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Vorstellung unserer Berufe

T>abaxki hat die Diskussion gestartet


Hallo,

da ich immer wieder höre, dass junge Leute nach dem Abitur/Realschule usw. nicht so wirklich wissen, was sie für einen Beruf erlernen sollen und dann oft das Studium wechseln, dachte ich mir, dass wir doch mal hier unsere Berufe vorstellen können.

Im Jobcenter kennen dir Berater denke ich auch nicht jeden Beruf ins Detail genau und wissen dann nicht, auf was es so ankommt.

Dann mache ich mal den Anfang.

Mein Beruf: MTA(L)= medizinisch technische Laboratoriumsassistentin

Die Ausbildung: geht 3 Jahre, es handelt sich um eine rein schulische Ausbildung mit praktischer Ausbildung in der Schule und anschließendem Praktikum in den verschiedenen Bereichen.

Es gibt keine Ausbildungsvergütung und es gibt ebenso staatliche Schulen (so wie meine) oder auch private Schulen, die ein monatliches Schulgeld verlangen.

Nach einer Auffrischung/ Vertiefung der naturwissenschaftlichen Fächer Mathe, Physik, Chemie (da geht es über Grundlagen weit hinaus) und anderen Nebenfächern Edv,Statistik usw. Beginnt die Ausbildung der eigentlichen vier Hauptfächer:

Klinische Chemie: in der Ausbildung macht man dort noch vieles selbst, bestimmt Laborparameter mit sehr historischen Geräten, untersucht Urinsedimente usw.

Hämatologie: Blut und Knochenmarkausstriche anfertigen, Färbungen , Gerinnunsmessungen gehören ebenfalls zu den Aufgaben wie Blutausstriche und Knochenmark zu beurteilen und mikroskopisch auszuzählen.

Blutgruppenbestimmungen und was noch so dazu gehört usw. Recht vielseitig.

Mikrobiologie: Bakterien anzüchten und identifizieren, Nachweis von Viren molekularbiologisch usw. Auch recht umfangreich.

Histologie: Organe und Gewebe verarbeiten, zuschneiden, haltbar machen. Färbungen. Unbekannte Organe mikroskopisch identifizieren, Tumormarker usw.

Voraussetzung: mindestens mittlere Reife, allerdings sind bei uns pro Kurs ca. Zwei Realschüler und das welche mit allerbesten Noten.

Diese Ausbildung ist in allen anderen EU-Ländern ein Studium.

Der Stoff ist sehr umfangreich und im später im Beruf hat man sehr viel Verantwortung.

Später im Beruf: die Aussichten auf eine Stelle sind nicht schlecht und man kann in sehr vielen Bereichen arbeiten zB in Krankenhäusern genauso wie in kleinen Laboren oder auch in Forschungslaboren.

Nachteil ist die wirklich ziemlich lernintensive Ausbildung und der finanzielle Aspekt, dass es eine schulische Ausbildung ohne Vergütung ist.

Fragen beantworte ich gerne und wenn eine Kollegin ergänzen möchte, gerne.

Nun seid ihr an der Reihe

: @:)

Antworten
jPust_lYooHkinxg?


Wie übersichtlich meinst du das das hier wird? Und schon mal dran gedacht, dass es davon bei geeigneteren Homepages schon wunderbare Übersichten gibt? Alphabetisch geordnet und verlinkt und so. Nur mal so als Hinweis.

j)ust_&looki7ng?


Man möge sich das extra S bitte denken.

TCabaxki


War ja nur so eine Idee :-( muss ja nicht umgesetzt werden.

Klar gibt es das übersichtlich auf den Seiten, dachte mir nur so, dass hier dann auch noch Fragen gestellt werden können, wie das dann so wirklich abläuft. Was einige zB von meinem Beruf nso für Vorstellungen haben, da wackeln einem die Ohren.. Auch von bereits informierten.

Dachte, dass es evtl in vielen anderen Berufen ähnlich ist.

Aber muss ja nicht sein @:)

jPu`st_lo/okihngx?


Ich hab ja eigentlich gar nichts dagegen wenn was zum x-ten mal im Internet steht, ich denke eben nur, die Übersichtlichkeit ist in so einem Faden nicht gegeben. Daher meine Bedenken.

lBoveLa!blex<3


Ich finde es toll neue Berufe kennen zu lernen, aber ich denken man könnte kurz nur sagen, was genau der Beruf denn ist und alles weitere kann man - wer will - nachlesen.

Ich übrigens das Gegenstück von dir nämlich eine MTRA - Medizinisch Technische Radiologieassistentin. ;-)

L-iant-Joill


Diese Ausbildung ist in allen anderen EU-Ländern ein Studium.

Der Stoff ist sehr umfangreich und im später im Beruf hat man sehr viel Verantwortung.

Schlägt sich das dann auch in der Bezahlung nieder?

Tqabnakxi


Naja, es geht.

c*rsiechCarlixe


... an sich finde ich Deine Idee gut,

was ich aber komisch finde, ist, dass Du überall dazu schreibst, dass es viel oder schwer wäre, denn das ist voll subjektiv und sollte man in einer objektiven Beschreibung nicht nennen.

Ich habe z.B. studiert und unterrichte eines meiner Fächer. Meine Studenten stöhnen oft, aber ich kann dem Unterricht nichts Anspruchsvolles abgewinnen.

CJhoupet^teh_Finxnian


Findet noch jemand, dass die Bezeichnung "Assistentin" dem Beruf irgendwie einiges abspricht?

Ich finde MTAL klingt nach "Ich wische immer die Petrischalen aus, wenn mein Chef was tolles gemacht hat".

Ich hab auch so einen Job. Mehr oder weniger. Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Die älteren Leutchen sagen immer noch "Gehilfin". Ich finde das klingt nach jemandem, der nur kopieren und Kaffee bringen kann und dem Chef nach Feierabend "zu Diensten" ist. ":/

c1riec5harlRie


...weiß eigentlich merkwürdig ist, denn es gibt auch in akademischen Berufen viele Assistenten, die aber natürlich akademisch arbeiten......

habe ich auch nie verstanden..

T"abakTi


Also bei uns im Labor assistieren wir niemandem. Es arbeiten ausschließlich Mtas dort. Keine Ärzte, Biologen oder sonst wer.

Die Bezeichnung ist einfach dämlich.

In den anderen Ländern ist das A keine Assistentin, sondern Analytikerin.

C0hiocupetRte_F>innxian


Das klingt deutlich besser! :)z

Tma"b)akxi


Aber nun seid ihr dran ;-D @:)

EslafERemicQh0815


Auch wenn die Idee für diesen Thread durchaus gut gemeint ist, bin auch ich der Meinung das das hier höchstens ein wildes Chaos werden würde... ;-D Nichtsdestotrotz schließe ich mich einfach mal an: (Bisher habe ich es immer vermieden hier meinen Beruf zu erwähnen.)

Also - ich bin selbstständig und Bestatter... :-X

Es handelt sich um ein kleines Familienunternehmen ohne weitere Angestellten.

Selbstständig sein heißt selbst und ständig. Das hört man immer wieder und stimmt auch. Der große Vorteil ist das ich nicht nach Stechuhr arbeiten muss. Wenn nix zu tun ist, ist nix zu tun. Ruft am Ostersonntag die Kundschaft muss man ran, auch nachts um 3.

Verstorbene sind auch nur Menschen. Die haben das Schlimmste hinter sich wenn sie zu mir kommen. ]:D Soweit nix abartiges oder besonderes. Natürlich ist immer wieder auch mal was nicht so schönes dabei aber das ist nicht die Regel sondern die Ausnahme. Meist sind es diejenigen bei denen sich die Familie am offenen Sarg verabschieden will...

Mit den richtig ekligen Sachen hat man wenig zu tun. Diejenigen Bestatter die nachts auf der Autobahn Körperteile aufsammeln sind von der örtlichen Polizei bestellt. In der Regel macht dies ein Bestatter der sich auf eine entsprechende Ausschreibung gemeldet hat. Ist es ein unnatürlicher Tot erledigt die Kripo alles und du holst den Verstorbenen anschließend nur bei der Polizei ab.

Als neuer Bestatter hat man es schwer da Bestatter hauptsächlich durch Mundpropaganda werben. Die Leute gehen zu einem Bestatter den sie kennen oder empfohlen bekommen. Man braucht teures Equipment. Ein Bestattungsfahrzeug, dass kann sehr teuer werden, jede Menge teuren Dekorationskram, da kostet ein einfacher Kerzenleuchter schon mal 1.000€, einer, Kühlmöglichkeiten usw. Und du musst das Zeug irgendwo lagern...

Ausbildung?

Ich habe keine offizielle Ausbildung und brauche keine um das Gewerbe zu betreiben und es hat auch noch nie jemand danach gefragt. Es kommt dort mehr auf menschliche Qualitäten an als auf irgendwelche Papiere. Offiziell mache ich das seit 2007, allerdings in der nunmehr dritten Generation.

Ich habe gerade nicht auf dem Schirm wie die rechtliche Lage zur Zeit aussieht da Bestatter inzwischen ein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Ich weiß ich nicht ob die IHK nach der Ausbildung fragt sollte man ein Bestattungsgewerbe anmelden wollen. Kiste auf, Typ rein, Kiste zu kann jeder auch ohne Ausbildung. 8-) Als gelernte Bestattungsfachkraft kannst du den Bestattermeister machen. "Funeralmaster", wenn ich das Wort schon höre wird mir schlecht! Es gibt noch den sog. "geprüften Bestatter". Das ist ein teurer Lehrgang. Danach darfst du dir eine tolle Urkunde an die Wand hängen und dich "zu den besseren Kreisen gehörend" fühlen, mehr Wert ist das Ding nicht.

Ich selber könnte zwar ausbilden mache das aber nicht. Bei Bestattern ticken die Uhren etwas anders, anders als in anderen Ausbildungsbranchen wollen Bestatter nicht ihre eigene Konkurrenz heranzüchten und viele Bestatter - so auch ich - empfinden die Ausbildungsinhalte als totalen Quatsch der an der Arbeitswirklichkeit der Bestatter vorbei geht. Warum sollte ich per Hand ein Grab ausheben?

Bei mir werden alle Verstorbenen so versorgt wie es Sitte, Anstand und Moral vorgeben. Es mag sicher auch Bestatter geben die den Verstorbenen in den Sarg knallen, Deckel druff und fertig...

Will man das ernsthaft machen?

Was in der letzten Zeit immer häufiger vorkommt ist eine Beerdigung ohne Pfarrer, so dass du die Trauerrede selber halten musst.

Särge werden heutzutage nicht mehr selber gebaut sondern zugekauft. Allerdings ist es so das man heutzutage mehr Urnenbeisetzungen macht als Beerdigungen im Sarg. Der Trend geht hier in Richtung Bio-Urne, nicht aus Metall sondern einem nachwachsenden Rohstoff.

Was man können muss ist mit Menschen umgehen; für mich ist es nur ein Job den du täglich abspulst, für die Betroffenen Angehörigen ist es eine emotionale Außnahmesituation. Damit muss man umgehen können und diesen Menschen korrekt gegenübertreten. Du bietest zwar lediglich eine Dienstleistung an, genau wie der Vorwerk-Vertreter aber... ;-) Und du musst immer wie aus dem Ei gepellt aussehen, was mir zugegeben nicht immer gelingt.

Was noch hinzu kommt ist die monetäre Seite, man braucht auf jeden Fall einen guten Steuerberater - der natürlich auch Geld kostet. Als Bestatter hat man mit den unmöglichsten steuerrechtlichen Dingen zu tun, dass kann kaum einer selber korrekt machen. Wo wir gerade bei Geld sind, Preise kann man selbstverständlich auswürfeln, bringt aber nix, man muss sich am Markt orientieren, was verlangen andere Bestatter in deinem Einzugsbereich für die selbe Leistung, was ist angemessen, was ist Wucher, würdest du die Preise, die du verlangst, auch selber zahlen?

Eine gewisses Grundwissen was Buchführung, Steuerrecht, Kalkulation usw. angeht sollte man schon haben neben dem reinen berufsspezifischen Wissen. Immerhin will man ja rechtlich einwandfrei Geld verdienen.

Ein gutes finanzielles Polster ist auch anzuraten, du musst schließlich alles im Voraus finanzieren, du kaufst Särge, du kaufst Urnen, du bezahlst das Krematorium, du gibst Zeitungsanzeigen auf, du druckst Briefe, du bezahlst Sargträger, du bezahlst für die Messe, du bezahlst Blumen, du bezahlst Urkunden usw. und dann darfst du nach der Beerdigung hoffen das die Kunden pünktlich deine Rechnung bezahlen...

Du musst dich um alles selber kümmern, Versicherungen, Altersvorsorge, alles aus eigener Tasche. Als Einzelunternehmer haftet man mit seinem Privatvermögen. Es gibt auch andere Unternehmensformen wie eine (Mini-)GmbH, aber das hat wieder steuerliche Fallstricke.

Du musst dich mit der rechtlichen Seite auskennen. Was musst du, was darfst du, was darfst du nicht, was für Fristen sind einzuhalten, was für Papiere brauchst du für was und wo kriegste die her? Wie kommste an die Heiratsurkunde der Oma aus Buxtehude, was ist mit der zunehmenden Zahl an Leuten die kein Geld haben aber trotzdem beerdigt werden müssen, was für Bestattungsarten werden wo angeboten? Und vieles, vieles mehr.

Worin man Übung haben muss ist Verstorbene anzukleiden. Das ist viel schwieriger als man denkt.

Ja!

Generell kann ich nur dazu raten, es ist um Welten - nein Galaxien - besser als täglich von 8 bis 17 Uhr für andere zu arbeiten, kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld, biste länger als 2 Wochen krank fliegste, Lohnerhöhung? :)z Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Job und würde diesen jederzeit wieder ergreifen!

Ein paar übliche, falsche Vorstellungen:

Ich kenne keinen seriösen Bestatter der den Verstorbenen Schmuck, Zahngold, Implantate o.Ä. entfernt! Würde das rauskommen, könnte dieser Bestatter jedenfalls einpacken. Das gehört klar in die Welt der Phantasie! Was stimmt ist das Krematorien Wertgegenstände wie Zahngold nach dem Verbrennen entfernen, sammeln und regelmäßig für wohltätige Dinge spenden.

Es ist auch nicht so wie in amerikanischen Filmen das hier in Deutschland die Toten einbalsamiert werden mit Blut austauschen, tausend Wässerchen und Mittelchen, Schminke, Kleber usw. Das nennt sich Thanatologie und wird hierzulande nur von ganz ganz wenigen großen Bestattungshäusern praktiziert. Die übliche "Kundschaft" fragt auch nicht danach, bzw. geht auch nicht davon aus das das automatisch passiert.

Wie es auch aussehen kann:

Die meisten Verstorbenen sehen auch nach ihrem Tod nicht anders aus als kurz davor. In der Regel ist es so das Verstorbene ehr friedlich schlafend aussehen, da mit dem Tod auch alle Muskelkontraktionen aufhören und die Gesichtszüge sehr weich werden.

Die sog. Leichenstarre setzt ein paar Stunden nach dem Tod ein, lässt aber, anders als die übliche Meinung, nach einiger Zeit wieder nach - wenn die eigentliche Verwesung einsetzt - und der Körper entspannt sich wieder. Es kommst immer drauf an wie, wo und vor allem woran man gestorben ist. Ist jemand friedlich in seinem Bett z.B. an Altersschwäche verstorben ist alles super. War derjenige schwer krank und hat starke Medikamente genommen kann es schon übler aussehen. Das äußert sich hauptsächlich in einer Verfärbung der Haut.

Ein Fall war ziemlich krass. Jemand war zu Hause verstorben im Wohnzimmersessel und musste da wohl schon ein paar Tage gesessen haben bis er schließlich von Verwandten gefunden wurde. Wir haben es jedenfalls nicht geschafft den Deckel des Sarges zu verschließen. In einem anderen Fall war der Betreffende auch erst nach längerer Zeit gefunden worden. Er wurde uns von der Polizei in einem luft- und blickdicht verschlossenen "Transportsack" übergeben mit dem dringenden Hinweis nicht hinein zu schauen - der hatte wohl schon im wahrsten Sinne des Wortes Moos angesetzt.

Das wirklich üble bei solch seltenen Einzelfällen ist aber nicht der Anblick: Sondern der Geruch! Es ist nicht nur der sehr unangenehme Verwesungsgeruch - jetzt ist Vorstellungsvermögen gefragt - denn da sich nach dem Tod alle Muskeln entspannen tut das auch der Schließmuskel. Du muss denjenigen ja auch noch bewegen, evtl. ein Treppenhaus hinunter usw...

Einmal hatten wir zwei Unfallopfer. Zwei Jungs, noch keine 25 (!), voll wie die Haubitzen, mit dem Auto gegen einen Baum gerast. Ganz übel, sie waren zu dritt im Auto und der Fahrer, ein Kumpel von ihnen im gleichen Alter, hat überlebt. Mussten wir bei einem anderen Bestatter abholen und dabei von einem Sarg in einen anderen umbetten. Den zwei hat man überdeutlich angesehen das sie das nicht überlebt haben.

In all den Jahren die das Unternehmen besteht ist es nur einmal vorgekommen das ich einen Austrag abgelehnt habe. Es sollte ein Verstorbener im Krankenhaus angeholt werden. Im dritten Nebensatz links hinten wurde erwähnt das derjenige lockere 250kg wog. ":/

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