrst du dich dagegen wenn jemand sagt das es wirklich in teilen Deutschlands so ist mit dem geschenkten Abi?

Es muss doch auch nicht jeder eins machen oder?

CHomraxn


So war eine der Abschussarbeiten, die ich gelesen habe, literaturwissenschaftlich und durchaus interessant zu lesen. Vom Schwierigkeitsgrad der Materie her zwar trivial verglichen mit Mathematik oder Naturwissenschaften, aber es hatte einen Inhalt und der war auch interessant und wurde auch nicht künstlich in die Länge gezogen.

Das Abitur ist nicht umsonst in verschiedenen Themen eine Tiefenbildung. Nach meiner Erfahrung spricht die Naturwissenschaft den lernenden Intellekt an, die Geisteswissenschaften eher den empathischen Intellekt. Was man gemeinhin als "Intelligenz" interpretiert ist der Verständnis-Intellekt, der einem das Erlernen von naturwissenschaftlichen Fächern erleichtert. Der empathische Intellekt ist mehr oder weniger eher angeboren und lässt sich - vergleichbar mit kreativen Talenten aus Musik und Kunst - nicht einfach erlernen, sondern um richtig gut zu sein muss man erfühlen können.

MCirsa!nmir


Ich bin vielleicht ein wenig vom "alten Schlag", aber ich mache Bildung automatisch auch an der Rechtschreibung fest.

Wenn ich sehe, wie viele Abiturienten heute mit der deutschen Sprache umgehen, packt mich das Grausen. Wie kann man ein Abitur - also eine allgemeine Hochschulreife - erlangen, ohne elementare Kenntnisse von Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichensetzung, dem richtigen Umgang mit Textgliederung (Absätze an den richtigen Stellen machen und nicht einfach mitten im Satz),...

Und diese Entwicklung sehe ich auch im gerühmten Bayern. Meiner Meinung nach hakt es da schon in den Grundschulen, aber das ist natürlich ein anderes Thema.

Allgemein finde ich, egal ob Geisteswissenschaften, Sprachen oder MINT Fächer, ein Abiturient sollte überall bewiesen haben, dass er damit umgehen kann, dass er Kenntnisse und Wissen hat und Arbeitstechniken beherrscht. Die Grundlagen der deutschen Sprache sind jedoch für mich die Eckpfeiler, wie will ich wissenschaftlich arbeiten oder Arbeiten schreiben, wenn ich diese nicht beherrsche?

Fehler rutschen immer wieder durch, das ist klar, aber wenn ein angehender Student keine zwei Sätze fehlerfrei schreiben kann, dann wurde das Abitur eindeutig nachgeschmissen.

(Legastheniker sind natürlich wieder ein ganz anderes Kapitel)

CVomxran


Wenn ich sehe, wie viele Abiturienten heute mit der deutschen Sprache umgehen, packt mich das Grausen.

Mein Reden.

Wer über 10 Jahre Bildung genossen hat, dem unterstelle ich, dass sein Alltag vom Lesen und Schreiben geprägt ist. Völlig egal, in welchen Fächern er sich auf Leistung spezialisiert. Dass es da nicht selbstverständlich ist, dass ein Mensch fließend fehlerfreie Texte produzieren kann, zeigt nur, wie fern heutige Abiturienten dem Arbeiten mit Lernmaterialien stehen. Und da gilt auch nicht die Ausrede, dass man heute mit modernen Medien lernt. Sprache bleibt Sprache, und das geschriebene Wort dominiert. Es sei denn, dass heute auch schon Abiturienten Multiple-Choice-Tests machen wie bei einer IHK-Prüfung ... würde mich auch nicht wundern.

Ich sehe ja darüber hinweg, dass man in Foren, WhatsApp oder Mails nicht jeden Text korrekturliest und kleinste Fehler korrigiert. Aber in den Bewerbungen, die ich jedes Jahr auf den Tisch bekomme, sind auch etliche dabei, die sich allein durch den schriftlichen Ausdruck total ins Aus manövrieren. Sie geben sich nicht einmal bei den wichtigsten Dokumenten in ihrem Leben Mühe (oder können es nicht), und das ist nicht nur arm, sondern drückt eine Respektlosigkeit gegenüber einem späteren möglichen Arbeitgeber aus. Da hat man schon kein Interesse mehr zu prüfen, ob ein Bewerber für Programmiersprachen besser geeignet ist. Er wird dort genauso oberflächlich vorgehen, und das kann man nicht gebrauchen.

In meinem Team ist eine Vietnamesin, die erst mit 5 Jahren ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland kam. Sie schreibt ein besseres Deutsch als 90% der Muttersprachler. Warum? Weil sie Disziplin hat und sich Mühe gibt. Und die Erfahrung zeigt, dass sich dieser erste Eindruck in der Regel im Arbeitsleben fortsetzt.

Alias 703816


Fehler rutschen immer wieder durch, das ist klar, aber wenn ein angehender Student keine zwei Sätze fehlerfrei schreiben kann, dann wurde das Abitur eindeutig nachgeschmissen.

Das wird ja imimer wieder gesagt, aber meine Studenten machen ds eigentlich nicht....bzw. sie schreiben fehlerfrei ;-D

Die Textbearbeitung ist .... abe die Rechtschreibung passt eigentlich, sehe ich auch in Klausuren, also ohne Korrekturprogramm...

wo/wie genau hast Du das beobachtet?

mqne-f


wie will ich wissenschaftlich arbeiten oder Arbeiten schreiben, wenn ich diese nicht beherrsche?

Gar nicht, aber das braucht man ja nicht. Bachelorarbeiten sind auch nicht sonderlich anspruchsvoll (aber das werden wieder einige bestreiten...)

K<lett:erpflaxnze80


Ich bin vielleicht ein wenig vom "alten Schlag", aber ich mache Bildung automatisch auch an der Rechtschreibung fest.

In meinem Team ist eine Vietnamesin, die erst mit 5 Jahren ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland kam. Sie schreibt ein besseres Deutsch als 90% der Muttersprachler. Warum? Weil sie Disziplin hat und sich Mühe gibt.

Mühe und Disziplin hat aber nichts mit Bildung zu tun, also Bildung definiert sich nicht über diese Begriffe. Und ich würde stark zwischen rechtschreibung und Ausdrucksvermögen unterscheiden. Mag sein, dass je höher das Bildungsniveau ist desto besser auch die Rechtschreibung ist, aber das ist definitiv nicht auf alle umzulegen, ich kenne genug Menschen mit geringerer Bildung die eine bessere Rechtschreibung haben als so mancher Promovierter (da Rechtschreibung Gott sei Dank nicht der ausschlaggebende Punkt ist für Bildung, weder was formale Bildungsabschlüsse betrifft, noch sonstige Bildung, nur weil jemand da Probleme hat, ist er ja nicht plötzlich unwissen, seine Bildung bzw. sein Wissen verschwindet ja nicht), mal ganz davon abgesehen, dass es ja auch legastheniker gibt.

mPnef


wo/wie genau hast Du das beobachtet?

[[http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/sprachnotstand-an-der-uni-studenten-koennen-keine-rechtschreibung-mehr-12862242.html]]

KGlett,erpfl:anze8x0


Die Grundlagen der deutschen Sprache sind jedoch für mich die Eckpfeiler, wie will ich wissenschaftlich arbeiten oder Arbeiten schreiben, wenn ich diese nicht beherrsche?

Wobei da dann fragen kann was sind denn die Grundpfeiler der deutschen Sprache, also beinhaltet das beispielsweise auch die Kommasetzung, kann man deiner Meinung nach nur wissenschaftlich arbeiten, wenn man die Kommasetzung gut beherrscht? Also wir reden ja hier gerade über Rechtschreibung, da frage ich mich wieso das die grundpfeiler der deutschen Sprache sein soll, vor wenigen jahrhunderten gab es keine einheitliche deutsche Rechtschreibung und es wurde trotzdem wissenschaftlich gearbeitet, solange man die wörter erkennt macht es doch inhaltlich keinen Unterschied, ob ein Wort richtig oder falsch geschrieben wurde.

mFnexf


Die typische Ausrede ;-D Vor hunderten von Jahren hat man ja auch ganz anders geschrieben, vielleicht ist also das Rechtschreib-Desaster von heute morgen schon korrekt und alles halb so wild? *philophiermodus*

Also wieso nicht gleich einfach alles schreiben, wie man es spricht? - Frei nach dem Motto: Man weiß ja, was gemeint ist! ;-D

C>ohmrxan


Mühe und Disziplin hat aber nichts mit Bildung zu tun, also Bildung definiert sich nicht über diese Begriffe.

Mühe und Disziplin sind Voraussetzung für das Bestehen eines hochwertigen Abschlusses. Wenn man ein Abitur auch ohne Mühe und Disziplin besteht, kann der Abschluss so hochwertig nicht sein, oder man ist besonders begabt (und sollte wiederum mit der Sprache kein Problem haben). Womit wir bei der Ausgangsfrage wären. %-|

Und ich würde stark zwischen rechtschreibung und Ausdrucksvermögen unterscheiden.

Besagte Vietnamesin beherrscht beides (und hätte rechtschreibung groß geschrieben - SCNR ;-) ). Ihre Dokumentationen sind druckreif, fehlerfrei, didaktisch sehr gut aufbereitet, verständlich und erfüllen meine Ansprüche voll und ganz. Dazu beherrscht sie ihr Fachgebiet genauso gut und ich kann ihr blind vertrauen.

mVnJexf


Und wehe jetzt kommt jemand und bekrittelt meine Forenbeiträge. Das ist was anderes.

Mxir|sanmiAr


vor wenigen jahrhunderten gab es keine einheitliche deutsche Rechtschreibung und es wurde trotzdem wissenschaftlich gearbeitet, solange man die wörter erkennt macht es doch inhaltlich keinen Unterschied, ob ein Wort richtig oder falsch geschrieben wurde.

Genau diese Haltung meine ich! Dieses "ist doch egal, Hauptsache, man kann erraten, was ich meine", es drückt für mich einfach aus, dass mir der Empfänger der Nachrichten egal ist, ich möchte bei ihm keinen guten Eindruck machen, möchte nicht, dass der Empfänger sich bei meinem Anschreiben wohl fühlt, nein, nur die Botschaft ist wichtig.

Comran hat sehr gut ausgedrückt, was ich auch denke.

Zu Rechtschreibung gehört auch Disziplin, das ist sicher und dabei ist es egal, ob ich Muttersprachler bin oder die Sprache erst lerne. Ich spreche 5 Sprachen und bei jeder bemühe ich mich um korrekte Orthographie.

Disziplin ist nämlich auch eine der Tugenden, die ich von einem Abiturienten erwarte. Natürlich nicht diese sture Disziplin, sondern eine gewisse Disziplin wenn es darum geht, Termine einzuhalten, den Stoff zu lernen, sich durch Sachen zu beißen, die man nicht auf Anhieb versteht und die Grundregeln der Kommunikation, auch der schriftlichen, einzuhalten.

Alias, ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, aber wenn ich deine Beiträge hier lese,

Das wird ja imimer wieder gesagt, aber meine Studenten machen ds eigentlich nicht....bzw. sie schreiben fehlerfrei ;-D

Die Textbearbeitung ist .... abe die Rechtschreibung passt eigentlich, sehe ich auch in Klausuren, also ohne Korrekturprogramm...

wo/wie genau hast Du das beobachtet?

bist du sicher, dass du Rechtschreibfehler überhaupt erkennen würdest? Oder - was auch sein kann - schreibst du nur hier im Medium Internet so?

Alias 703816


Bachelorarbeiten sind auch nicht sonderlich anspruchsvoll

Inhaltlich gebe ich Dir Recht. Sie sollen das ja aber auch gar nicht sein, sondern der Student soll zeigen, dass er sein Handwerk beherrscht. Wie ein Bäcker beim Brotbacken, Zutaten kennen, richig anwendne, damit es später rund wird.

m nef


Ich meinte nicht nur inhaltlich, sondern das Komplettpaket.

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