» »

Berufliche Desillusionierung, Existenzängste - Was tun?

E5hem"alipge:r Nut}zer (,#557x142) hat die Diskussion gestartet


Ich falle mal direkt mit der Tür ins Haus:

Ich bin Ü40. Habe verspätet studiert, danach mehrjährige (Pflicht)Weiterbildung. Studienabschluss ist fast 9 Jahre her. Seither nie Vollzeit und nie unbefristet gearbeitet. Die Weiterbildung habe ich vor 2 Jahren beendet. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich die Hoffnung, dass sich jobtechnisch eine Besserung ergibt. Fehlanzeige.

Kurzum:

Ich verdiene 1450€ netto für meine halbe Stelle. Die war auf ein Jahr befristet, wurde jetzt 8 Monate verlängert. Zahle noch Weiterbildungsschulden. Ersparnisse: ca. 3000€. Sind aus diversen Gründen arg geschrumpft in der letzten Zeit. Auf mener halben Stelle trage ich eine Menge Verantwortung. Arbeite fast jede Woche 30 Stunden. Zeiterfassung gibt es nicht, Überstundenausgleich auch nicht. Es kümmert keinen, weil diese Überstunden auf "Nebentätigkeiten" zurückzuführen sind, die im Job anfallen, aber nicht die eigentliche Tätigkeit darstellen.

Ich habe in vielen Bereichen (Bekleidung, Auto, Technik,...) von Ressourcen gelebt. Aktuell komme ich an einen Punkt, wo ich einfach nicht mehr kann. Mein Wagen hat 100.000 km runter und es bahnen sich Reparaturen an. Mein Laptop ist 6 Jahre alt und einige Tasten funktionieren nicht mehr. Bekleidung: 3 Jeans, 3 Sommerhosen, 4 Pullis. Ich werde im Job schon angesprochen... müsste optisch mehr darstellen... Der letzte Urlaub: 2008. Eine Woche.

Ich mag meinen Job. Aber ich bin die Rahmenbedingungen leid. Ich habe zunehmend das Gefühl, dass es mir die Luft zum atmen nimmt. Was, wenn was mit dem Auto ist? Mit den lächerlichen Vertragsverlängerungen kriege ich keinen Kredit (wovon sollte ich den zudem zahlen?). Ich bräuchte einen neuen Rechner. Mehr zum Anziehen.

Von "netten" Dingen (weggehen etc.) ganz zu schweigen.

Ja, ich jammere. Ich weiß. Aber mich belastet die Situation massivst. Ich bin unglücklich, unzufrieden - und massiv desillusioniert. Ich hab' eine verdammt lange und gute Ausbildung. Diverse Qualifikationen. Aber die Jobangebote sind ein schlechter Scherz. Meine jetzige Stelle ist noch gut im Vergleich zu anderen Angeboten hier in der Gegend (und woanders ist es schlimmer oder gibt gar nichts).

Aber: ICH KANN NICHT MEHR. Ich kann nicht ständig "Angst" vor Autoproblemen oder Kommentaren bzgl. meiner geringen Klamottenvielfalt haben. Das Faß zum Überlaufen gebracht hat jetzt eine Rechnung über 300€. Pflichtabgabe aufgrund meines Berufs. Ich habe da NICHTS von und weiß gerade auch nicht, wie ich es zahlen soll. Sparbuch mal wieder. Da zeichnet sich das Ende aber ab. Und dann?

Ich bin echt sparsam und kann mit Geld umgehen, sonst würde es alles noch finsterer aussehen. Aber so habe ich mir mit Ü40 und einem verdammt soliden Studium mein Leben nicht vorgestellt.

Ich mag auch mein eigenes Gejammer hier eigentlich weder schreiben noch lesen. Ich mag es nicht, dass ich neidzerfressen bin bei anderen Leuten, die sich ein Auto leisten könnnen, gelegentliches Shoppen, Urlaub. Und ich rede nicht von Luxus. Ich rede von der Chance auf eine Woche am Meer. Simple Pension, irgendwo auf einer griechischen Insel.

Ich frage mich, wie sich etwas ändern soll. Zwei Teilzeitstellen kombinieren: Keine Chance. Wird i.d.R. vertraglich verboten. Ich wollte ja, auch wenn's dann 60-Stunden-Wochen werden würden. Vollzeit gibt es nicht. Ich bin schon gut bezahlt mit wenig Druck und immerhin ohne Lohnkürzungen, wenn eine best. Mindestleistung auf Wochenbasis nicht erreicht wird. Ich hab's einerseits gut. Aber andererseits macht mich diese Perspektivlosigkeit und v.a. die Existenzängste das Leben geade echt schwer. Ich bin übellaunig, belastet, es fließen oft Tränen. Wenn's ein Job wäre, wo man nicht mehr Einkommen erwartet, wo es nicht dieses Prestige gäbe, den Druck der Außenwirkung. Aber alle, denen ich erzähle was ich verdiene und wie die Rahmenbedingungen sind, gucken mich fassungslos an. Mein engerer Bekanntenkreis mit demselben Job leidet genauso. Da ergibt sich auch nichts Konstruktives in Gesprächen, da ist Kollektivfrust.

Und nun?

Ich kann schlichtweg nicht mehr. Ich komme mit der Existenzangst nicht mehr zurecht, einfach weil es immer enger statt besser wird. Ich bewerbe mich konstant in der Hoffnung auf eine 2. Teilzeitstelle. Vollzeit gibt's ja nicht. Ich mache alles, aber was nützen mir die ganzen Zusagen (die einen froh machen sollten), wenn es wieder das Verbot einer 2. Stelle nebenbei gibt?! Das hilft mir nicht weiter.

Ich wüde mich gerne weiterqualifizieren (schon wieder...?!). Ich bringe eine solide Basis für ein Zusatzstudium mit. Aber da kosten mich die 3 Semester um die 10.000€. Habe ich nicht, Kredit bekomme ich nicht. Ich zahle noch an den 25.000€ der letzten Weiterbildung, die ich zwangsweise für den jetzigen (miesen) Job brauchte.

Ich sehe einfach keinen Ausweg mehr. Und einen kompletten Neustart (Fernstudium, neues Fach?) traue ich mir nicht mehr zu. Kann ich mir auch nicht leisten.

FÜhle mich völlig gefangen in der Situation... der Neustart würde die dringlichen finanziellen Sorgen auch nicht nehmen...

Weiß auch nicht mal, was ich von dem Faden erwarte. Die Rechnung gestern hat mich einfach komplett umgeworfen und eine schlaflose Nacht beschert.

Antworten
WWapnder8fa1lke07


Hallo, ich wollte dir nur Mut machen und sagen, das du nicht der Einzige bist, der es schwer hat.

Bin 36 Jahre; habe ne käufmännische Ausbildung und ein wirtschaftsstudium abgeschlossen.

Arbeite jetzt als Kommissionierer für den Mindestlohn d.h. bei 35 Wochenstunden bekomme ich netto so um die 950 Euro.

Meine Bafögschulden in Höhe von noch ca. 12000 Euro wurden aufgrund meines geringen Einkommen gestundet.

Ich fahre einen 15 Jahre alten KIA und wohne in einer 2 Zimmer Wohnung mit 30 Quadratmeter.

Der TÜV hat mich Anfang des Jahres etwa 1000 Euro gekostet. Habe noch 25000 Euro Ersparniss auf dem Konto.

Bin wegen der Arbeit extra nach Süddeutschland gezogen. Ich bewerbe mich auf Stellen mit Personalverantwortung z.B. Filialleiter oder Vorarbeiter. Aber es sieht leider schlecht aus und es ist scheinbar nichts besserers zu bekommen.

Bin auch sehr enttäuscht über mein Leben. Habe mir früher etwas anderes vorgestellt; hatte große Pläne und nun?

Herzliche Grüße und alles Liebe! :)z

W_andeMrfalkxe07


Sorry, meine Ersparnisse belaufen sich lediglich auf 2500 Euro!

Wenns doch 25000 wären! {:(

L:ol+aXx5


Ich sehe einfach keinen Ausweg mehr. Und einen kompletten Neustart (Fernstudium, neues Fach?) traue ich mir nicht mehr zu. Kann ich mir auch nicht leisten.

Nur so als Denkanstoß: Ein Neustart müsste nicht mit einem erneuten Studium beginnen. Dass Studieren sich finanziell nicht unbedingt lohnt hast du ja schon gemerkt, insofern wäre noch ein Studium aus meiner Sicht nicht unbedingt der naheliegendste Gedanke.

Du könntest stattdessen versuchen, als Quereinsteiger fachfremd irgendwo eine unbefristete, halbwegs gut bezahlte Stelle zu finden. Ist wahrscheinlich auch nicht ganz einfach, dürfte aber trotzdem der schnellere Weg zu einer stabileren Lebenssituation sein.

(Grundsätzlich finde ich 1450€ für 30h gar nicht sooo schlecht. Das Problem wird wohl eher die ewige Unsicherheit durch die Befristung sein. )

AUpfelkFuchen00x7


Wie wäre es denn, wenn du dir einen anderen Job in der gleichen Branche suchen würdest? Du bist ja nicht ewig und für immer an diesen einen Job gebunden... . Ist natürlich nicht schön, dass die Überstunden nicht berechnet werden. So arbeitest du dann im Prinzip Vollzeit für 1450 Netto. Also wenn es für dich zu wenig ist, dann schaue dich nebenbei nach anderen Jobs um oder schalte selbst eine Anzeige, dass du den und den Abschluss hast und derzeit auf der Suche nach einem neuen Job bist. Eventuell meldet sich jemand.

Ansonsten ist es derzeit gar nicht mal so unüblich, dass die Menschen in befristeten Veträgen arbeiten....ist eigentlich sehr oft so ( was nicht heisst, dass es gut so ist)....Zeitarbeit und so. Wer unbefristet arbeitet und eine gute Stelle hat, kann sich glücklich schätzen. Vielleicht erwartest du zu viel?

Wenn du der MEinung bist, es ist dennoch zu wenig, dann könntest du dich auch im Ausland bewerben. Im AA ann man sich informieren und seine Qualifikationen + Wunschländer eintragen und bekommt Angebote per Mail zugeschickt oder kann auch selbst im Netz nach Stellen im Ausland suchen.

Noch ein weiteres Studium würde ich nicht anfangen...da du das selbst nicht mehr willst. Irgendwann ist es genug und es wäre wohl nur eine Qual für dich.

NFordi8x4


Um was für ein Studium und um was für eine Weiterbildung handelt es sich denn ? Vielleicht gibt es da Wege das Studium in fachfremden Gebieten zu nutzen und da mehr zu verdienen. Ich mein ich kann verstehen das du das Studium jetzt auch für den Job nutzen willst aber wenn es in dem Bereich so schlecht aussieht (und du weniger verdienst als jemand Anfang 20 mit kaufmännischer Ausbildung) dann musst du über den Tellerrand blicken. Wie stark bist du eigentlich an deinen jetzigen Wohnort gebunden ? Möglicherweise gäbe es an anderen Orten bessere Chancen denn so wie die Situation Momentan ist ist es ja keine Dauerlösung und dort wo du jetzt wohnst hast du mit Sicherheit auch schon alle Firmen abgeklappert.

dZev7iaOtion


Ich glaube zu wissen, um welches Studium und welche Fortbildung es sich handelt. Ich habe das selbe studiert, mich aber gegen die Weiterbildung entschieden und bin nun in der Forschung tätig. Ich will es mal so sagen: Reich wird man nicht, ohne einen seltenen Glückstreffer tingelt man so von einer Befristung in die nächste, mit etwas Glück geht so eine Befristung auch mal ein paar Jahre und nicht nur ein paar Monate. Am Ende muss man sich entscheiden: Arbeitet man so gerne, dass man all diese Nachteile (schlechte Bezahlung, keine langfristige Perspektive, etc.), oder man schlägt einen komplett anderen Weg ein.

Ich bin noch eine ganze Ecke jünger, und hoffe noch auf den großen Volltreffer; wenn der bei mir schon so lange ausbliebe wie bei dir, weiß ich aber auch nicht, ob ich mich nicht umorientieren würde.

An alle anderen: Das sind alles liebe Tipps (Initiativbewerbungen, selbst ausschreiben, Bewerbung in andere Städte/ins Ausland, Arbeitsamt und dergleichen) nur das ist nichts, was nicht allen in dieser Position schon bekannt wäre, und was nicht alle schon ausgeschöpft hätten. Fakt ist, dass es Bereiche gibt (und ja, da gehören auch NC-Fächer dazu), die so überlaufen sind, dass es einfach nichts nützt.

msuchBbirnxe


Ein Master-Studium an der Fernuni Hagen kostet ca. 1000 Euro, wäre das keine Option? Muss es unbedingt diese eine Fortbildung sein? Das wäre bei den vielen Bildungsangeboten die es gibt schon fatal, wenn alles nur daran hängt.

1450 Euro netto bei 30 h Stunden und ohne Kinder ist eigentlich doch nicht schlecht.

cWrietchaDrxlie


Bist du wissenschaftlicher Mitarbeiter bei 50% und überlegst einen spezialisierten Master drauf zu setzen? Das wird nur dann erfolgreich, wenn Dich an der Uni einer an die Hand nimmt.

Spezialisierung und Diss, wenn Du das weiter machen willst....

cErisechHarlixe


.... ich würde meinen Uni-Job auch sehr ungern aufgeben..... das ist von außen nicht immer so nachvollziehbar... es ist einfach DER Job.

E=hemaligerK Nut;zer (|#557x142)


Entschuldigt die späte Reaktion... bin einfach abgetaucht...

@ Lola:

Ich finde einfach nichts anderes. Schaue schon, schreibe Bewerbungen - aber resigniere oft, weil ich mich so eingefahren fühle in meinem Bereich und inkompetent woanders.

@ Apfelkuchen:

In meinem Bereich gibt es einfach praktisch NICHTS, was besser ist. Ehrlich. Ausland komtm wg. kompliziertester Anerkennungsverfahren (möchte nicht ins Detail gehen) nicht in Frage. Schon versucht. Kann es mir nicht leisten, woanders noch ein Jahr Anerkennung für lau zu absolvieren, dafür reichen die Ersparnisse halt nicht mehr. Patt-Situation.

Ich habe mit meiner Stelle quasi schon Glück. Identische Stellen gibt es, aber dann um die 500€ brutto weniger. So gesehen ist der Job nicht schlecht. Aber auf Dauer geht es finanziell nicht. Das Einkommen ist für viele sicherlich nicht verkehrt, aber ich zahle Weiterbildungsschulden, ich zahle Pflichtabgaben wg. emeins Berufs (in einer Höhe, in der andere sich einen Urlaub leisten können). Das ist so ein Frustpunkt: Wenig Perspektive, schlechtes Einkommen - aber hohe Pflichtabgaben.

Innerhalb des eigentlich weitgefächerten Bereichs meines Studiums komme ich nicht unter. Ich bin einfach zu spezialisiert, zu rudimentäre Kenntnisse in den anderne Bereichen. Und diese "anderen" Bereiche sind halt die, wo man mit Mitte 20 10 Jahre im Ausland gewesen sein muss, Fremdsprachen und so.

@ Nordi:

Möchte ich nicht verraten... Nur soviel: Ich bin erst umgezogen und HIER gibt es zahlenmäßig mehr Jobs als woanders. Aber die Bedingungen sind ja überall gleich (oder noch schlechter, s.o.). DAS frustriert. Es ist halt Fakt, dass JEDER in dem Bereich sehr viel unbezahlt arbeitet. Weil auch die Arbeitgeber die Leistungen nicht vergütet bekommen. Das ist einfach Fakt. Und es gibt zu 99% nur befristete Teilzeitstellen.

Mal ein aktuelles Beispiel:

Ich bekomme ein Gehalt in Anlehnung an TV-L Stufe 14. Oft ist es nur 13, ist aber völlig okay (da in meiner Position, Berufserfahrung und so aufgr. der Stufen quasi identisch). Ich habe jetzt hier eine Stellenausschreibung gesehen, die mir super zusagt. Innerhalb meines Bereichs quasi mein Traumthema. Erwartungen: Studium, Weiterbildung PLUS eine weitere Zertifizierung. Gehaltseinstufung: TV-L 9. Ich habe sogar angerufen und nachgefragt, ob das ein Fehler sei. Nein. Stufe 9 ist 4-5 Gehaltsstufen unter dem, was ich im ersten Jahr nach dem Studium bekommen habe! Plus habe ich die 2. Zertifizierung nicht, also a) kaum eine Chance und b) selbst wenn, müsste ich sie selber finanzieren.

So ist es immer. Entweder miese Bedingungen, keinerlei Tarifvertrag, unendliche Auflistung geforderter Qualifizierungen (die immer scön kosten). Oder halt akzeptabel, dann aber Teilzeit & befristet.

@ deviation:

Bitte nicht verraten... möchte hier anonym bleiben... Gitl auch für alle anderen die meinen, es zu erraten!

Aber danke für das Feedback (wobei ich nicht weiß, ob Du richtig liegst), dass all die Tipps wirklich so wenig bringen... Ich denke, DAS lässt mich so verzweifeln. Viele verstehen nicht, dass man mit dem Job, der Spezialisierung so miese Bedingungen vorfindet. Meine Eltern schütteln nur mit dem Kopf, mein Partner "drängt" (weil er mich so unglücklich erlebt) auf Neuorientierung bzw. volles Risiko einer sehr ungesicherten Selbstständigkeit (da die "gesicherte" Variante in meinem Job reglementiert ist und man halt nicht einfach so rankommt).

@ muchbirne:

Tja, es wird wohl auf die FU Hagen hinauslaufen... Nur was mache ich, bis ich fertig bin? Drei Jahre (oder mehr) sind auch erstmal drei Jahre, wo einfach keine Reserven mehr da sind. Mich machen diese Existenzängste einfach fertig.

@ criecharlie:

Aus dem Feld bin ich leider mittlerweile raus. Schaue immer mal wieder, aber Ü40 hat man der Uni doch schon habilitiert zu sein. Oder kurz vor der Habil. zu stehen. Mir wurde deutlich signalisiert, dass es sich nicht lohne, in eine Diss meinerseits zu investieren, da ich eh keine Chance auf eine wissenschaftliche Karriere hätte. Also habe ich die Weiterbildung beendet, die Diss abgebrochen - und arbeite praktisch. DAS schien vor 3 Jahren die "sicherere" Option. Das kann ich vergessen; habe damit aber auch abgeschlossen. Größtenteils.

Ich merke, dass da einfach viel zusammenkommt. Die elendig lange und qualvolle Ausbildung und dann zu merken, dass es sich kaum lohnt. Die eigenen Ängste. Was war ich nach dem Studium optimistisch... was bin ich desillusioniert 9 Jahre später. Hinzuk kommt dieses Hilflosigkeitserleben, weil man durch so viele v.a. auch politische Einflüsse immer wieder mit Neuerungen konfrontiert wird, die NICHTS verbessern.

Ich ärgere mich über meine frühere Naivität, was Selbstständigkeit angeht. Bis das evtl. klappt auf dem "offiziellen" Sektor, bin ich so alt, dass ich die Einstiegskosten nie und nimmer mehr abgezahlt bekomme.

Aber vorrangig sind die Ängste... Ich hatte jetzt kurzfristig denselben Job noch als Honorarkraft nebenbei gemacht. Gab halt so 200-500€ Honorar im Monat, sollte noch ausbaufähig sein. Jetzt habe ich vor einer Woche ohne Gespräch, ohne irgendwas eine fristlose Kündigung bekommen. Losgeschickt an dem Tag, an dem ich dort gearbeitet habe. Falsches Pack. Ein Grund wurde nicht genannt; ich kann es mir aber denken. Man vertritt dort den "Geldquellen" gegenüber eine sehr hofierende Haltung, die rein fachlich schon an Kunstfehler grenzt. Ich habe meinen Beruf ausgeübt wie auch in meiner Festanstellung und habe an einem Punkt NICHT hofiert, sondern nach aktuellen Standards gearbeitet. Mochte das Gegenüber nicht, der Chef wohl auch nicht - und weg war der Job.

Ich stehe jetzt da und weiß im Prinzip nicht mal, wie ich bis Ende das Jahres Geld für meine Autoversicherung etc. zusammenkratzen soll. Klar sind 1450€ nicht so megawenig, aber wie gesagt: Schulden und hohe Abgaben für den Beruf.

Und... es ist halt wieder mal die Hoffnung geplatzt, aus den Ängsten rauszukommen. Sich glatt mal was gönnen zu können. Ich brauche so dringend jobtaugliche Klamotten, aber wovon zahlen?

Ich weiß auch einfach nicht mehr, ob ICH so festgefahren bin gedanklich oder die Situation so ist oder beides... %-|

C>otQeSaRuvage


Es ist echt schwierig, dir etwas zu raten, wenn man (wie ich) keine Ahnung hat, um was für ein Fach es sich dreht. Aber wenn du dieses Fach nur ausüben kannst, wenn du dich dermaßen ausbeuten lässt, und dadurch schon eine extreme Lebensqualitätsminderung und psychische Probleme wie Ängste hast, wird dir nichts anderes übrig bleiben als diesen Rat aufzugreifen:

Du könntest stattdessen versuchen, als Quereinsteiger fachfremd irgendwo eine unbefristete, halbwegs gut bezahlte Stelle zu finden.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH