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Hartz 4 vs. Sozialhilfe - Unterschiede für den Bedürftigen?

SGkarzabxaeusx94 hat die Diskussion gestartet


Hallo @:)

Könnt ihr mir bitte mal (am besten aus Erfahrung) erklären, welche Unterschiede es zwischen Sozialhilfe und Hartz 4 gibt?

Mich interessiert dabei vor allem, ob es bei Sozialhilfe gegenüber Hartz 4 besondere Nachteile gibt. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Über Google habe ich leider nichts Hilfreiches gefunden. :-(

LG

Antworten
E}hemapligerw Nut zeLr (C#540992x)


Von welcher Art "Sozialhilfe" redest Du? Da gibt es ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Leistungen.

m6ond+siterxne


Es gibt unterschiedliche Leistungen, die unter dem Begriff Sozialhilfe zusammengefasst werden.

Um Deine Frage zu beantworten, muss man also erstmal wissen, welche Leistung der Sozialhilfe Du meinst.

siehe [[http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Sozialhilfe-368.html#ue3 Leistungen der Sozialhilfe]]

Sak3ar_abtaexus94


Ich nehme an, Grundsicherung, wegen Erwerbsunfähigkeit. Ich hab keine Ahnung, was man zur Grundsicherung noch für zusätzliche Leistungen bekommen kann oder beantragen muss, wie es aussieht mit dem Wohngeld etc.

m&ond+pstexrne


Grundsicherung wegen Erwerbsunfähigkeit ist vom Geldleistungsumfang dasselbe wie Arbeitslosengeld II. D.h. in der Grundsicherung ist auch die Miete enthalten.

Die Dienstleistungen der Grundsicherung laufen über das Sozialamt. Du kannst da hingehen und Dich beraten lassen. Meiner Erfahrung nach sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort heutzutage nett und nicht mehr so bürokratisch wie früher.

Wohngeld bekommt man, wenn man ein niedriges Einkommen hat als Zuschuss zur Miete. Dürfte für Dich also nicht in Frage kommen.

S^karRabaeuxs94


Okay, vielen Dank schonmal. @:)

TYhisI TwiliVght _Garxden


Ich denke mal vom Geld her tut sich das nicht viel, auch nicht vom dazuverdienen.


Aber wenn man H4 bezieht, darf man ja auch ständig beim Jobcenter vorstellig werden, bekommt Maßnahmen und Vermittlungsvorschläge und eine Eingliederungvereinbarung.

Es wird eben alles versucht, denjenigen wieder in Arbeit zu bringen.

Das fällt komplett weg, wenn der Amtsarzt bescheinigt, das man nur noch weniger als 3 Std. täglich arbeiten kann und somit auch die "Schikane" die es manchmal geben kann.

SakarOabaeusx94


Ja... :( Genau diese Schikane ist es ja, die mich dazu treibt, in Richtung Sozialamt zu blinzeln. :(

Aber ich habe auch Angst davor, noch mehr schikaniert zu werden und dann irgendwann hinter der Tonne gleich links zu leben. :-|

Ich weiß nicht, ob die Tür zurück ins Arbeitsleben offen bleibt, sollte es mir irgendwann am Nimmerleinstag mal besser gehen.

A[ndr#usxch


Ja... :( Genau diese Schikane ist es ja, die mich dazu treibt, in Richtung Sozialamt zu blinzeln. :(

Es ist keine freie Entscheidung, Leistungen vom Jobcenter (SGB II) oder von der Grundsicherung (SGB XII) zu erhalten. Leistungen der Grundsicherung (SGB XII) erhält man nur dann, wenn man erwerbsunfähig, als nicht mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann. Die Entscheidung dazu trifft in aller Regel der Rentenversicherungsträger und ganz so einfach wie früher ist das auch nicht mehr.

Mit Blinzeln ist da leider nix zu machen ;-)

Der Weg zurück in die Erwerbstätigkeit ist jedoch nicht versperrt, sobald man einmal Leistungen nach dem

SGB XII bekommt. Sofern die Erwerbsunfähigkeit nicht dauerhaft festgestellt wird, wird diese ja regelmäßig überprüft und man kann - sofern man sich dazu in der Lage fühlt - auch sagen, dass man sich selbst für erwerbsfähig hält.

Allerdings kann man sich auch etwas hinzuverdienen, wenn man erwerbsunfähig ist. Dann muss man wahrscheinlich nur darauf achten, dass der Träger der Grundsicherung nicht irgendwann die Erwerbsunfähigkeit von sich aus in Frage stellt.

A?ndr(u2sxch


Achso: Die monatlichen Leistungen SGB II und SGB XII sind von der Höhe her identisch, ggfs. gibt es Unterschiede bei den begleitenden Leistungen.

Mar.Q Tcempexst


Ich habe damals recht schnell einen Termin beim Amtsarzt bekommen, als ich der Sachbearbeiterin in der Arge meine Lage geschildert habe (diverse Phobien, v.a. soziale, die mich teilweise daran hinderten, das Haus zu verlassen). Der Amtsarzt hat dies bescheinigt und mich für zwei Jahre arbeitsunfähig geschrieben.

Die Geldleistung ist gleich hoch, man spart sich allerdings Bewerbungskosten und Fahrtkosten zur Arge. Ich musste auch keine Eingliederungsvereinbarung oder etwas vergleichbares unterschreiben.

mwond+sQterxne


Ich weiß nicht, ob die Tür zurück ins Arbeitsleben offen bleibt, sollte es mir irgendwann am Nimmerleinstag mal besser gehen.

Aus juristischer Sicht hat es Andrusch schon geschrieben, ja.

Aus menschlicher Sicht, das erkennt man schon an Deiner Wortwahl ("Nimmerleinstag"), ist es eher unrealistisch. Wenn man sich innerlich einmal für diesen Weg entschieden hast, wird man sich kaum wieder auf den Weg zur Arbeitsagentur zu machen.

Falls Du Unterstützung von professionellen Helfern in Anspruch nimmst, ist es auch ein großer Unterschied, ob in Deiner Akte Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II steht. Im zweiten Fall wird man versuchen, Dich wieder in Arbeit zu bringen. Im ersten Fall betrachtet man Dich als abgeschrieben.

vRoyr[iaJn82


Finanziell gibt es zwei Unterschiede:

a) der Vermögensfreibetrag liegt bei 1600€ (befristet erwerbsgemindert) oder 2600€ (unbefristet em)

b) bei Einkommen gibt es keinen Freibetrag; man darf 30% "behalten" (maximal 200€)

vdiyvidxa


a) der Vermögensfreibetrag liegt bei 1600€ (befristet erwerbsgemindert) oder 2600€ (unbefristet em)

und damit deutlich unter dem schonvermögen beim hartz4 (150€ pro Lebensjahr, mindestens 3100€, max. knapp 10 000 pro erwachsener Person + 750 für notwendige Haushaltsanschaffungen)

die schlechterstellung von grundsicherungsempfängern, die ja nicht arbeiten können, ist mM eigentlich verfassungswidrig (der meiung sind auch einige rechtsexperten).

grundsicherung nach dem sgb XII erhält nur, wer dauerhaft (auf nicht absehbare zeit) nicht in der lage ist auf dem allgemeinen arbeitsmarkt mindestens 3 stunden täglich arbeiten kann.

in dem fall kann ggf auch erwerbsminderungsrente beantragt werden, ggf. aufstockend mit grundsicherung.

A\elDixixr


ich belebe diesen faden wieder, bevor ich einen neuen aufmache, meine fragen passen zwar nicht ganz zum fadentitel, aber hier scheinen sich ein paar leute zu tummeln, die ahnung haben.

also, ich bin schon seit mittlerweile 5 jahre krankgeschrieben, mit nur ganz kleine unterbrechungen, und so lange bekomme ich auch ALG II.

ja, jetzt hat mich die Agentur dazu gezwungen, erwerbsminderungsrente zu beantragen, hurra... :-(

ich bin jetzt noch dabei das ganze papierkram aufzufüllen, zusammen zu suchen und organisieren, also demnächst schicke ich die (hoffentlich...) letzten unterlagen weg.

ich bin erst seit 20 jahren in Deutschland, und hab' zwar genug einbezahlt um überhaupt rente zu bekommen, aber nicht genug, das was gescheites daraus kommt, nicht nur wegen krankheit, sondern weil ich mich zu oft von den arbeitgebern hab' ausnutzen lassen, also, es wird auf grundsicherungsrente hinauslaufen.

da der amtsarzt auf den letzten attest das "länger als 6 monaten, aber nicht auf dauer" angekreutzt hat, nehme ich an das ich die befristete rente bekommen werde, wenn überhaupt...

und da kommt schon meine grosse angst, und meine erste frage.

wie funktioniert es, wenn die Rentenversicherung sagt nö, du kriegst keine rente?

und überhaupt, ich hätte schon in februar den rentenantrag weg schicken sollen, ich hab' zwar immer wieder dort angerufen, und erklärt wieso es so lange dauert, und ok, von deren seite ist es kein problem, sie können einfach den eintrag nicht weiter verarbeiten.

ich hab' aber die panische angst, das die Agentur irgendwann die schnauze voll hat, und nichts mehr bezahlt, ich hab' schon zu viele horrorgeschichten darüber gehört... dürfen sie die zahlung einstellen, dürfen sie nicht bezahlen, jetzt, oder wenn ich doch keine rente bekomme?

riskiere ich eine "strafe" wegen nichterfüllung usw?

wenn ich doch rente bekommen sollte, wie funktioniert es mit der berechnung des vermögensfreibetrages? geld habe ich natürlich gar keins, und ich bin schon nicht in der lage das notwendige papierkram zu erledigen, geschweige denn ob ich mir was anderes vom amt bezahlen lassen könnte, und ich würde mich ganz arg schämen, also, wertvolles habe ich auch nicht.

aber bei der grundsicherung wird doch auch das auto irgendwie zum vermögen dazu gezählt, und da bekomme ich wieder die panik...

ich hab' ein auto, und ich brauche ein auto, ich wohne im dorf, und komme mit den öffentlichen nicht nur kaum zu recht, sondern auch kaum wohin, es hiesse dann zug, und der ist teuer.

ich hänge auch besonders an mein auto, weil es eine erinnerung an meine gestorbene mutter ist, die es teils bezahlte, als ich noch arbeitete, so das ich sie öfter nach Italien besuchen konnte.

kann mir jemand sagen wie das wert des autos berechnet wird, und inwiefern das als vermögen gilt?

mein auto hat schon über 200.000km auf die uhr, ist voller mängel, wartungsstau usw, weil ich natürlich in den letzten 5 jahren kaum was dran machen konnte, mangels geld, also der reale verkauswert wäre aller, allerhöchstens um die 2.000€. jaa, wenn die RV aber nach durchschnittspreise geht, habe ich die arschkarte gezogen, weil es ein liebhaberauto ist, der gehegt und gepflegt bis zu gut 8.000€ wert sein kann.

ich fände es auch bescheuert, mein zwar altes, kaputtes, aber mir bekanntes auto verkaufen zu müssen, um was noch kaputteres zu holen, um unter diesen 1.600€ freibetrag zu bleiben.

was wird überhaupt alles zum vermögen gezählt, also ausser geld, häuser, konten usw die ich nicht habe, und darf man überhaupt ein auto besitzen, wenn man grundsicherung bekommt?

und noch ein paar allgemeine fragen...

ich hatte es so gelesen und verstanden, das man zur grundsicherung dazu einen 450€ job haben könnte, jetzt lese ich von 30%, und höchstens 200€, wie soll ich es schaffen, wenn es mir wieder besser geht, damit arbeiten zu gehen? ich bin koch, wenn ich arbeite, dann meistens nachts, am ende bezahle ich mehr an benzin, als was ich behalten darf...

und wie ist es überhaupt, ist es wirklich so einfach wieder aus der rente raus zu kommen, wenn man kann?

oder wird man automatisch wieder von der agentur in sklaver... ops, massnahmen gesteckt, wo man nichts verdient, und der arme arbeitgeber monatelang ein kostenloser arbeiter hat? wie heisst es wieder so schön, "eignungsfeststellungsmassnahme", und dann fragt man, wieso man in der rente sooo wenig einbezahlt hat... >:(

jaa, am anfang bekommt man sowieso meistens nur auf ein jahr befristete rente, wenn ich richtig verstanden habe, wie funktioniert es, wenn der jahr vorbei ist? muss ich dann wieder von vorne anfangen mit meinen rally zwischen ärzte, ämter und konsulate?

sorry für die tausende fragen, und für die miese laune die ich damit wahrscheinlich verbreite, ich bin nur ein bisschen verzweifelt, ich weiss nicht ob das ganze zeug sinn hat, oder ob ich mich nicht einfacher unter der brücke hinlegen soll...

oder dadrunter springen...

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