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Kündigung wegen Chef - was sag ich meinem Team?

M{IpA30 hat die Diskussion gestartet


Liebe Med1-er

Ich führe seit mehreren Jahren ein Team mit acht Leuten. Vor ca. 3 Jahren kam es zu einem Führungswechsel auf oberer Etage, d.h. ich selber habe einen neuen Chef bekommen, mit dem es für mich (führungstechnisch) nicht geht. Auf menschlicher Ebene verstehen wir uns gut, als Chef ist er –aus meiner Sicht- eine wahre Katastrophe, weshalb ich nun auch meine Kündigung eingereicht habe. Er wiederum hat meine Kündigung absolut professionell entgegen genommen.

Zeitgleich hat ein Teamkollege (wir sind zu dritt im Führungsteam) gekündigt. Aus den gleichen Gründen. Er allerdings hat bereits eine neue Anstellung ausserhalb der Firma, ich nicht. Ich bin bewusst diesen Weg gegangen. Nur so kann ich an andere Jobs innerhalb der Firma gelangen (erste Angebote habe ich vom Chef meines Chefs auch schon erhalten). Auch beträgt meine Kündigungsfrist mehrere Monate, weshalb ich ohne Probleme fündig werden werde.

Wir werden nun in wenigen Tagen zu zweit unsere Kündigung der versammelten Mannschaft verkünden müssen/dürfen.

Nun kommen wir zu meinem Problem: mir fehlen die Worte... ":/

Dass ich den wahren Grund meiner Kündigung nicht kommunizieren werde, liegt auf der Hand. Allerdings kann ich auch nicht von einer neuen Herausforderung sprechen, da diese ja noch nicht existiert. Unbezahlten Urlaub hätte ich jeder Zeit von meinem Chef bewilligt erhalten. Das kann ich auch nicht "vorschieben"...

Was sagt man in einer solchen Situation? Habt ihr eine Idee?

Ich danke euch für eure Hilfe.

Liebe Grüsse @:)

Antworten
KOlkette6rpf%lanze8x0


Dass ich den wahren Grund meiner Kündigung nicht kommunizieren werde, liegt auf der Hand.

Hm wird sich dein team da nicht selber einen Reim drauf machen? Also das werden sie ja irgendwie mitbekommen haben, wie dein Chef führt und das du davon wohl nicht so begeistert bist, erst recht wenn zwei gleichzeitig kündigen, kann ich mir kaum vorstellen, dass da der Braten nicht gerochen wird.

Und den wahren grund nicht kommunizieren, heißt es da im Fußball und in hohen geschäftskreisen dann nicht immerso in Richtung man habe unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Zusammenarbeit/ der Ausrichtung des Unternehmens oder sowas?

tpsuna`mi_xxe


Hi,

wenn du nicht willst, das deine Teammitglieder den wahren Grund erfahren sind "persönliche Gründe" immer sehr hilfreich.

Du musst dich ja nicht offenbaren, oder ?

S;chmid*ti7x0


Die "persönlichen Gründe" wären jetzt auch meine Idee gewesen...Wobei ich auch denke, dass der wahre Grund eher offenkundig sein wird, solche Dinge bleiben doch selten geheim... ;-)

m3e[linxka


Ich finde schon, dass du neue Herausforderungen als Grund nennen kannst. Die alte Herausforderung "Chef" magst du nicht mehr (das sagst du natürlich nicht), aber dass es dich zu neuen Ufern zieht. Dafür musst du ja noch keinen neuen Job vorweisen können, sondern lediglich die Absicht erklären, dass du woanders hin möchtest. Oder?

B`ambMienxe


"Ich will mich beruflich verändern! Im Moment möchte ich jedoch nicht mehr dazu sagen."

Alles gute für dich @:)

sCingKhxa


Ich würde in solchem Fall von "Neuorientierung" sprechen: Da muß dann nicht unbedingt ein neuer Job dahinter stehen, sondern kann auch ein paar Monate "Nachdenkzeit" beinhalten.

Das kann man auch (wie bereits geschrieben) mit "Neuen Herausforderungen" verbinden: Die alte Position war halt nicht herausfordernd genug. Nach mehr als 3 Jahren geht das auch.

SOapinenNt


bin ich jetzt irgendwie die einzige, die es seltsam findet a) zu kündigen, ohne einen neuen job in aussicht zu haben und b) vorher das gespräch mit dem "kündigungsgrund" zu suchen? ":/ wenn es angeblich schon andere personen gibt, die personenbedingt gekündigt haben - dann muss da doch wohl mal ein gespräch her. zumal die TE ja selbst schreibt, der herr chef sei auf menschlicher ebene ein umgänglicher kerl. finde ich... seltsam ":/

und was den rest angeht:

ich würde wahrheitsgemäss argumentieren.

syinghka


die es seltsam findet a) zu kündigen, ohne einen neuen job in aussicht zu haben

Muß jeder selbst wissen. Ich kenne die Verhältnisse vom TE nicht; er scheint es aber nicht vorschnell zu machen.

b) vorher das gespräch mit dem "kündigungsgrund" zu suchen?

Seinem Chef zu sagen, dass er als Führungskraft ungeeignet ist? Vielleicht gibt er einem sogar Recht; wird aber vermutlich nicht selbst kündigen; und der TE wird wohl seinen Chef auch nicht kündigen können.

M2IA3x0


Wow, vielen Dank für die bereits zahlreichen Rückmeldungen.

Klar werden sie erahnen was der wahre Grund ist, da zwei von drei Führungskräften das Boot verlassen.

Was ich von ihm und seiner Art der Führung halte, habe ich ihm gegenüber -immer wieder- sehr offen kommuniziert. Nicht erst bei der Kündigung. Äussern wir uns gegenüber den jeweiligen Teams, dass eine unterschiedliche Auffassung der Zusammenarbeit/Führung/Ausrichtung der Grund ist, hinterlässt das ein sehr fader Nachgeschmack bei den verbleibenden Mitarbeiter, da dann klar sein wird, dass der oberste Chef wohl das Problem ist.

Vermutlich fragt ihr euch, weshalb ich so eine Sache aus dieser Kommunikation mache, da es an sich kein grosses Ding ist. Die Mitarbeiter haben in der Vergangenheit schon so einiges mitgemacht. Der ständige Personalwechsel (Führungs- und Mitarbeiterebene) waren an der Tagesordnung. Es herrschte sehr viel Unsicherheit und Angst. Vor allem bei den älteren Mitarbeiter. Diese Angst konnte ich Ihnen mit den Jahren nehmen. Mein Weggang wird das natürlich alles wieder aufleben lassen. Vor allem da meine Nachfolge ein Problem darstellt und es nicht klar ist wie es weiter gehen wird. Meine Stellvertreterin musste ich vorinformieren, da sie bei der Information abwesend sein wird. Sie ist unmittelbar in Tränen ausgebrochen. Das jeder ersetzbar ist, ist klar. Auch ich. Nur mache ich mir aus den eben genannten Gründen etwas mehr Gedanken um meine Worte.

Ich werde wohl die Idee wählen, dass ich mich nach all den Jahren beruflich verändern möchte, ich noch nicht weiss in welche Richtung es gehen wird, da die konkrete Richtung noch unbekannt ist und ich mir Zeit lassen möchte das Richtige für mich zu finden. Ich hoffe dann einfach, dass niemand zurückfragen wird, was mir den aktuell nicht mehr gefällt, da mir meine Arbeit sehr viel Spass macht und ich kaum einen Grund vorschieben werden kann :=o Aber da wird mir schon was einfallen.

Vielen Dank für eure Ideen @:)

MrIA3x0


@ Sapient

Es gibt mehrere Gründe zu kündigen ohne was Neues zu haben: ich habe lange Kündigungsfrist (aufgrund der Führungsebene) und möchte -wenn möglich- innerhalb vom Konzern bleiben. Wir haben klare Regeln was das Abwerben von Mitarbeitern untereinander angeht. Klar könnte ich mich aktiv darum bemühen (das würde nicht gegen die Regeln verstossen) aber für mich selber fühlt sich auch das falsch an und ich könnte mir einen finanziellen Ausfall leisten, sollten wirklich alle Stricke reissen.

Ich mag meinen Chef menschlich, mag aber nicht mit ihm zusammen arbeiten, weil er aus meiner Sicht keine Führungsqualitäten mit sich bringt. Es liegt nicht in meiner Macht ihn zu degradieren, sehr wohl aber mich zu entscheiden, ob ich mit ihm arbeiten möchte oder nicht. Und ich will nicht mehr.

Was ich von ihm und seiner Führungsart halte, habe ich ihm gegenüber klar kommuniziert. Und ja: er weiss, dass er ungeeignet ist, sagt aber ganz klar, dass er sich halten wird, so lange er kann (Ruhm und Geld...).

E#mRmax28


ich würde wahrheitsgemäss argumentieren.

Das ist aber absolut unprofessionell und gehört nicht in die offizielle Ansprache fürs Team oder gar an Kunden (etc., die fragen warum man geht) herangetragen.

Ich habe letztes Jahr meinen Job aus den gleichen Gründen aufgegeben: Der Job an sich war mein Traumberuf, die Kollegen und Mitarbeiter waren toll, aber mit dem Chef kam ich einfach nicht zurecht, wodurch der Traumjob für mich immer mehr zum Alptraum wurde. Und auch bei mir war es so, auf privat-menschlicher Ebene kam ich mit meinem Chef super klar, aber als Chef war mit ihm einfach kein auskommen. Das ging auch einigen meiner Kollegen so und ich wurde immer wieder für meine mutige Entscheidung (hatte auch noch nix Neues fest) bestärkt (und teilweise beneidet).

Ich z.B. habe mit meinem Chef mehrfach über die Situation gesprochen, er tat dann immer sehr betroffen usw., redete von Veränderungen... die aber nie kamen. Letzte Option: Kündigung.

Meinen Kollegen und dem Team habe ich gesagt, ich gehe aus persönlichen Gründen und brauche für mich eine Neuorientierung. Aber es war dennoch ein offenes Geheimnis, was der wahre Grund meines Wegganges war ;-)

Von daher mein Rat: Bleib professionell und sag lieber zu wenig als zuviel, vermeide Gerede und miese Stimmung vor deinem Weggang. Deine Kollegen sind nicht bescheuert, die wissen sicher, was der wahre Grund für deine Entscheidung ist und der muss nicht laut ausgesprochen werden.

lnivinPgonlidne


"Persönliche Gründe" würde ich nicht nennen. Das hört sich immer so billig an.

Entweder den wahren Grund, dass man unterschiedlicher Auffassung ist und zusammen die Sache nicht leiten könne oder halt das mit der Herausforderung. *:)

MNIA3x0


Vielleicht als Nachtrag falls das unklar war:

Die Kündigung ist ausgesprochen. Mein Chef ist seit mehrere Tagen darüber informiert und er weiss auch um die wahren Gründe. Er hat das alles sehr ruhig entgegengenommen, da er ja auch um seine Schwächen weiss. Klar ist, dass er nichts verändern wird.

Es geht um die Kommunikation gegenüber meinem Team, dass mir sehr am Herzen liegt und dass ich -aus genannten Gründen- nicht unnötig verunsichern möchte. Im schlechtesten Fall werden Sie einige Monate direkt von meinen Chef geführt werden müssen und da will ich nicht schon unnötig Öl ins Feuer giessen.

S+apiexnt


Das ist aber absolut unprofessionell und gehört nicht in die offizielle Ansprache fürs Team oder gar an Kunden

seit wann hält man so eine ansprache vor kunden? hier ging es ums team.

Entweder den wahren Grund, dass man unterschiedlicher Auffassung ist und zusammen die Sache nicht leiten könne

genau so. man muss ja nicht sagen "ich kann den herr X als chef nicht ertragen" - sondern etwas geschickter formulieren. was genau ist daran unprofessionell? ICH finde es unprofessionell, sich mit ausreden und rumrederei zu verabschieden. es ist kein drama, wenn zwei menschen nicht zusammen arbeiten können und wege sich aus diesem grund trennen.

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