» »

Arbeit, aber unter allen Umständen?

BGambikene


Handelt es sich um einen Minijob? Eventuell sogar um Schwarzarbeit?

Alias 705726


Benita

Das ist mir zu esoterisch, aber danke.

Eleonora

Für das Arbeitsgericht sind das (meines Wissens nach) übrigens gern gesehene Fälle, weil sie so schön einfach zu lösen sind.

Das stimmt wohl. Allerdings wäre nach sowas wohl Essig mit Arbeit.

Geht's denn nur um 'kündigen oder nicht'?

In mir schreit der kleine Rebell das AG's die sich so verhalten generell Gegenwind und Schwierigkeiten verpasst brauchen. Gesetze gibt's nunmal nicht unsonst.

Langfristig auf jeden Fall, ja. Hinterher könnte (und sollte) man natürlich auch die entsprechenden Stellen informieren. Kurzfristig aber nicht.

Und Kollegen bleiben meist auch nett, wenns nur gegen den AG geht. ^^

Das glaube ich auch. :)z

Jan74

Generell nettes Arbeitsklima und sonst kaum Chancen können auch Gründe dafür sein, sich das weiter anzutun.

Ja, es bliebe wohl abzuwägen, was auf Dauer schwerer wiegt. Langfristig gilt es sich mMn aber nach etwas besserem umzusehen.

koboldine

Hypothetisch betrachtet sind Gesetzesverstöße enthalten die man angehen kann. Liegt aber ganz bei Frau Mustermann ob sie lieber Arbeit hat wo sie der Depp des AG ist aber nette Kollegen hat oder lieber mittelfristig nen anderen Job wo die Gegebenheiten konform der Gesetze herrschen.

Dem stimme ich zu :)^

nockerl

Wenn man sich den Arbeitsmarkt so ansieht ist es völlig gleich ob Frau Mustermann unter diesen Bedingungen arbeitet oder nicht. Wenn sie geht wird eben irgendwer anderes diese Stelle besetzen denn es gibt tatsächlich Leute die für eine jede Anstellung (erstmal) dankbar sind um aus der Arbeitslosigkeit raus zu kommen

Wohl wahr. Aber als Absprungbrett aus der Arbeitslosigkeit ist so ein Job natürlich ideal, solange sich die Zustände nicht zuspitzen. Mit einem befristeten Vertrag im Rücken kann man sich natürlich besser umsehen nach einer Alternative und muss dann eben nicht mehr alles nehmen.

Bambiene

1.) In welchem Land lebt und arbeitet Frau Mustermann denn ?

2.) Wieso schreibst du als Alias?

3.) Was kann man sich unter "spontane Kündigung" vorstellen? Meinst du fristlose Kündigung?

(1) Deutschland

(2) Solche Grundsatzfäden neigen dazu, gerne mal aus dem Ruder zu laufen. Da ich ansonsten nicht in diesem Unterforum heimisch bin, schien mir der Alias naheliegend. So richtig sinnvoll ist es aber nicht, stimmt. ;-D

(3) Wenn Frau Mustermann kündigt, meinte ich damit. Eine Kündigung ihrerseits würde als erst dann eintreten, wenn ein besserer Job in Aussicht ist. Eine Kündigung des Arbeitgebers steht nicht zu befürchten.

Stuhlbein

Siehe oben, Punkt (2).

Es geht eben mehr um die grundsätzliche Frage, was in so einer Situation, die nicht nur Nachteile hat, schwerer wiegt. Es geht eben gerade nicht um die Art von Arbeit, wo Mobbing an der Tagesordnung ist und man sofort sagen würde: Raus da, so schnell es nur geht.

Der rechtliche Aspekt wäre eh klar und an wen man sich wenden würde auch.

Moquito

So in der Art, ja. ;-D

Alias 705726


Handelt es sich um einen Minijob? Eventuell sogar um Schwarzarbeit?

Nein. Vollzeit, alles ganz offiziell.

mKnef


Rechtliche Schritte würden auf die Mitarbeiterin zurückfallen.

Inwiefern?

CSornUelia5x9


Eine spontane(!) Kündigung ist aktuell nicht möglich, da die Arbeitgeber altersbedingt nicht Schlange stehen.

Aus dem ungekündigten Arbeitsverhältnis bewerben, bewerben, bewerben. Und im Anschreiben immer "in ungekündigter Stellung" erwähnen, natürlich ohne den AG zu nennen! Macht immer einen hervorragenden Eindruck bei den Personalern, wenn das drinsteht.

Rechtliche Schritte würden auf die Mitarbeiterin zurückfallen.

Trotzdem sollte die hypothetische Mitarbeiterin sich mal mit einem Anwalt zusammensetzen. Der kann ihr genau sagen, was da rauszuholen ist. Und wenn Cheffe anschließend was versucht, hat er direkt wieder den Anwalt an der Backe. Das wird er sich ziemlich schnell überlegen.

Für das Arbeitsgericht sind das (meines Wissens nach) übrigens gern gesehene Fälle, weil sie so schön einfach zu lösen sind.

Das stimmt wohl. Allerdings wäre nach sowas wohl Essig mit Arbeit.

Nein. Ich kenne ähnliche Fälle, und es kommt vor allem darauf an, wie man das hinterher im Vorstellungsgespräch verkauft. Möglichst keine Chef-Schelte vor dem Personaler des neuen Arbeitgebers, das kann man später machen, wenn man dort arbeitet und die einen kennen. Und das Arbeitsgerichtsverfahren erst gar nicht erwähnen, geht die nix an.

Trinkgelder wandern in die Taschen des Chefs.

Wie kriegt er das überhaupt mit? Er kann doch nicht ständig hinter jedem seiner Mitarbeiter stehen, wenn die kassieren?

Urlaubsanspruch gibt es grundsätzlich keinen.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es grundsätzlich keine.

Sowas ist ein gefundenes Fressen für den Zoll, der sich ja um Schwarzarbeit und seit neuestem auch um das Mindestlohn-Gesetz kümmert. Da ist die Rechtslage im Hinblick auf Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung nochmal verschärft worden. Das kann richtig schweineteuer werden für den Arbeitgeber! Am besten mal ne kleine Info an den Zoll, dann kommen die vorbei, und schon schaut Cheffe blöd aus der Wäsche! ]:D

Die letzten beiden Fakten können nicht ordentlich begründet werden, bzw. sind die Gründe offensichtlich vorgeschoben und nicht belegbar.

Entweder man hat eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt oder man hat sie nicht. Hat man eine, dann gilt die Lohnfortzahlung. Darauf bestehen, notfalls schriftlich. Urlaubsanspruch: Urlaub beantragen und darauf bestehen, notfalls schriftlich, mit Angabe der gesetzlichen Grundlage. Wenn er dann noch verweigert, mit Anwalt drohen. Aber wenn die hypothetische Arbeitnehmerin zu dem Zeitpunkt bereits dem Zoll einen Hinweis hat zukommen lassen, erledigt sich das Thema von alleine.

Alias 705726


Nun, es wäre in diesem Falle klar, von wem die Beschwerde kommt. Die Rechtslage ist ja ziemlich eindeutig und man könnte wohl klagen, wenn man denn unbedingt wollte. Aber wenn einen der Chef dann aber hinterher loswerden möchte, dann schafft der das auch irgendwie.

Natürlich bleiben ansonsten nur die Optionen "Aushalten und Bewerbungen schreiben" oder "Kündigung und vorübergehend H4".

B3ambDiene


Ok.

Wenn Frau Mustermann einen normalen Vollzeitjob hat, hat sie auch Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub. Google mal. Ich meine das sind 26 Arbeitstage. Frau Mustermann müsste halt mal in ihren Arbeitsvertrag reinschauen, was da steht.

Und Lohnfortzahlung bei Vorlegen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung müsste Frau Mustermann meines Wissens bis zu sechs Wochen bekommen. Falls der AG nicht zahlt, sollte Frau Mustermann sich mal beim Arbeitsamt schlau machen, ob sie nicht ohne Sperre diesen Job kündigen kann. Eine eventuelle Anzeige oder gerichtliche Schritte vor dem Arbeitsgericht sollte sie mit einem Anwalt absprechen.

Wenn Frau Mustermann irgendwie kann, sollte sie einen andere Arbeit suchen und wechseln. Denn sollte Frau Mustermann mal erkranken und keine Lohnfortzahlung bekommen, was macht sie dann?

Ich hoffe sie wird ihren Jahresurlaub nicht verfallen lassen. @:) :)*

Alias 705726


@ Cornelia

Sowas ist ein gefundenes Fressen für den Zoll, der sich ja um Schwarzarbeit und seit neuestem auch um das Mindestlohn-Gesetz kümmert. Da ist die Rechtslage im Hinblick auf Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung nochmal verschärft worden. Das kann richtig schweineteuer werden für den Arbeitgeber! Am besten mal ne kleine Info an den Zoll, dann kommen die vorbei, und schon schaut Cheffe blöd aus der Wäsche! ]:D

Echt, der Zoll ist bei sowas zuständig? Wusste ich nicht.

C^ornel0iax59


Ich erlebe zur Zeit gerade einen Fall mit, in dem ein AN gekündigt wurde. AN hat die Kündigung nicht akzeptiert und nen Anwalt eingeschaltet, will im Prinzip nur ne hohe Abfindung, ist dafür aber eigentlich viel zu kurz da. Arbeitsgericht hat entschieden, daß das Arbeitsverhältnis weiterläuft, also muß der AG ihn weiterhin einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. AN meldet sich allerdings jetzt laufend krank, wenn er mal da ist, tut er nichts und führt keine Anweisungen der Geschäftsleitung aus. Er will es offenbar aussitzen, bis er die Abfindung kriegt, die er will. Im Moment läuft es wohl auf amtsärztliche Untersuchung wegen der (offensichtlichen Gefälligkeits-) AUs hinaus. So kann das laufen. Zur Zeit sitzt der AN am längeren Hebel, aber das braucht Nerven von seiner Seite.

Ob klar wäre, von wem die Beschwerde kommt, wäre die Frage. Der Zoll wird vermutlich nicht sagen, daß er auf Info handelt, die kommen auch mal auf Verdacht.

mJnexf


Da muss Chantal dann abwägen, ob sie lieber kuscht oder nicht. Das ist eine Typfrage und keine Frage, ob es gesellschaftlich ächtenswert ist. Da wäre keine der Optionen. Trotzdem: geächtet Chantal eh am Ende eh von irgendwem:

- "Klagen, oh weh, das kann man doch nicht machen! Geh doch wenns dir nicht passt!"

- "Aushalten muss niemand irgendwas"

- "H4 wäre Schmarotzen, du kannst doch nicht einfach kündigen"

... alles mit dabei.

Aber wenn einen der Chef dann aber hinterher loswerden möchte, dann schafft der das auch irgendwie.

Wenn sie damit liebäugelt, direkt zu kündigen, wäre ein "irgendwie loswerden" nach gewonnenem Rechtsstreit auch keine Verschlechterung mehr.

Natürlich bleiben ansonsten nur die Optionen "Aushalten und Bewerbungen schreiben" oder "Kündigung und vorübergehend H4".

Es bleibt auch Kombination aus den Optionen, z.B. Rechtsweg beschreiten und tortzdem vorsorglich Bewerbungen schreiben.

Alias 705726


@ Bambiene

Danke @:)

Die Rechtslage ist da durchaus eindeutig, stimmt. Und nähme sich Frau Mustermann tatsächlich einen Anwalt, wäre das wohl schneller durchgesetzt als der Chef die Trinkgeldkasse leeren kann.

Das sollte aber wohl das letzte Mittel sein.

C7ornVelxia59


Ja, der Zoll ist zuständig. Und die können auch ganz unangemeldet und ohne jede Vorwarnung plötzlich vor der Türe stehen! ]:D

Schau mal hier: [[www.zoll.de]]

OCran)ge:Cafnyoxn


das:

in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis angestellt.

und das:

- Urlaubsanspruch gibt es grundsätzlich keinen.

- Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es grundsätzlich keine.

passt nicht zusammen.

sozialversicherung gibt's? ist das arbeitsverhältnis überhaupt offiziell angemeldet?

ansonsten: rückwirkend alle forderungen (unbezahlte urlaubstage und krankheitsfälle) einklagen und sich nach etwas anderem umsehen.

B:amJbOienxe


Sowas ist ein gefundenes Fressen für den Zoll, der sich ja um Schwarzarbeit und seit neuestem auch um das Mindestlohn-Gesetz kümmert. Da ist die Rechtslage im Hinblick auf Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung nochmal verschärft worden. Das kann richtig schweineteuer werden für den Arbeitgeber! Am besten mal ne kleine Info an den Zoll, dann kommen die vorbei, und schon schaut Cheffe blöd aus der Wäsche!

:)^ :)=

Und wenn ihr dann gekündigt wird, hat Frau Mustermann keine Sperre vom Amt und kann sich intensiv um eine neue Stelle bewerben. :)*

Alias 705726


mnef

- "Klagen, oh weh, das kann man doch nicht machen! Geh doch wenns dir nicht passt!"

Klagren ist auch eine finanzielle Frage. Recht haben und bekommen sind ja bekanntlich zwei paar Schuhe.

- "H4 wäre Schmarotzen, du kannst doch nicht einfach kündigen"

Ja, das wäre allerdings eine überdenkenswerte Einstellung. Ich finde auch, dass man sowas vorübergehend in Anspruch genommen werden kann und sollte. :)^

Wenn sie damit liebäugelt, direkt zu kündigen, wäre ein "irgendwie loswerden" nach gewonnenem Rechtsstreit auch keine Verschlechterung mehr.

Stimmt auch wieder. Aber das wäre zumindest kurzfristig, mit Pech längerfristig, ein finanzielles Problem.

Es bleibt auch Kombination aus den Optionen, z.B. Rechtsweg beschreiten und tortzdem vorsorglich Bewerbungen schreiben.

Stimmt.

Weitere Bewerbungen sind in diesem Falle wohl unstrittig.

Danke :-)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH