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Vorstellung unserer Berufe

E8l%affRemicch0x815


Puhh, viel geschrieben... :)=

Ich merke aber das ich einige Aspekte gar nicht erwähnt habe. Egal... :-)

Ach ja, falls sich jemand fragt warum ich den XXL Kandidaten abgelehnt habe: Einen entsprechenden Sarg hätte ich, ausgerechnet wenn man so was mal braucht, erst nach ca. 14 Tagen Lieferzeit haben können. Darüber hinaus sollte es eine Feuerbestattung werden und ich hätte erstmal ein Krematorium finden müssen die so einen übergroßen Sarg annehmen. Das hat folgenden Hintergrund:

1. muss der Ofen überhaupt mal groß genug sein.

2. nehmen Krematorien solche Leute nicht gerne und wenn nur gegen Aufpreis an, denn dabei leidet der Ofen extrem (Fett brennt eben sehr gut und heiß).

Zu allem Überfluss hatte die Familie schon angekündigt kein Geld zu haben...

D&afeSna


An ElafRemich0815

Zu allem Überfluss hatte die Familie schon angekündigt kein Geld zu haben...

Gleich eine Frage an dich, da du das im letzten Satz geschrieben hast, lehnst du generell Familien die kein Geld haben ab?

Frage deshalb. Meine Mutter verstarb vor 3 Jahren, sie bekam Erwerbsunfähigkeitsrente + aufstockendes Sozialgeld. Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade fertig mit meiner Ausbildung und noch kein Job in aussicht. Arbeitslosengeld ist nicht viel, mein Bruder gerade im ersten Leerjahr, verdiente also auch praktisch nichts.

42 Bestatter haben wir abtelefoniert, bis sich jemand erbarmt hatte tätig zu werden. Ist das "normal"???

Ich meine bis die ganzen Anträge für die Kostenübernahme über die Bühne sind, dauert ewigkeiten (glaub 3 Monate mussten wir auf Antwort vom Träger warten).

Was passiert wenn keiner Tätig geworden wäre? Wäre unsere Mutter 3Monate im Altenzentrum in dem sie verstarb liegen geblieben? Zumal der Todesfall wohl erschwerend auf einen Sonntag lag wie es uns damals vor kam.

Tut mir leid für die blöde Frage, aber irgendwann einmal steht mir das selbe prozedere mit meinem Vater wohl auch noch bevor (auch wenn ich ihn nicht kenne bin ich ja als "Tochter" trotzdem in dem dilemma zahlen zu müssen.)

Achso, zum Tehmenstarter(in) generell finde ich diese Idee mit der Seite gut, aber ich denke auch das es sehr schnell, sehr unübersichtlich wird. Vielleicht könnte man ja seinen Beruf schreiben und dann die entsprechenen Infoseiten verlinken ???

l4ove9ablex<3


@ ElafRemich0815

Ich ziehe mein Hut vor dir und deinen Kollegen hier auf diesem Planeten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich deinen Beruf ausüben könnte. Ich kann mit dem Tod gar nicht umgehen.

Hast du denn davor eine Ausbildung in einem anderen Beruf gemacht - als "Sicherheit" - oder machst du das schon seit du aus der Schule raus bist?

CVhoupeitte_Ffinnixan


Also - ich bin selbstständig und Bestatter...

Ich habe fast drei Jahre lang einen Ausbildungsbetrieb in dem Bereich gesucht, sogar als ich meine Ausbildung zur ReNoFa schon angefangen hatte. x:) Ich bin nur leider nirgends reingekommen, weil fast alles Familienbetriebe waren oder nicht gesucht haben.

EmlafReBmich08x15


Ich hatte nach der Schule und meinem Grundwehrdienst angefangen Informatik zu studieren an einer Fachhochschule. Nach einigen Semestern merkte ich aber das studieren nicht meine Welt ist, gleichzeitig wurde das Familienunternehmen "Bestattung" immer größer und nahm immer mehr Zeit in Anspruch, so dass ich dort zeitlich immer mehr eingebunden war. Am Ende habe ich das Studium abgebrochen und den Betrieb offiziell übernommen und arbeite nun Vollzeit in diesem Beruf und kann gut davon leben. Ich bin zwar nur ein kleiner Bestatter mit einem begrenzten Einzugsgebiet, trotzdem erwirtschafte ich einen Gewinn von durchschnittlich etwa 30-40.000€/Jahr.

Nein, Leute ohne Geld oder mit unklarer finanzieller Situation lehne ich nicht grundsätzlich ab.

Natürlich wird jeder unter die Erde gebracht auch wenn derjenige kein Geld besitzt und keine Angehörigen mehr da sind. In dem Fall übernimmt das zuständige Ordnungsamt die Bestattung bzw. beauftragt und bezahlt einen Bestatter. In dem Fall gibt es festgelegte Summen die bezahlt werden. Natürlich wird in dem Fall die günstigste Bestattungsform gewählt was zumeist eine anonyme Urnenbeisetzung wäre.

Sind Angehörige vorhanden sind diese zur Bezahlung verflichtet. Also auch du Dafena müsstest die Bestattungskosten übernehmen selbst wenn du keinen Kontakt zu deinem Vater hast. Hast du selber kein oder nicht genug Geld kann das Sozialamt die Kosten oder Teile davon übernehmen. Diese werden aber zusehen das sie das Geld irgendwie wieder zurück bekommen.

Der Idealfall wäre schon zu Lebzeiten einen entsprechenden Vorsorgevertrag bei einem Bestatter des Vertrauens abzuschließen und das Geld für die Bestattung bereits im Vorfeld zu bezahlen. Dieses kommt dann auf ein Treuhandkonto und kann und darf dann nur für die Begleichung der Bestattungskosten herangezogen werden. Selbst wenn der Betreffende im Alter pflegebedürftig würde, Kosten für eine Heimunterbringung "vom Amt" übernommen werden müssten oder Angehörige sich über das Erbe streiten usw. bliebe dieses Geld unantastbar, auch für "das Amt".

Es kann auch passieren das der Verstorbene zwar noch Geld hätte, aber alles dem Nachlassgericht übergeben würde wenn es kein Testament gibt. Dann kann es passieren das das Geld dort "versickert" und praktisch weg wäre wenn die Summe zu gering ist (da erst ein Nachlassverwalter eingesetzt werden müsste und die machen das meist nicht wenn die Erbmasse zu gering ist).

T)aps


Wäre unsere Mutter 3Monate im Altenzentrum in dem sie verstarb liegen geblieben?

Als meine Mutter ins Pflegeheim aufgenommen wurde, musste ich ein mögliches Bestattungsunternehmen für den Fall der Fälle gleich mit angeben.

@ ElafRemich0815

Ich ziehe mein Hut vor dir und deinen Kollegen hier auf diesem Planeten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich deinen Beruf ausüben könnte. Ich kann mit dem Tod gar nicht umgehen.

Dem schließe ich mich an.

DcafeJna


Taps, das ging alles sehr schnell damals,sie bekam eine gesetzliche Betreuerin und war keine 2 Wochen im heim (als Warteplatz für eine Reha) als sie verstarb. Plötzlich stand ich allein(gefühlt) dort - Betreuerin nicht mehr ansprechbar und ausgerechnet gerade auch noch im Urlaub und ich hatte keinen Plan was zu tun ist...

Danke ElafRemich0815 für die Info, besonders das mit dem Treuhandkonto ist gut zu wissen, das es unantastbar ist, das war bisher meine Angst, denn mit dem Gedanken befasse ich mich schon eine weile mit meiner eigenen Bestattung.

EdlafRemiQch0x815


Ich sehe das so: Den emotional aufwühlenden Sterbeprozess bekomme ich in der Regel nicht mit, es sei denn es handelt sich um einen Familienangehörigen oder engen Bekannten. Und ist der Mensch einmal verstorben gibt es kein zurück mehr. Dann muss da jemand sein der sich mit dem nötigen emotionalen Abstand um die Sache kümmert.

Das meiste ist trockener Verwaltungs- und Organisationskram. Es kommt natürlich vor das Angehörige von ihrer Trauer "überwältigt" werden. Man darf und muss dann ruhig eigene Betroffenheit und Verbundenheit ausdrücken. Diese sind aber meist auch froh und dankbar das da jemand ist der sich ohne diese emotionale Belastung der Sache annimmt. Ich sehe den Vorteil meines Unternehmens genau in dieser Sache, denn ich beobachte bei manchen - nicht allen! - großen und alteingesessenen Bestattern eine Art "Entsorgungsmentalität" wogegen ich den "Kunden" das Gefühl gebe nun voll und ganz ihre Aufmerksamkeit zu haben.

Natürlich hat man es wie überall mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun. Leute die viel Geld haben, Leute die wenig bis gar kein Geld haben, Leute die sich nicht entscheiden können oder wollen, Leute die an allem etwas auszusetzen haben, Leute die exakte Vorstellungen haben und diese - zur Not auch entgegen meinem erfahrenen und gut gemeinten Rat - durchsetzen wollen, Leute die einem sympatisch sind und denen man gerne weiter hilft, Leute die einem spontan völlig unsympatisch sind, denen man aber genauso kompetent weiter helfen muss. Leute denen es beinahe egal ist was mit ihrem Angehörigen nun passiert und nur hoffen das nicht zu viel Geld ihres Erbes nun drauf geht. Neben der großen Masse normaler Leute und Umstände.

Jeder Kunde kommt nur einmal und es muss daher von Anfang an funktionieren.

Das beinahe schwierigste ist Werbung. Denn diese muss natürlich absolut seriös sein und keinesfalls darf man den "Geiz ist Geil" Weg gehen. "Diese Woche drei Särge zum Preis von zwei." oder "Bringen sie Familienangehörige. Die dritte Bestattung zum halben Preis" oder "Besuchen Sie unsere Ausstellung. Heute alle Urnen im Sonderangebot". Geht natürlich nicht!

Diese Werbung finde ich allerdings echt gelungen [[http://www.jenseite.de/wp-content/uploads/2013/07/120109_Bergemann_Bestattungen1.jpg]].

(Wobei ich ja schon den passenden Aufkleber für mein Bestattungsfahrzeug gefunden hätte... [[http://www.dub-spencer.com/media/catalog/product/cache/1/image/ca6642db8791f71199c347b02956ffe0/s/t/sticker_keine_heiss_asche_02_2.jpg]] ]:D ]:D)

Besonders in dem Beruf muss man sich selber ein wenig Humor vorbehalten.

C<londxyke


@ Elaf

Danke für Dein Statement- werde wohl demnächst mal auf Dich zurückkommen, da ich momentan meine fast 90-jährige Mutter pflege und überhaupt keine Vorstellung habe, wie man bei Todesfall vorgeht. Und ehrlich-- momentan will ich nicht darüber nachdenken.... aber stelle mir totale Verwirrung u. Überforderung vor, schiebe es trotzdem weit weg ":/

@ Tabaki

Hatte früher öfter mal mit Deiner Berufsgruppe (im Krankenhaus) zu tun.

Ich machte die Ausbildung zur Arzthelferin in einer unfall-chirurgischen Praxis und wechselte dann in den ärztlichen Schreibdienst im Krankenhaus, zuerst konventionelle Röntgenbefunde, CT und Kernspin, dann jahrelang nur noch OP-Befunde (hauptsächlich gefäßchirurgische OP's).

Würde den Beruf jederzeit wieder angehen, ist vielseitig- aber in der Regel bleibt man in einem Fachgebiet hängen. Meine Tochter machte dieselbe Ausbildung, röntgte dann aber auch nur noch.

-- Finde den Thread eine gute Idee, da man schon mal die ein oder andere Frage stellen kann. @:)

LyianA-Jilxl


Speziell zum Thema Bestatter gab es schon mal einen Faden: [[http://www.med1.de/Forum/Trauer/412379/]]

P<lanexta


Ich habe fast drei Jahre lang einen Ausbildungsbetrieb in dem Bereich gesucht, sogar als ich meine Ausbildung zur ReNoFa schon angefangen hatte. x:) Ich bin nur leider nirgends reingekommen, weil fast alles Familienbetriebe waren oder nicht gesucht haben.

Choupette_Finnian

Würdest du so gerne Bestatterin sein? Ich stelle mir das immer so schwermütig vor. :°(

Ich selbst bin Kommunalbeamtin.

E>lafIRemi~ch0C8x15


Ich möchte den Faden nicht übernehmen! Aber wenn jemand Fragen hat immer her damit. :[]

C-hoRupett4e_xFinnxian


Würdest du so gerne Bestatterin sein? Ich stelle mir das immer so schwermütig vor.

Ich wollte es jahrelang wirklich gern. Die Möglichkeiten in diesen Beruf zu kommen, ohne jedoch Zugang zu einem Familienbetreib zu haben, ist bei uns (Umkreissuche waren so ca. 100 km) aber nicht großartig gegeben. Wenige Bestatter bilden hier aus, noch weniger bilden außerhalb der Familie aus. Ein einziger Betrieb wäre eine Möglichkeit gewesen, aber die hatten gerade im Vorjahr einen Azubi eingestellt und hätten erst nach 2 Jahren wieder einen genommen. Da hatte ich Pech.

Die Suche hat mich ein wenig frustriert muss ich sagen. ;-D Ich muss aber sagen, dass ich inzwischen nicht mehr traurig drum bin. Ich glaube, dass alles irgendwo einen Sinn hat. ;-)

ncemgue


ICH WOLLTE SCHON IMMER IM BESTATTUNSUNTERNEHMEN ARBEITEN!!!!! :)= Mein Traumjob, seit ich zarte 16 bin......hier ist es eher nicht so großstadtmäßig und die meisten bestattungsunternehmen sind familienbetriebe und brauchten niemanden :-/

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