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Mann wegen 1000,- Eur Diebstahl zu 3,5 Jahre Knast, Hoeneß frei

J8ens< L\over hat die Diskussion gestartet


In der Zeitung habe ich folgendes Urteil gelesen: Ein im Wald lebender Mann hat in einem Jahr 90 Einbrüche in Wochenendhäusern und Fischerhütten begangen. Dabei hat er sich Sachen mitgenommen, die er zum Überleben im Wald gebraucht hatte, außerdem die Lebensmittel aus dem Kühlschrank aufgegessen. Insgesamt hat er Sachen im Wert von ca. 1000,- EUR entwendet. Dieser Mann wurde zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt.

Hoeneß hat dem Staat, also uns allen, ca. 26 Mio EUR gestohlen und wurde ebenfalls nur zu 3,5 Jahren verurteilt. Nach nicht mal einem Jahr kann er schon tagsüber und am Wochenende in Freiheit sein.

Ich würde mich freuen, wenn hier auch welche mit Juristenwissen sich an der Diskussion beteiligen und dem Laien das in beiden Fällen ausgesprochene Strafmaß erklären können. Denn im Vergleich des Urteils des Waldmenschen ist das Urteil für Hoeneß nach meinem Rechtsempfinden viel zu milde ausgefallen.

Antworten
Hi4nnBibal


Ich bin kein Jurist aber er hat 90 Straftaten begangen und Herr Hönes nur eine.

EBhemaOliger N{utzeZr (x#545421)


Weil das Urteil nunmal im Ermessen (und natürlich nach den Buchstaben des Gesetztes) des jeweiligen Richters liegt... und der eine Richter es für ausreichend gehalten hat, Herrn H für 26 Mille für 3,5 Jahre in den Knast zu schicken und dass ihm nach einem Jahr Freigang gewährt werden kann. Und der andere Richter hat es für angemessen gehalten, den "Waldmenschen" für 3,5 Jahre in den Knast zu schicken. Und vielleicht kann ihm auch nach gewisser Zeit Freigang gewährt werden.

Über Nebenstrafen, Auflagen usw usw wissen wir bei beiden nichts.

Ob man das nun für gerecht hält oder nicht... steht ja auf einem anderen Blatt.

Niordix84


Richtig, hier geht es darum das jemand innerhalb eines Jahres 90 Straftaten begangen hat. Das er dabei nur Dinge im Wert von 1000€ geklaut hat ist ja sein persönliches Pech. Zudem ist der angerichtete Schaden kaum zu vergleichen. Sicher hat Hönes den größeren finanziellen Schaden verursacht aber was ist mit den Bewohnern der 90 Wohnungen ? Die müssen erstmal damit klar kommen das bei ihnen eingebrochen wurde und ein Fremder ihren Kram durchwühlt hat, sowas kann eine enorme psychische Belastung darstellen. Oder wieviele Menschen müssen nen psychischen Knacks bekommen damit die von Hönes hinterzogenen Steuern damit aufgewogen werden ?

M@ajgax27


Der im Wald lebende Mann war schon mehrfach einschlägig vorbestraft. Er saß bereits mehrfach wegen Diebstahl in Österreich und Tschechien in Haft. Im übrigen sind es eben 90 Einzeltaten gewesen. Es lag ein gewerbsmäßiger Diebstahl vor, für den das Gesetz pro Einzeltat mindestens 3 Monate Freiheitsstrafe vorsieht. In Anbetracht der Vielzahl von Taten wurden hier eine angemessene Gesamtstrafe gebildet.

Hoeneß war dagegen Ersttäter, es war nur eine Tat und er hat den Schaden wieder gutgemacht.

JSens 6Lover


was ist mit den Bewohnern der 90 Wohnungen ? Die müssen erstmal damit klar kommen das bei ihnen eingebrochen wurde und ein Fremder ihren Kram durchwühlt hat, sowas kann eine enorme psychische Belastung darstellen.

Wenn ich betroffen wäre, würde ich den Mann noch in meinem Wochenendhaus wohnen lassen. Der Mann wollte doch nur überleben und hatte keine kriminelle Neigung.

E,hemjaligXer+ NutzDer (#5545421)


Jens.. es steht Dir frei, Kontakt zu ihm aufzunehmen... und dann kannst Du ja Dein Helfersyndrom an ihm ausleben .. und dann berichtest Du aber bitte von Deinen Erfahrungen .. ]:D

nur überleben und hatte keine kriminelle Neigung.

ah ja ...

c/laixret


Zur rechtlichen Situation kann ich nichts sagen, aber für mein Empfinden besteht da kein krasses Missverhältnis bei den Strafen.

Der gestohlene Geldbetrag kann ja nicht allein ausschlaggebend sein. Der Mann hat sehr viele Leute mit seinen Einbrüchen geschädigt. Die gestohlenen Dinge waren vielleicht nicht so viel wert, aber beim Einbruch selbst entsteht auch Sachschaden. Die psychische Belastung durch so einen Übergriff und die Angst vor Wiederholung ist auch nicht zu unterschützen. Zudem scheint die Annahme berechtigt, dass der Mann so weitermacht, wenn man ihn nicht davon abhält. Gefängnis bietet vielleicht eine Möglichkeit zur Resozialisierung.

S(tuh9lbexin


In der Zeitung habe ich folgendes Urteil gelesen:

Dann wäre ein Link sinnvoll, damit man etwas mehr über die Hintergründe erfährt.

Aber 90 Einbrüche sind nun mal 90 Straftaten und der Schaden durch die Einbrüche ist sicher nicht bei den erwähnten 1000€ geblieben.

Nhord*i[8x4


Wenn ich betroffen wäre, würde ich den Mann noch in meinem Wochenendhaus wohnen lassen. Der Mann wollte doch nur überleben und hatte keine kriminelle Neigung.

Kannst du ja gerne tun, allerdings erwarte nicht das deine Meinung da für alle gilt. Wenn irgend so ein Vogel plötzlich bei mir im Haus steht dann wäre die Hölle los. Er hätte ja auch einfach fragen oder betteln können, ist allemal besser als sich einfach zu bedienen.

Und natürlich hat er kriminelle Neigungen wenn er soviele Straftaten innerhalb eines Jahres begeht. Die Zeit und Energie hätte er mit Sicherheit auch anderweitig nutzen können, z.B. um nicht im Wald leben zu müssen bzw. von Einbrüchen und Diebstählen abhängig zu sein.

c4laiuret


Wenn ich betroffen wäre, würde ich den Mann noch in meinem Wochenendhaus wohnen lassen. Der Mann wollte doch nur überleben und hatte keine kriminelle Neigung.

Ich weiß nicht, auf welchen Mann du konkret Bezug nimmst (gibt/gab scheinbar mehrere solcher "Waldmenschen"), aber zumindest einer der von Google gefundenen war vorher schon wegen Vergewaltigung vorbestraft.

Wer weiß, was einen Menschen dazu treibt im Wald leben zu wollen, ich würde nicht immer davon ausgehen, dass derjenige harmlos ist. Wer bei anderen einbricht ist kriminell und nimmt es in Kauf anderen zu schaden.

NZord*i8x4


Wer weiß, was einen Menschen dazu treibt im Wald leben zu wollen

Die Frage finde ich wichtig. Ist es ein Aussteiger der sich den staatlichen Regeln nicht unterordnen will ? Dann hat er sein Leben so auf die Reihe zu bekommen das er anderen Menschen nicht schadet. Solche Menschen gibt es und die kommen auch klar ohne kriminell zu werden. Und wie gesagt, irgendwo anklopfen und fragen ob man sich am Apfelbaum o.ä. bedienen darf ist was völlig anderes als in die Wohnung einzusteigen und sich Zeug mitzunehmen was man gerade so braucht.

M>ajea27


Der Mann wollte doch nur überleben und hatte keine kriminelle Neigung.

Deswegen war er auch schon einschlägig vorbestraft und saß schon mehrfach wegen Diebstahls in Haft :=o

HUayley xM.


Das eigene Gerechtigkeitsempfinden ist zumeist vom eigenen Hintergrund geprägt. Nur eines ist es sicherlich nicht: objektiv. Das können wir zwar meinen, trifft jedoch nicht zu. Nicht umsonst gibt es dicke Wälzer für die Rechtssprechung - die nun wirklich nicht einfach ist.

Wenn wir Wut auf "den Hoeneß" entwickeln und Verständnis für "den Waldmenschen" - oder umgekehrt - dann hat das eine ganze Menge mit uns selbst zu tun und wie wir die Welt betrachten und erleben.

Es wird deshalb immer Menschen geben, die mehr zu der einen oder eben zur anderen Seite neigen.

DMream}s20x15


Es wird hier bestimmt auch die Präzendenzwirkung erreicht, damit es keine Nachahmer gibt, "nur" ins Ferienhäuser einzubrechen und sich um "nur" 1000 € zu bereichern.

In einem asiatischen Staat (entweder Afghanistan oder Usbekistan, weiß ich nicht mehr genau), gab es eine Reform, wonach ein (einfacher) Autodiebstahl mit bis zu 25 Jahren Haft geahndet wird. Seitdem werden keine Autos mehr dort geklaut.

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